
Gleichmut - Upekkha Parami
Gleichmut wird als eine höchst erhabene Emotion beschrieben. Es ist die Stabilität des Geistes inmitten der acht weltlichen Winde von Verlust und Gewinn, Lob und Tadel, gutem und schlechtem Ruf, Trauer und Glück. Ein Geist voller Gleichmut wird wie ein großer, starker Baum sein, der mitten in einem Sturm nicht aus dem Gleichgewicht gerät.
Transkription
Ja,
Ich begrüße euch zu unserem Sonntags-Dharma-Talk und heute möchte ich über das letzte der zehn Paramis sprechen,
Über Ubeka-Parami oder den Gleichmut.
Der wichtigste von allen.
Gleichmut steht so über allem.
Wenn wir Gleichmut entwickeln,
Dann ist es auch so ein Gefühl,
Über den Dingen zu stehen und nicht mehr involviert zu werden.
Aber trotzdem ist es nicht wie manche vielleicht erwarten oder sagen auch,
Dass es so eine trockene Neutralität ist.
Hört ihr mich?
Also es ist keine trockene Neutralität,
Sondern es strahlt auch eine Wärme und wirklich auch das Gefühl aus,
Dass man für andere Wesen hat.
Aber trotzdem auch dieses tiefe Verständnis von Ursache und Wirkung und dass alle Wesen einfach wirklich auch die Auswirkungen von ihrem eigenen Karma erleben.
Das ist dann etwas anderes.
Man weiß,
Okay,
Das ist selbst geschaffen,
Was immer man auch erlebt,
Auch wenn da Leiden ist.
Trotzdem ist man dem Gegenüber nicht gleichgültig und sagt,
Okay,
Naja,
Ist ja deine Schuld,
Ist dein Karma sozusagen,
Sondern man versucht zu helfen,
Wenn man das kann.
Also man beobachtet und sieht,
Wo immer man die Möglichkeit hat einzugreifen und wirklich auch was zu tun für das Wohl der Wesen oder um das Leiden anderer zu reduzieren,
Dann tut man das auch.
Das ist nicht gegensätzlich zum Gleichmut.
Aber wenn man nichts tun kann,
Dann beobachtet man halt einfach,
Lässt sich da nicht mit hineinziehen.
Es wird sozusagen beschrieben als Gleichmut.
Gleichmut ist eine der erhabensten Emotionen der buddhistischen Praxis.
Es ist der Boden für Weisheit und Freiheit und der Beschützer von Mitgefühl und Liebe.
In Indien wird dieses Wort Ubeka auch manchmal übersetzt als ein Sehen mit Geduld.
Es kommt auch ein bisschen dahin.
Kann man auch sagen ein Sehen mit Verständnis,
Mit Verstehen.
Wenn wir beispielsweise wissen,
Dass wir beleidigende Worte nicht mehr persönlich nehmen,
Nicht reagieren,
Das ist dann Gleichmut.
Das entsteht durch dieses Loslassen können,
Dieses Gelöstsein von dem,
Was da äußerlich passiert.
Wir bleiben entspannt und gleichmütig.
Ein Ansatz zur Entwicklung von Gleichmut besteht darin,
Die Qualitäten des Geistes zu kultivieren,
Die den Gleichmut stärken.
Da gibt es sieben solche Qualitäten.
Das erste ist Moral oder ethische Prinzipien zu haben,
Integrität zu haben.
Wenn wir Integrität haben,
Wenn wir innerlich sicher sind,
Dass wir keinen Schaden für andere oder für uns selbst praktisch produzieren,
Dann gibt das so eine Konfidenz,
So ein Selbstbewusstsein.
Und auch das ist Gleichmut.
Dann kann man in jeder Umgebung sein.
Es wird auch vom Buddha gesagt,
Einer,
Der einfach moralische Integrität hat,
Kann in jedem sozialen Umfeld auftreten mit einer bestimmten Sicherheit,
Weil eben diese innere Sicherheit da ist.
Es ist eine ganz wichtige Sache dabei,
Dass man eben Geistesreinheit hat.
Dann entsteht Gleichmut durch diese Geistesreinheit.
Das zweite wäre Vertrauen.
Gerade wenn wir praktizieren,
Dann ist Vertrauen eine ganz wichtige Sache.
Wenn wir das Vertrauen haben,
Wir können praktizieren,
Wir können meditieren,
Was immer da an Hindernissen auftaucht,
Was ganz normal ist in unserer Praxis,
All das wird uns nicht aus der Bahn werfen,
Sondern wir können es einfach sehen und hinnehmen,
Dass da Hindernisse sind,
Aber wir können mit Gleichmut weitermachen.
Also da ist Vertrauen dann das,
Was uns dabei antreibt.
Also Vertrauen ist auch sehr wichtig,
Um Gleichmut zu entwickeln.
Dann natürlich,
Das dritte wäre ein gut entwickelter Geist,
Was in dem Fall bedeutet,
Dass wir geistige Stabilität haben,
Konzentration und Achtsamkeit entwickeln.
Wenn das da ist,
Dann haben wir auch ein sehr gutes Fundament für den Gleichmut.
Dadurch wird der Geist eben stabil,
Ruhig und wenn der Geist ruhig und stabil ist,
Dann können ihn die weltlichen Dhammas,
Also diese acht Loka-Dhammas,
Nicht mehr aus der Balance bringen.
Dann das vierte wäre Wohlbefinden.
Das ist etwas,
Was wir oft wirklich nicht genug entwickeln.
Wohlbefinden ist ganz was Wichtiges in der Praxis,
Dass wir uns wohlfühlen.
Und das kann man mit allem,
Was man im täglichen Leben so erlebt und mit was man da eben konfrontiert ist,
Und so entwickeln.
Einfach Wohlbefinden macht dir einen leckeren Tee und trinkt den genussvoll.
Sei einfach nur dabei.
Entwickele da Wohlbefinden oder einen Sonnenaufgang,
Sonnenuntergang zu sehen und dann da Wohlbefinden in sich selber entstehen lassen.
Das ist unheimlich unterstützend in der ganzen Meditationspraxis,
In der buddhistischen Praxis und eben auch für Gleichmut.
So sonderbar das vielleicht klingen mag,
Weil Gleichmut ja eher so eine Gelassenheit ist,
Aber es funktioniert auch nur,
Wenn da Wohlbefinden ist.
Wenn man sofort in Gleichmut einsteigt.
Das ist bei vielen so.
Ich habe das gerade auch wieder bei einem alten Freund erlebt,
Der schon über 30 Jahre praktiziert und jetzt seit 30 Jahren wieder einen Retreat macht und dann sofort irgendwie bei Gleichmut einsteigen will.
Weil Gleichmut ist ja das,
Was du erreichen willst.
In den sogenannten Vipassana-Jhanas,
Also Einsichtsstufe in der Vipassana,
Ist eben das sogenannte Sankha-Upekha-Jhana.
Also die letzte Einsichtsstufe,
Bevor man den Pfad oder das Nirwana erleben kann.
Dann hat das vielleicht jemand schon einmal erlebt und will natürlich dann sofort da wieder zurück.
Und dann setzt man sich hin und will,
Upekha will diesen Gleichmut praktizieren.
Und das funktioniert nicht.
Das geht nicht.
Erstens,
Du musst einfach durch die anderen Stufen erst mal durchgehen bis zu einem bestimmten Level.
Und außerdem,
Wer sich hinsetzt und dann sofort mit Gleichmut praktizieren wird,
Der wird wahrscheinlich einschlafen.
Weil der Gleichmut ist so ein innerer Friede.
Und wenn da nicht ein bisschen Freude vorher da ist,
Also Piti,
Wie wir das in Pali nennen,
Die einfach uns Energie gibt und uns da aufbaut,
Dass wir überhaupt praktizieren können,
Dann funktioniert das nicht.
Es ist ganz wichtig,
Eben dieses Wohlbefinden auch zu praktizieren.
Vergiss das nicht.
Das ist immer so in der Praxis.
Viele werden nach einer Zeit einfach frustriert,
Wollen nicht mehr meditieren,
Weil alles ist in Weh,
Nur noch leiden.
Und da ist es halt wichtig,
Die richtige Medizin anzuwenden.
Also Freude ist ganz wichtig in der Praxis.
Nicht denken,
Dass Freude Anhaften ist,
Sondern es ist ein Teil,
Es ist eins der Erleuchtungsglieder,
Die wir auch entwickeln müssen.
Also nicht die Freude zurücklassen.
Habt Freude am Praktizieren.
Dann das Fünfte wäre Verständnis oder Weisheit,
Einsicht.
Und das ist auch natürlich sehr wichtig,
Also dass man lernt,
Den gegenwärtigen Moment so zu akzeptieren,
Wie er ist.
Ganz wichtig.
Es ist oft so,
Dass wir das nicht können.
Wir können den gegenwärtigen Moment einfach nicht akzeptieren,
Weil er leidhaft ist.
Oft sind es auch Schmerzen zum Beispiel im Körper oder Schmerzen,
Die durch Kontakt mit anderen entstehen oder Situationen,
Das darüber reflektieren,
Wie die Welt ist,
Wie die Umwelt verschmutzt wird,
Wie Corona uns Probleme macht oder uns einschränkt und so Sachen.
Man kann es einfach nicht akzeptieren.
Und durch diese Nicht-Akzeptanz wird das alles nur noch schlimmer.
Also man kann es nicht akzeptieren,
Man hat Widerstand gegen das,
Was im gegenwärtigen Moment passiert und dann macht es das Ganze noch schlimmer.
Leiden ist einfach ein Teil unseres Lebens,
Ist ein Teil der Natur.
Es wurde auch gesagt,
Die erste edle Wahrheit,
Alles ist irgendwo leidhaft,
Nicht befriedigend.
Also mit dem müssen wir uns abfinden.
Wir müssen es akzeptieren.
Und dann reduziert sich Leiden,
Weil der Widerstand nicht da ist.
Wenn der Widerstand nicht mehr da ist,
Wird auch das Leiden weniger werden.
Es ist nicht nur physisches Leiden,
Sondern eben auch dann noch das Leiden,
Das vom Geist kommt,
Weil man es nicht akzeptieren kann.
Das ist auch etwas,
Was uns die Weisheit einfach sagen wird.
Und deshalb führt das dann eben auch zugleich.
Dann bedeutet es auch,
Wenn wir mit anderen Menschen zusammen sind und die machen etwas,
Was wir verurteilen oder sagen,
Okay,
Das ist nicht korrekt,
Das ist nicht gut,
So wird uns dann die Weisheit aber doch auch sagen,
Okay,
Das ist eine Aktion,
Die entsteht,
Da ist immer eine Ursache dafür und dann entsteht eine Aktion und die mag auch nicht korrekt sein und man kann das auch sagen oder weitergeben,
Aber es ändert nicht unsere Einstellung zu der Person.
Man lässt dadurch nicht die Beziehung zu einer Person einfach zugrunde gehen.
Das wäre auch eine Weisheit,
Die dann entsteht durch Gleichmut.
Und das ist jetzt nicht nur anderen Wesen gegenüber,
Sondern auch sich selbst gegenüber,
Weil manchmal baut man sozusagen Mist oder man macht etwas falsch oder hat negative Gedanken oder sonst etwas.
Und dass man auch da erkennen kann,
Okay,
Es ist eine Konditionierung,
Da ist halt irgendeine Ursache dafür.
Aber das heißt nicht,
Dass ich mich deshalb jetzt verdamme und mein Leben lang einfach schlecht über mich denke oder sonst was,
Sondern man kann die Situation noch trennen von dem Wesen.
Also das ist nicht ein und dasselbe.
Dann ist eine ganz großartige Möglichkeit zu sehen,
Wie man Gleichmut entwickeln soll oder ob man Gleichmut entwickeln soll,
Wenn man sich selbst beobachtet,
Also wenn man da Achtsamkeit hat und erkennt,
Da ist kein Gleichmut.
Wie geht es mir,
Wenn ich keinen Gleichmut habe?
Wozu führt das?
Was macht das mit mir?
Also wie fühlt sich das an?
Das ist ganz wichtig.
Anschauen,
Wie fühlt es sich an,
Wenn kein Gleichmut da ist.
Und dann kann man dann praktisch sehen,
Wie wichtig der Gleichmut ist und dass er fehlt.
Also wir schauen uns an,
Was uns aus der Balance bringt,
Um dann eben das zu schaffen,
Was uns hilft,
Wieder Balance zu haben.
Dann der sechste wäre Einsicht.
In dem Fall Einsicht,
Also einfach in die tiefere Natur von allem sein.
Zum Beispiel eben zu erkennen,
Dass alles Anija ist,
Vergänglich,
Dass da Vergänglichkeit ist.
Wenn man erkennt,
Dass da Vergänglichkeit ist,
Dass die Dinge sich dauernd verändern,
Dass man sie nicht festhalten kann,
Dann entsteht auch Gleichmut.
Das ist auch das,
Was passiert,
Wenn man durch diesen Prozess der sogenannten passender Einsichtsstufen geht.
Da geht man einfach durch einen Prozess durch,
Wo man sieht,
Dass die Dinge auf einer Stufe nur noch verschwinden,
Dass sie sich dauernd auflösen.
Alles ist nur noch am Verlöschen,
Am Verschwinden,
Am Weggehen.
Man kann nichts mehr festhalten,
Was dann erst mal im Geist dazu führt,
Dass da Frust ist,
Also man echt frustriert ist,
Weil man nichts festhalten kann.
Aber wenn man da trotzdem weitermacht,
Durchgeht,
Dann entsteht langsam eben Gleichmut,
Der anfangs noch schwach ist,
Aber halt dann auch immer stärker wird.
Aber eben,
Das ist eine ganz wichtige Sache,
Um Einsicht zu erlangen,
Also dass man eben Vergänglichkeit immer wieder auch sieht.
Auch das führt zu Gleichmut.
In dem Fall eben durch Loslassen,
Weil man loslässt.
Man kann sie eh nicht halten,
Also lasse ich los.
Und dadurch entsteht dann Gleichmut.
Und der letzte Faktor wäre Freiheit.
Dass man erkennt,
Dass Freiheit entsteht,
Wenn wir nicht mehr reagieren.
Dinge,
Die Situationen oder die Sachen,
Die man hört oder sonst was,
Das ist widrig,
Ist nicht angenehm,
Aber man reagiert da nicht mehr drauf,
Sondern beobachtet,
Lässt es los,
Schaut einfach zu.
Und wenn man das mal erlebt hat und immer wieder auch praktiziert,
Diese Nicht-Reaktion,
Dieses Nicht-Reaktiv-Sein,
Dann sieht man auch,
Wie da Gleichmut entsteht und wie viel Freiheit dadurch entsteht,
Dass man nicht reagieren muss.
Und wie kann man sehen,
Ob dieser Gleichmut sich schon entwickelt hat,
Das ist auch wieder zurückzuschauen.
Schaut zurück,
Wie war es vor ein paar Jahren,
Wie habt ihr da unter bestimmten Situationen reagiert.
Da noch leichter Ärger aufgetaucht oder Begierde oder konntet ihr da auch schon loslassen oder könnt ihr jetzt besser loslassen.
Also so kann man sehen,
Hat sich Gleichmut entwickelt,
Ist er stärker geworden,
Sich das anzugucken.
Dann kommt der Gleichmut immer,
Den kannst du in zweifacher Form sehen.
Die eine Art von Gleichmut entsteht eben durchs Beobachten,
Dass man beobachtet,
Was eben praktisch auch äußerlich passiert.
Und die zweite Form von Gleichmut entsteht durch innere Balance.
Das kommt in der Achtsamkeitspraxis zusammen,
Da wird es eins.
Die Achtsamkeit wird stärker,
Der Gleichmut wird dann auch stärker.
Und wenn Gleichmut dann eben zu einer inneren Kraft wird,
Dann sieht man auch,
Dass man die Balance viel länger halten kann.
Also dass es in vielen auch schwierigen Situationen möglich ist,
Balance zu halten und nicht außer sich zu geraten.
Dann kommt Gleichmut eben in vielen Dingen im Buddhismus vor.
Zum Beispiel ist es ein Teil der vier Brahma-Viharas,
Dieser göttlichen Verweilungszustände.
Das erste Metta,
Liebende Güte.
Das zweite ist Karuna,
Mitgefühl.
Das dritte ist Mudita oder Mitfreude.
Und das vierte ist eben Ubeka,
Gleichmut.
Und das zeigt sich halt in den Brahma-Viharas in der Weise,
Dass man beobachtet,
Wie diese Situation ist und dann handelt,
Wenn es möglich ist.
Wenn es nicht möglich ist,
Dann bleibt man halt eher auf dieser beobachtenden Position.
Aber immer ist da auch Mitgefühl für die anderen Wesen da und wenn es möglich ist,
Dann hilft man auch.
Das wäre halt Gleichmut in den Brahma-Viharas.
Wir sind nicht gleichgültig,
Sondern eben immer offen auch dafür,
Dass man anderen weiterhilft.
Dann kann man Gleichmut auch so ein bisschen als sowas wie Supervision sehen.
Das ist ein moderneres Wort,
So eine Übersicht.
Das heißt,
Wenn alle beteiligten Faktoren da irgendwie richtig zusammenspielen,
Dann ist Gleichmut einfach da,
Um den Verlauf praktisch zu überwachen,
Den natürlichen Verlauf einer Situation oder was da eben passiert.
Man kann das sehen wie so ein Kutscher,
Der da eben auf seinen Kutschbox sitzt und die Zügel in der Hand hält.
Aber wenn die Kutsche da super läuft,
Also die Pferde einfach in einem richtigen Tempo laufen,
Dann greift der Kutscher auch nicht ein.
Der hält zwar die Zügel,
Aber man greift nicht ein.
Man beobachtet nur.
Aber ist nicht gleichgültig,
Sondern eben der Kutscher hat immer die Pferde und auch die Straße im Auge.
Also er schaut auch,
Dass das in die richtige Richtung geht.
So was ist auch vergleichbar mit Gleichmut als Supervision sozusagen.
Dann ist Gleichmut auch ein wichtiger Teil in der Vertiefung.
Also wenn jemand Chana praktiziert,
Wirklich tiefe Konzentration,
Dann funktioniert das auch nur mit Gleichmut.
Das ist ein Faktor,
Der da eben anwesend sein muss.
Und da hat es so etwas wie eine Unzerstörbarkeit,
Unauslöschlichkeit,
Wie man das nennen will.
Also so eine starke Stabilität,
Die da anwesend ist,
Wenn man tiefe Konzentration praktiziert.
Das heißt,
Dass man weder durch äußere Sinneseindrücke noch durch innere Emotionen oder so aus der Balance kommt.
Das ist OBK oder Gleichmut in der Vertiefungspraxis.
Und dann ist es natürlich ein Parami,
Also eine Vollkommenheit und auch ein Bojanga.
Bojanga sind die Erleuchtungsglieder und dazu gehört eben auch Gleichmut.
Und da hat es die Funktion bei beiden,
Dass man eben diese Gelassenheit hat.
Gelassenheit,
Was immer für widrige Umstände im Leben auftauchen,
Dass man da einfach nicht aus der Balance kommt.
Das wäre eben die Funktion von Gleichmut als Perfektion,
Als Vollkommenheit und eben als Bojanga als Erleuchtungsglied.
Dann ist Gleichmut natürlich sehr wichtig,
Was die Lokadamas angeht,
Was ich vorher schon kurz erwähnt habe,
Die immer wieder in den Lehrreden vom Buddha vorkommen.
Diese acht Lokadamas,
Die sind Gewinn,
Verlust,
Lob und Tadel.
Guter Ruf,
Schlechter Ruf,
Trauer und Glück oder Leiden und Glück.
Der Geist bleibt angesichts dieser acht Lokadamas einfach neutral und unerschüttlich.
Also er lässt sich da nicht reinziehen.
Der Buddha hat dazu gesagt,
Lob und Tadel,
Gewinn und Verlust,
Freude und Kummer kommen und gehen wie der Wind.
Um glücklich zu sein,
Musst du wie ein riesiger Baum inmitten all dieser Dinge ruhen.
Diese acht Lokadamas werden auch die acht weltlichen Winde genannt.
Was immer da für ein Sturm ist,
Wo immer der Herr weht,
Angenehme,
Unangenehme Sachen oder sonst was,
Dieser Baum,
Dieser große,
Kräftige Baum,
Der lässt sich dadurch nicht entwurzen oder aus der Balance bringen.
Dann,
Was jetzt Gleichmut angeht,
Da gibt es natürlich ferne Feinde und nahe Feinde,
Wie bei allem.
Und ferne Feinde des Gleichmuts sind eben Gier und Hass.
Fern deshalb,
Weil es sehr klar ist,
Die sind so anders,
Völlig anders als der Gleichmut.
Gier und Hass.
Und nahe Feinde,
Das ist ein bisschen unklarer,
Weil es sich sehr nahe anfühlt,
Also fast ähnlich anfühlt wie Gleichmut.
Das wäre eben dann so Apathie oder Gleichgültigkeit.
Da muss man eben achten drauf,
Dass es nicht so ist.
Wie schon gesagt,
Gleichmut hat immer moralische Prinzipien,
Gleichgültigkeit nicht.
Also dann kann ich sagen,
Es ist ja gleich,
Es ist mir eh wurscht.
Ich kann das tun,
Weil es macht ja nichts.
Was soll's?
Ich kümmere mich da nicht drum,
Ob da jemand darunter leidet oder ich darunter leide.
Also die sind sehr unterschiedlich.
Dann möchte ich noch kurz etwas lesen,
Was ich sehr schön fand,
Was Bhikkhu Bodhi über OBK schreibt.
Und zwar schreibt Bhikkhu Bodhi,
Die wahre Bedeutung von OBK ist Gleichmut,
Nicht Gleichgültigkeit im Sinne von Gleichgültigkeit gegenüber anderen.
Als spirituelle Tugend bedeutet OBK Stabilität angesichts der Schwankungen des weltlichen Schicksals.
Es ist Ausgeglichenheit des Geistes,
Unerschütterliche Freiheit des Geistes,
Ein Zustand des inneren Gleichgewichts,
Das nicht durch Gewinn und Verlust,
Ehre oder Unehre,
Lob,
Tadel,
Freude oder Schmerz gestört werden kann.
OBK ist Freiheit von allen Punkten der Selbstbezogenheit.
Es ist Gleichgültigkeit gegenüber den Forderungen des Egos selbst,
Mit seinem Begehren für Vergnügen und Position,
Nicht für das Wohlergehen der Mitmenschen.
Wahrer Gleichmut ist der Höhepunkt der vier sozialen Haltungen,
Die die buddhistischen Texte die göttlichen Verweilungszustände oder Brahma Viharas nennen.
Grenzenlose liebende Güter,
Also Metta,
Mitgefühl,
Karuna,
Altruistische Freude,
Mudita und eben Gleichmut OBK.
Letzteres überschreibt und verneint die vorangehenden drei nicht,
Sondern vervollkommnet und vollendet sie.
Es ist sehr schön,
Alles in einem gesagt.
Damit will ich auch diesen kurzen Talk über Gleichmut beenden.
Ich hoffe,
Es hat euch ein bisschen einen Input sozusagen gegeben und bitte und wie immer informiert euch auch selber.
Es gibt sehr viel Informationen über Gleichmut und der ist wirklich wichtig und das wisst ihr auch in der Situation,
In der wir gerade sind.
Es ist immer gut,
Gleichmut zu haben.
Also ich wünsche euch ganz viel stabilen Gleichmut und trotzdem auch sehr viel Freude im Leben und ich hoffe,
Wir sehen uns bald wieder.
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