
Schmerz verstehen
by Matthias Weh
In dieser Meditation führe ich Dich in Achtsamkeit und dann in die Körperwahrnehmung. Mit Voranschreiten der Meditation bekommst Du die Möglichkeit deinen Schmerz wahrnzunehmen und ins Mitgefühl mit dir und dem was hinter dem Schmerz steckt zu kommen.
Transkription
Herzlich willkommen zu einer kleinen Schmerzmeditation.
Such dir einmal einen schönen,
Bequemen und ruhigen Platz,
An dem du dich niederlassen kannst.
Setz dich oder leg dich einmal so hin,
Wie du dich damit wohlfühlst und streck dich noch einmal in alle Richtungen,
Bis du dich dann sanft so zusammenziehen kannst,
Wie du dich am wohlsten fühlst und den Sitz oder die Liegeposition finden kannst,
In der du Platz nehmen magst.
Schließe sanft deine Augen und spüre einmal in deinen Körper hinein und zwinge dich nicht,
Etwas Bestimmtes nicht fühlen zu dürfen oder zu müssen,
Sondern mach dich einfach frei und schenke dir diese Freiheit der Wahrnehmung und alles,
Was du wahrnimmst,
Darf gerade sein.
Auch der Schmerz,
Auch er,
Darf seinen Raum haben,
Du,
Du bist einfach der Beobachter,
Deines Innenlebens und auch deines Schmerzes und doch bist du nicht der Schmerz oder das,
Wie sich dein Innenleben anfühlt,
Du bist einfach der Beobachter,
Der wahrnehmen und spüren kann,
Der sein Innenleben auf seine Beschaffenheit hin untersuchen kann.
Und nun nimm dir einfach mal Zeit für Achtsamkeit und auch wenn du deinen Schmerz wahrnimmst,
Schenke deine Aufmerksamkeit einmal zu deinen Füßen und spüre einmal zu deinen Zehen,
Zu dem kleinen Zehen links außen oder rechts außen,
Fühle einmal,
Berührt er gerade Socken oder die Luft um dich herum,
Wie fühlt sich denn der Nagel dieses kleinen Zehens an und vielleicht gibt es auch kleine,
Feine Härchen auf diesem kleinen Zehen,
Versuche einmal,
Kannst du sie wahrnehmen,
Spüre einmal hin zu diesem Teil deiner Haut,
Spüre einmal weiter zu deiner Fußsohle und spüre einmal die ganze Fläche,
Die ganze Haut,
Die diese Fußsohle bedeckt,
Nimm sie einfach wahr und dann spüre einmal zu der Oberfläche deiner Handflächen,
Zu der Haut,
Die deine Finger und die Daumen und die Handinnenfläche bedeckt,
Wie fühlt sie sich an,
Dabei auch der Handrücken,
Ist mit Haut bedeckt und spüre einfach mal,
Nun spüre einfach einmal zu diesem Teil deiner Haut,
Deinem Handrücken,
Spüre weiter zu deinen Unterarmen,
Wie sich dort die Haut anfühlt,
Zu den Ellbogen und den Oberarmen und lass deine Aufmerksamkeit ganz sanft weiter fließen,
Zu deinen Schultern,
Zu deiner Brust,
Auch zu deinen Brustwarzen und zu deinem Bauch,
Zu all diesen Teilen deiner Haut,
Deiner Körperoberfläche und nimm sie einfach wahr,
Nimm die kleinen,
Feinen Härchen da,
Die da sind und wenn du magst,
Spüre auch einmal deine Gehörgänge hinein,
Wie fühlt sich die Haut dort an,
Wie fühlen sich diese Gehörgänge von innen an,
Ist dies eine andere Wahrnehmung als das Hören,
Beobachte einfach einmal und dann spüre einmal zu den Haarwurzeln deiner Augenbrauenmärchen,
Nimm sie einmal ganz bewusst wahr,
Spüre einmal hin,
All diese Bereiche deines Körpers,
Vielleicht hast du sie schon lange nicht mehr wahrgenommen,
Vielleicht aber auch erst gestern oder heute,
Kannst du nun noch den Raum nehmen,
Eine besondere Stelle auf deiner Haut zu beobachten,
Der du schon lange keine Zeit mehr gewidmet hast,
Beobachte einfach,
Vielleicht meldet sich da eine kleine Stelle,
Die lange nicht gehört worden ist und nimm dir einfach die Zeit,
Sie zu beobachten und wenn du magst,
Versuche nun einmal,
Dass all diesen Hautpunkten um deinen Körper herum,
Wie eine Art Wahrnehmungsnetz zu bilden,
Versuche einfach einmal,
Die gesamte Haut deines Körpers auf einmal wahrzunehmen,
Manche Stellen können dabei mehr Raum einnehmen und andere weniger,
Versuche einfach mal und beobachte,
Wie sich die Haut deines Körpers anfühlt und verweile etwas dabei,
Nun stell dir einfach einmal vor,
Du stehst an einem See,
Du stehst im Sand an einem Strand,
Das Wetter ist hell und sonnig und die Sonne scheint dir entgegen,
Der Boden unter dir ist warm und weich und die Haut wird gewärmt von der Sonnenstrahlung,
Neben dir auf dem Boden liegt eine Taucherausrüstung mit einem Neoprenanzug und einer Taucherflasche gefüllt mit Sauerstoff und auch einer Taschenlampe,
Die voll geladen ist,
Unter Wasser gut funktioniert,
Einer deiner treuen Freunde steht bei dir und lächelt dir zu,
Er hat ein Seil dabei,
Das du mit auf deine Tauchexkursion nehmen kannst und an dem du ziehen kannst,
Wenn du nach oben willst,
Diesem Seil wird er dich zurück zum Tageslicht führen,
Wann immer du magst und wenn du dich bereit fühlst,
Kannst du nun deinen Taucheranzug anziehen,
Den Neoprenanzug und die Flaschen mit Sauerstoff,
Die leichter sind als du es gedacht hast,
Die Taucherbrille und auch die Taschenlampe und das Seil an dir festmachen und dann langsam zur Oberfläche des Sees gehen,
Der zart in der Sonne glitzert.
Diese Oberfläche des Sees ist wie die Haut deines Körpers und mit dem Schreiten in den See hinein kannst du langsam unter die Haut hinabtauchen in dein Inneres,
Das Innere deines Körpers mit deiner Taschenlampe,
Die dir den Weg leuchtet.
Wenn du magst,
Dann tauche einmal ruhig tief hinab,
Mit dem Seil und der Lampe bist du gesichert und siehst,
Spür einmal den sanften,
Warmen Widerstand des Wassers,
Aber auch die Leichtigkeit deiner Bewegung und die Sicherheit,
Die dir das Seil und die Verbindung zu deinem Freund oben an Land gibt.
Wenn du magst,
Kannst du nun einmal langsam in Richtung deines Schmerzes tauchen und wenn du bei ihm angelangt bist,
Dann kannst du einmal mit deiner Taschenlampe auf ihn leuchten und schau einfach einmal,
Neugierig wie ein Naturforscher,
Wie sieht dieser Schmerz aus,
Wie zeigt er sich dir und versuche einmal dabei einfach jede Bewertung herauszunehmen.
Der Schmerz,
Den du siehst,
Ist nicht gut,
Der ist nicht schlecht,
Er ist einfach so da,
Wie er ist,
Er ist einfach da,
Beobachte ihn einfach einmal,
Neugierig,
Neutral,
So als wenn du ein Rätsel vor dir hättest,
Etwas,
Das du einfach gerne verstehen würdest,
Aber ohne dass du es verstehen musst,
Ohne dass du es jemandem erklären musst,
Schau ihn einfach einmal neugierig an und nimm dir Zeit dafür und wenn du magst und wenn es sich gut für dich anfühlt,
Dann tauche einmal vorsichtig zu ihm hin und strecke deine linke oder deine rechte Hand aus und berühre ihn einmal sanft,
Denn so in dieser Verbindung kannst du wahrnehmen,
Was für Gefühle da in ihm wohnen,
In diesem Schmerz und nimm dir einfach,
Ebenso wie dieser Naturforscher,
Die Zeit und den Raum,
Diese Gefühle einfach wahrzunehmen,
Die Gefühle,
Die dieser Schmerz in sich trägt und lass sie einfach da sein,
Eins nach dem anderen,
Ganz gleich,
Ob es Trauer oder Wut oder Groll oder Eifersucht oder Neid oder Angst ist,
Du bist nur der Taucher und der Naturforscher,
Du berührst nur diesen Schmerz und diese Gefühle,
Die du da wahrnehmen kannst,
Die sind nicht du,
Du bist nur der behutsame Beobachter,
Der Beobachter dieser lebendigen Gefühle in deinem Schmerz und diese Gefühle,
Sie machen dich nicht aus,
Sie bedrohen dich nicht und sie nötigen dich zu nichts,
Sie sind einfach da,
Sie sind einfach da und sie sind gerade lebendig in diesem kleinen Schmerz in dir und fühle einfach weiter,
Was dieses kleine Wesen so alles in sich trägt,
Wie schwer es zu tragen hat und spüre einmal zu deinem kleinen Taucherherz und du darfst mit Gefühl haben,
Mit diesem kleinen Wesen Schmerz in dir und fühle noch einmal,
Fühle einfach einmal,
Wie es diesem Wesen geht,
Sei einfach da mit ihm,
Erlaube ihm und wenn du magst und wenn es sich für dich richtig anfühlt,
Dann kannst du dieses kleine Wesen umarmen und ihm sagen,
Dass du da bist,
Dass du den Schmerz sehen kannst und dass es okay ist,
Dass er da ist,
Nimm ihn einfach in den Arm und lass ihn spüren,
Dass du da bist und dass ihr gemeinsam seine Gefühle wahrnehmt und euch Zeit für ihn nehmt und diese Gefühle in deinem Schmerz,
Die dürfen einfach da sein und du bist einfach der Beobachter und wenn du magst,
Kannst du dieses Wesen,
Diesen kleinen Schmerz in dir noch einmal umarmen und dich dann langsam von ihm verabschieden und an dem Seil ziehen und dich sanft von deinem Freund wieder hoch an die Wasseroberfläche ziehen lassen und oben angekommen kannst du die Wärme der Sonne spüren,
Kannst wieder an den Strand laufen,
Dich bei deinem Freund bedanken,
Deine Tauchausrüstung ablegen und dich noch einen Moment in die Sonne setzen und dich und deine Haut von der Sonne wärmen lassen.
Du kannst einfach da sitzen,
Noch einen Moment die Wärme der Sonne auf deiner Haut genießen und dann warm und sanft wieder in deinen Körper hinein spüren.
Spür einfach zu deinen Armen und Beinen,
Wie sie deinen Platz berühren.
Atme einmal tief ein und wieder aus und spüre die Lebendigkeit in dir.
Spür einmal zu deinen Händen und Füßen,
Die du wieder sanft bewegen kannst und du kannst dich recken und strecken und einmal deinen Kopf kreisen lassen und nach links und nach rechts zu deinen Schultern neigen.
Wenn du soweit bist,
Kannst du deine Augen wieder öffnen.
Herzlich willkommen zurück im Hier und Jetzt.
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