
Kontemplation über Liebe — Bhante Nyanabodhi
Dies ist eine live aufgnommene, von Bhante Nyanabodhi geführte Kontemplation über die Liebe. Zu Beginn dieser Kontemplation spüren wir in uns hinein, was in uns hochkommt, wenn wir an Liebe denken. Was verbinden wir mit Liebe? Verbinden wir damit eine Person, die Natur oder ein hohes Ideal? Was löst dieses Wort in uns aus? Ist Liebe einfach etwas, das wir gerne bekommen würden? Indem wir an eine geliebe Person denken, lösen wir das Gefühl der Herzenwärme aus, um dann, nachdem wir unsere Gedanken an diese Person losgelassen haben, nur in diesen Gefühl hineinspüren. Bhante Nyanabodhi, geb. 1955, ist buddhistischer Mönch und wurde von der Ehrw. Ayya Khema zu ihrem Nachfolger ernannt. Er ist spiritueller Leiter des Buddha-Hauses und des Waldklosters Metta Vihara, die er beide mit aufgebaut hat.
Transkription
Um mit der Kontemplation anzufangen,
Nehmen wir wieder eine bequeme Sitzposition ein und richten die Achtsamkeit für ein paar Momente auf den Atem.
Und wir wollen jetzt eine Kontemplation zu dem Thema Liebe machen und fangen damit an,
In uns rein zu spüren,
Was uns zu diesem Thema Liebe hochkommt,
Was wir mit Liebe verbinden,
Was das Wort Liebe in uns auslöst,
Dieses Wort Liebe einfach in sich spüren.
Verbinden wir Liebe mit einer Person oder mit der Natur oder einem hohen Ideal?
Oder ist Liebe etwas für uns,
Das wir gerne bekommen würden?
Oder ist Liebe ein Gefühl der Herzenswärme für uns?
Wir wollen einmal an eine geliebte Person denken und so diese Herzenswärme in uns schulen,
Hochbringen und jetzt die Person loslassen,
Nur noch bei dem Gefühl sein.
Wie fühlt sich Liebe an?
Wir wollen es einmal richtig untersuchen.
Ist es weit oder eng?
Ist es Licht?
Ist es warm und erfüllend?
Ist es irgendwo begrenzt oder ohne Grenzen?
Macht es uns weit?
Liebe einmal untersuchen wie ein Forscher ein Objekt untersucht und sich ganz in das Forschungsobjekt vertiefen.
Liebe erkennen als etwas ganz Unpersönliches,
Das in uns wohnt,
Eine Herzensqualität,
Die wir erlernen können,
Zu spüren.
Können wir uns vorstellen,
Dass wir lieben lernen können?
Oder glauben wir eher,
Dass Liebe ein Glückszufall ist,
Wenn die entsprechenden Bedingungen sind,
Die entsprechende Person kommt,
Der Prinz oder die Prinzessin,
Auf die wir vielleicht warten?
Oder können wir uns vorstellen,
Dass es ganz unabhängig davon ist?
Können wir uns selbst lieben und selbst dieses Gefühl schenken?
Und wenn nicht,
Was hält uns zurück?
Haben wir Angst uns selber liebevoll zu begegnen?
Uns selbst anzunehmen so wie wir sind?
Uns selber zu umarmen?
Ist es uns unangenehm oder erscheint es uns kindisch oder unangebracht?
Können wir vielleicht spüren,
Dass wir uns doch nichts mehr als Liebe wünschen?
Dieses weite,
Warme,
Leichte Gefühl.
Wir wollen es einfach zulassen,
Ohne uns groß Gedanken darüber zu machen,
Warum und warum nicht.
Wir alle sind es wert,
Dass wir uns selber Liebe schenken.
Können wir nachvollziehen,
Dass je mehr wir uns und anderen Liebe schenken,
Desto mehr haben wir.
Liebe als etwas,
Das mehr und mehr wird,
Je mehr wir davon weggeben,
Verströmen,
Fließen lassen.
Haben wir Angst,
Wenn wir uns verströmen,
Uns öffnen vor Verletzung?
Können wir uns vorstellen,
Dass Liebe wie ein Schutzmantel um uns ist?
Dass gerade wenn wir Liebe verströmen,
Wir sehr stark beschützt sind,
Unverletzlich sind?
Oder haben wir Angst,
Wenn wir Liebe verschenken,
Übervorteilt zu werden,
Ausgenutzt zu werden?
In sich rein spüren,
Ob diese Angst vorhanden ist.
Können wir nachvollziehen,
Dass uns niemand übervorteilen kann?
Dass wir ja der Hauptbeschenkte sind,
Wenn wir Liebe verschenken.
Dass wir ja der Hauptempfänger sind.
Wer sollte uns da übervorteilen?
Wie oft üben wir normalerweise Lieben?
Wie oft erinnern wir uns daran,
Liebe zu verschenken,
Liebe zu spüren?
Sind wir bis jetzt überhaupt auf die Idee gekommen,
Dass wir Lieben lernen können,
Üben können?
Wir können einen den Schluss fassen,
Das Üben der Liebe in unseren Alltag zu integrieren.
Wir können mit anderen Menschen üben,
Wir können mit der Natur üben und wir können vor allem mit uns selbst üben.
Immer wieder Zeit geben,
Uns selbst anzunehmen,
Uns Zuwendung schenken,
Uns selbst liebevoll begegnen.
Um uns selbst Liebe zu schenken,
Müssen wir nicht perfekt sein und so annehmen,
Wie wir sind.
Das ist das Übungsprogramm.
Haben wir heute schon Lieben geübt?
Warum nicht?
Haben wir es einfach vergessen,
Nicht gewusst?
Oder ist es uns nicht wichtig genug,
Mal in sich untersuchen,
Die Verantwortung für das eigene Herz übernehmen?
Wir wollen noch einmal die Weite und Leichtigkeit,
Das Licht in uns spüren und feststellen,
Dass je mehr wir uns verschenken,
Desto weiter wird es,
Desto weniger Ich-Bezogenheit ist da,
Desto weniger Probleme sind da.
Diesen weiten Raum spüren,
Diesen weiten Raum,
Der uns mit unserer Umwelt und mit unseren Mitmenschen verbindet,
Der uns eins werden lässt.
Und dieses Einswerden spüren,
Uns voller Vertrauen,
Dieser Weite diesem Zusammengehören hingeben.
Und zum Abschluss der Kontemplation wollen wir uns noch ein paar Sätze verinnerlichen.
Möge ich frei sein von Feindseligkeit,
Diesen Wunsch in sich spüren,
Diesen Vorsatz in uns spüren.
Möge ich frei sein von Kummer und Schmerz,
Körperlich und emotionell,
Diesen Wunsch in sich rein sinken lassen.
Und möge ich fähig sein,
Mein Glück zu beschützen,
Mich selber anzunehmen,
So wie ich bin.
Mögen alle Lebewesen frei sein von Feindseligkeit,
Diesen persönlichen Wunsch auf alle Lebewesen ausdehnen.
Mögen alle Lebewesen frei sein von Kummer und Schmerz,
Körperlich und emotionell.
Und spüren,
Was dieser Wunsch in uns bewirkt,
Wie uns das auch ganz tief berührt,
An andere Lebewesen zu denken,
Ihnen auch das Gute zu wünschen,
Das Liebevolle.
Mögen alle Lebewesen fähig sein,
Ihr eigenes Glück zu beschützen,
Sich selber so anzunehmen,
Wie sie sind.
Mögen alle Wesen glücklich sein.
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