Lektion 1
Deinen Atem kennenlernen und bewusst erleben
In der ersten Lektion schaffen wir die Grundlage für deine Atemarbeit. Mit sanften Mobilisationsübungen bereitest du deinen Körper auf die bewusste Atmung vor. Anschließend lernst du, wie du eine stabile und gleichzeitig entspannte Sitzposition findest und worauf du bei einer natürlichen Nasenatmung achten kannst.
Über die drei Stufen der Yogavollatmung erfährst du die Atembewegung im Bauchraum, im seitlichen Rippenraum und im oberen Brustraum. Zum Abschluss lernst du die Boxatmung kennen – eine Atemübung, die deine Aufmerksamkeit bündelt und dir einen bewussten Moment des Innehaltens schenken kann.
Lektion 2
Mit Ujjayi bewusster in den Atem eintauchen
In der zweiten Lektion knüpfen wir an die Erfahrungen der ersten Einheit an. Nach einer sanften Mobilisation wiederholen und vertiefen wir zunächst die Yogavollatmung.
Anschließend lernst du die Ujjayi-Atmung kennen und erfährst, wie du deinen Atem bewusster führen kannst. Dabei verbinden wir den Atem mit verschiedenen Elementen der Körperwahrnehmung und Atemsteuerung: dem sanften Heranführen des Kinns zur Brust, Jalandhara Bandha, der Aktivierung des Bauches sowie dem bewussten Umgang mit der Atempause nach der Ausatmung.
Zum Abschluss lösen wir die bewusste Atemführung wieder auf. Mit der Yogavollatmung und einer verlängerten Ausatmung entsteht Raum zum Nachspüren und zur bewussten Wahrnehmung der Veränderungen im Körper.
Lektion 3
Atemkraft erfahren und inneren Raum schaffen
In der dritten Lektion lernst du eine aktivierende Atemtechnik kennen. Bevor wir mit Bhastrika arbeiten, erfährst du zunächst über eine einfache Übung mit einem Buch auf der Bauchdecke den Widerstand und die Bewegung deiner Bauchatmung. Eine gleichmäßige, tiefe und ruhige Nasenatmung hilft dir dabei, die Bewegung des Bauches bewusster wahrzunehmen.
Nach einer weiteren Mobilisationsphase erhältst du eine Einführung in Bhastrika sowie wichtige Informationen zu Wirkungen und Kontraindikationen. Die Atemtechnik wird achtsam und innerhalb der eigenen Grenzen praktiziert.
Anschließend wird die Aktivierung bewusst wieder in Ruhe überführt. In der Meditation „Emotionen loslassen“ öffnet sich ein Raum für die innere Wahrnehmung.
Du kannst dir dabei – ganz ohne etwas erzwingen zu müssen – eine Situation vorstellen, an der du möglicherweise noch festhältst. Das kann eine Beziehung, eine berufliche Situation, eine Gewohnheit, eine Entscheidung oder auch ein bestimmter Gedanke sein.
Lektion 4
Atemkraft, Ruhe und innere Wahrnehmung verbinden
Die vierte Lektion bildet den Abschluss deiner Atemreise. Nach einer kurzen Information zu den Kontraindikationen und einer vorbereitenden Mobilisation lernst du mit Kapalabhati eine weitere aktivierende Atemtechnik kennen.
Dabei steht die bewusste Arbeit mit Bauch und Zwerchfell im Mittelpunkt. Du erfährst den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung und kannst unterschiedliche Rhythmen ausprobieren – langsam und länger oder kürzer und schneller. Dabei geht es nicht um Leistung, sondern darum, deinen eigenen Körper und deine individuelle Reaktion wahrzunehmen.
Nach der Aktivierung führen wir den Körper bewusst zurück in die Ruhe. In der Rückenlage verbinden wir eine verlängerte Ujjayi-Atmung mit einer sanften Bewegung der Arme: Beim Einatmen bewegen sich die Arme über den Kopf, beim verlängerten Ausatmen kehren sie langsam neben den Körper zurück.
In der abschließenden Meditation „Den Beobachter aktivieren“ geht es darum, Gedanken und Körperempfindungen wahrzunehmen, ohne sie sofort bewerten oder verändern zu müssen.
Du darfst erleben: Ein Gedanke ist ein Gedanke. Eine Empfindung ist eine Empfindung. Und ich kann sie beobachten, ohne mich unmittelbar von ihnen mitnehmen zu lassen.