
Gewahrsein des Denkens
by Prasadavati
Häufig gehen wir in der Meditationspraxis davon aus, dass wir das Denken "hinter uns lassen sollten" und nur allzu schnell verurteilen wir uns innerlich, wenn wir mal wieder ins Denken 'abgerutscht' sind. In der Achtsamkeits- und Einsichtspraxis, die auf dem Satipatthana-Sutta beruht, geht es aber u.a. genau darum, sich den Denkprozessen zu öffnen und diese genau wahrzunehmen. Das Gewahrsein des Entstehens und Vergehens von Gedanken ist eine nicht leichte, aber bedeutungsvolle Übung auf dem Weg zur Befreiung. Prasadavati macht uns behutsam und zielgerichtet mit dieser Übung vertraut .
Transkription
Gewahrsein des Denkens.
Beginne,
Indem du den Körper entspannst,
Lass die Schwerkraft der Erde wirken und gib ab,
Was nicht gehalten werden muss.
Frieden schließen mit dem,
Was du wahrnimmst,
Was sich gerade bemerkbar macht,
Im Körper,
Im Geist,
Im Herzen,
Die Verfassung.
Und wenn du bereit bist,
Erde dich in deinem Anker.
Achtsamkeit in einem Bereich des Atems oder im Körperkontakt.
Hände,
Gesäß,
Füße.
Und da erstmal verweilen,
Im Geist Zeit geben,
Zur Ruhe zu kommen.
Und vielleicht hilft es dir,
Frieden zu schließen mit dem,
Was da ist,
Wenn du dir vergegenwärtigst,
Das,
Was im Moment ist,
Ist entstanden aus Ursachen und Bedingungen.
Es könnte jetzt nicht anders sein.
Du bist nicht schuld,
Du trägst nicht die ganze Verantwortung für das,
Was gerade ist.
Viele Bedingungen haben dazu beigetragen,
Mit den nächsten Atemzögern beruhigen,
Ruhe zulassen,
Durch dein Wesen fließen lassen.
Und lehne dich dann innerlich zurück,
Noch mehr entspannen und loslassen und stell dir eine leere Kinoleinwand vor oder einen vorbeifahrenden Zug.
Und in der Präsenz des Atmens,
Des Ankers wahrnehmen,
Wenn ein Gedanke auftaucht.
Auf der Leinwand,
Wie im Zug vorbeifahren,
Nicht nötig zu suchen,
Sie tauchen auf oder nicht.
Bemerkst du die Gedanken schnell oder braucht es einige Zeit,
Bis du dir ihre bewusst wirst.
Und hier kann es hilfreich sein,
Das Benennen einzusetzen.
Denken,
Denken,
Wenn du es mitkriegst beziehungsweise sobald du es mitkriegst.
Und was geschieht mit dem Gedanken,
Wenn du ihn merkst?
Und wenn du dennoch in die Inhalte einsteigst,
Nicht verurteilen.
Sobald du es mitkriegst,
Ist ein Moment der Achtsamkeit.
Lobe dich dafür stattdessen.
Jetzt achte darauf,
Ob sich das Denken hauptsächlich mit Vergangenem oder Zukunftigem beschäftigt oder sind die Gedanken bei dem,
Was gerade geschieht?
Schwelgt der Geist in Erinnerungen?
Plant er etwas in der Zukunft Liegendes?
Auch da kann man einfach erinnern,
Planen,
Etikettieren.
Kommentiert er zuvor Gehörtes,
Gesehenes,
Gelesenes,
Erlebtes?
Sorgt sich das Denken über etwas,
Das möglicherweise noch nicht eingetreten ist?
Oder analysiert es,
Was jetzt gerade passiert und warum es so geschieht?
Und vielleicht erzählt sich der Geist kleine Geschichten oder große Geschichten,
Dramen,
Zukunft,
Vergangenheit,
Das,
Was jetzt geschieht.
Womit beschäftigt sich das Denken?
Wie viele der Gedanken drehen sich um Ich,
Mir,
Mein?
Treffen Sie Ihren Lehrer
4.6 (112)
Neueste Bewertungen
Ähnliche Meditationen
Trusted by 34 million people. It's free.

Get the app
