
Loslassen durch das Lösen von Identifikation
by Thomas Mayer
Das Loslassen gehört zu den schwierigsten Aufgaben, und Achtsamkeit kann uns sehr dabei helfen. Entscheidend ist dabei, die Anhaftung und Identifikation in uns selbst zu lösen. Diese Meditation leitet dich sanft und mit viel Ruhe an, eine unangenehme Erfahrung auf diese Weise immer mehr loszulassen. So findest du mehr Frieden und Freiheit in dir selbst.
Transkription
Ich begrüße dich ganz herzlich zu dieser Meditation über das Loslassen und ich möchte gerne zuerst sagen,
Dass es gut ist,
Dass du hier bist und sie dir anhörst,
Denn sehr wahrscheinlich hast du ja einen guten Grund dafür.
Das mit dem Loslassen ist ja gar nicht so einfach und ich denke,
Wir fangen das oft von der falschen Seite an,
Indem wir die Situation oder das Erlebnis oder auch die Person loslassen wollen,
Was aber im Außen liegt.
Und in Wirklichkeit geht es darum,
Uns mit unserer eigenen Erfahrung und dem auseinanderzusetzen,
Was in uns liegt.
Und dabei geht es ganz besonders um die Anhaftung und die Verbindung mit unserer Identifikation.
Diese Meditation wird dich dabei unterstützen,
Genau an der Stelle anzusetzen und so zu einem tieferen Loslassen zu kommen.
Lass uns gemeinsam beginnen.
Finde zunächst eine für dich angenehme Position.
Das kann im Sitzen oder auch im Liegen sein.
Wichtig ist nur,
Dass du ganz bei dir sein kannst und zur Ruhe kommen kannst.
Und gönn dir einen Moment Zeit,
Um deinen Körper dir zeigen zu lassen,
Wie er gerade sitzen oder liegen will.
Lass deinen Atem fließen und beobachte ihn.
Und mit jedem Ausatmen,
Lass ein bisschen etwas von deiner Anspannung los.
Mit jedem Ausatmen etwas tiefer in deine Unterlage sinken,
Die dich hält und trägt.
Es gibt nichts,
Was du tun musst.
Du bist nur hier bei dir und kümmerst dich um dich.
Und dann lade ich dich ein,
An eine Situation zu denken,
Die dich gerade beschäftigt.
Etwas,
Das du gerade loslassen möchtest.
Das kann etwas in deinem Beruf sein,
Also ein Konflikt oder eine Enttäuschung oder eine Situation,
Die dich stresst.
Oder auch etwas Privates,
Wie eine Beziehung oder eine Sorge oder etwas,
Was dich verletzt hat.
Lass diese Situation aufsteigen in dir,
Ohne sie wegzuschieben oder dich dagegen zu wehren.
Deutlich genug,
Dass es lebendig wird,
Aber auch weit genug weg,
Dass es dich nicht reinzieht.
Und spüre nach,
Was in dir aufkommt,
Wenn du diese Situation und dieses Erlebnis aufkommen lässt.
Dann lade ich dich als nächstes ein,
In deinen Körper zu spüren und herauszufinden,
Wo in deinem Körper du diese Empfindung und dieses Erlebnis fühlst.
Du brauchst gar nicht zu suchen,
Weil wahrscheinlich kommt das ganz alleine in deine Aufmerksamkeit.
Und vielleicht spürst du Anspannung im Nacken oder Druck in der Brust oder auch ein flaues Gefühl im Bauch.
Lass diese Körperempfindung einfach da sein,
Ohne sie wegzudrücken oder sie verändern zu wollen.
Du musst nichts tun.
Und manchmal mögen wir das ja auch gar nicht,
Solche Anspannung zu spüren und wollen ja unbedingt entspannt sein.
Dann lass auch diesen Widerstand da sein.
Auch der darf gerade sein.
Und öffne dich etwas für die Erkenntnis,
Dass da eine Körperempfindung in dir ist,
Die auch zu dir gehört.
Aber du bist nicht nur diese Körperempfindung.
Du bist noch viel mehr.
Lass dein Atmen in diese Erkenntnis fließen,
Damit sie lebendig wird.
Als nächstes lade ich dich ein,
Mit deinem Bewusstsein die Gefühle zu beobachten,
Die du mit dieser Situation oder diesem Erlebnis verbindest,
Was aufgekommen ist.
Was fühlst du?
Vielleicht ist es Ärger oder Trauer,
Angst,
Enttäuschung,
Vielleicht auch Scham.
Was immer es bei dir ist,
Lass diese Gefühle einfach da sein,
Ohne sie wegmachen zu wollen.
Gefühle sind ja manchmal wie Wetter.
Es kommt und geht und genauso auch deine Gefühle oder sie werden stärker und schwächer.
Achte mal darauf,
Ob du vielleicht sogar widersprüchliche Gefühle gleichzeitig hast.
Sowas wie Ärger und Trauer oder Liebe und Enttäuschung.
Lass sie da sein,
Alle gleichzeitig.
Wir denken oft,
Wir müssen uns in solchen Situationen entscheiden für ein Gefühl.
Aber das müssen wir nicht.
Vielleicht kannst du dir erlauben,
Deinen Herzraum ganz groß werden zu lassen und zu erkennen,
Dass er groß genug ist,
Dass du zum Beispiel verletzlich und stark gleichzeitig sein kannst,
Weil du ein Mensch bist.
Lass diese Menschlichkeit Raum schaffen und da sein,
Die groß genug ist,
Auch gefühlsmäßige Widersprüche auszuhalten und ihnen Raum zu geben.
Lass auch hier deinen Atem Leben in dieses Gefühl bringen,
Diese Erkenntnis.
Als nächstes leite ich dich ein,
Auf das Bild zu schauen,
Das du von dir selbst hast in dieser Situation,
Bei diesem Ereignis oder bei dieser Erfahrung,
An die du denkst.
Vielleicht denkst du sowas über dich,
Wie ich bin das Opfer oder ich bin so eine Versagerin oder auch mein Gott,
Ich muss immer der Kompetente sein oder auch das ist so ungerecht,
Ich muss immer für andere mitdenken.
Was immer bei dir aufkommt,
Lass es deutlich werden.
Lass dein Selbstbild klarer werden für dich,
Denn du musst es nicht bekämpfen und du musst dich gerade auch nicht davon befreien,
Es ist einfach da.
Lass es da sein.
Und vielleicht entdeckst du auch hier widersprüchliche Anteile,
Verschiedene Bilder von dir selber,
Die gleichzeitig stattfinden.
Du bist verletzt und stark,
Du brauchst Anerkennung und bist unabhängig.
Und lass alle diese Teile von dir da sein,
Jetzt gerade fast wie eine Familie in dir,
Wo jeder Teil einen guten Grund hat,
Da zu sein,
Bei aller Unterschiedlichkeit.
Und wenn du magst,
Dann erlaube deinem Bewusstsein,
Ein bisschen da drüber zu schweben und sich diese Bilder von dir von oben anzuschauen.
Lass dabei die Erkenntnis aufkommen,
Dass du hier noch viel,
Viel mehr bist als all das und dass du in der Lage bist,
All diese Teile in dir und von dir anzuschauen.
Du bist viel größer als jede Definition von dir,
Die du selber hast.
Deswegen lass sie einfach da sein und schau sie drauf.
Und atme auch hier immer mehr in diesen Raum hinein,
Den du hier schaffst,
Um ihn in dir lebendig werden zu lassen.
Und öffne dich nun für diesen Raum und für die Empfindung in diesem Raum von Weite,
Ruhe,
Frieden und auch Sicherheit.
Denn du bist nicht nur deine Gefühle und du bist nicht nur deine Gedanken und auch gar nicht nur das,
Was du über dich selber denkst,
Sondern du bist dein wahres Selbst,
Das Bewusstsein,
Was all das wahrnehmen kann,
Was kommt und geht.
Und von hier aus kannst du jeder Situation begegnen.
Nicht als das kleine verletzte Ich oder das immer perfekt sein müssende Ich,
Sondern als das,
Was du wirklich bist,
Nämlich das wahre Selbst,
Was sich all das anschauen kann.
Mit großer Ruhe,
Mit tiefer Kraft und großem Vertrauen in dich selbst.
Nimm dir im Moment diese Gefühle gerade in dir selbst so genießen,
Sie weit werden zu lassen,
Mit jedem Einatmen.
Und lenke nun deine Aufmerksamkeit auf deine Füße und spüre das Gewicht deiner Füße auf der Unterlage,
Entweder der Fußsohlen auf dem Boden oder der Fersen auf dem Boden.
Und wie das Gewicht dir zeigt,
Dass du gehalten und getragen bist.
Und das Gewicht deiner Hände auf deinen Oberschenkeln oder auf dem Boden und wie auch deine Hände getragen werden.
Und dann bewege ganz sanft deine Fußzehen und deine Finger.
Um langsam zurückzukommen ins Hier und Jetzt.
Nimm einen letzten tiefen Atemzug.
Und beim Ausatmen öffne deine Augen.
Ich danke dir,
Dass ich dich in dieser Meditation begleiten durfte und wünsche dir,
Dass du alles,
Was dich vielleicht manchmal stört,
Sein lassen kannst.
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