52:38

Die fünf spirituellen Fähigkeiten

by Fred Von Allmen

rating.1a6a70b7
Bewertet
4.7
Group
Aktivität
Meditation
Geeignet für
Alle
Aufrufe
848

In diesem Dharma-Vortrag spricht Fred von Allmen über die fünf Qualitäten des Herzens und Geistes, die für unsere Praxis wesentlich sind, die vor allem bei Eintritt in einen Retreat von Bedeutung sind. Es sind die sogenannten fünf Indriyas: Vertrauen, Energie bzw. Bemühen, achtsames Gewahrsein, Präsenz und befreiende Weisheit/Erkenntnis.

Transkription

Ich möchte heute Abend über fünf Qualitäten oder Eigenschaften des Herzens und Geistes sprechen,

Die in unserer Praxis wesentlich sind,

Die gerade auch,

Wenn wir frisch in ein Retreat einsteigen,

Von Interesse und Bedeutung sind.

Es sind die sogenannten fünf Indriyas,

Manchmal auch fünf spirituelle Fähigkeiten oder bestimmende Fähigkeiten genannt.

Es sind Vertrauen,

Energie oder Bemühen,

Achtsames Gewahrsein,

Präsenz,

Sammlung,

Stetigkeit und fünftens befreiende Weisheit,

Erkenntnis.

Diese spirituellen Fähigkeiten üben einen dominierenden,

Bestimmenden,

Vielleicht sogar kontrollierenden Einfluss aus,

Und zwar über diese begleitenden Herzens- und Geistesfaktoren oder Zustände.

Das Wort Indriya stammt vom Pali-Wort Inda oder vom Sanskrit-Wort Indra,

Herrscher,

Ab.

Indra ist der Herrscher,

Der Devas,

Der Götter.

Diese Qualitäten oder Geistesfaktoren,

Diese Indriyas,

Beherrschen,

Beeinflussen den Zustand,

In dem sie präsent sind und daher auch den Namen bestimmender Fähigkeiten.

Die Indriyas werden auch bestimmende Fähigkeiten genannt,

Weil sie ihr negatives,

Unheilsames Gegenüber meistern oder eben vielleicht unter Kontrolle bringen.

Vertrauen hält Zweifel,

Angst,

Sorge,

Niedergeschlagenheit und Mangel an Hingabe unter Kontrolle.

Energie,

Bemühen überwindet Faulheit,

Bequemlichkeit.

Achtsames Gewahrsein schaltet Achtlosigkeit und Oberflächlichkeit aus.

Sammlung,

Stetigkeit kontrolliert Ruhelosigkeit und Zerstreutheit.

Und Weisheit oder Erkenntnis löst Verblendung und Täuschung auf.

Die erste dieser Qualitäten hier ist Vertrauen,

Pali-Satta.

Es bedeutet entsprechend der Wurzeln Sam und Da so etwas wie gut fundiert,

Gut gefestigt oder gefestigt in Überzeugung,

Eben Vertrauen oder vielleicht auch Zuversicht.

Dabei ist hier nicht irgendeine oder jede Art von Vertrauen gemeint.

Vielmehr bedeutet es gut fundiertes,

Gefestigtes Vertrauen in Buddha,

Dharma und Sangha.

Habt ihr schon gestern,

Heute Morgen auch davon gehört.

Es bedeutet Vertrauen ins Erwachen,

Ins Erwachen aus der Täuschung.

Und es ist mir wichtig,

Es ist kein religiöses Glaubensbekenntnis.

Es ist Vertrauen in das Erwachen aus der Täuschung.

Es ist möglich ist,

Es ist die Möglichkeit des Erwachens,

Der Befreiung.

Buddha heisst jemand,

Der erwacht ist.

Es bedeutet auch Vertrauen in die Lehren oder all jene Lehren und Mittel und Wege,

Die uns die universelle Ordnung und die Natur des Daseins erkennen lassen und uns damit in Einklang bringen.

Dharma ist nicht Vertrauen in buddhistische Wege,

Auch da gibt es Irrwege,

Sondern Vertrauen in jene und in alle Lehren und Wege,

Die tatsächlich befreiend sind.

Das ist das wesentliche Merkmal.

Und es bedeutet Vertrauen in diejenigen,

Die vor uns auf einem echt befreienden Weg gegangen sind und die uns vorausgehen.

Sangha.

Zufluchtnahme in diesem Sinn.

Reflektieren und erforschen,

Was es ist,

Dem wir in dieser unberechenbaren Welt unser ganzes Vertrauen schenken können.

Ist also unter anderem eine grundlegende und zentrale Übung und Praxis von Vertrauen.

Wenn dieses Leben tatsächlich vergänglich ist,

Wenn die Dinge tatsächlich als komplexer Prozess in Abhängigkeit von Ursachen und Wirkungen und Bedingungen entstehen und vergehen,

Ist das eine relevante Frage.

Auf was können wir uns ausrichten?

Was verhält noch?

Ich weiss nicht,

Ob man das auf Deutsch sagt.

Was verhält noch?

Es ist eine Praxis,

Von der es sich lohnt,

Sie täglich regelmässig zu üben.

Diese Frage zu erforschen.

Es heisst,

Satta,

Also diese Art von Vertrauen,

Besänftigt den Aufruhr der quälenden Emotionen im Herz und Geist und wirkt in diesem Sinne erlösend.

Vertrauen,

Satta,

Reinigt den Geisteszustand,

In dem es präsent ist.

Wie ein alter Text sagt,

So wie das Wasserklären der Juwel eines legendären Kaisers,

Das Schlamm und Algen auflöst und das Wasser reinigt und klärt,

So reinigt und klärt Vertrauen unser Herz.

Das ist eine klärende Eigenschaft.

Und Satta,

Vertrauen,

Wirkt als Eingangstor für alle heilsamen Qualitäten und Eigenschaften von Herz und Geist.

Das heisst,

Wenn diese Art von Vertrauen,

Satta,

Da ist,

Sind auch Offenheit,

Großzügigkeit,

Mitgefühl,

Zuwendung und all diese Eigenschaften da vorhanden.

Das ist eine wunderbare,

Eine wünschenswerte Qualität in unserem Leben und in unserer Praxis.

Man kann drei Arten des Vertrauens unterscheiden.

Begeistertes Vertrauen,

Überprüftes Vertrauen und letztlich unerschütterliches Vertrauen.

Zuerst begeistertes oder überschwängliches Vertrauen.

Das ist eine Art von Vertrauen,

Die entstehen kann,

Wenn wir einer inspirierenden Person begegnen,

Vielleicht eine überzeugende Belehrung oder Lebensweisheit hören,

Vielleicht wenn wir zum ersten Mal meditieren und die sehr hilfreich oder inspirierend finden.

Das kann auch ein Kunstwerk sein,

Vielleicht ein berührendes Marienbild für jemand oder eine bestechende Zen-Kalligrafie oder was immer.

Wir fühlen uns berührt,

Wir fühlen uns angezogen,

Inspiriert,

Begeistert.

Liebe und Hingabe und eben Vertrauen füllen unser Herz.

Eine Art von Vertrauen,

Die uns dazu bewegen kann,

Kontakt aufzunehmen,

Vielleicht mit einer Praxis zu beginnen,

Einen spirituellen Weg zu betreten.

Eine Art von Vertrauen,

Die vergleichbar ist mit der Phase der Verliebtheit in einer Beziehung,

Die Honeymoon-Phase.

Es ist übrigens auch die Art von Vertrauen,

Weil sie nicht überprüft ist,

Die eigentlich blindes Vertrauen ist und die,

Wenn wir dort bleiben,

Blindes Vertrauen bleibt.

Wenn wir es aber nicht nur bei dieser Art von Vertrauen bewenden lassen wollen,

Müssen wir das,

Was uns begeistert und inspiriert,

Ausprobieren,

Anwenden,

Testen,

Was wir hier tun.

Wir setzen die Lehre und die Praxis,

Die uns begeistert,

Um.

Wir kultivieren sie,

Wenden sie auf unser Leben an,

Sodass wir ihre Wirkung und ihre Wirksamkeit selbst erfahren können.

In Bezug auf einen spirituellen Weg bedeutet das,

Wir meditieren,

Wir praktizieren und können für uns selbst mehr und mehr sehen,

Ob es etwas bringt und wenn ja,

Was es bringt.

Wenn es hilfreich ist,

Wenn wir die Aussagen der Lehren selbst überprüft haben und als richtig erkennen,

Entsteht überprüftes Vertrauen,

Die zweite Art von Vertrauen.

Es ist eine weniger überschwängliche,

Aber dafür solidere,

Tragfähigere und nachhaltigere Art von Vertrauen.

Ausprobieren,

Anwenden,

Praktizieren ist natürlich der Schlüssel.

Die hilfreichen Lehren anwenden und finden,

Dass sie funktionieren,

Dass sie tatsächlich positive Resultate bringen,

Ist wesentlich.

Ich denke,

Gerade auch für die von uns,

Die schon fünf oder 50 Jahre dran sind,

Ist es wesentlich,

Dass wir immer wieder schauen,

Tue ich es,

Weil ich ursprünglich begeistert war und es mal was bewegt hat oder verändert sich immer noch etwas?

Verändern wir uns?

Vertieft sich unser Verständnis?

Werden wir klarer?

Sind wir verbundener,

Liebevoller?

Sind wir weniger reaktiv?

Ich denke,

Ganz wesentlich,

Dass wir da immer wieder hinzuschauen wagen.

Wenn wir finden,

Ob wir das nun erst seit kurzem oder schon lange tun,

Dass die Lehre uns nicht,

Die Praxis uns nicht wirklich transformiert,

Dann sollten wir eine andere,

Bessere,

Wirksame Lehre oder Praxis suchen.

Überprüftes Vertrauen entsteht z.

B.

Vielleicht folgendermassen.

Wir hören über die Vergänglichkeit aller Dinge und stellen fest,

In der Meditation,

Nicht nur im intellektuellen Überlegen,

Sondern in der direkten Erfahrung,

Dass es wirklich so ist.

Dass es mehr und mehr so aussieht,

Je tiefer wir sehen,

Je tiefer unsere Erfahrung wird.

Das ist auch eine wichtige Ausrichtung unserer Meditationserfahrung.

Oder wir hören das Festhalten und Anhaften an vergänglichen Leidenschaft.

Macht irgendwie Sinn.

Dann beginnen wir das in der direkten Praxis,

In der direkten Erfahrung,

In der Ruhe,

In der Sammlung,

Im Beobachten zutiefst zu erkennen und zu verstehen.

Es funktioniert tatsächlich so.

Wir sehen,

Dass wir uns selbst im größten Teil des Leidens,

Nämlich alles innere Leiden,

Schaffen.

Und wir sehen,

Dass wir uns selbst von all diesem inneren Leiden befreien können,

Nicht sogleich,

Leider,

Aber durch ernsthafte Praxis.

So entsteht überprüftes,

Verifiziertes Vertrauen.

Die Praxis beginnt,

Unser Leben zu verändern.

Wir fühlen uns leichter,

Freier,

Werden liebevoller und weiser.

Durch konsequente und tiefe Praxis beginnen wir,

Die wahre Natur aller Dinge zutiefst zu erfahren.

Wir erfahren echt befreiende Erkenntnis.

Und das überprüfte Vertrauen wird letztlich zur Gewissheit,

Zu unerschütterlichem Vertrauen,

Zur dritten Art dieses Vertrauens,

Zu einer der Früchte unserer Praxis.

So viel zu vertrauen als Indria.

Virya,

Bemühen,

Vielleicht Energie,

Ist die zweite Qualität hier.

Ein Text,

Das Athasalini sagt,

Energie oder Ausdauer oder enthusiastisches Bemühen,

Eben Virya,

Sollte als die Wurzel aller Verwirklichungen gesehen werden.

Rechtes Bemühen,

Richtig verstandenes Bemühen ist also wesentlich.

Diese Art von Bemühen ist ein Indria,

Eine spirituelle oder bestimmende Fähigkeit,

Weil sie Trägheit überwindet.

Das Wort Virya heisst so etwas wie Heldenhaft oder Heldinnenhaft,

Womit etwas Essentielles über sein Wesen ausgesagt wird.

Der bürmesische Meister Upandita Sayadaw sprach immer gerne über heroisches Bemühen,

In Bezug darauf,

Konsistent und konsequent achtsam und gegenwärtig zu sein,

Zum Zwecke der Erkenntnis.

Sicher ist,

Dass diese Praxis,

Das,

Was wir hier tun,

Sehr anspruchsvoll ist und nicht für Feiglinge.

Sich selbst aufzusetzen,

Für Stunden und Tage,

Vielleicht sogar Wochen und Jahre,

Braucht Mut,

Braucht Tapferkeit oder vielleicht Beherztheit.

Manchmal glauben wir,

Und ich höre das immer mal wieder,

Meditatives Sein,

Intuitives Verstehen und Handeln bedeute einfach,

Seinem Herzen zu folgen.

Weisst du,

Fred,

Meine Praxis ist,

Ich folge meinem Herzen.

Nur fast richtig.

Nicht ganz.

Es gibt einen feinen Unterschied.

Ajahn Sumedho soll gesagt haben,

Es geht nicht darum,

Unserem Herzen zu folgen,

Sondern darum,

Unser Herz zu schulen.

Ein interessanter Unterschied.

Das Erste wäre Gepiker.

Tsongsarkenzie Rinpoche nennt das Disziplin,

Diese Eigenschaft oder Qualität.

Er meint,

Mit der Disziplin ist das sehr interessant.

Es ist etwas,

Das wir selbst nicht haben möchten.

Es ist etwas,

Das wir um uns herum haben möchten.

Wesentlich ist,

Dass wir klar verstehen,

Um was wir uns bemühen müssen.

Was es ist,

Dem unser Bemühen,

Unser Effort gilt.

Es ist die Wahrheit oder die Wirklichkeit,

Die befreit.

Nicht unser Bemühen,

Frei zu werden,

Sagt Krishnamurti.

Außerordentlich interessanter Satz.

Es ist die Wahrheit oder die Wirklichkeit,

Die befreit.

Nicht unser Bemühen,

Frei zu werden.

Jetzt sitzen wir doch schon 24 Stunden hier und bemühen unsere Befreiung.

Zwar braucht es enormes Interesse,

Es braucht Bemühen,

Es braucht Aufmerksamkeit.

Aber es ist nicht das Bemühen,

Die Dinge,

Die inneren Erfahrungen zu verbessern und unseren Wünschen und Vorstellungen anzupassen.

Selbst wenn es dabei um Freiheit geht.

Sondern es ist das Bemühen,

Die Wahrheit oder die Wirklichkeit so wie sie ist zu sehen,

Zu kontaktieren,

Wahrzunehmen.

Es ist das,

Was wir bemühen,

Hierher zu kommen,

Wo wir schon sind.

Achtsam zu spüren und wahrzunehmen,

Was jetzt gerade in uns da ist.

Das ist sicher nicht leicht oft,

Aber ungeheuer einfach.

Es ist viel einfacher,

Als wir es uns machen.

Und vielleicht zum hundertsten Mal die Übung.

Spürt eure rechte Hand dort,

Wo sie jetzt gerade ist.

Spürt ihr sie?

Das war rechtes Bemühen.

Jetzt so spüren,

Wie sie ist.

Meine,

Da spüre ich Druck,

Hier ist es warm,

Hier ist es kühl.

Das spüre ich so gleich,

Wenn ich hingehe mit der Aufmerksamkeit.

Was immer ihr spürt,

Versucht jetzt eure Hand eiskalt zu spüren oder ganz heiss.

Das wird anstrengend.

Versucht.

Meine Meditation klappt heute nicht.

Klingt doof,

Aber stellt euch vor,

Vielleicht schmerzt die Hand ein bisschen.

Vielleicht schmerzt das Knie,

Nehmt das Knie.

Könnt ihr euer rechtes Knie spüren?

Falls es ein bisschen schmerzt.

Das war jetzt rechtes Bemühen,

Rechtes Kniespüren.

Vielleicht ein bisschen schmerzhaft.

Versucht jetzt,

Das in Wohlgefallen,

Angenehmes,

Wunderbares,

Entzückendes Gefühl hinzukriegen.

Schwierig.

Das ist falsches Bemühen.

Das ist wahnsinnig anstrengend.

Und jedes Mal,

Wenn wir eine außerordentlich anstrengende Meditation haben,

Ist es wirklich Zeit zu schauen.

Übe ich rechtes Bemühen oder übe ich zusätzlich dazu,

Dass es schon unangenehm ist und es nicht macht,

Was ich möchte,

Noch eine Art von Bemühen,

Die nicht rechtes Bemühen ist,

Die außerordentlich anstrengend ist und aussichtslos.

Das Bemühen nicht einfach um Machtsamkeit,

Sondern das Bemühen darum,

Etwas anderes zu erfahren,

Als was jetzt gerade da ist.

Ich habe es,

Glaube ich,

Schon zweimal gesagt seit gestern.

Es ist so wesentlich und ich weiss,

Dass wir alle immer wieder reinfallen.

Es ist ungeheuer einfach,

Wenn auch ungewohnt,

Eine Definition von richtigem oder rechtem Bemühen,

Die ich hier weitergeben möchte,

Das sogenannte vierfache Bemühen,

Klingt zuerst,

Als ob wir jetzt gerade das Gegenteil von dem sagen würden,

Was ich jetzt erklärt habe.

Also richtiges Bemühen ist vierfach.

Es geht darum,

Noch nicht vorhandene heilsame Qualitäten in uns zu erwecken.

Heilsam bedeutet innere Qualitäten,

Die zu mehr Freiheit,

Zu Glück,

Zu Freude,

Zu Leichtigkeit,

Zu Unbeschwertheit,

Zu Gelassenheit führen.

Nicht vorhandene solche Qualitäten in uns zu erwecken.

Vorhandene heilsame Qualitäten,

Für die,

Die schon da sind im Moment,

Zu pflegen,

Zu fördern.

Nicht vorhandene unheilsame Eigenschaften,

Sind Eigenschaften,

Die uns Leiden schaffen innerlich,

Die zu vermeiden.

Also,

Wenn sie noch nicht vorhanden sind,

Nicht schauen,

Dass wir sie möglichst schaffen,

Was wir interessanterweise oft tun.

Und vier,

Vorhandene heilsame Eigenschaften in uns ziehen zu lassen.

Manchmal sind sie da,

Ihnen nicht noch Energie zu geben,

Sondern nicht sie verdrängen,

Aber sie gehen zu lassen.

Das mag nun so aussehen,

Als müsste da sehr viel getan,

Viel verändert und viel kontrolliert und erarbeitet werden.

Vorher haben wir ja gerade gesagt,

Das ist das,

Was wir nicht tun wollen.

In Wirklichkeit ist das,

Was es braucht,

Um dies alles zu bewerkstelligen,

Richtig verstandenes,

Achtsames Gewahrsein.

Noch wieder einfach ausgedrückt,

Heisst das,

Rechtes Bemühen,

Ist das Bemühen,

In jedem Moment,

Im jetzigen Moment,

Achtsam,

Gewahr und gegenwärtig zu sein,

Aber mit der richtigen Art von Achtsamkeit,

Mit der richtigen Qualität von Achtsamkeit.

Und wenn es die richtige Qualität von Achtsamkeit ist,

Passiert all das von selbst.

Die nicht vorhandenen heilsamen Qualitäten werden erweckt,

Die vorhandenen heilsamen werden gefördert,

Die noch nicht vorhandenen werden gar nicht eingeladen und die vorhandenen unheilsamen Eigenschaften verlieren an Kraft.

Das heisst,

Rechtes Bemühen ist das Bemühen,

Die dritte spirituelle Fähigkeit,

Eben achtsames Gewahrsein zu kultivieren.

Wir hatten richtig verstandenes Vertrauen,

Rechtes Bemühen.

Drittens Sati,

Achtsamkeit,

Gewahrsein,

Auch wieder ganz wesentlich in dieser Praxis.

Das Wort Sati ist verwandt mit dem Wort Erinnern.

Man erinnert sich,

Das ist ja das Problem oft,

Wir wären schon gegenwärtig,

Aber haben es vergessen,

Dass wir gegenwärtig sein wollten.

Man erinnert sich öfter und öfter,

Man ist wach,

Man ist aufmerksam und gegenwärtig.

Dabei geht es nicht um ein wertendes,

Urteilendes,

Kritisches Gewahrsein,

Sondern um ein interessiertes,

Liebevoll gelassenes Spüren,

Sehen und Erkennen von dem,

Was jetzt ist.

Das Bemühen um rechte Achtsamkeit ist also nicht ein Willensakt,

Sondern ein immer wieder aufwachen und klar sehen,

Was da ist.

Ram Dass sagt,

It's an act of tuning,

Ein sich einbalancieren vielleicht,

Ein sich einstimmen auf diesen Moment immer wieder von Neuem.

Achtsames Gewahrsein dieses jetzigen Moments,

Was heisst das?

Es heisst nicht,

Über die Gegenwart nachzudenken.

Es heisst auch nicht,

Diesen Moment oder diese Erfahrung zu analysieren.

Es heisst nicht,

Diese Erfahrung zu vergleichen,

Zu bewerten,

Zu ändern.

Es heisst einfach Kontakt aufnehmen und spüren und fühlen in einer direkten und mittelbaren Art und Weise mit dem,

Was jetzt ist.

Wir nehmen Kontakt auf mit all den angenehmen und all den neutralen und all den unangenehmen oder schmerzhaften Körperempfindungen,

Einschließlich der Atemempfindung,

Ist was wir heute den ganzen Tag geübt haben.

Dann,

Und das werden wir mit fortschreitenden Anleitungen mehr und mehr mit einschließen,

Dann sind wir in unmittelbarem Kontakt mit den Sinneserfahrungen des Hörens,

Des Sehens,

Des Riechens,

Des Schmeckens,

Wenn sie da sind.

Dann sind wir uns der Gefühle,

Der Emotionen und Geisteszustände bewusst,

Also gegenwärtig und wach im Kontakt damit.

Das heisst,

Wir wissen,

Wenn Gedanken,

Innere Bilder,

Vorstellungen in uns da sind,

Ohne dass wir darin verwickelt und verloren sind.

Achtsames Gewahrsein ist eine spirituelle,

Eine bestimmende Fähigkeit,

Weil wir dadurch aus der Achtlosigkeit,

Aus dem automatisierten,

Gewohnheitsmäßigen Verlangen,

Aus der Identifikation,

Aus dem Verlorensein in der Erfahrung,

Aus der Unbewusstheit aufgeweckt werden.

Mein Lehrer,

Nyoshul Khen Rinpoche,

Zweiter Äußerste,

Schrieb,

Mit einem typisch tibetischen Jargon,

Über achtsames Gewahrsein.

Achtsames Gewahrsein ist die Wurzel des Dharma.

Achtsames Gewahrsein ist die Hauptpraxis auf dem Weg.

Dieses Gewahrsein ist der Stab,

An den der Geist sich anlehnen kann.

Achtsames Gewahrsein ist der Freund der ursprünglichen Gewahrseinsweisheit.

Gewahrsein ist die Grundlage von Mahamudra,

Dzogchen und Madhyamika,

Das sind verschiedene Erkenntnismeditationen.

Ohne achtsames Gewahrsein wird man von Mara überwältigt,

Von den unheilsamen oder unhilfreichen inneren Tendenzen.

Ohne Gewahrsein wird man von Trägheit bezwungen.

Durch mangelndes Gewahrsein entstehen alle unheilsamen Handlungen.

Mit mangelndem Gewahrsein kann man seine Ziele nicht verwirklichen.

Ohne achtsames Gewahrsein zu sein,

Heißt,

Wie ein Haufen Exkremente zu sein.

Ohne Gewahrsein zu sein,

Heißt,

In einem Meer von Urin zu schlummern.

Ohne Gewahrsein zu sein,

Heißt,

Wie ein lebloser Leichnam zu sein.

Freunde,

Ich bitte euch,

Nehmt achtsames Gewahrsein als Grundlage.

Richtig verstandenes Vertrauen,

Rechtes Bemühen oder Energie,

Die richtige Art von achtsamem Gewahrsein.

Kontinuierliches Bemühen,

Darum gewahr- und gegenwärtig zu sein,

Bringt Sammlung,

Vor allem Stetigkeit des Geistes.

Das Vierte dieser Entree,

Die vierte spirituelle Fähigkeit.

Man könnte sagen,

Achtsames Gewahrsein ist wie das Licht,

Die Helligkeit,

Die uns erlaubt,

Klar zu sehen.

Sammlung ist die Stetigkeit,

Die uns erlaubt,

Deutlicher,

Klarer,

Tiefer zu sehen.

Licht ist das Gewahrsein,

Es ist erlaubt zu sehen,

Aber es kann sehr flackend sein,

Wie wir in unserer Meditation unter Umständen schon mal gesehen haben.

Sammlung,

Stetigkeit macht dieses Licht des klaren Sehens und Erkennens stetig,

Stabil.

Sammlung ist ein Intria,

Eine bestimmende Fähigkeit,

Weil sie Zerstreutheit und Ruhelosigkeit unter Kontrolle bringt.

Sammlung wird etwa definiert als eine Qualität,

Die den Geist befähigt,

Während längerer Zeit stetig oder einsgerichtet,

Ruhevoll auf einem Objekt zu verweilen.

Oder auf eine Serie von Moment-zu-Moment-Erfahrungen stetig achtsam zu verweilen.

Offensichtlich ist Sammlung,

Stetigkeit ungemein hilfreiche und unterstützende Geistesqualität.

Vor allem in der Meditation,

Aber natürlich auch sonst im Leben.

Um Gewahrsein und Sammlung und Stetigkeit zu entwickeln,

Müssen wir vor allem mit zwei Geistesqualitäten arbeiten.

Es sind die ersten sogenannten Jhana oder Versenkungsfaktoren.

Das eine ist Vittaka,

So etwas wie angewandte Aufmerksamkeit.

Das ist das auf das Objekt zugehen,

Auf die Erfahrung hingehen,

Kontakt aufnehmen mit der Erfahrung des Moments.

Wir wachen gerade auf aus dem Verlorensein in einem Gedanken und dann bringen wir die Achtsamkeit wieder zum Atmen,

Hier Bauchdecke.

Diese Bewegung des achtsamen Hingehens zur direkten Erfahrung ist die erste Qualität,

Die wir immer und immer und immer wieder üben müssen.

Und die zweite Jhana ist so etwas wie andauernde Aufmerksamkeit.

Das bedeutet,

Beim Objekt angekommen versuchen wir dabei zu bleiben,

Den Kontakt aufzunehmen und dann den Kontakt zu halten.

Also das erste ist das,

Was den Geist,

Das Gewahrsein aufs Objekt wirft,

Kontakt damit aufnimmt.

Mit der Atemerfahrung oder mit der Schulterverspannung,

Mit dem Klang des Gongs oder mit dem Gefühl der Aversion.

Während die zweite Eigenschaft,

Die Jhana,

Den Kontakt hält.

Die Atemerfahrung bleibt,

Die Schulterverspannung bleibt,

Der Klang bleibt,

Solange es dauert.

Das Gefühl der Aversion bleibt,

Solange es dauert.

Wird illustriert,

Das erste,

Die angewandte Aufmerksamkeit wird verglichen mit dem Anschlagen der Glocke.

Die zweite Qualität,

Andauernde Aufmerksamkeit mit dem anhaltenden Klang der Glocke.

Beides,

Das wir üben,

Kontakt aufnehmen,

Kontakt halten.

Oder wird verglichen,

Die angewandte Aufmerksamkeit ist wie das anfängliche Flagen oder Flattern mit dem Flügel,

Wenn ein Vogel davon fliegt.

Und das zweite,

Wie Jhana,

Ist das gleitende Fliegen des Vogels,

Wenn er die Geschwindigkeit erreicht hat.

Oder ist wie die Hand,

Die den Teller ergreift und die andere Hand,

Die den Teller ausreicht.

Beide diese Faktoren sind sehr relevant in unserer Meditation.

Wenn ihr übt,

Wenn ihr euch an die zwei Eigenschaften erinnert,

Immer wieder die,

Die wir üben,

Anwenden.

Es ist die Kontinuität dieses Doppelprozesses.

Welche Stetigkeit bringt.

Vielleicht so wie beim kontinuierlichen Reiben zweier Hölzer,

Hitze und letztlich Feuer entsteht,

Wenn wir dranbleiben.

Wenn wir immer wieder aufhören,

Kühlt es wieder ab,

Dann können wir wieder vorne anfangen.

Ich habe noch nie mit Hölzern Feuer gemacht.

Aber dasselbe mit dem Kochherd.

Wenn wir auf vier stellen,

Das Wasser wird warm,

Heiß,

Dann abstellen,

Dann wird es wieder kalt,

Dann können wir wieder anstellen,

Dann wird es wieder warm,

Dann können wir wieder abstellen.

Ich möchte nicht sagen,

Dass wir das hier tun,

Aber es könnte sein,

Dass wir das manchmal tun.

Die Idee ist,

Es reicht auf drei,

Wenn wir es anlassen.

Sechs ist besser,

Aber drei geht auch,

Wenn wir dranbleiben.

Dann wird es etwas langsamer zum Kochen kommen,

Aber es kommt zum Kochen.

Darum unser wahrscheinlich Bemühendes,

Immer wieder von Kontinuität und Stetigkeit zu sprechen.

Das ist der einzige Trick,

Der funktioniert.

Es hat noch niemand einen anderen gefunden.

Ich praktiziere seit Jahren in der Dzogchen-Tradition.

Das ist der direkte Weg,

Der unmittelbare Weg zur Befreiung.

Und wisst ihr was?

Man muss dranbleiben.

Und zwar kontinuierlich,

Sonst klappt es nicht.

Aber all dieses Vertrauen,

Dieses Bemühen,

Dieses achtsame und gesammelte Gewahrsein,

Dient einem Ziel der befreienden Erkenntnis,

Der befreienden Weisheit,

Der fünften spirituellen Fähigkeit.

Vertrauen,

Bemühen oder Energie,

Achtsames Gewahrsein,

Sammlung und Stetigkeit,

Fünftens befreiende Weisheit,

Erkenntnis.

Es ist aus klarem Sehen und weisem Verstehen,

Das innere Gleichgewicht,

Das innere Freiheit,

Heiterkeit,

Aber auch Verbundenheit,

Liebe und Mitgefühl,

Entstehen.

Prajna oder Panya,

Befreiende Erkenntnis oder Weisheit,

Ist verwandt mit Pa oder Pra,

Richtig,

Korrekt und mit Nya oder Jna,

Wissen,

Verstehen.

Panya,

Weisheit,

Hier bezieht sich also auf korrektes Verstehen der Wirklichkeit,

Der Prozesse des Geistes,

Des Herzens,

Des Daseins.

Diese Art von Weisheit,

Von Erkenntnis,

Eliminiert oder erhellt oder vielleicht erleuchtet Unwissenheit,

Verblendung,

Nichtverstehen,

Täuschung,

Unrealistische Wahrnehmung der Dinge des Lebens.

Und deshalb ist es ein Indriya,

Eine bestimmende Fähigkeit,

Eben die fünfte.

Was diese Art von Weisheit,

Von Erkenntnis klar sieht,

Ist die Vergänglichkeit aller Dinge dieses Seins.

Innen und Aussen,

Wir selbst und die Welt sind nichts Solides,

Nichts Bleibendes,

Sondern ein dynamischer Prozess ständig entstehender und sich wandelnder Erfahrungen.

Nichts Solides,

Nichts Fassbares,

Mehr wie ein Traum,

Eine Spiegelung,

Eine Art Fatamorgana oder Echo.

Wenn wir beginnen mit der Praxis,

Fangen wir an zu sehen,

Je näher wir dran sind an den Objekten.

Es ist nicht einfach eine Körperempfindung,

Sondern es sind ständig sich verändernde Körperempfindungen.

Wir sehen,

Dass ein Atemzug aus tausend Moment-zu-Moment-Empfindungen besteht,

Nicht aus einer soliden Erfahrung.

Und dann sehen wir das nicht,

Gedanken kommen,

Die uns irgendwie stören,

Sondern es sind Empfindungen,

Die sich ständig verändern und Gedanken kommen dazwischen.

Es ist in der Wahrnehmung,

Wenn wir es linear sehen,

Empfindung,

Empfindung,

Empfindung,

Denken,

Denken,

Empfindung,

Denken,

Denken,

Empfindung,

Empfindung,

Empfindung,

Dann kommt noch Husten dazu,

Das schiebt sich auch noch dazwischen und wir denken,

Wieso hustet der schon wieder?

Kurz erkennend,

Das ist alles linear und das Gefühl von Ich höre das Husten,

Schiebt sich auch noch ständig dazwischen.

Das geht so schnell,

Dass wir auch noch nach längerer Praxis immer noch denken,

Ich erfahre,

Den Ich sehe,

Dass alles sich ständig verändert.

Aber hier ist immer noch jemand,

Der unveränderlich irgendwie dasitzt und das alles kommen und gehen sieht.

Noch tiefere Praxis bezieht auch den Prozess der Wahrnehmung selbst und des Selbstens,

Eying,

Selfing,

Mit ein.

Das ist auch Prozess,

Das ist auch ständig sich verändern.

Das ist,

Was Erkenntnis sieht.

Natürlich sehen wir es auch auf einem relativ modernen Level,

Einer körperlichen,

Weltlichen Ebene und das ist genauso wichtig,

Weil da schauen wir auch immer mal wieder nicht gerne hin.

Ein indianisches Wort,

Das besagt.

Was ist das Leben?

Es ist das Aufleuchten eines Leuchtkäfers in der Nacht.

Es ist der kleine Schatten,

Der durch das Gras rennt und sich im Sonnenuntergang verliert.

Und was vergänglich ist,

Ist substanzlos.

Im Sinne von nichts Auffindbares,

Das bleibend ist,

Das man behalten könnte.

Es ist nicht ergreifbar,

Nicht fassbar.

Es ist ohne unabhängig existierendes Selbst,

Ohne Selbstexistenz.

Nushul Khen Rinpoche schrieb,

Alle Dinge im Dasein,

Ob schon als beständig begriffen,

Sind nicht von Dauer.

Wenn er forscht,

Sind sie leere Formen,

Erscheinend,

Aber ohne wirklich zu sein.

Betrachte im Äußeren die erscheinenden Dinge,

Wie das Wasser einer Fata Morgana.

Unwirklich,

Wie Träume,

Wie Illusionen,

Wie Regenbögen,

Wie der Mond gespiegelt im Wasser.

Betrachte im Innen deinen eigenen Geist.

Aufregend und spannend,

Wenn nicht genau untersucht.

Wenn aber näher erforscht,

Ist nicht viel dran.

Man findet ihn nirgends und kann nie sagen,

Dies ist er.

Er ist unfassbar wie der Nebel,

Unbegrenzt wie der offene Raum.

Um mit dieser Tatsache der Vergänglichkeit,

Des ständigen Moment-zu-Moment-Wandels und der Unfassbarkeit,

Der Unergreifbarkeit aller Dinge direkt in Kontakt zu kommen,

Darum meditieren wir.

Darum entwickeln wir diese Indriyas.

Wie Krishnamurti sagt,

Es ist die Wahrheit,

Die Wirklichkeit,

Die befreit,

Nicht unser Bemühen,

Frei zu werden.

Wenn wir tiefer und tiefer sehen,

Wie die Wirklichkeit ist und was sie ist,

Befreit diese Erkenntnis,

Was die Bedeutung dieser Aussage.

Nicht weil wir uns wahnsinnig abracken,

Sondern weil wir tiefer sehen und verstehen,

Wie es immer schon war,

Wie es ist,

Wie es immer sein wird,

Das befreit.

Und wir wissen,

Dass diese Welt im Wandel vergänglich,

Unzulänglich und nicht fassbar ist.

Und trotzdem haften wir an Dingen,

Menschen,

Situationen,

Klammern uns daran fest,

Wollen sie behalten und schaffen uns so enorm viel Leiden,

Immer wenn all diese Dinge und Menschen und Situationen etwas anderes tun,

Als wir mit ihnen im Sinn hatten.

Und das tun sie sehr oft.

Immer dann aber,

Wenn wir diese dynamische,

Nicht fassbare Natur aller Dinge direkt erfahren und sehen,

Lassen wir los,

Fließen wir mit.

Immer dann sind wir bereit,

Im Rhythmus des Universums zu tanzen,

Statt uns ständig und endlos dagegen zu sträuben,

In der Hoffnung,

Das Universum werde sich doch dann endlich mal mir und meinen Wünschen anzupassen.

Und manchmal meditieren wir in der Hoffnung,

Dass wenn wir wirklich Sinn kriegen und die volle Kontrolle haben,

Dann werden wir das Universum dazu bringen können.

Und es gibt genügend Geschichten darüber.

Es gibt all diese phänomenalen Geschichten von großen Meistern,

Die weiß nicht was alles in Kontrolle haben.

Buddha hat 81 Jahre lang gelebt,

Dann ist er gestorben.

Er hatte außerordentliche Kräfte,

Konnte sogar sein Leben um drei Monate verlängern.

Er ist fast 81 geworden.

Diese Erfahrung,

Diese Art von Erfahrung,

Diese Art von Erkenntnis,

Die tief genug ist,

Uns wirklich zu berühren,

Unsere Haltung,

Unser Sein wirklich zu verwandeln,

Wirklich zu transformieren.

Das ist was gemeint ist mit Befreien der Weisheit,

Mit Panya oder Prachna.

Hier ist Jnana Ponika,

Maha Thera.

Sie sagt,

So ist es essentiell,

Dass wir diese fünf Indriyas,

Diese Fähigkeiten in uns entwickeln und stärken.

Das ist das,

Was wir hier tun.

Sie sagt,

Wenn diese bestimmenden Qualitäten nachlassen oder wegfallen,

Tritt eine allgemeine Schwere und Schwerfälligkeit der geistigen und psychischen Prozesse ein.

Eine Beschreibung,

Wie wir Leiden in uns schaffen.

Alte Gewohnheit nimmt überhand,

Veränderungen und Anpassungen werden nur langsam und unwillig vollzogen.

Die Gefühle und Denkprozesse neigen zur Rigidität und Dogma.

Wir lernen langsam,

Sei es von Erfahrungen oder Belehrungen.

Vorlieben und Aversionen sind festgefahren und wir sind voreingenommen.

Und wir werden mehr und mehr unzugänglich.

Die Indriyas bewirken genau das Gegenteil und deshalb praktizieren wir.

Deshalb unterstützen und stärken wir sie.

Weil sie unser geistiges Wohlergehen,

Unsere Herzensqualitäten fördern und innere Freiheit ermöglichen.

Ein letzter Punkt,

Etwas was für uns Meditierende auch interessant ist,

Ist die Tatsache,

Dass diese Fähigkeiten sich gegenseitig ausbalancieren,

Im Gleichgewicht halten müssen.

Das Bild,

Das hier verwendet wird,

Ist das einer Kutsche,

Die von zwei Paaren von Pferden gezogen wird.

Um rasch und sicher voranzukommen,

Braucht es eine geschickte Kutscherin,

Die schaut,

Dass alle vier Pferde gleichmässig ziehen.

Nummer 1 Vertrauen und Nummer 5 Erkenntnis.

Nummer 2 Bemühen und Nummer 4 Sammlung und Stetigkeit.

Nummer 2 und Nummer 4 sind die zweimal zwei Pferde.

Nummer 3 Achtsames Gewahrsein ist die geschickte Kutscherin.

Das achtsame Gewahrsein sind vier Pferde und eine Kutscherin.

Wie wir bereits am Anfang gesehen haben,

Muss Vertrauen mit Weisheit gepaart und abgestimmt sein,

So dass Vertrauen nicht blind ist,

Es muss überprüft werden.

Umgekehrt auch,

Dass Weisheit nicht oberflächlich bleibt und nur intellektuell bleibt,

Ohne wirklich die Tiefen zu berühren.

Vertrauen muss mit Weisheit überprüft werden und Weisheit erhält durch Vertrauen die nötige Tiefe.

Wenn Weisheit,

Verstehen da ist,

Aber kein Vertrauen,

Keine Hingabe,

Also keine emotionale Komponente,

Können wir etwas klar verstehen,

Vielleicht sogar aus der Erfahrung,

Aber irgendwie werden wir es nicht direkt ins Leben umsetzen,

Weil es nicht hier ankommt.

Vertrauen trägt die nötige emotionale Komponente von Verantwortung,

Von Hingabe bei.

Richtig verstandenes Bemühen,

Energie muss mit Sammlung und Stetigkeit gepaart und abgestimmt sein.

Das Bemühen schafft Wachheit,

Klarheit und Kraft in unserem Geist,

Welche von der Sammlung mit Tiefe und Ruhe ergänzt wird oder ausbalanciert wird.

Bemühen,

Energie ohne Sammlung,

Kann uns sehr leicht ruhelos machen,

Während Sammlung mit zu wenig Energie den Geist sinken lässt und sogar zu Stumpfheit und Schläfrigkeit führen kann.

Wenn ihr merkt,

Dass ihr schläfrig seid,

Aber eigentlich sehr gesammelt,

Fehlt die nötige Energie.

Dann ist wichtig zu schauen,

Was wir tun können,

Um die Energie wieder anzuheben.

Eine Möglichkeit zum Beispiel ist,

Anstatt einfach beim Atmen oder bei einem Empfindungsobjekt zu sein,

Berührungspunkte zu nehmen.

Ihr könnt den Atem spüren und dann Berührungspunkt hier,

Berührungspunkt hier oder Berührung der Hände,

Berührung der anderen Hand.

Das ist mehr Arbeit.

Dadurch,

Dass wir beim Atmen sind,

Dann Berührung und wichtig ist,

Dass wir nicht denken Berührung,

Sondern hinspüren.

Man muss das Bemühen,

Die Achtsamkeit mehr leisten.

Das bringt die Energie höher.

Die Sammlung bleibt dabei.

Achtsamkeit,

Achtsames Gewahrsein ist die Qualität,

Die erkennt,

Was fehlt oder was zu viel ist.

Es ist die spirituelle Fähigkeit,

Die ausgleichend und immer auch vertiefend wirkt.

Es ist die Kutscherin,

Welche die Pferde und den Wagen lenkt.

Sie tut dies auf dem Weg zur Erkenntnis und zur Innenfreiheit.

Auf diesem Weg brauchen wir natürlich nicht nur Weisheit und Erkenntnis,

Sondern auch Liebe,

Mitgefühl,

So wie ein Vogel zwei Flügel braucht,

Um fliegen zu können.

Wenn die Erkenntnis aber echt und tief wird,

Entsteht immer auch Verbundenheit,

Wenn die Erkenntnis die scheinbare Getrenntheit durchschaut.

Und aus dieser Verbundenheit entsteht Zuwendung an die Lebewesen und an das Leben in jeder Form.

Der indische Meister Nisargadatta Maharaj hat dies sehr schön ausgedrückt.

Ich möchte damit schließen.

Weisheit sagt mir,

Dass ich nichts bin.

Liebe sagt mir,

Dass ich alles bin.

Zwischen diesen beiden fließt mein Leben.

4.7 (19)

Neueste Bewertungen

Aura

June 13, 2020

Dankeschön.

© 2026 Fred Von Allmen. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

Trusted by 34 million people. It's free.

Insight Timer

Get the app

How can we help?

Sleep better
Reduce stress or anxiety
Meditation
Spirituality
Something else