
RAIN über Wut
Mit dieser Praxis, kannst Du die Bedürnisse, die Deiner Wut zugrunde liegen entdecken. Da die Wut so ein unangenehmes Gefühl ist, wollen wir sie meist so schnell wie möglich wieder los werden. Wenn wir aber den Mut, die Geduld und das Mitgefühl aufbringen, uns der Wut zuzuwenden, können wir viel über unsere darunter liegenden Bedürfnisse und Gefühle erfahren und auf dieser Grundlage vielleicht Strategien entwickeln, unsere Gefühle zu erfüllen, die hilfreicher sind, als unser bisheriger Umgang mit der Wut.
Transkription
Finde eine bequeme Position im Sitzen,
In der du sowohl konzentriert als auch entspannt sein kannst.
Spüre mal den Kontakt von den Füßen zum Boden,
Zu deiner Sitzfläche.
Also die Verbindung zur Erde,
Die dich trägt.
Vielleicht kannst du ein paar tiefe Atemzüge nehmen und mit jeder Ausatmung nochmal die Anspannung,
Die jetzt gerade noch da ist,
Körperliche,
Geistige Fixierung,
Loslassen und für einen Moment spüren,
Wie der Körper atmet,
Ganz hier anzukommen.
Dann kannst du vor deinem geistigen Auge eine Situation entstehen lassen,
Die Ärger in dir ausgelöst hat.
Und du kannst eine Situation wählen,
Die jetzt in diesem Kontext für dich gut handelbar ist,
Die dich nicht überwältigt,
Aber doch so stark genug ist,
Dass du wirklich jetzt dem Ärger ein bisschen auf den Grund gehen kannst.
Kannst dir vielleicht ganz konkret einen Wortwechsel vorstellen oder das,
Was den Ärger ausgelöst hat,
Das,
Was dir jemand erzählt hat oder was du gelesen hast oder gehört,
Gesehen.
Dann beginn mal damit reinzuspüren,
Wie der Körper sich in dem Moment angefühlt hat.
Hast du die Schultern hochgezogen,
Die Zähne aufeinander gebissen,
Atem wurde vielleicht flacher,
Vielleicht die Stirn zusammengezogen,
Dich vorgebeugt.
Spür mal rein in den Körper einen Moment,
In dem dieser Ärger aufsteigt,
Wie sich das im Körper manifestiert.
Haltung vielleicht von Angespanntheit oder wie so ein Tiger,
Der gleich losspringen will.
Spür mal,
Wie es in deinem Körper so los ist,
Wenn da der Ärger ist.
Ist der Ärger vielleicht nur vom Bauchnabel bis zum Kopf oder verteilt er sich im ganzen Körper?
Die Wut,
Wenn sie richtig aufsteigt,
Das ist eher ein Abgetrenntsein von verteilen,
Brodel im Bauch.
Der Hirn funktioniert nicht mehr.
Es gibt ganz unterschiedliche Art und Weisen,
Wie du die Wut wahrnehmen kannst,
Wie sie in deinem Körper,
In deiner Erfahrung auftaucht.
Auch wenn viele Menschen ähnliche Erfahrungen machen,
Die Wut im Bauch zum Beispiel.
Und dann kannst du mal weiter forschen,
Gedankenmuster präsent sind,
Ob immer wieder ähnliche Arten von Gedanken auftauchen über dich,
Über andere Vorwürfe,
Anforderungen an dich,
Verantwortungen.
Spür mal für einen Moment noch ein,
Wo noch Gefühle sich unter den Ärger mischen.
Könnte Angst sein,
Schmerz,
Ohnmacht,
Hilflosigkeit,
Frustration.
Was ist so Präsentes für dich?
Kannst du so mal in dein Inneres lauschen?
Mal mehr so in den Körper hinein und mal fragen,
Welches Bedürfnis oder welche Bedürfnisse sind denn in dieser Situation unerfüllt?
Worum geht es dir jetzt hier eigentlich?
Was bräuchtest du?
Das wäre klassischerweise die Sicherheit,
Geborgenheit,
Freisein von Schmerzen,
Vertrauen.
Ganz großes Thema bei der Angst ist oft beim Wut,
Das Bedürfnis nach Gerechtigkeit,
Nach Fairness.
Ein Bedürfnis nach deinem eigenen Raum,
Nach Respekt,
Nach deinen Grenzen setzen zu können,
Dass die respektiert werden.
Verbinde dich mal mit diesen Bedürfnissen.
Was dir zeitoffen ist,
Ist nicht so einfach Bedürfnisse herauszufinden.
Du kannst mal schauen,
Was ist,
Wenn du das Bedürfnis identifiziert hast.
Du merkst,
Ich brauche Ruhe oder Respekt für meine Werte oder meine Vorstellungen.
Für das,
Wie ich den Tag oder das Leben gestalten will.
Ich möchte gesehen werden.
Spür mal,
Was dann passiert,
Wenn du das Bedürfnis identifiziert hast und das so sagen kannst in dir.
Wissen,
Dass wir dafür verantwortlich sind,
Unsere Bedürfnisse zu befriedigen und die hilfreiche Strategie zu finden.
Für unsere Bedürfnisse nach Respekt,
Nach Raum,
Nach Unfassiertheit,
Nach Sicherheit,
Nach Geborgenheit,
Nach Anerkennung,
Nach Liebe,
Nach Wertschätzung erfüllen können.
Du kannst einfach nochmal für einen Moment damit verweilen,
Dass wenn der Ärger aufsteigt,
Dass dann diese Bedürfnisse,
Die du identifiziert hast,
Nicht erfüllt sind.
Jetzt musst du gar nichts machen und gar nichts überlegen.
Mit der Zeit wird sich zeigen,
Welche Strategien hilfreicher sind als die Wut möglicherweise.
Als die Wut rauszuschreien,
Rauszuschimpfen,
Runterzuschlucken.
Das entsteht dann in der Zeit.
Der erste Schritt ist hier mal zum Ärger zu stehen.
Du hast Wut,
Das ist einfach,
Das darf so sein.
Und du hast diese Bedürfnisse und auch auf die hast du ein Recht,
Du darfst Bedürfnisse haben.
Und es ist dein gutes Recht für die einzustehen.
Und es ist auch deine Verantwortung eine Strategie zu wählen,
Die für dich und für die anderen möglichst heilsam ist.
Und dann ein paar tiefe Atemzüge nehmen.
Dann kannst du ein paar tiefe Atemzüge nehmen.
Ich würde dir vorstellen,
Du stehst auf dem Berg und schaust in die Weite.
In dieser Weite manifestiert sich irgendwo der Ärger.
Das sind deine Bedürfnisse.
Und da sind so viele andere Sachen auch noch.
Jetzt würdest du auszoomen,
Aus einem Bild,
Auf einen Punkt fokussiert hast und die Perspektive wird immer weiter.
Du weißt,
Du bist nicht nur dein Ärger und deine Wut oder auch nicht nur diese Bedürfnisse,
Sondern da ist noch so vieles mehr,
Das dich ausmacht.
Dieser unendlichen Weite des Geistes.
Du kannst noch ein paar tiefe Atemzüge nehmen und dann wieder die Augen öffnen,
Wenn du soweit bist.
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