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Einschlafmärchen & Meditation: Das Glöckchen (Japan)

by Alexandra Matthes

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Meditation
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Lasse Dich von mir in den Schlaf begleiten. Nach einer meditativen Entspannungs-Sequenz erzähle ich Dir das Märchen aus Japan: "Das Glöckchen". Du darfst jederzeit einschlafen, denn Du kannst sicher sein, dass es gut ausgehen wird. Ich wünsche Dir eine gute Nacht und schöne Träume!

Transkription

Das Glöckchen,

Meditative Abendentspannung und ein Einschlafmärchen aus Japan.

Lass uns diese Abendmeditation im Sitzen beginnen.

Wenn du noch etwas siehst,

Wenn es noch ein wenig hell im Raum ist,

Dann blicke dich doch mal ganz bewusst mit der Haltung der heiteren Gelassenheit im Raum um.

Nimm deine Umgebung wahr.

Nimm wahr,

Was ist.

Dann senke deinen Blick und nimm auch dich selbst wahr,

Wie du dort gerade sitzt.

Stelle dir vor,

Du könntest dich von außen sehen.

Dich in deinem Hier und Jetzt.

Und gerne darf dir dabei ganz feierlich zumute werden.

Es sind diese wunderbaren Momente,

In denen wir uns unserer selbst bewusst werden.

Dann lege deine Hände flach aufeinander auf dein Herz,

Schließe die Augen,

Senke den Blick und nimm Verbindung mit deinem Körper auf.

Lausche deinem Atem,

Spüre deinen Herzschlag und schicke einen Impuls der Dankbarkeit in deinen Körper hinein.

Dankbar,

Dass dein Körper so wunderbar funktioniert und dich durch dein Leben trägt.

Dann nimm zwei,

Drei ganz tiefe Atemzüge und spüre ganz bewusst,

Wie die Luft in dich hinein und wieder hinaus strömt.

Dann nimm deine Hände nach oben und recke und strecke dich.

Atme tief,

Gib dir die Bewegungen,

Die sich gerade gut für dich anfühlen.

Und wenn du dann soweit bist,

Schlüpfe unter deine Bettdecke,

Machst dir im Liegen bequem,

Schließe deine Augen und rückel dich so ganz angenehm zurecht.

Bette dich feierlich und königlich,

Es geht hier nur um dich.

Du darfst entspannen,

Es dir gemütlich machen.

Du darfst Platz nehmen.

Nutze die nächste Minute,

Um die Bilder deines Tages vor deinem inneren Auge Revue passieren zu lassen.

Schau einfach,

Was sich so zeigt,

Welche Erlebnisse,

Gedanken,

Gefühle so auftauchen.

Eine Minute zur Reflexion und der gelassenen Beobachtung der Bilder deines Tages.

Und dann lege nochmal besondere Aufmerksamkeit auf die Dinge,

Für die du heute besonders dankbar bist.

Sammel mindestens drei Dinge zusammen.

Vielleicht fallen dir auch noch viel,

Viel mehr ein.

Dann blende die Bilder wieder aus.

Es gibt jetzt nichts mehr zu tun,

Als zu entspannen.

Du darfst jetzt richtig schön faul sein,

Bequem,

Weich,

Sicher.

Und während du mehr und mehr entspannst,

Erzähle ich dir eine kleine Geschichte.

Eine Geschichte über einen Mönch,

Der vor langer,

Langer Zeit weit,

Weit weg in Japan lebte.

In einem Städtchen am Meer lebte einst bei seinem Tempel ein alter Mönch.

Er liebte es,

Auf seiner Veranda zu sitzen und aufs Meer hinauszuschauen.

Um sich aber nicht zu allein zu fühlen,

Hatte er am Dach über der Veranda ein silbernes Glöckchen angebracht.

Es hing an einem breiten Streifen Papier,

Auf dem ein wunderschönes Gedicht geschrieben stand.

Sobald der Wind nur ein bisschen wehte und am Meer weht er ständig,

Bewegte sich das Papier und das silberne Glöckchen läutete galieblich.

Der alte Mönch saß auf der Veranda,

Schaute aufs Meer,

Lauschte dem Läuten des silbernen Glöckchens und lächelte zufrieden.

In dem gleichen Städtchen lebte aber auch der Apotheker Mohai.

Schon lange Zeit hatte er nichts als Pech.

Alles misslang ihm und weil er so traurig war,

Dass er sich nicht mehr zu helfen wusste,

Machte er sich eines Tages auf den Weg zu dem Mönch,

Um seinen Rat zu erfragen.

Als er den Alten so zufrieden auf seiner Veranda sitzen sah und das beruhigende Läuten des silbernen Glöckchens hörte,

Da wusste er mit einem Schlag,

Dass das Glöckchen auch ihn froher machen würde,

Wenn er so da sitzen und ihm zuhören könnte.

Er überlegte nicht lange und bat den Mönch,

Ihm das Glöckchen wenigstens für einen Tag zu überlassen.

»Warum sollte ich es dir nicht leihen?

« sagte der Mönch freundlich.

»Aber vergiss nicht,

Es gleich morgen früh wiederzubringen,

Denn ohne das Glöckchen wäre ich sehr traurig.

« Mohai bedankte sich ehrerbietig und versprach,

Am nächsten Morgen wiederzukommen.

Dann ging er nach Hause und hängte das Glöckchen über der Veranda auf.

Es begann zu läuten und Mohai wurde es so leicht ums Herz und die Welt erschien ihm auf einmal so schön,

Dass er zu tanzen begann.

Am nächsten Tag war der Mönch schon vom Morgen an übel gelaunt.

Immer wieder ging er vor den Tempel und schaute nach dem Apotheker aus,

Aber Mohai kam und kam nicht.

So verging eine Stunde,

Eine zweite und als der Apotheker zu Mittag noch immer nicht mit dem Glöckchen erschienen war,

Rief der Mönch seinen kleinen Schüler Taro und befahl ihm,

»Lauf in die Stadt zu dem Apotheker Mohai.

Er hat sich gestern mein silbernes Glöckchen geliehen und sollte es heute früh zurückbringen.

Erinnere ihn daran und sage ihm,

Dass ich schon ungeduldig warte.

« Taro lief zu dem Apotheker,

Aber kaum war er in dessen Garten getreten,

Blieb er stehen.

Er hörte das fröhliche Läuten des Glöckchens und sah den Apotheker,

Der mit fliegenden Ärmeln im Garten herumtanzte.

Taro wusste nicht gleich,

Wie er ihn ansprechen sollte.

Da wurde ihm auf einmal so fröhlich ums Herz,

Dass auch er zu tanzen begann.

Eine Stunde verging,

Eine zweite.

Der Apotheker war immer noch nicht erschienen,

Und Taro kam auch nicht zurück.

Der alte Mönch schüttelte den Kopf,

Und weil er immer trauriger wurde,

Rief er seinen zweiten Schüler Jioro und befahl ihm,

»Lauf zu dem Apotheker Mohai und sage ihm,

Er möge mir mein silbernes Glöckchen zurückgeben,

Und solltest du unterwegs Taro begegnen,

So richte ihm aus,

Er solle sich schämen,

Seinem Lehrer so schlecht zu gehorchen.

« Jioro lief,

So schnell er nur konnte.

Als er zum Haus des Apothekers kam,

Hörte er fröhliches Geläut und sah zu seiner Verwunderung den Apotheker und Taro im Garten tanzen.

Und ehe er sich noch entscheiden konnte,

Ob er zuerst Taro für sein Versäumnis rügen oder den Apotheker an die Rückgabe des Glöckchens mahnen sollte,

Drehte auch er sich in Kreise und vergaß die Welt.

Wieder war eine Stunde vergangen,

Und bald auch die zweite.

Die Sonne neigte sich schon dem Horizont zu,

Aber weder der Apotheker noch einer der beiden Schüler ließen sich blicken.

Der alte Mönch konnte sich das nicht erklären.

Er wurde so traurig wie nie zuvor.

Schließlich hielt er es nicht mehr aus.

Er zog seine Sandalen an und machte sich selbst auf den Weg zum Hause des Apothekers.

Noch ehe er in den Garten trat,

Hörte er das zarte Läuten seines geliebten Glöckchens und fröhliches Lachen.

Und bald darauf sah er,

Wie sich der Apotheker und seine beiden Schüler an den Händen hielten.

Sie tanzten nach links und dann wieder nach rechts,

Und ein seliges Lächeln lag auf ihren Gesichtern.

Der Mönch schüttelte den Kopf und wusste nicht recht,

Wie er sich das erklären sollte.

Aber er wunderte sich nicht lange,

Denn auf einmal war alle Traurigkeit verflogen und die Füße begannen von alleine zu hüpfen.

Der Mönch lächelte dem Apotheker zu.

Er reichte die eine Hand Taro und die andere Jiro.

Und dann tanzten sie alle vier.

Wie das weiterging?

Ja,

Wenn wir das wissen wollen,

Müssten wir ja jemanden in den Garten des Apothekers schicken.

Nur weiß ich nicht,

Ob er auch zurückkäme.

Denn wenn er den lieblichen Klang des Glöckchens hört und die vier tanzen sieht,

Wird er alles vergessen und mittanzen.

Und so müssen wir einen zweiten schicken und dann einen dritten und vierten.

Schließlich bliebe uns nichts anderes übrig,

Als selbst hinzugehen.

Und auch wir würden zu tanzen beginnen.

Ich wünsche dir eine wundervolle Nacht,

Einen erholsamen Schlaf und schöne Träume.

4.7 (140)

Neueste Bewertungen

Regina

March 22, 2025

Danke für das schöne Märchen. Das hilft mir gut zum Einschlafen.

Ilo

March 13, 2024

es war wie immer wunderbar zum Schlaf führend— danke

Johanna

July 4, 2023

Sehr angenehme Stimme.

Marlies

May 15, 2023

Sehr empfehlenswert

Lisa

January 14, 2023

Christiane

December 27, 2022

🙏

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