
Das verkörperte Bewusstsein — eine Variante des Yoga Nidra
In dieser Meditation können wir unsere wahre, unbegrenzte Natur, den Körper und die Welt als Raum neu erleben. Wir entwickeln ein Gefühl für das, was wir wirklich sind, sowie ein Gefühl der Vollständigkeit. Unsere Weltsicht hängt davon ab, ob wir uns entscheiden den Körper von allem getrennt oder mit allem verbunden zu erleben. Angeregt von Judith Blackstone.
Transkription
Ich heiße Gerald Blomeyer und habe diese Podcast-Meditation für Dich geschrieben und aufgenommen.
Viel Freude beim Anhören.
Setze oder lege Dich bequem hin.
Konzentriere Deinen Blick auf etwas,
Das vor Dir ist.
Nimm seine Form,
Farbe und Details wahr.
Achte darauf,
Dass wenn Du Deine Augen bewegst,
Das Denken angeregt wird.
Der denkende Geist wird aktiv,
Indem er beginnt,
Die Teile und das Ganze zu benennen.
Spüre nach,
Ob Du eine Spannung im Körper empfindest.
Es kann sein,
Dass je deutlicher Du das Objekt siehst,
Du Dich umso getrennter fühlst.
Merke,
Wenn Du die Welt objektivierst,
Kannst Du nicht mit ihr verschmelzen.
Lass jetzt Deine Augen weich und Deinen Blick weit werden.
Je mehr Du Dich entspannst,
Desto mehr Objekte und Bewegungen können in diesem peripheren Blickfeld erscheinen.
Wir erleben das als Raum.
Raum heißt alles willkommen.
Mit einem Panoramablick neigt der ganze Körper dazu,
Weicher zu werden.
Du kannst Dich als Teil Deiner Umgebung empfinden,
Anstatt Dich von ihr getrennt zu fühlen.
In dieser natürlichen Weite des Geistes darf alles so sein,
Wie es ist.
Nichts muss abgelehnt,
Nichts kultiviert werden.
Merke,
Dass beim Entspannen der Mut zum Loslassen kommt.
Lass Deine Aufmerksamkeit pendeln zwischen dem weiten,
Offenen Fokus und dann zurück zum objektiv gerichteten Fokus.
Achte darauf,
Wie sich das Gefühl,
Ein Individuum zu sein,
Unterscheidet von dem,
Sich als ein Teil eines größeren Ganzen zu empfinden.
Schließe jetzt Deine Augen.
Achte darauf,
Wie Dein Körper von selber atmet.
Bemerke das Sanfte auf und ab Deines Bauchs und tauche ein in den Fluss jedes Atemzugs.
Tauche ein in ein Gefühl des Wohlbefindens.
Versuche nur zuzuhören,
Ohne etwas erreichen zu wollen.
Erlebe einfach das,
Was Dir spontan erscheint.
Richte Deine Aufmerksamkeit nach innen.
Bemerke,
Wie sich das Ego durch Gedanken und Gefühle manifestiert.
Nichts ist der Teil von Dir,
Der sich herausgefordert fühlt,
Verwirrt,
Verletzt oder enttäuscht ist.
Schau einfach nach innen.
Erlaube Dir,
Eine Bewegung von Energien zu spüren.
Alte Energien scheinen zu vergehen,
Damit neue entstehen können.
Gefühle von Identität,
Verbindung oder Einschränkung entstehen und vergehen.
Hinter dieser ständigen Bewegung steht die Stille des Erkennens.
Sie wird oft mit der offenen Leere des Himmels verglichen.
Sie hat weder eine Mitte noch eine Begrenzung.
Der Geist ist immer bewusst und klar.
Er fühlt sich wie ein Raum an,
In dem alles willkommen ist.
Achte auf Gedanken und Gefühle,
Die wie Wolken in diesem offenen Feld entstehen.
Erlebe Dich sowohl als Erfahrenden als auch als Quelle.
Das Erkennen ist untrennbar mit dem Raum verbunden.
Konflikte und Störungen können darin auftreten.
Das Bewusstsein selbst ist aber frei von Konflikten und Störungen.
Bewegungen finden im Raum statt.
Aber der Raum wird nicht von innen bewegt.
Richte Deine Aufmerksamkeit nun auf Dein rechtes Auge und dann auf das linke Auge.
Entspanne Dich.
Lass beide Augen weich werden und etwas unscharf im Mittelpunkt Deiner Aufmerksamkeit stehen.
Spüre den Raum um Deine Augen herum.
Spüre den Raum in Deinem Kopf und die Lage Deiner Augen.
Wie wirkt das auf Deine Wangen,
Deinen Kiefer?
Auf Deinen ganzen Kopf?
Kann sich Dein Denken verlangsamt oder sogar aufgehört?
Merke,
Wie das Gefühl der Entspannung sich in Deinem ganzen Körper ausbreitet.
Richte jetzt Deine Aufmerksamkeit auf Dein rechtes Nasenloch und dann auf Dein linkes Nasenloch.
Öffne Deine Aufmerksamkeit,
Damit Du beide Nasenlöcher gleichzeitig wahrnehmen kannst.
Entspann Dich weiter.
Spüre,
Wie sich der Atem durch die Nasenlöcher bewegt.
Beachte den Raum und die Stille in der Nase und wie sie von der Luft durchströmt wird.
Lass Deinen Atem so fein werden wie Deine Gedanken.
Stell Dir vor,
Der Atem fließt durch Deinen Kopf und Dein Gehirn,
Ohne die Stille des Raums zu stören.
Empfinde,
Wie er den ganzen Kopf Ruhe und Wohlbefinden bringt.
Spüre wieder feine Atem,
Ganz sanft Dein Denkvermögen schärft.
Wenn Du den Raum in Deinem Kopf erlebst,
Bist Du im stillen,
Bewussten Raum,
Der den ganzen Körper durchdringt.
Atme in Deinen Hals hinein zu Deinem Kommunikationszentrum.
Lass den feinen Atem durch das Wesen Deiner Stimme fließen.
Spüre,
Wie er das Potenzial,
Dich frei ausdrücken zu können,
Anregt.
Leite den Atem gleichzeitig in beide Schultern.
Spüre,
Wie er gleichzeitig in beide Arme bis zu den Fingerspitzen fließt.
Erlebe,
Wie sich die Schultern,
Arme und Hände gleichzeitig entspannen.
Atme in die Brust und in Dein Herz.
Spüre das näherende Gefühl der Liebe.
Erlebe,
Wie das Gefühl der Liebe sich im gesamten Körperraum ausbreitet und jede Zelle Deines Körpers anfällt.
Lass den Atem in den unteren Bauch,
In die Stille des Kraftzentrums Deines Körpers sinken.
Spüre,
Wie er durch die Essenz Deines Selbstbewusstseins fließt.
Lass den Atem tiefer ins Becken strömen.
Fühle,
Wie er durch die Stille und die Lebendigkeit Deines Geschlechts fließt.
Atme gleichzeitig in Deine Hüften und Beine hinein.
Spüre gleichzeitig den stillen Raum in ihnen und die Bewegung des Atems.
Lenke Deine Aufmerksamkeit in den Raum in Deinen Füßen.
Spüre die Bewegung Deines Atems,
Die durch sie hindurchgeht.
Spüre die Stille des bewussten Raums im ganzen Körper.
Ohne Dich zu bewegen,
Fühle jetzt den Raum,
Der Deinen Körper umgibt.
Erlebe den Raum innerhalb und außerhalb Deines Körpers als den gleichen kontinuierlichen Raum.
Spüre den gegenwärtigen Augenblick gleichzeitig sowohl in Dir als auch um Dich herum.
Erlebe den Raum,
Der Deinen Körper,
Alle Objekte und Personen um Dich herum,
Durchdringt.
Alles ist durchdrungen vom gleichen Raum,
Vom gleichen subtilen Bewusstsein.
Wir können uns jetzt dem ganzen Universum öffnen.
Achte darauf,
Dass Dein Körper von selber atmet.
Spüre die Schwerkraft und das Gewicht Deines Körpers.
Beginne,
Hände und Füße zu bewegen.
Strecke und strecke Dich.
Wenn Du liegst,
Stelle Deine Füße auf.
Nimm Dir die Zeit,
Und wenn Du bereit bist,
Lege Dich auf Deine rechte Seite.
Spüre nach.
Du hast die Wahl,
Die Welt entweder mit einem Gerichteten oder mit einem offenen Fokus wahrzunehmen.
Beide sind immer da.
Wenn Dir etwas zu viel wird und Du Spannungen empfindest,
Wechsle in den offenen Fokus und spüre den Raum in Deinem Körper.
Er ist immer heil,
Immer vollständig.
Auf dieser Ebene muss nichts verändert werden.
Du bist vollkommen so,
Wie Du bist.
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