
Kontemplative Übung - kritische Mitgefühlspraxis
Diese kritische Mitgefühlspraxis beruht auf der Anwendung achtsamer Einsicht, um unsere stressreaktiven Vorurteile und Gewohnheiten bis zu ihren Wurzeln - unseren traumatischen Selbstkonstruktionen und Stressreflexen - zurückzuverfolgen, und arbeitet dann mit reflektierender Einsicht, um die zentralen Überzeugungen von Scham, die unser traumatisiertes Selbstgefühl verankern, aufzudecken und zu durchbrechen, um mehr bedingungslose Selbstakzeptanz und Selbstmitgefühl freizusetzen.
Transkription
Nimm eine zentrierte Haltung ein,
So dass du leicht und tief atmen kannst.
Reinige deinen Atem,
Indem du ihn erst tief durch die Lippen wie durch einen Strohhahn einsaugst,
Einen Moment innehältst und dann unter Anspannung der Beckenbodenmuskulatur durch die Zähne wieder auspresst und anschließend nochmal anhältst.
3,
2,
1.
Durch die Lippen einatmen,
Innehalten,
Beckenbodenmuskeln anspannen,
Herauspressen und anhalten.
3,
2,
Durch die Lippen einatmen,
Innehalten,
Beckenbodenmuskeln anspannen,
Durch die Zähne herauspressen und anhalten.
3,
2.
Wenn der Atem jetzt etwas klarer ist,
So lasse deinen Körper seinen natürlichen Atemrhythmus bilden.
Lass ihn tun,
Was er tut und lass deinen Geist zu dieser Atemempfindung kommen,
Wo immerhin du deinen Körper am meisten atmen spürst.
Und mache dies zu deiner neuen Heimatbasis,
Zu deinem Ausgangspunkt für jetzt,
Dem Punkt,
Zu dem du immer zurückkehren kannst.
Wo immer sich der Atem als am greifbarsten anfühlt,
Lass dein Bewusstseinsein dorthin kommen.
Lass dich dort nieder und versuche vielleicht den Ort im Atmen zu finden,
An dem es ein wenig mehr Beruhigung oder sogar Vergnügen,
Etwas Süße gibt und lehne dich dort hinein.
Versuche zu genießen,
Dass der Atem dich nährt.
Er ist wie ein Nektar,
Er nährt dich und hält dich lebendig,
Wach und bewusst.
Wenn du dieses Gefühl des Genießens des Atems spürst,
Nutze diese angenehme Empfindung,
Um dich noch mehr in dich hineinzuziehen und dir die Erlaubnis zu geben,
Dich völlig von der Welt um dich herum zu lösen.
Sogar von deinen Erwartungen und Sorgen über andere und was sie wollen oder brauchen oder was du von ihnen willst oder brauchst.
Lass all das einfach los,
Bring dein Bewusstsein mehr und mehr in Verbindung mit deinem Körper und versuche einfach in diesem Moment bei deinem atmenden Körper zu bleiben,
Als ob er das Einzige in deiner Welt wäre.
Er ist deine Welt und während du hier durch einige Ein- und Ausatmungen verweilst,
Fokussiert bleibst,
Zurück zu dem angenehmen Gefühl deines Atem gehst,
Jede Ablenkung ziehen lässt,
Jede Dumpfheit aufhebst,
Um die angenehme Empfindung des Atems zu genießen,
Stellst du fest,
Dass deine Aufmerksamkeit ein wenig zentrierter wird und dein Geist präsenter und fokussierter ist.
Richte nun das Licht des Gewahrseins auf sich selbst zurück und schaue,
Wo ist das Gewahrsein,
Das wahrnimmt,
Dass sich meines Körpers,
Meines Atems bewusst ist.
Wer oder was ist es?
Während wir all die Gedanken,
Bilder,
Erinnerungen,
Fantasien und Emotionen durchgehen,
Die uns durch den Kopf gehen,
Versuchen wir,
Uns durch Sieen durchzubewegen,
Ohne uns in ihnen zu verfangen und suchen nach dem bewusstesten,
Klarsten,
Weitläufigsten Licht in uns.
So als ob wir uns durch einen Wald bewegen und nach einer Lichtung suchen oder in den Himmel schauen,
Um den Raum zu finden,
Den leuchtenden Raum zwischen all den Wolken und in diesen Raum,
Diesen klaren,
Offeneren,
Bewussten Teil unseres Geistes,
Tauchen wir so weit wie möglich ein.
Ein Atemzug nach dem anderen gibt dir die Erlaubnis,
Langsam einzutauchen,
Langsam,
Immer tiefer und tiefer.
Versuch auf diese Art und Weise in die grössere Weite,
Klarheit,
Freiheit einzutauchen und in Klarheit zu verweilen.
Wir tun dies,
Indem wir all die gewohnheitsmäßigen Dinge,
Die vielleicht noch fließen oder noch fließen werden,
Einfach vorbeiziehen lassen,
Ohne uns zu verfangen,
Wie Wolken,
Die durch den Himmel ziehen und denen man im Moment keine Beachtung schenken muss.
Du kannst sie einfach leicht gehen lassen.
Und natürlich,
Wenn du bemerkst,
Dass es da ein wenig neblig oder bewölkt ist,
Mache diese zusätzliche Anstrengung,
Um deinen Geist zu energetisieren und zu klären,
Sodass du wirklich ein klares Labor oder einen klaren Arbeitsraum hast,
Von dem aus du dich achtsam wieder mit deinen Lebenserfahrungen beschäftigen kannst.
Natürlich wollen wir wirklich danach suchen,
Wo die Herausforderung und der grösste Hebel in unserem Leben liegt.
Und das sind natürlich unsere Beziehungen.
Und die wichtigste Beziehung,
Die zentralste und stressigste,
Ist oft die unsichtbarste.
Nämlich die Beziehung zu uns selbst.
Diejenige,
Über die wir selten nachdenken.
Lade also bitte den inneren,
Subjektiven Teil von dir,
Der fühlt,
In den Spiegel deines geistigen Augens ein.
Stell dir vor,
Dass du den Teil von dir,
Der sensibler,
Verletzlicher oder innerer ist,
Wie in einem Spiegel siehst.
Er mag wie eine jüngere oder empfindsamere Version von dir aussehen.
Aber versuche,
Diesen sensiblen Blick von dem weiseren,
Fürsorglicheren und fähigeren Teil von dir aus zu betrachten und einzubeziehen.
Als ob du ein Mentor oder eine Art Elternteil wärst.
Versuche,
Dich selbst wie einen guten Freund zu begrüssen,
Indem du lächelst und aufrichtiges Interesse und Fürsorge zeigst und beobachte dann,
Wie dein subjektives Selbst diese Fürsorge annimmt und es zu schätzen weiss,
Gesehen zu werden,
Da wir uns oft alleine und ungesehen fühlen.
Unser inneres Selbst vielleicht noch mehr als jeder andere.
Schau also,
Wie sich dieser innere,
Subjektive Teil von dir vielleicht ein bisschen weniger allein,
Weniger ungesehen,
Ein bisschen mehr verbunden oder da fühlt.
Frage dich selbst,
Wie du es bei einem Freund tun würdest.
Wie geht's dir gerade?
Was ist in deinem Herzen?
Was geht dir durch den Kopf?
Und hör zu,
Wie dein subjektives Selbst antwortet.
Ich fühle,
Was auch immer.
Ich denke,
Was auch immer.
Lasse nun dein bezeugendes Selbst aufnehmen,
Was du hörst.
Lasse es in deinem achtsamen und gegenwärtigen Herzen landen.
Lasse es sogar warme Gefühle der Fürsorge und Besorgnis wecken.
Und sende diese Gefühle nun an dein empfindsames Selbst und bestätige,
Was dir aufgefallen ist und was dieses Gefühl der Fürsorge und Besorgnis ausgelöst hat.
Es tut mir leid zu hören,
Dass du X fühlst oder Y denkst.
Oder ich freue mich,
Wenn es etwas Positives ist.
Ich freue mich zu hören,
Dass du X fühlst und Y denkst.
Was auch immer es ist,
Versuche es wirklich achtsam zu empfangen und beobachte,
Wie dein empfindsames Selbst dein wirkliches Anliegen und deine wirkliche Präsenz aufnimmt und sich berührt,
Verstanden und umsorgt fühlt.
Versuche nun,
Jedes Gefühl der Isolation oder Scham,
Das dein empfindsames Selbst wegen negativer Gedanken oder schlechter Gefühle hegt,
Zu beruhigen.
Du kannst etwas sagen oder denken wie,
Es ist nur natürlich,
Dass du das fühlst und denkst.
Wir alle fühlen uns oft oder zu oft so.
Es ist einfach Teil unseres gemeinsamen Menschseins.
Während du diese Worte und Gefühle der Akzeptanz teilst,
Beobachte,
Wie sich dein sensibles Selbst weniger allein und weniger verzweifelt fühlt.
Lade nun dein bäseres Selbst ein,
Tief in die zugrunde liegenden Bewertungen und Überzeugungen einzudringen,
Die oft dazu neigen,
Die schlimmsten Gefühle von Isolation und Verletzung zu verankern.
Fühlst du Scham oder gibst du dir selbst die Schuld?
Du fragst dich,
Gibt es Gefühle,
Dass du irgendwie verletzt oder unzulänglich bist oder anders oder so einzigartig,
Dass du nicht dazugehörst?
Warte darauf,
Dass dein subjektives Selbst diese Frage aufnimmt und tief in sich hineinschaut und auf alle Glaubenssätze oder Bewertungen hört,
Die da auftauchen könnten.
Vielleicht vor allem Kernüberzeugungen,
Die mit Scham zu tun haben.
Ja,
Ich habe das Gefühl,
Dass ich nicht gut bin.
Ich bin schuld an meinen Verletzungen.
Sie sind ein Spiegelbild dessen,
Was mit mir nicht stimmt,
Was an mir nicht wirklich gut oder liebenswert ist.
Und wenn du dein subjektives Selbst solche Kernüberzeugungen der Scham äußern wirst,
Nimm sie mit Achtsamkeit,
Mit einem tiefen Gefühl der Fürsorge und des Mitgefühls in deinen weiseren Verstand und dein Herz auf.
Und wenn du spürst,
Dass diese Gefühle der Fürsorge und des Mitgefühls hochkommen,
Teile deine Fürsorge und Einsichten mit deinem sensiblen Selbst.
Es gibt keinen Grund,
Sich zu schämen oder zu beschuldigen.
Es ist nicht nötig,
Sich mit schlechten Gefühlen zu identifizieren oder sie zu personalisieren.
Obwohl das natürlich ist und wir alle das tun.
Wir nehmen das Schlimmste an und halten diese beschämenden Gefühle als dunkle Geheimnisse fest.
Oder vielleicht als die Wahrheit.
Die negative Wahrheit dessen,
Was wir sind.
Lasse also deine klügeren,
Liebevolleren Worte wie ein Licht für dein empfindsames Ich sein.
Oder wie Nektar.
Oder bringe ein Gefühl von Klarheit hervor,
Dass diese Kernscham als einen schlimmen Albtraum durchschaut und nicht als das,
Was du wirklich bist.
Damit dehnst du dich nun aus und fragst dein sensibles Ich,
Was kann ich noch tun,
Um dich zu nehmen oder zu versorgen.
Höre aufmerksam zu,
Wenn du Worte oder Handlungen hörst,
Die dir helfen könnten,
Dich besser um dich selbst zu kümmern.
Lasse die Worte ankommen,
Nimm sie in dir auf und nimm dir dann vor,
Dich in irgendeiner Weise zu erweitern.
Zum Beispiel,
Indem du dein empfindsames Ich virtuell umarmst.
Oder stell dir vor,
Dass dein sensibles Selbst auf deinem Schoß oder direkt neben dir sitzt und du ihm oder ihr eine wirklich gesunde Umarmung gibst.
Eine beruhigende Umarmung.
Oder du verpflichtest dich in Zukunft,
Aufmerksamer und fürsorglicher zu sein und versuch zu sehen,
Wie dein empfindsames Selbst Erreichterung und Fürsorge spürt.
Nimm all dies mit dem Gefühl des Wohlbefindens und der Verbundenheit auf.
Lade dein empfindsames inneres Selbst ein,
Nun zurück in dein Wesen zu kommen und denke darüber nach,
Wie viel weniger stressig dein Leben wäre,
Wenn du mit deinem sensiblen inneren Selbst verbunden bleiben könntest.
Wie viel vollständiger du dich fühlen würdest und bringe das reife Selbstglück gefühlt,
Das du gerade geübt hast dazu,
Dein inneres Kind zu heilen,
Vielleicht dein verhundetes inneres Kind.
Verpflichte dich,
So viel wie möglich für dein empfindsames Selbst da zu sein.
Immer.
Ganz gleich,
Wie angespannt dein soziales Leben ist.
Denke daran,
Dass ein Teil von dir immer im Bild ist und immer deine Aufmerksamkeit und Fürsorge braucht.
Und wenn du bereit bist,
Kehre langsam zurück,
Nimm deinen Atem wahr,
Spüre deinen Körper,
Deine äussere physische Form,
Spüre das Kissen oder den Stuhl,
Die Luft auf deiner Haut,
Was auch immer im Raum ist und öffne in deinem eigenen Tempo die Augen.
Nimm dir vor,
Selbstmitgefühl zu praktizieren,
Wann immer du mehr Stabilität und Achtsamkeit in die vielen Arten von Herausforderungen und Interaktionen bringen willst,
Denen du in all den Höhen und Tiefen deines täglichen Lebens begegnest und bedanke dich bei dir selbst dafür,
Was du heute praktiziert hast.
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