
Atem beobachten für mehr Gelassenheit
by Nadine Horn
Wenn wir uns in einer stressigen Situation befinden, ist unsere Atmung oftmals flach. Wir konzentrieren uns dermaßen auf die hohen Anforderungen im Außen, denen wir uns ausgesetzt fühlen. Vielleicht nehmen uns aber auch negative Emotionen so stark ein, dass wir kaum noch Handlungsmöglichkeit spüren und wir mit unserem Verhalten in destruktive Automatismen verfallen. Hier hilft eine kurze Atempause, mit der wir wieder Distanz zum Geschehen gewinnen und überlegter handeln können.
Transkription
Diese Meditation kannst du für dich nutzen,
Wenn du dich in einer stressigen Situation befindest.
Suche dir dafür einen Ort,
Wo du einen Moment ungestört sein kannst und wo die Möglichkeit besteht,
Dich bequem hinzusetzen.
Schau,
Dass deine Wirbelsäule aufgerichtet ist,
Dein Kopf locker auf ihr balanciert,
Dein Kinn ist leicht zur Brust gezogen und deine Arme ruhen auf den Oberschenkeln.
Wenn es dir angenehm erscheint,
Schließe deine Augen.
Auf diese Weise lässt sich die Konzentration besser in deinen Körper führen.
Und nun schau mal,
Was gerade los ist.
Was beschäftigt dich?
Welche Gedanken,
Welche Emotionen oder auch welche Körperempfindungen kannst du jetzt gerade wahrnehmen?
Vielleicht spürst du einen aufgeregten Herzschlag oder schwitzen oder ein Zittern.
Alles,
Was du wahrnimmst,
Darf sein.
Versuche,
Dich in die Rolle eines liebevollen Beobachters zu begeben,
Der sich das,
Was du wahrnimmst,
Ganz wertfrei anschaut.
Um dir das wertfreie Beobachten zu erleichtern,
Nimm deinen Atem zur Hilfe.
Schicke zunächst deine ganze Aufmerksamkeit in diese Region,
In der du deinen Atem am lebendigsten spürst.
Hier kann es hilfreich sein,
Eine Hand auf diesen Bereich zu legen und nachzuempfinden,
Wie dein Atem in dich ein- und wieder ausströmt.
Es ist wunderbar,
Dass du atmest,
Denn Atmen bedeutet lebendig sein.
Ganz ohne Zutun fließt dein Atem in dich hinein und wieder hinaus.
Das geschieht von selbst,
Ohne Anstrengung.
Spürst du,
Wie dein Atem dich beatmet?
Allein die Wahrnehmung dessen,
Dass du atmest,
Lässt deinen Atem tiefer werden.
Tiefer und tiefer.
Wo spürst du ihn jetzt?
Verweile einen Moment mit deiner Aufmerksamkeit genau an dieser Stelle.
Vielleicht spürst du aber auch,
Dass sich der Atem in deinem Körper ausdehnt.
Dann nimm auch das wahr.
Es kann sein,
Dass bestimmte Körperempfindungen oder auch die Gedanken und Emotionen dich von deiner Aufmerksamkeit ablenken.
Sobald du das Abdriften merkst,
Führe deine Aufmerksamkeit wieder sanft zurück zu dem Prozess des Atmens.
Ist die Ablenkung jedoch so stark,
Dann mach die Ablenkung zum Gegenstand der Meditation.
Verweile mit deiner Aufmerksamkeit in der Körperempfindung,
In den Gedanken oder Emotionen,
Die dich beschäftigen.
Und atme mit ihnen.
Stell dir vor,
Sie werden wie von Wellen davongetragen,
Ohne dass du etwas dazu tust,
Ohne dass du in die Richtung drückst oder ziehst.
Von ganz alleine kommen und gehen sie.
Ganz egal,
Was gerade in den Vordergrund tritt.
Betrachte es.
Betrachte es aus der Distanz.
Hier kann es hilfreich sein,
Zu benennen,
Was du empfindest.
Zum Beispiel das Ärger,
Wut oder Frustration.
Oder das Entziehen,
Flattern oder Jucken.
Wichtig hierbei ist,
Dass sich das nicht einnimmt,
Sondern es nur eine von vielen Empfindungen ist,
Die du mit deiner ganzen Wahrnehmung ausmachen kannst.
Nun komme mit deiner Aufmerksamkeit wieder zurück zu deinem Atmen.
Beobachte den Prozess des Ein- und Wiederausströmens.
Merkst du den sanften Luftzug an deinen Nasenlöchern?
Spürst du,
Wie dein Atem über die Luftröhre in deine Lungen wandert?
Und kannst du wahrnehmen,
Wie dein Atem deine Brust oder deinen Bauch zum Heben und zum Senken bringt?
Atme mit der Idee,
Dass beim Einatmen Ruhe,
Gelassenheit und Zuversicht in dich einströmt.
Und dass du mit dem Ausatmen alles Überflüssige loslässt.
Verweile noch einen Moment mit der Idee,
Während du beim Prozess des Atmens bleibst.
Nimmst du eine Veränderung wahr?
Eine Veränderung deiner Aufmerksamkeit?
Indem du dich auf deinen Atem konzentrierst,
Gewinnst du wie von selbst Distanz zu einnehmenden Körperempfindungen,
Gedanken oder Emotionen.
Bewahre dir noch einen Moment diese Qualität der Aufmerksamkeit.
Und wenn du gleich wieder in dem Raum ankommst und vielleicht deine Augen wieder öffnest,
Begleitet dich diese Qualität noch etwas in den Tag.
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