
Love it, leave it or change it - Wir haben immer die Wahl!
Wir möchten Yoga im Alltag integrieren? In einem einfachen Beispiel, erzähle ich Dir, wie du Yoga nicht nur auf deiner Matte praktizierst, sondern Yoga wirklich lebst. Patanjali, der die wichtigste Schrift, das Yoga Sutra, verfasst hat, spricht nicht von Asanas (Körperübungen), sondern von den Übungen des Lebens, mit dem Ziel, dass unser innerer Friede nicht zur Geisel der äußeren Lebensumstände wird. In dieser Episode! Es geht um das: „Loslassen“, „Haben-Wollen“ und „Nicht-Haben-Wollen"
Transkription
Namaste,
Mein Name ist Stefanie.
Tauche mit mir ein in die Welt von Yoga.
Wenn wir Yoga in unseren Alltag und Leben integrieren möchten,
Dann gehört auch Putzen und Aufräumen dazu.
Heute kommt eine schöne Übung,
Um das Loslassen zu praktizieren.
Vor einiger Zeit hatte ich Urlaub und auf meiner To-do-Liste stand Kleiderschrank ausmisten.
Ich denke,
Ich spreche doch ein paar Menschen damit an,
Wenn ich sage,
Dass das gar nicht so einfach ist,
Kleidungsstücke loszulassen.
Aber warum fällt uns das so schwer?
Das Leben stellt uns immer wieder vor neuen Herausforderungen.
Patanjali,
Der die wichtigste Schrift,
Das Yogasutra verfasst hat,
Spricht nicht von Aslas,
Sondern von den Übungen des Lebens.
Zum Beispiel das Loslassen und vom Haben-Wollen und Nicht-Haben-Wollen.
Mit dem Ziel,
Dass unser innerer Frieden nicht zur Geisel der äußeren Lebensumstände wird,
Er gibt uns Übungen des Lebens.
Zum Loslassen gehört das Aufgeben nicht hilfreicher Gewohnheiten,
Gedanken und Emotionen.
So,
Wie kann ich das nun umsetzen?
Ich stehe vor meinem Kleiderschrank.
Erst muss alles mal raus.
Ich reinige die Böden und nun geht es wieder darum,
Den Kleiderschrank einzuräumen.
Aber diesmal möchte ich mich von einigen Dingen trennen.
Ich nehme das erste Shirt und sehe,
Dass es ein Loch hat.
Bisher habe ich es jedes Mal wieder in den Kleiderschrank reingelegt.
Eine alte,
Nicht hilfreiche Gewohnheit.
Hier kommt ein Tool,
Das du nun einsetzen kannst.
Es nennt sich Love It,
Change It or Leave It.
Ich liebe das Shirt und ziehe es konsequent an,
Auch mit Loch.
Oder ich wechsle den Umstand und repariere das Shirt,
Also ich stopfe es.
Dritte Möglichkeit,
Leave It.
Ich trenne mich davon,
Diesmal konsequent.
So viel zum Thema Loslassen von nicht hilfreichen Gewohnheiten.
Das nächste,
Loslassen von Gedanken.
Wie passt das in meinen Kleiderschrank?
Ich nehme das nächste Shirt.
Welche Gedanken kommen mir zu diesem Shirt?
Oh,
Das ist doch noch vollkommen in Ordnung.
Aber ich habe gerade keine Lust darauf.
Das ziehe ich vielleicht wieder mal beim nächsten Mal an,
Aber nicht heute.
Stopp!
Ist das wirklich so?
Beim letzten Mal,
Wie ich es in den Händen hatte,
Habe ich genau das gleiche gedacht.
Ziehe ich es wirklich noch mal an?
Ganz sicher?
Oder schenke ich es jemanden,
Der Freude damit hat?
Dann werde ich es auch nicht mehr sehen und auch diese Gedanken nicht mehr haben.
Und noch eine Lektion habe ich gerade gelernt.
Ich hinterfrage meine Gedanken.
Ist das wirklich wahr?
So viel zum Thema Loslassen von Gedanken.
Das nächste Kapitel,
Loslassen von Emotionen.
Ich nehme ein weiteres Shirt in die Hand.
Oh mein Gott,
Das hatte ich bei meiner letzten Party an.
Ja,
Wir verbinden alles Mögliche mit Emotionen,
Auch Klamotten.
Das war jetzt was Positives.
Es geht aber auch anders.
Oh mein Gott,
Das habe ich bei meinem letzten Vorstellungsgespräch getragen und den Job nicht bekommen.
Das macht unser Gehirn übrigens sehr gerne.
Irgendein Gegenstand,
Geruch oder Sonstiges mit einer Emotion verbinden.
Wenn ich dir mein Shirt geben würde,
Würde es bei dir gar nichts auslösen.
Also kann es nicht an dem Shirt liegen.
Jetzt kannst du dich fragen,
Ist diese Verbindung wirklich hilfreich?
Wenn ja,
Brauche ich das Shirt eigentlich dazu?
Oder passt diese Emotion eigentlich überhaupt noch in mein jetziges Leben?
Zum Loslassen gehört die Zufriedenheit wie zum Festhalten der Schmerz.
Klammern wir uns manchmal unnötig an eine vergangene Emotion,
Ein Gefühl oder an einen Moment,
Vielleicht sogar an eine Situation,
An eine unveränderliche Vergangenheit.
Ich stehe immer noch vor meinem Kleiderschrank,
Shirt rein oder raus.
Ich praktiziere eine Balanceübung.
Ich stehe vor meinem Kleiderschrank und mache den Baum,
Die Yoga-Haltung,
Bis ich eine Entscheidung getroffen habe.
Ich habe für das Kleiderschrank ausmisten tatsächlich ziemlich lange gebraucht.
Aber welches Gefühl du vielleicht auch kennst,
Wenn du fertig bist mit deiner Tätigkeit,
Mit deinem Kleiderschrank ausmisten?
Wie fühlt sich das an?
Ja,
Es fühlt sich einfach gut an.
Leichter.
Man ist zufrieden.
Ja,
Genau.
Zum Loslassen gehört die Zufriedenheit.
Wenn du das nächste Mal deinen Kleiderschrank ausmistest,
Dann gehört das ganz klar zu deiner Yoga- praxis.
Ich hoffe nur,
Bei dir geht es ein bisschen schneller.
Ich habe übrigens auch ein neues System eingeführt.
Das habe ich in einem Fernsehbericht gesehen.
Statt die Shirts zusammenzulegen,
Habe ich sie gerollt und in Fächer und Boxen reingetan.
Ich finde das bis jetzt sehr übersichtlich.
Ich sehe auf einen Blick die Farben und die Shirts,
Die ich nicht so oft einziehe,
Verschwinden nicht ganz unten im Stapel und werden verdeckt.
Aber Yoga ist auch Veränderung.
Alles ist in Bewegung und im Fluss.
Vermutlich wird mein Kleiderschrank in einem halben Jahr wieder ganz anders aussehen.
Und das ist auch gut so.
Im Yoga gibt es die Übung Vairagya,
Was übersetzt wird mit Losgelöstheit,
Nicht anhaften oder Wunschlosigkeit.
Und das begleitet uns ständig.
Losgelöstheit ist sicher der passendste Begriff,
Um Vairagya zu beschreiben.
Es gilt sich von allem zu lösen,
Was wahrgenommen werden kann.
Sich von keinerlei Impulsen mitreißen zu lassen.
Und auf der anderen Seite gilt es,
Sich auszurichten und zu entwickeln.
Im Yogasutra Kapitel 1,
Vers 12 lesen wir,
Durch Üben und durch die Fähigkeit loszulassen,
Kann unser Geist den Zustand von Yoga erreichen.
Und auch wenn wir den 8-litrigen Pfad von Patanjali anschauen,
So finden wir zum Beispiel Aparigraha,
Also das Nicht-Horten,
Also der maßvolle Umgang mit Besitz.
Da Besitz bekanntlich eine Investition von Zeit,
Energie und Geld erfordert,
Das können wir mit dem Blick in den Kleiderschrank vielleicht schon auch ganz gut sehen und vergleichen.
Aparigraha möchte uns dazu bewegen,
Schonend mit den Ressourcen der Welt umzugehen.
Und nach dem Kleiderschrank- misten bin ich auch wieder etwas achtsamer mit dem,
Was ich mir neu zulege.
Und ganz ehrlich,
Ich habe auch schon ein paar schöne Stücke mal in einem Second-Hand-Laden gefunden.
Warum nicht das?
Aparigraha möchte uns auch dazu bewegen,
Sich von Erwartungen zu lösen.
Ich denke,
Ich muss nicht immer up-to-date sein und die neuste Mode tragen oder vielleicht sogar besondere Marken.
Ein weiteres Glied aus dem Pfad von Patanjali ist Brahmajaria.
Das richtige Maß in allem finden,
Sich nicht von Dingen,
Emotionen und Leidenschaften beherrschen lassen.
Auch nicht immer eine leichte Übung,
Aber wenn wir es uns immer wieder vor Augen führen,
Sind wir schon auf einem ganz guten Weg.
Wenn du also das nächste Mal deinen Kleiderschrank aufräumst,
Dann mach eine Yoga-Übung daraus.
Beobachte dich.
Wie geht es dir mit dem Thema Loslassen?
Fällt es dir schwer oder leicht?
Verbindest du Emotionen und Kleiderstücke miteinander?
Welche Gedanken begleiten dich?
Schreib mir unbedingt deine Erfahrungen.
Ich bin neugierig,
Wie es dir geht.
Das war heute mal eine ganz andere Episode,
Aber ich wollte dir einfach mal zeigen,
Dass Yoga ganz viele Facetten hat und wie wir Yoga in unser Leben integrieren können.
Wenn ich zurückblicke,
Dann war auch die Zeit,
Die ich mit Kleiderschrankausmisten verbracht habe,
Definitiv eine Meditation für mich.
Denn ich war wirklich ganz bei dem,
Was ich jetzt gerade mache.
Ich habe weder daran gedacht,
Was ich noch einkaufen muss oder sonstiges tun muss,
Sondern ich war ganz dabei,
Meine Kleidungsstücke zu betrachten und auszuwählen.
Sollte dein Kleiderschrank im Augenblick in Ordnung sein und du aber Lust hast,
Das Loslassen in Yoga-Haltungen zu üben,
Dann besuche doch gerne meinen YouTube-Kanal.
Ich habe vor einiger Zeit ein neues Video hochgeladen,
In dem ich sogar mit einer Yoga-Teilnehmerin aus meinen Kursen übe.
Schau es dir gerne an und übe auch dort Vairagya,
Das Loslassen unnötiger Spannungen in den Körperhaltungen,
Das Loslassen energetischer Blockaden,
Damit Prana die Lebensenergie frei fließen kann,
Das Loslassen des Atems,
Das Loslassen der Fokussierung auf das Außen,
Um in die Meditation nach innen gehen zu können.
Ich bedanke mich für deine Aufmerksamkeit und wünsche dir eine wundervolle Zeit.
Treffen Sie Ihren Lehrer
More from Stefanie Busch
Ähnliche Meditationen
Trusted by 34 million people. It's free.

Get the app
