
Dr. P. Taheri - Von der Kunst ein erfülltes Leben zu führen
In dieser Folge von The Beautiful Mind ist Dr. med. Pouria Taheri zu Gast – Sportmediziner, ehemaliger Profibasketballer und ein Mensch mit inspirierender Lebensphilosophie. Aufgewachsen in Deutschland als Sohn geflüchteter iranischer Ärzte, führte sein Weg von Bayern München und der iranischen Nationalmannschaft zur Medizin. Heute betreibt er eine Praxis in Berlin-Kreuzberg. Das Gespräch, ursprünglich 2022 für Die Sieben Säulen des Seins aufgezeichnet, beleuchtet den Einfluss des Körpers auf ein erfülltes Leben. Drei zentrale Erkenntnisse: Bewegung hilft in Krisen – Physisch wie mental. Leben verläuft in Kreisen – Von Körper über Sozialisation bis Spiritualität. Erholung ist essenziell – Nicht nur im Sport, sondern im gesamten Leben. Eine tiefgehende, inspirierende Episode – jetzt reinhören!
Transkription
Das ist das Schönste,
Was der Körper eigentlich entwickelt hat,
Weil es im Gehirn produziert wird und im Schlafen massiv produziert wird und das dazu führt,
Dass die Menschen regenerieren,
Dass sie heilen und das wirkt auf alles.
Und das klingt bescheuert,
Dass wir irgendwie die Möglichkeit haben,
Auf alles zu wirken,
Während wir schlafen,
Aber das ist halt tatsächlich der Faktor,
Der dann entscheidend ist.
Erfolg bedeutet für mich,
Ohne dabei zu weit abzudriften,
Dass es kein Gut und kein Schlecht gibt,
Sondern nur ein Sein.
Willkommen zurück bei The Beautiful Mind.
Heute zu Gast bei mir ist Dr.
Med Puria Tahiri.
Er ist einer dieser Menschen mit einer grundpositiven Aura.
Ein Junge aus Teheran,
Wohnt in Berlin,
Lebt in Berlin und Puria hat ein paar spannende Facetten in seinem Lebenslauf.
Seine Eltern flohen Anfang der 80er Jahre als Folge der islamischen Revolution aus dem Iran und landeten in Westdeutschland,
Bevor es sie nach Berlin verschlug.
Beide Ärzte.
Eine klassische Iran-Diaspora-Biografie,
Einhergehend mit der für Migranten wie uns üblichen Suche nach dem eigenen Platz in der Welt.
Puri spielte in Köln und bei Bayern München professionell Basketball,
Auch für die iranische Nationalmannschaft und ging dann einen erstaunlich geraden Weg.
Medizinstudium an der Charité hier in Berlin,
Assistenzarztstellen in verschiedenen Krankenhäusern,
Facharztausbildung Orthopädie,
Traumatologie und Subspezialisierung Sportmedizin.
Seit geraumer Zeit hat Puri eine eigene Praxis in Kreuzberg,
Die sportsmed.
Berlin,
Falls ihr das im Internet nachschauen möchtet.
Ich kenne Puri aus meiner Zeit bei adidas,
Als wir gemeinsam für die globale adidas Runners Community an holistischen Trainings und Entwicklungsprogrammen für unsere MitgliederInnen gearbeitet haben.
Er ist inzwischen ein enger Freund geworden.
Ich habe ihn während der Recherchephase für mein zweites Buch,
Die sieben Säulen des Seins,
In seiner Praxis besucht und das Gespräch aufgezeichnet.
Und ja,
Das war durchaus,
Ich glaube,
Drei Jahre her.
Hier erscheint also wie versprochen nun dieses Gespräch als Podcast.
Das habe ich in meinem Buch im letzten Absatz drin stehen und jetzt erst langsam Jahre nach der Veröffentlichung tropfen die Gespräche als Podcast rein.
Aber ich denke mir besser spät als nie.
So,
Als ganzheitlicher Spezialist im Bereich Körper ist Puri prädestiniert für die Frage,
Welchen Einfluss der Umgang mit dem eigenen Körper auf unser Leben hat und wie wir diesen Umgang nachhaltig für uns kultivieren können.
Es geht aber eben nicht darum,
Performance-Steigerung über alles zu setzen.
Das ist,
Wie wir auch im Gespräch erfahren werden,
Ein Irrweg.
Ganz im Gegenteil,
Auf die Balance und auf den Moment kommt es an.
Ja,
Fast schon zen-buddhistisch inspirierte Aussagen hier von Puri.
Was mich am Gespräch am meisten fasziniert hat,
Ist jedoch die Hingabe zur Unternehmensphilosophie.
Puri droppt eine Zen-Weisheit nach der anderen und verkörpert eine Lebensphilosophie,
Die ich sehr inspirierend finde.
So,
Genug geredet.
Jetzt,
So kurz vor Silvester,
Rein in das Gespräch und das als wunderbare Grundlage,
Um sich über die eigenen Vorsätze fürs nächste Jahr vielleicht noch mal Gedanken zu machen.
Mein lieber Puri,
Erst mal freue ich mich sehr,
Dass du dir die Zeit nimmst für dieses Gespräch.
Wie du weißt,
Geht es auch um mein Buch,
Die sieben Säulen des Seins,
Die Kunst in erfülltes Leben zu führen,
Als auch um eine Podcast-Aufnahme.
Nur damit du Bescheid weißt,
Deswegen auch dieser ganze Technik-Kram hier.
Vielen Dank,
Dass ich hier sein darf.
Ich freue mich sehr,
Dabei zu sein.
Danke,
Dass du an mich gedacht hast.
Jetzt sitzen wir hier zusammen mit deiner Praxis gerade in einem Raum Nummer sechs und ich habe mich hier aufgebaut.
Deswegen lasst uns gleich mal anfangen.
In dem Buch geht es ja auch um die Kunst,
Ein erfülltes Leben zu führen.
Meine erste Frage an dich,
Lieber Puri,
Lautet,
Was ist für dich ein erfülltes Leben?
Wie sieht das aus?
Ich glaube,
Glücklich in dem Moment zu sein,
Ist die größte Tugend,
Die man haben kann,
Um tatsächlich viele Momente zu sammeln,
Die ein Leben ausfüllen.
Und das klingt so lang,
Ein glückliches Leben zu führen,
In allererster Linie.
Von daher gehe ich immer um den Moment herum und versuche mich immer auf den Moment zu konzentrieren,
Mir Strukturen aufzubauen,
Die mir erlauben,
Mit der Zeit zu gehen und so durch jeden Moment genießen zu können.
Da ich als Arzt auch einfach ein Leben führe,
In dem ich jeden Tag ganz viele Menschen sehe,
Mit denen ich ganz viele kleine Momente teile.
Und wenn ich da viele gute Momente rausziehe und auch mit den schlechten Momenten irgendwo klarkomme,
Dann finde ich eine Balance.
Und diese Balance brauche ich,
Um dann tatsächlich ein gewisses glückliches Leben zu führen.
Gibt es für dich einen Unterschied zwischen einem glücklichen und einem erfüllten Leben oder ist es für dich das Gleiche?
Ich glaube,
Ein glückliches Leben ist in allererster Linie Momente aneinanderzureihen,
Die dich erfüllen,
Die dich zum Lachen bringen und dieses Gefühl von Glück,
Freude oder Liebe zu erfahren.
Und ein erfülltes Leben hat auch ganz viel mit strategischem Denken zu tun,
Also weniger das Emotionale.
Also viele Dinge,
Die irgendwo eine Rolle spielen,
Wie erfolgreich zu sein.
Ob das im Hobbybereich ist,
Ob es im Zwischenmenschlichen ist oder im Dingen,
Die du dir vorgenommen hast,
Ob das im beruflichen Bereich ist oder im Umgang mit deiner Familie,
Überhaupt eine Familie zu gründen,
Ein erfülltes Leben zu führen.
All diese Ziele,
Die man sich bewusst machen muss,
Welche man erreichen will,
Führen dann zu einem erfüllten Leben.
Du bringst einen ganz wichtigen Aspekt rein,
Erfolg als Modell,
Nach dem wir uns orientieren.
Erfüllung und Erfolg geht so ein bisschen Hand in Hand.
Was bedeutet für dich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich,
Ohne dabei zu weit abzudriften,
Dass es kein Gut und kein Schlecht gibt,
Sondern nur ein Sein.
Das bedeutet,
Dass in dem Moment,
Wo ich werte,
Tatsächlich auch Einfluss darauf nehme,
Ob ich erfolgreich bin oder nicht.
Wenn ich die Dinge aber so nehme,
Wie sie sind und versuche dann darauf zu reagieren und sie so nüchtern wie möglich zu betrachten,
Um eine objektive Beurteilung der Situation zu erlangen,
Habe ich es immer bisher in meinem Leben geschafft,
Nicht nur mich glücklich zu machen,
Sondern auch die Menschen um mich herum.
Also die Leute um mich herum zu inspirieren mit meinem Verhalten.
Und mir selbst dabei treu zu sein,
Was ich als Erfolg empfinde,
Hat dann nicht nur mit persönlichem Erfolg zu tun,
Sondern auch mit Erfüllung.
Wenn du über Erfüllung sprichst und Erfolg,
Dann sagst du,
Dass es dir darum geht,
Andere zu inspirieren.
Dann sagst du,
Es geht um Werte.
Dann sagst du,
Es geht darum,
Den Moment zu erleben,
Den Moment zu genießen.
Jetzt bist du nun mal ein Sporttherapeut,
Ein Orthopäde.
Kannst du mal erklären,
Wie die Arbeit als Sportarzt dich erfüllt?
Warum bist du Sportarzt geworden?
Das ist eine sehr gute Frage,
Weil man als Arzt natürlich einen freien Beruf hat und dementsprechend hast du natürlich immer die Möglichkeit zu machen,
Was du willst.
Und in meiner Ausbildung als Orthopäde und Unfallchirurg hat der muskuloskeletale Körper,
Knochen,
Muskulatur,
Gewebe eine übergeordnete Rolle gespielt.
Aber desto länger ich in diesem Beruf tätig war und verschiedene Aspekte kennengelernt habe,
Wie Teilaspekt-Gelenkersatz,
Teilaspekt-Gelenkchirurgie,
Gelenkerhaltenchirurgie oder Wirbelsäule oder Unfallchirurgiefrakturen oder Erstverletztenversorgung zu machen,
Habe ich gemerkt,
Dass ich in all diesen Dingen einen gewissen Erfolg feiern kann,
Ich aber nicht glücklich oder erfüllt bin.
Und erst,
Ich werde mich nie vergessen,
Als ich im Stadtwald in Köln laufen war und am Ende meiner Weiterbildung war und erst,
Als ich mir da so überlegt habe,
Was will ich eigentlich machen,
Was so viele verschiedene Bereiche schon gesehen,
Ist mir aufgefallen,
Dass es Sonntagmorgen 6.
30 Uhr ist und ich gerade 5,
5 Kilometer von 12 Kilometern gelaufen bin,
Weil ich meiner eigenen Erfüllung nachgehe,
Sport zu machen.
Und da ich unheimlich einen Bezug zum Sport habe und diese Glücksmomente mich immer wieder in schlechten Momenten rausgeholt haben,
Die der Körper bereitstellt,
Wenn ich Sport mache,
Habe ich gemerkt,
Dass das das ist,
Was meine Leidenschaft ist,
Dass das das ist,
Wo meine Energie herkommt und drinsteckt.
Und einer der Hauptaufgaben für mich im Leben sind,
Andere Menschen zu inspirieren,
Indem ich ihnen sage,
Versuch deine Leidenschaft zu finden,
Gehe darin auf und inspiriere andere.
Und das habe ich mit der Sportmedizin gefunden und danach war der Weg eigentlich relativ stark gezeichnet mit der Übernahme der Sprechstunde in Pankow und des Olympiastützpunktes und jetzt den Übergang in die Sprechstunde,
Wo ich nach Übernahme durch ältere Kollegen jetzt zwei Kollegen habe,
Die auch aus der Sportmedizin kommen und dadurch meinen Arbeitsalltag einfach eine viel,
Viel entspanntere und flüssigere Inhalte mit mitnimmt.
Der Körper an sich hat gerade dafür so viel Gutes,
Wenn ich andere Leute mit Sport inspirieren möchte,
Weil durch die Energie,
Die durch die Bewegung entsteht,
Durch die Hormone,
Die in Wallung gebracht werden und durch die Myokine,
Das ist ein ganz wichtiger Begriff,
Gerade wenn es darum geht,
Glücklich zu sein,
Die Muskel gebildet werden und ähnliche Wirkungen auf das Gehirn haben wie Alkohol oder Drogen an Glücksmomenten,
Da natürlich unheimlich viel bewirken können bei jedem Einzelnen,
Aus ihrer Depression rauszukommen,
Aus ihrer Stagnation rauszukommen,
Aus ihren Strukturen rauszukommen,
Die sie irgendwo festhalten.
Und das ist einer der wichtigsten Punkte für mich,
Wenn es um Patienten geht,
Die in Depressionen stecken,
In Bewegung zu kommen.
Ich habe mich ganz bewusst für diese Praxis,
Für diesen Lebensstil,
Für diesen Umgang mit Menschen entschieden,
Gerade in Berlin-Kreuzberg zu sein,
Weil es multikulturell ist,
Gerade weil es sportorthopädische Ausrichtung ist und gerade weil ich selbstständig,
Selbstbestimmend sein kann als Teil,
Als Gesellschafter.
Ich bin hier nicht Alleinherrscher,
Sondern habe auch einen Partner,
Mit dem ich zusammen diese Praxis geschäftsführend leite.
Und die Entwicklung,
Die ich als Mensch gemacht habe,
Seitdem ich geschäftsführender Partner bin und selbstständig bin,
Hat nochmal total einen draufgesetzt,
Neben dem Arzt zu sein oder Operateur zu sein,
Weil ich damit ganz viele Aspekte gelernt habe,
Mit gutem Beispiel voranzugehen,
Dass viele auf mich reagieren,
Dass meine Arbeit oder mein Umgang mit Menschen eine höhere Wirkung hat und auch tatsächlich mich selbst kennenzulernen,
Wer ich wirklich bin,
Weil ich tatsächlich gemerkt habe,
Dass ich nicht nur in einem System arbeite,
Sondern ein System mit generiere.
Und da gibt es verschiedene Typen,
Glaube ich,
Die sich da erfüllt fühlen oder erdrückt fühlen,
Aber diese Herausforderung tagtäglich was machen zu können,
Dass Dinge verändert,
Die in meinem Leben sind und ich nicht in einer Box sitze,
In der ich arbeiten muss,
Das sehe ich,
Wenn ich beispielsweise Serien sehe,
Wie The Office,
Wo halt Büroalltage dargestellt werden oder Stromberg,
Wo sowas dargestellt wird und du denkst so,
Wow,
Wie kann man darin überleben oder leben?
Und da gibt es Menschen,
Die fühlen sich darin total wohl und das respektiere ich auch und das inspiriert mich wiederum,
Aber es gibt halt auch Menschen,
Die darin total unglücklich sind,
Das aber noch nicht gefunden haben und für die möchte ich dann eigentlich eine Inspiration sein,
Denen zu sagen,
Trau dich,
Bewegt dich in die Richtung und versuch,
Dich zu mobilisieren,
Das,
Was in Bewegung kommt,
Ob es nach links,
Nach rechts,
Nach hinten ist,
Irgendwo muss die Bewegung herkommen,
Also stell dir die Fragen,
Die auch manchmal unbequem sind,
Damit du dann die notwendigen Schritte in die Wege leitest.
Na,
Wollen wir mal mit einer Frage anfangen und mal gucken,
Ob sie unbequem ist.
Was würdest du sagen,
Ist in deiner Kindheit oder in deiner Jugendzeit passiert,
Dass der Wunsch in dir,
Sportarzt zu werden,
So ausgeprägt war?
Kein Kommentar.
Spaß beiseite.
Ich bin in jungen Jahren mit meiner Familie aus dem Iran nach Deutschland gekommen und wir sind über die Berge in der Türkei geflüchtet und sind hier in Deutschland,
Meine Eltern waren schon Fachärzte beide selber,
Mehr oder weniger auf uns allein gestellt gewesen,
Also eine große Familie,
Die hatte ich im Iran.
Und wenn du dann deine Eltern als Vorbilder hast,
Die beide Ärzte sind und die die Sprache nicht sprechen,
Aber trotzdem sich hier irgendwie behaupten und ihren Job machen,
So ist das für mich ein ganz wichtiger Aspekt,
Weil der mir dann zeigt,
Ich habe etwas geschafft,
Obwohl ich nicht die Unterstützung von dem drumherum habe und ich bin an den Punkt gekommen,
Dass ich was besitze oder was machen kann.
Das war der medizinische Teil,
Weil ich hatte jetzt keinen Architekten,
Der um mich herum war,
Aus dem Familienkreis,
Die Familie inspiriert ja immer in den ersten Jahren stark.
Sport war immer meine Leidenschaft und auch die Leidenschaft in meiner Familie und als kleiner Fußballer,
Wo ich wollte immer Fußballer werden,
Da hat man immer Fußball gespielt und ich weiß noch,
Dass es 86 die WM war in Mexiko,
Argentinien,
Es war in Mexiko,
Aber Argentinien ist Weltmeister geworden gegen Deutschland im Finale.
Und ich habe meinen Vater gefragt,
Meinst du es ist ein erstrebenswerter Beruf,
Wenn ich Fußballer werde?
Und kann ich als Fußballer auch Arzt sein?
Und mein Vater sagte,
Klar,
Kannst du das beides sein.
Und es gab den berühmten brasilianischen Fußballer,
Dessen Name mir jetzt nicht einfällt,
Der auch gleichzeitig Arzt war,
Der im griechischen Philosophen nachbenannt wurde,
Sokrates,
Der war Arzt und Fußballer,
War auch eine absolute Maschine als Fußballer,
Und das war für mich so der Knackpunkt,
Wo ich dachte,
Wow,
Und das geht.
Und da dachte ich so,
Ich kann mich intellektuell inspirieren lassen und ich kann sowas erreichen,
Was meine Eltern geschafft haben,
In einem Land zu sein,
Wo ich überhaupt nicht die Sprache spreche,
Aber trotzdem irgendwo willkommen geheißen werde und trotzdem meiner eigenen Leidenschaft hinterhergehe,
Was der Sport ist.
Über die Jahre hinweg war es dann auch nicht mehr der Fußball,
Sondern bin dann eher beim Basketball gelandet und das ist auch gut so gewesen und habe auch meine Erfolge gehabt und habe Basketball gespielt für die iranische Nationalmannschaft und professionell,
Aber alles so low-key,
Nicht so super erfolgreich und nicht so der Typ,
Wo man gesagt hat,
Der kann damit sein Geld verdienen.
Und spätestens als ich die ersten Jahre dann als Semiprofessionell Zweitliga gespielt habe,
Habe ich gemerkt,
Wow,
Amerikanische Superbasketballspieler gibt es wie Sand am Meer,
Und das ist tatsächlich nicht sowas,
Wo ich denke,
Das ist es.
Und habe dann Medizin,
Schwerpunkt Medizin gelegt und gerade,
Wie ich sagte,
So in der Medizin hast du dann so viele verschiedene Bereiche,
Die du haben kannst.
Und da habe ich halt dann gemerkt so,
Nee,
Irgendwo muss ich dann halt was finden,
Was mich wirklich inspiriert.
Und da kam dann,
Glaube ich,
Der Weg wieder zurück zu diesen Momenten,
Wo ich in meiner Kindheit sportlich sozialisiert wurde und durch den Sport geprägt wurde und da auch einfach viel Gutes mitgenommen habe.
Und das hat mich dann dazu geführt,
Das auch anderen Leuten wiederzugeben,
Weil ich mich dann einfach sehr stark in meine Patienten hineinversetzen kann.
Und das merke ich heute noch,
Dass,
Wenn die Profis zu mir kommen,
Von den Teams,
Die ich betreue,
Ob es ein Fußball- oder MMAler sind,
Ich verstehe die und die fühlen sich gut aufgehoben,
Weil sie mich auch dann besser verstehen können.
In der Zeit,
In der ein Patient bei dir ist,
Von dem Moment,
Wo du ihn begrüßt und eine Patientin,
Bis zu dem Moment,
Wo du den Patienten behandelst,
Bis hin zu der Verabschiedung und alles,
Was dazwischen ist,
Was ist dein Lieblingsmoment?
Was ist der Moment,
Den du als Gratifikation deiner Arbeit am meisten wahrnimmst?
Ist es der Moment der Behandlung?
Ist es das Gefühl der Heilung?
Ist es die Interaktion mit den Menschen?
Kannst du das bespezifizieren?
Ich glaube,
Wenn man es in zwei Wörtern beschreiben müsste,
Wäre es Authentizität und Vertrauen.
Dass die Leute merken,
Dass ich weiß,
Worüber ich rede,
Dass sie mir das abnehmen,
Dass ich nicht in Floskeln spreche,
Sie ernst nehme,
Sie im Gesamten sehe und den Moment,
Mit dem ich ihn verbringe,
Auch wirklich intensivst verbringe,
Sie komplett mir anschaue,
Mit ihm den Behandlungsweg aufzeige,
Ihm die verschiedensten Wege aufzeige und dann am Ende sie mitentscheiden lasse,
Was wollen wir machen.
Und dann haben sie ein Stück weit das Gefühl,
Okay,
Der überrumpelt mich nicht,
Der bevormundet mich nicht,
Der guckt mich nicht von oben herab an und dieses Gefühl der Nähe zu entwickeln,
Auch wenn es nur zehn Minuten sind,
Mit denen wir miteinander sprechen,
Dieses Gefühl zu entwickeln und dieses Moment zu entwickeln,
Miteinander zu haben und sich dann zu verabreden,
Sich wiederzusehen und die auch wiederkommen.
Und auch wenn sie dann beim nächsten Mal aufgrund von akuten Notfällen oder Zwischenfällen oder anderen Gesprächen,
Die länger gedauert haben,
Mal eine dreiviertel Stunde auf mich gewartet haben,
Dann auch wirklich sagen,
Ey,
Es ist kein Problem,
Ich bin gerne hier,
Ich will ja ihre Meinung wissen.
Diese Verbindung herzustellen zu so vielen verschiedenen Menschen gibt mir Energie und lässt mich auch Spaß daran haben,
Meinen Beruf weiterzuführen.
Glaubwürdigkeit und das Gefühl,
Dass die Menschen dir vertrauen,
Dass sie sich bei dir sicher fühlen,
Dieses Gefühl der Belohnung,
Einen emotionalen Wert erzeugt zu haben,
Das ist ja auch genau das,
Wo es um deinen eigenen Körper geht,
Was mit Sicherheit zu tun hat,
Der Sehnsucht nach Gesundheit und Sicherheit und du bist da sozusagen ein Enabler der Gesundheit.
Wo wir bei einem wichtigen Thema wären,
Nämlich Gesundheit,
Und es geht ja in dem Interview auch stark um das Thema Körper,
Ich persönlich betrachte den Begriff Gesundheit nicht nur exklusiv als eine Sache des Körpers,
Sondern natürlich auch eine Sache des Geistes,
Der emotionalen Gesundheit,
Der mentalen Gesundheit und so siehst du das ja auch.
Wir haben ja in unserer Zeit,
In der wir bei den Adidas Runners jahrelang zusammengearbeitet haben,
Gemeinsam an Konzepten und Programmen gearbeitet haben,
Die ganzheitlich die Athleten weltweit zu einer besseren Leistung,
Aber auch zu einem glücklicheren Zusammensein führen sollte,
Das Thema Sport und das Thema Gesundheit immer ganzheitlich betrachtet.
Jetzt schaue ich mir dein Logo an,
Da gibt es so vier ineinander geschränkte Kreise der Orthopädie,
Der orthopädischen Praxis Berlin-Kreuzberg.
Kannst du mir mal erklären,
Was deine ganzheitliche Betrachtungsweise auf den Körper einerseits und Gesundheit andererseits,
Wie die aussieht?
Zum einen gebe ich dir vollkommen recht,
Diese Strukturen,
Die wir damals zusammen entwickelt haben,
Haben maßgeblich auch auf meine Wirkung als Mediziner eingewirkt,
Von daher kann ich mich nicht genug bedanken,
An diesen Projekten mit dir zusammengearbeitet zu haben,
Weil sie mich weg von der Schulmedizin gebracht haben,
Die dann jetzt in meinen jungen Jahren schon retrospektiv eher zeigt,
Ein gewisses Handwerk mitzugeben,
Aber die Auslegung meiner Arbeit dann schon weit über dem ist,
Als nur Knochen,
Gelenke und Muskeln zu heilen.
Die Bewegung,
Die Einstellung,
Die Ernährung und vor allen Dingen die Regeneration sind für mich die Bereiche,
Die elementar sind an jedem Einzelnen.
Die Programme,
Die wir im Bereich Performance Enhancement daraus strukturieren und Patienten mitgeben,
Sind für ganz unterschiedliche Menschen,
Leistungssportler,
Manager,
Selbstständige,
Arbeitnehmer,
Vollkommen egal,
Was du machst im Leben,
So förderlich,
Dass wir so Stück für Stück mehr und mehr daran Erfolge feiern können,
Indem wir den Menschen einfach nur Strukturen geben,
Wo sie selber noch keine Einblicke hatten.
Der Körper,
Wie du es in diesen Bereichen auch ganz zentral stellst,
Hat so viele Einflüsse,
Innere und äußere,
Die dadurch so ein Stück weit durch diese vier Ringe umgesetzt werden können.
Die Einstellung zu bestimmten Themen,
Wie du das angehst,
Hat meiner Meinung nach den wichtigsten Faktor und wenn die Menschen bei mir sitzen und über diese vier ineinander gehenden Ringe sprechen wollen,
Zeigt sich das so förderlich,
Wenn die halt schon diese Bewegung gemacht haben,
Sich da belesen zu wollen oder sich zuzuhören wollen,
Mir von ihrem Leben erzählen,
Dass ich dann die Zusammenhänge sehe.
Die Bewegung als eigentliche Aktion ist ja ein gewisser Stressor,
Ich will jetzt Training machen,
Ich will jetzt mal was Neues machen oder meinen Körper auf ein neues Level heben und dieser Stressor führt natürlich dazu,
Dass du dich an eine neue Struktur anpasst,
Adaptation und diese Adaptation ist gewissermaßen der Reiz,
Der auf den Körper ausgesetzt wird.
Du musst dich aber davon regenerieren,
Um den eigentlichen Wachstum zu spüren und daher sind ja die Menschen,
Die sich nur hinsetzen und tatsächlich immer wieder Sport machen jeden Tag,
Jeden Tag laufen gehen und irgendwann jeden Tag Krafttraining machen und von morgens bis abends arbeiten,
Meines Erachtens nach ausgebrannt und du kommst ins Übertraining.
Und daher ist die Regeneration so entscheidend,
Dass du Ruhe reinkriegst,
Auf deinen Schlaf achtest,
Auf deine Ernährung achtest,
Die genügend Nahrungsmittel im wahrsten Sinne des Wortes zu dir gibt,
Dass du eine Balance findest,
Um diese Dinge auszuzeichnen und die Ernährung kannst du natürlich deinen Punkten an strukturieren,
Aber da ich ja Sportorthopäde bin,
Ist Bewegungspläne,
Trainingspläne und Balancen da reinzubauen mein Hauptziel.
Und da die Myokine für mich so eine übergeordnete Rolle spielen,
Transmitter,
Stoffe,
Die von der Muskulatur,
Einem riesen Organ,
Das sich über den ganzen Körper zieht,
Ausgeschüttet werden,
Um dann halt eine positive Reaktion auszuüben,
Damit fängt es an und dass du das dann halt nicht übersäuerst und in die Regeneration falsch reinrutscht,
Musst du auf die Ernährung achten und dabei die richtige Einstellung zu besitzen und den Ball am Rollen zu halten,
Ist halt das Entscheidende an dem,
Was wir als Leben oder erfülltes Leben oder erfolgreiches Leben oder glückliches Leben bezeichnen.
Ich vergleiche das immer mit einer Lawine.
Eine Lawine,
Die mit einem kleinen Schneeball anfängt und dann sich so langsam so den Berg runterrollt und dabei mehr und mehr und größer wird und Sand,
Erde,
Schnee,
Gras,
Egal was mit sich zieht und dadurch wächst und ein großer,
Individueller Felsen oder so ein riesen Eisblock wird,
Der am Unten dann ankommt.
Hoffentlich zerschnellt er nicht,
Aber das passiert bei unserer Strategie natürlich nicht,
Aber das ist ja das,
Was wir uns vorstellen.
Individualität abholen,
Mitnehmen und in den Alltag des Menschen mit einbauen.
Du hast gerade wunderbar beschrieben,
Wie die sportliche Aktivität über diese Myokine Einfluss auf die Beschaffenheit des Gehirns und das Wohlbefinden des Menschen hat.
Erklär mir doch bitte mal,
Wie diese Körperarbeit Einfluss auf deine mentale,
Emotionale Gesundheit hat.
Dadurch,
Dass du halt Hormone ausschüttest und Energien ausschüttest und Arbeit reingesteckt wirst,
Entsteht in der Muskulatur Energie.
Bewegung erzeugt Energie.
Das ist für jeden nachvollziehbar.
Diese Energie,
Die muss irgendwo hingehen und die entsteht dadurch,
Dass du Nahrung verwertest und das kann auf biomolekularer Ebene mit Kohlenhydraten,
Proteinen und Fetten bedeuten.
Noch weiter reingeschaut siehst du es auf Transmitter- und Hormonebene.
Die Transmitter sind die Myokine,
Die ersetzen an Rezeptoren an und für Myokine gibt es am gesamten Körper Rezeptoren.
Das heißt,
Die setzen an der Bauchspeicheldrüse genauso wie an der Hypophyse an.
Die setzen vorne im Gehirn genauso an wie an den Gefäßen.
Wir sitzen in einem Neokortex,
Wo Gedanken entstehen genauso an,
Wie sie bei der Darmmotilität behilflich sind.
Es ist im Grunde genommen wie so eine Prise von etwas,
Was halt unheimlich unterstützend wirkt,
Dass der Körper in Wallung gerät und in Bewegung gerät.
Das Problem,
Was wir meistens haben,
Ist,
Dass wir an dieser Anpassungskurve zerschellen,
Weil wir einfach zu viel,
Zu weit wollen und wir uns von externen Programmen leiten lassen.
Ich muss in so und so viele Wochen das und das erreicht haben und nach den sechs Wochen ist das wieder vorbei.
Aber diese sechs Wochenprogramme dienen ja nur als Kickstarter.
Es geht ja um dein Leben und dieses ganzheitliche zu sehen,
Das ist halt viel sinnvoller,
Die Menschen in ihrem Leben abzuholen,
Weil das ist das,
Was du gerade meintest,
Was bewirkt ist bei deinem Kopf.
Irgendwann wirst du bei diesen Programmen ankommen und das ist dein Gehirn,
Der sagt,
Hör jetzt auf damit,
Sonst wirst du zerschellen,
Dass du dir sagst,
Ich schaffe das nicht mehr,
Ich muss morgens so früh aufstehen,
Es ist so spät Abend,
Eigentlich habe ich keine Lust mehr.
Und irgendwie kann ich jetzt an diesem Programm,
Da habe ich jetzt zu viel Arbeit,
Ich mache das jetzt nicht mehr.
Und dann zerfällt das wieder.
Aber wenn du das schaffst einzubauen in deinem Leben,
Wird dein Gehirn dadurch halt ein Stück weit mitkommen.
Auf biochemischer Ebene bedeutet,
Dass die Säure,
Die die Muskulatur abgibt als Abfallprodukt der Energie,
Dass die halt zu Trägheit führt.
Und wenn du die nicht durch Regeneration schaffst rauszunehmen,
Dann hast du halt ein Problem,
Weil du dann einfach massive Muskelkater hast,
Auf gut Deutsch gesagt.
Probleme kriegst,
Dass du ständig Schmerzen hast,
Auf gut Deutsch gesagt,
Und du auch nicht so gut vorankommst und denkst,
Das ist doch nicht was für mich.
Aber wenn du dich abends dann in die Badewanne legst mit basischen Salzbädern und dann der Körper diese Milchsäure über dieses Salzbad verliert,
Wenn du dich anstatt um 2.
30 Uhr ins Bett legst oder 12.
30 Uhr schon um halb 10 ins Bett gehst und sagst,
Ich mache jetzt die Gardinen zu,
Ich packe mir jetzt Oropax rein und habe eine Schlafbrille auf und mache mein Handy eine halbe Stunde bevor ich ins Bett gehe aus und benutze keine elektronischen Geräte mehr und will jetzt einfach mal nur intensiv schlafen,
Dann passiert etwas,
Was wir als humanes Wachstumshormon nennen.
Und das ist die Büchse der Pandora.
Du öffnest den Segen,
Also das ist das Schönste,
Was der Körper eigentlich entwickelt hat,
Weil es im Gehirn produziert wird und im Schlaf massiv produziert wird.
Und das dazu führt,
Dass die Menschen regenerieren,
Dass sie heilen und das wirkt auf alles.
Und das klingt bescheuert,
Dass wir irgendwie die Möglichkeit haben,
Auf alles zu wirken,
Während wir schlafen.
Aber das ist halt tatsächlich der Faktor,
Der dann entscheidend ist,
Sich die Ruhe zu gönnen und nicht noch weiter treiben zu lassen,
Da die Entspanntheit zu haben,
So diese,
Ich sage dazu mal relaxed readiness,
So diese Entspanntheit an den Tag legst,
Zu wissen,
Die Konstante ist das Ziel,
Was ich haben will und nicht mich zu schreddern und nicht mich runterzuziehen.
Und wenn du dieses humane Wachstumsfaktor,
Wo die Bodybuilder,
By the way,
In den 80er Jahren dachten,
Geil,
Das spritze ich mir jetzt einfach mal in den Oberschenkel,
Das wird ja funktionieren,
War so Mittelgut,
Weil die haben dann Tumore entwickelt und das hat sich dann relativ schlecht dargestellt.
Sprich,
Du kannst es nicht provozieren,
Du musst es in Dosen und in gewisser Konstanz ausschütten.
So durch dann natürlich im Gegensatz zu den Myokinen,
Im Gegensatz zum Adrenalin,
Im Gegensatz zu den Hormonausstoßen,
Die du in den Körper bringst,
Durch die Bewegung immer die Balance gehalten werden muss,
Damit du erfolgreich wirst.
Und wie schaffst du es,
Die Balance zu halten?
Indem du ein paar Schritte vorwärts gehst,
Aber auch mal wieder stehen bleibst und das in dein Leben mit einführst und so eine Routine drin kriegst und der Einzige,
Der das leiten kann,
Wo wir dann auch wieder bei unserem Thema sind,
Ist die Stimme,
Die in deinem Kopf dir sagt,
Es wird alles gut,
Mach einfach weiter,
Lass dich nicht unterkriegen,
Lass dir nicht von dem irgendwas erzählen,
Hör interessiert zu,
Zeig Neugierde,
Bleib in deinem Anfängergeist immer neugierig,
Dass du Informationen aufnehmen kannst,
Aber werte sie nicht so sehr,
Sondern nimm sie mit und versuch sie irgendwo in deine Aufgabe konstant,
Die Balance zu halten und dadurch zu wachsen,
Größer zu werden.
Wow,
Diese heilende Kraft,
Würdest du sagen,
Dass sie nicht nur den Körper heilt,
Sondern auch die Seele?
Absolut,
Dass humane Wachstumshormone und alle Zusammenhänge führen in einem Faktor,
Der für alle total erklärbar ist,
Zur Verminderung von Cortisolausstößen,
Zur Verminderung von absoluter Aufmerksamkeit.
Das Stresslevel geht zurück,
Auch das Gehirn verspürt Stress und nutzt sich ab.
Wir beide sind so hart arbeitende Menschen in unseren Fächern gewesen,
Dass wir uns immer wieder neue Herausforderungen gesetzt haben,
Dass wir bis zu dem Punkt gekommen sind,
Wo ich einfachste Entscheidungen nicht mehr treffen konnte,
Weil ich so überarbeitet war und erst gemerkt habe,
Dass diese Überarbeitung dazu geführt hat,
Dass mein Gehirn sich tatsächlich gewissermaßen entzünden kann durch hohe Cortisonmengen,
Durch hohen Kaffeekonsum,
Der immer wieder Cortison pusht und deine Rezeptoren blockiert,
Die dir sagen im Gehirn,
Du bist jetzt müde,
Du musst jetzt schlafen.
Und dann kennen wir auch,
Das Beispiel Kaffee ist genau das,
Worauf ich hinaus will.
Jeder trinkt irgendwie Kaffee und jeder kennt das,
Wenn du mal so einen Koffeinkrush hast und den ganzen Tag Kaffee getrunken hast und irgendwie dann die Wirkung,
Die Halbwertszeit so langsam nachlässt,
Dann werden wir bis um 18 Uhr so dermaßen zerstört,
Weil du irgendwie fünf,
Sechs Kaffee bis 13.
30 Uhr getrunken hast und dann so,
Ja Kai,
Geht immer weiter,
Geht immer weiter und dann irgendwann smasht es dich und du denkst dir so,
Wow.
Und das Gleiche passiert mit dem Körper ja auch,
Aber wir merken es halt nicht und das müssen wir halt versuchen,
Irgendwo zuzulassen,
Zu sagen,
Das ist mein Energielevel und da möchte ich halt hin und da möchte ich halt mein Energielevel verspüren und das tut es dann auch,
Wenn du deine Balance gefunden hast und dann auch sagen kannst,
Ja,
Da bin ich als Mensch.
Das übergeordnete Wort heißt,
Glaube ich,
Routine,
Also wirklich dir eine Routine aufzubauen mit den Dingen,
Die dir Spaß machen oder sagst,
Da fühle ich mich wohl und das kannst du eigentlich fast jeden Menschen fragen,
Wenn du sagst so von Ausdauersportarten,
Was macht dir Spaß,
Gehst du gerne schwimmen,
Fährst du gerne Fahrrad oder gehst du gerne laufen?
Und dann sagen manche so,
Ich gehe gerne laufen und so,
Okay,
Aber ich fühle mich nicht fit genug,
Laufen zu gehen.
Ich so,
Okay,
Dann gehst du spazieren und du machst den Arbeitsweg,
Anstatt mit der U-Bahn zu fahren,
Spazierst du,
Du nimmst dir dafür ein bisschen mehr Zeit,
Das beinhaltet auch Routine wieder dafür aufzubauen.
Um diese Spaziergänge erstmal in der frischen Luft zu verbringen,
Führt das schon mal zu einer Anwallung von Energie und dann halt dir Ziele mittelfristige und langfristige zu setzen,
Also Routine und Ziele als übergeordnete Wörter zu besitzen.
Um ein gewisses mittelfristiges Ziel,
Ich will laufen,
Musst du gewisse Routinen,
Ich gehe spaziere zur Arbeit,
Mit einbauen.
Und dann gibt es Kraftziele und da ist zum Beispiel,
Ich will zehn Liegestütze schaffen,
Wenn du noch nie was gemacht hast.
Und wie schaffe ich die am besten?
Erstmal werde ich mich auf den Boden legen und versuche,
Mich so hochzudrücken mit den Armen.
Dann gehe ich auf die Knie und drücke mich hoch und so siehst du,
Es funktioniert,
Man muss sich nur ranarbeiten.
Und viele sind bei mir und sitzen bei mir in der Sprechstunde,
In der Athletensprechstunde und sagen,
In der Performance-Sprechstunde und sagen,
Ich will einen Halbmarathon laufen oder ich will wieder gesünder leben und ich will wieder weniger rauchen und all diese Dinge oder ich will mit dem Rauchen aufhören.
Und dann sind es zwei Schachteln am Tag,
Dann werde ich dem nichts Gutes tun,
Wenn ich ihm sage,
Lass ihn ab morgen weg.
Das ist so eine Crush-Symptomatik,
Das ist nicht gut,
Aber ich kann sie ranführen mit gewissen Routinen.
Schneid dir die Hälfte der Zigaretten ab oder ich will gerne mehr Struktur drin haben.
Grundlegend sind diese Säulen Routine und Ziele zusammenzuführen mit Beweglichkeit,
Kraft und Ausdauer.
Das heißt,
Wenn du in diesen Bereichen immer sagst,
Meine Routine ist im Bereich Ausdauer laufen zu gehen,
Fängst du mit Spaziergängen an.
Meine Routine oder mein Ziel ist im Bereich Kraft.
Ich will einen Liegestütze schaffen,
Dann baust du eine Routine auf,
Dass du dich erstmal vom Boden wegdrückst.
Und bei der Mobilität ist es der nächste Punkt.
Was ist das Ziel?
Ich will mal endlich wieder mit meinen Händen den Boden berühren können oder ich will komplett auf den Füßen stehend mal in so einen tiefen Squat gehen,
Weil das ja noch mal was anderes als eine Kniebeuge ist,
Also den Hintern richtig zum Boden zu kriegen,
Wie man es aus manchen indischen Kulturen kennt,
Wo die Leute alle so sitzen,
In ganz tief sitzender Position,
Also die vordere Muskelkette zu mobilisieren,
Ohne dass ich die Hacken hochziehe.
Das will ich mal schaffen.
Und so sind so kleine Ziele,
Die dann in Routinen aufbauen.
Ausdauer,
Kraft,
Mobilität,
Routine und Ziele übergeordnet.
Die so zu strukturieren,
Vereinfacht das System an äußeren Einflüssen,
Die man mit Crush-Plänen bekommt oder mit Zeitplänen bekommt über ich bereite mich jetzt für einen Marathon vor etc.
Weil daran scheitern auch viele,
Weil sie einfach nicht die notwendige sportliche Sozialisierung haben.
Aber daran zu arbeiten in einer konstanten Art und Weise führt halt dann dazu,
Dass du es halt kannst.
Aber man muss die Balance finden,
Wo wir dabei im Thema sind,
Equilibrium zwischen Kraft,
Ausdauer und Mobilität.
Klingt für mich sehr,
Sehr sinnstiftend und nachvollziehbar.
Ich habe selbst gerade auf den Fehler gemacht,
Dass ich zu sehr versucht habe,
Meine Motivation über so hochgesteckte Ziele zu bekommen.
Das ist auch etwas,
Was in dieser ganzen Sportszene sehr beliebt ist.
Dieses 100 Burpees jeden Tag oder Marathon unter drei Stunden laufen oder 10 Kilo abnehmen.
Man hat immer diesen Eindruck,
Dass dadurch konstant an so einen Mangel erinnert wird.
Man ist noch nicht da.
Man ist einfach noch nicht da.
Man schafft das nicht.
Es hat mich persönlich dann erstmals in so einer Marathon-Vorbereitung über so eine körperliche Burnout-Geschichte depressiv gemacht.
Also richtig,
Es hat mich richtig zerlegt.
Ich konnte wochenlang nicht arbeiten.
Weil ich einfach die ganze Zeit versucht habe,
Gegen irgendwas anzutrainieren,
Wo ich gemerkt habe,
Mein Körper ist noch gar nicht bereit dafür.
Was mich dazu geführt hat,
Dass in diesem 7-Säulen-Modell eine der Schlüsselerkenntnisse eigentlich ist,
Dass das wichtigste Ziel hinter,
Ich möchte 10 Kilo abnehmen,
Ja eigentlich ist,
Genau wie du es gesagt hast,
Ich möchte ein gutes Körpergefühl haben.
Das ist das Ziel.
Oder hinter dem Ziel,
Ich muss einen Marathon unter drei Stunden laufen.
Ich möchte vielleicht meine Grenzen erleben in so einem Rennen.
Und zu sagen,
Ja klar,
Ich mache einen Marathon,
Aber ich versuche das auf eine Weise zu machen,
Wo ich mir selbst die Möglichkeit gebe,
Raum zu lassen für eine gesunde,
Harmonische Erfahrung.
Und in dem Sinne ist es natürlich so,
Dass viele Leute da an dieser Konzeption scheitern.
Von daher vielen Dank für diese Struktur,
Die du da schon mal mitgebracht hast.
Bewirklichkeit,
Kraft und Ausdauer und da die Routinen und Zielen richtig zu stellen.
Da gibt es auch in dem Buch,
Das ich da gerade schreibe,
Einige Details darüber,
Wie man das ganz gut hinbekommt.
Was mich jetzt nochmal interessieren würde,
Wäre,
Ich kenne ja von mir selbst,
Dass ich,
Wenn ich laufe,
Den schnellsten Effekt habe,
So nach 20,
25 Minuten,
Dieses sogenannte Runner's High.
Ich weiß nicht,
Ob es die Myokine sind oder was auch immer diese Dopaminwelle ist.
Es hilft mir unglaublich,
Mich einfach gut zu fühlen.
Das ist,
Glaube ich,
Bei jedem anders.
Ich glaube,
Du bist auch ein exzellenter Läufer.
Ich weiß noch,
Als wir bei der Leistungsdiagnostik waren und du,
Glaube ich,
Zu den obersten drei Prozent deiner Altersklasse gehört hast.
Und deswegen ist das für dich etwas,
Was den Körper triggert.
Und es gibt auch verschiedene Körpertypen.
Es gibt auch natürlich muskulöse Typen,
Die halt einfach anders rangehen.
Du bist anders muskulös,
Du bist ein ausdauermuskuloser Typ.
Und daher wird der Körper anders angeregt.
Aber per se ist genau das,
Was dann passiert.
Die Myokine werden ausgeschüttet,
Es führt zu einer Welle.
Beim Ausdauersport kommt halt noch dazu,
Dass die Atmung nochmal eine ganz andere Anregung hat.
Die Blutgefäße werden geöffnet und weiten sich.
Dadurch werden alle Bereiche im Körper angeregt,
Deutlich mehr zu leisten und dem Körper die Möglichkeit zu geben,
Da frei zu fühlen und dann schließlich im Kopf diese Leistung hervorzurufen.
Spezielles Wort ist High-Intensity-Intervall-Training,
Wo es darum geht,
Kraftausdauer zu generieren,
Indem du viele Wiederholungen hintereinander anregst,
Damit du den Körper auf dieses Level der Dopaminwelle bekommst.
Aber das steht und fällt beim Typen.
Es gibt Leute,
Die kannst du hinstellen im Wald und die sagen,
Zum Kotzen,
Ich habe gar keine Lust zu laufen,
Das macht mir gar keinen Spaß.
Und es gibt Leute,
Die gleiche Leute stellst du dann vor Gewichte und die sagen,
Wow,
Das macht mir total Spaß.
Also es ist der Kopf und das Mindset,
Die Einstellung,
Die damit beginnt,
Das anzuregen.
Und das musst du halt respektieren,
Dass du jeden Einzelnen abholst,
Was dir Spaß macht.
Und ich habe ganz viele Menschen,
Die dann vor mir sitzen und sagen so,
Ja,
Ich weiß,
Ich sollte eigentlich viel mehr laufen und denen sage ich dann,
Nein,
Du musst das machen,
Was dir Spaß macht,
Um da hinzukommen,
Was du willst.
Und zwar Glück zu empfinden bei dem,
Was du tust,
Gutes Körpergefühl zu entwickeln,
Damit du das machen kannst.
Und vergleich dich nicht mit den Dingen,
Die du in den sozialen Medien siehst,
Die dir durch Bildform in dein Gehirn gepresst werden,
Weil dadurch du wieder dieses Gefühl,
Hast du sehr schön gesagt,
Das von Mangel empfindest,
Als dass du nicht gut genug wärst.
Versuch den Paradigmenwechsel herzustellen,
Dass du das als Beobachter siehst und sagst,
Wie schön das aussieht oder wie interessant das ist.
Aber es ist für mich nicht erstrebenswert.
Ich bin für mich erstrebenswert.
Mein Mittelpunkt steht in mir.
Und wenn ich gerne zum Yoga gehe,
Dann macht mir das Spaß.
Wenn ich gerne Karten spiele,
Dann ist das für die Beweglichkeit zwar nicht so gut oder Angeln,
Aber es ist für den Seelenfrieden gut.
Und wenn ich aber Fahrradfahren zum Kartenspielen gehe oder das mache ich und dann greife ich mir ihn dort,
Fahrradfahren.
Versuch mal Fahrradtouren am Wochenende zu machen.
Dann entstehen Konstellationen von Erinnerungen aus der Kindheit,
Die fegen mich manchmal weg.
Dann sitzt hier ein 52-jähriger Mann und sagt,
Mir geht's so super,
Ich bin bei der letzten Fahrradtour.
Hab ich mich daran erinnert,
Wie ich mit meinen Eltern als Neunjähriger durch Lüneburger Heide gefahren bin.
Und es war fantastisch und es hat so einen Glücksmoment gegeben.
Es hat mich über zwei Wochen durch die harte Arbeitszeit gezogen.
Was will ich denn mehr als heilender Mensch?
Als dass ich ihm so einen Moment vermitteln konnte,
In dem ich ihm gesagt habe,
Das Fahrradfahren zum Skatspielen hat dem dann dazu geführt,
Dass er zwei Wochen weniger Stressbelastung hatte und eventuell sogar ein besseres Verhältnis zu seiner Frau oder seiner Kinder hatte oder anderen Menschen in seinem Umfeld.
Und da ist das Inspirierende so schön mitzugeben,
Ohne dass das in Geld oder in irgendwie Definitionen aufzuwerten ist.
Die sagen dann,
Ey,
Ich weiß nicht,
Was er da gemacht hat,
Aber er hat Dinge bei mir berührt oder bewegt,
Die schon da waren und die man neu aufgefasst hat.
Von daher,
Ich bin da absolut überzeugt von dem,
Was du gesagt hast,
Dass man sich nicht von diesen Dingen von Minderwertigkeit mitziehen lassen soll und austricksen lassen soll,
Weil unsere Gehirne sind für diese gesamten elektronischen Geräte gar nicht ausgebildet.
Und das müssen wir halt einfach austricksen für uns selber.
Eine der Sachen,
Die passieren,
Wenn wir zu oft über Social Media konsumieren oder Substanzen konsumieren,
Dann ist es ja eigentlich die Sehnsucht,
Diese Highs,
Diese kleinen Glücksmomente zu replizieren.
Und jedes Mal,
Wenn wir eine Nachricht bekommen,
Wenn das Ping macht oder wenn wir ein Like auf Social Media-Geschichten bekommen,
Dann erzeugt ja genau das diese kleine Welle an Dopamin,
Die wir suchen und nach der wir so schnell süchtig werden.
Und ich bin der Überzeugung,
Dass wir in einer Welt leben,
In der es fast unmöglich ist,
Als junger Mensch nicht süchtig zu werden.
Weil eigentlich alles,
Der komplette Konsum,
Die komplette wachstumsgetriebene Industrie,
Die hinter allem steht und die auch in der Lobbyarbeit die Politik maßgeblich mit beeinflusst,
So sehr auf Wachstum und den Abverkauf von Produkten ausgerechnet ist,
Dass eigentlich die Menschheit in erster Linie als Konsum-Community betrachtet und behandelt wird.
Und sich dagegen resilient zu zeigen,
Ist eine der Dinge,
Warum ich dieses Buch geschrieben habe.
Weil ich einfach Wege finden möchte,
Den Menschen zu vermitteln,
Wie man sich dagegen absichert,
Wie man sich davor schützt.
Und dementsprechend ist halt genau dieser Faktor Suchtprävention ein ganz zentraler Punkt.
Also A,
Wegen meiner eigenen persönlichen Geschichte,
B,
Weil ich auch merke,
Dass es nicht nur um Drogen oder um Social Media geht,
Sondern dass wir in so einer Welt leben,
Wo wirklich fast alles automatisch in so einer Suchtdimension stattfindet.
Ob es jetzt das Essen ist,
Ob es jetzt Pornografie ist,
Ob es Medien-Nachrichten-Konsum ist,
Ob es alles,
Also wirklich auch teilweise die Art und Weise,
Wie wir mit Menschen umgehen.
Deswegen Körperarbeit und Suchtprävention.
Du hast ja gerade die Myokine erwähnt,
Wo du selbst schon gesagt hast,
Dass das bei uns im Gehirn ähnliche Rollen ausführt wie Drogen zum Beispiel oder andere künstliche Glücksmomente.
Hattest du mal Erfahrungen damit,
Das Thema Drogen,
Sucht oder überhaupt Sucht über Körperarbeit zu unterstützen?
Eine dänische Forscherin hat in Kopenhagen die Zusammenhänge von Myokinen und die Auswirkungen von Myokinen auf den Körper gefunden.
Es wurden Studien dargestellt,
In denen zeigte,
Dass Marihuana,
THC,
Im Grunde genommen die gleiche Wirkung auf das Gehirn hat wie Myokine selbst.
Von daher ist für vielen Menschen das Fragebild immer,
Wie schaffe ich es,
Von etwas wegzukommen,
Bewegung dementsprechend,
Total interessant.
Es gibt in L.
A.
Eine Sträflingsgruppe oder einen Richter,
Der mit einer Sträflingsgruppe zusammengearbeitet hat,
Wo viele Depressive waren,
Die Kriminalität verursacht haben,
Weil sie nicht mehr weitergekommen sind,
Denen er zur Strafe auferlegt hat,
Mit denen für einen Marathon zu trainieren.
Die sind regelmäßig laufen gegangen und haben Inspiration gefunden.
Es gibt Studien von Neurologen,
Die mit depressiven Patienten,
Mit Suizidgedanken gearbeitet haben.
Zigtausende Patienten wurden schon nachgewiesen,
Dass die Bewegung,
Die depressiven Verstimmungen bis hin zu suizidalen Gedanken,
Deutlich gemindert hat,
Bis hin zur Normalität geführt hat.
Wenn diese Bewegung wieder weggefallen ist,
Konnte diese Erkrankung wieder aufbrechen.
Long story short,
Ich glaube,
Das ist ein ganz großer Faktor,
Der auf das Gehirn auswirken kann,
Der jetzt auch immer stärker nachgewiesen wird,
Der durch Nahrungsergänzungsmittel,
Durch Zusatzstoffe,
Durch Dinge,
Die Entzündungen im Körper auslösen,
Wo wir zum Thema Ernährung kommen,
Auch wieder verschlechtert werden kann.
Die Wirkung von Schokolade auf Endorphine und Glücksgefühle hat genau das Gleiche wie Myokine auf das Gehirn und auf das System.
Für mich ist einer der entscheidenden Faktoren,
Der noch über der Resilienz steht,
Weil du dieses Thema angesprochen hattest,
Die Antifragilität,
Dass Dinge,
Die auf dich stoßen,
Da bist du ja auch einer der perfektesten Beispiele dafür,
Nicht nur dazu führen,
Dass du gegen diesen Stressor abwehrend wirken kannst,
Sondern dass der Stressor,
Der auf dich wirkt,
Bei dir bewirkt,
Dass du stärker davon hervorgehst.
Das ist ja das noch übergeordnetere Ziel als Resilienz,
Das als Abwehrmechanismus dient.
Wenn du den Menschen schaffst,
Diese Nähe zu bringen oder diese Struktur näher zu bringen,
Dass es sogar dazu führen kann,
Dass sie über diesen Dingen stehen,
Wenn sie sich die Balance näher bringen,
Dann musst du zwangsläufig mit Fakten arbeiten.
Du kannst denen nicht immer nur an den eigenen Glauben ranführen,
Sondern musst diese Studien anführen.
Ich sehe das immer wieder.
Ein ganz wichtiger Faktor ist Ehrlichkeit.
Dass Leute mir dann ehrlich gegenüber sagen,
Ich habe dieses Suchtproblem,
Ich rauche drei Schachteln Zigaretten am Tag,
Ich trinke jeden Abend eine Flasche Wein und ich glaube,
Ich bin Alkoholiker,
Weil ich jeden Abend seit zwei Jahren eine Flasche Wein trinke.
Das sind ja nichts,
Was man verachten muss.
Das sind Dinge,
Die Zusammenhänge darstellen.
Und genauso ehrlich,
Nicht brutal ehrlich,
Aber direkt ehrlich,
Bin ich dann im Umgang damit und versuche dann erstmal Klarheiten zu schaffen,
Was das für Auswirkungen auf den Körper hat und auf die Menschen.
Lass uns mal von der Bewegung hin zur Ernährung kommen.
Du hast mir erzählt,
Du bist jetzt Veganer seit ein paar Monaten.
Warum bist du Veganer geworden?
Was hat dich dazu gebracht?
Du kennst mich als Typen,
Ich brauche immer Herausforderungen und wer mich sieht,
Denkt nicht,
Dass ich mit 1,
92 und 97 Kilo drei Marathons mache.
Sag mal Marathons.
Ich weiß nicht genau,
Was man sagt,
Weil ich so lange in dem Business gearbeitet habe.
Aber schon dreimal einen Marathon gelaufen bin.
Das sind Herausforderungen,
Die ich immer wieder suche.
Und da ich einfach ganz viel in den letzten Jahren auch im Bereich Ernährung versucht habe,
Mich zu unterstützen und die Entzündungen im Körper versucht habe zu minimieren,
Ist nach einer ziemlichen Krankheitsepisode,
Wo es mir auch persönlich nicht so gut ging und der Stress dann überhandgenommen hat im letzten Jahr im Oktober,
Mir aufgelegt worden,
Durch meine gesundheitlichen Berater,
Wie auch immer sie sind,
So probiere es doch mal aus und versuche es doch mal,
Diese Herausforderung zu sehen,
Ob du dadurch Entzündungen nochmal aus deinem Körper rauskriegst.
Und auf alle tierischen Produkte zu verzichten,
Kam mir nie in den Sinn.
Ich habe schon immer versucht,
Wenig Fleisch zu essen oder Ähnliches,
Aber die entzündliche Wirkung von tierischen Produkten auf den Körper war mir schon sehr bewusst.
Und da eine Darmsanierung anstand aufgrund einer Antibiotika-Behandlung und einer schon ziemlich heftigen Antibiotika-Reaktion,
Also allergische Reaktion,
War das dann für mich auch so angebracht.
Und das habe ich dann zusammen gemixt.
Und das hätte ich vier bis sechs Wochen machen sollen und jetzt bin ich bei zwölf bis 14 Wochen danach und fühle mich budewohl und sehe das auch überhaupt nicht mehr ein,
Das zu verändern,
Weil alle meine Gelenkbeschwerden sind weggegangen,
Meine Entzündungen an Sehnen und Muskeln,
Weil ich viel trainiere und viel Sport mache,
Sind weggegangen.
Der Schlaf ist besser geworden und die Ruhe ist auch besser geworden.
Muss man auch dazu sagen,
Dass ich Kaffee reduziert habe und bestimmte Chrono-Type-Dinge,
Frühes Aufwachen,
Früh Kaffee trinken,
Nicht mehr so spät Dinge essen,
Die halt Entzündungen im Körper provozieren oder Cortisolproduktion anregen,
Rausgenommen habe,
Keinen Zucker zu mir nehme und auch keine Weizenprodukte,
Weil sie überproduziert sind,
Meiner Meinung nach.
Da wird das natürlich relativ eng für meine Familie,
Gewisse Dinge für mich mit zu kochen,
Aber das ist auch kein großes Problem.
Entscheidend für mich war die entzündungshemmende Wirkung von veganer Ernährung oder Ernährungsweisen und das hat sich zu 100 Prozent bestätigt und ich bin in vielerlei Hinsicht glücklicher denn je.
Von daher kann ich es nur jedem empfehlen,
Der halt sowas mal ausprobieren möchte,
Um sich erstens eine Herausforderung stellen zu wollen,
Zweitens auszuprobieren,
Was möglich ist,
Was Entzündungen angeht und drittens tatsächlich einen deutlichen Beitrag für die Umwelt zu tun.
Genau,
Das ist ein ganz,
Ganz wichtiger Faktor,
Der bei der Säule Körper eine Rolle spielt,
Wie die Ernährung gestaltet ist.
Da gibt es ja wahrscheinlich ähnlich wie beim Training auch nicht diese One-Size-Fits-All-Lösung für alle.
Manche kommen auf Paleo gut klar,
Andere wie du jetzt reagieren sehr positiv auf vegane Ernährung.
Wie würdest du denn sagen,
Lässt es sich für jemanden,
Der überhaupt noch gar keine Ahnung hat,
Was verändern möchte,
Aber vielleicht so der klassische viel Zucker,
Viel Kaffee,
Viel Fleisch,
Viel Weizenprodukte,
Merkt irgendwie,
Irgendwie gibt das nicht die Energie,
Man fühlt sich ständig müde.
Wo fängt man denn da mal an,
Neue Sachen auszuprobieren?
Es kommt darauf an,
Wie der Körper darauf reagiert,
Also das Nervensystem darauf reagiert,
Wie der Darm darauf reagiert,
Ob man wirklich regelmäßigen Stuhlgang hat oder ob man sehr gereizt reagiert oder wirklich,
Es gibt ja sowas wie die Darm-Hirn-Schranke,
Die Zusammenhänge zwischen Ernährung und dem Immunsystem aufzeigen und auch der nervlichen Reaktionsfähigkeit aufzeigen und auch der Stressreaktion aufzeigen,
Kaffee zu bestimmten Uhrzeiten zu sich zu nehmen und damit zu gucken,
Wie fahre ich besser,
Milchprodukte mal wegzulassen,
Einzelne Faktoren mal wegzulassen,
Das gibt ja ganz viele,
Die du gerade angesprochen hast,
Zucker,
Weizen,
Milchprodukte,
Fleisch,
Tierische Produkte,
Das kannst du ja alles unterscheiden,
Kannst du auch vegetarisch durchnähren,
Kannst du auch nur rein Paleo sein,
Also so Clean-Eating machen,
Nur Sachen zu dir zu nehmen,
Die einen geringen Insulineffekt haben,
Also einen geringen Blutzuckereffekt haben.
Anfangen sollte man,
Um auf deine Frage zurückzukommen,
Einzeln,
Weil das Prinzip Trial and Error macht es am einfachsten.
Du nimmst eine Sache raus,
Guckst,
Wie es reagiert,
Ob es einen Unterschied macht oder nicht,
Und dann nimmst du sie entweder wieder dazu und guckst,
Wie es reagiert oder du nimmst eine andere Sache dazu mit raus und guckst,
Wie es reagiert und so weiter.
Und bei mir war die Reaktion damals,
2013,
Als erstes Milchprodukte auszutauschen.
Ich habe komplett Milch aus meinem Programm genommen.
Dann habe ich nur noch so Ziegenkäse oder sowas probiert,
Oder so Büffelmozzarella habe ich dann gegessen,
Also nichts mehr,
Was Kuhmilchprodukte waren.
Dann habe ich Weizen gegen Dinkel ausgetauscht und dann habe ich harten Alkohol mit weichen Sachen,
Also Wein oder Bier oder sowas,
Ausgetauscht.
Dann war es Zucker,
Was ich rausgenommen habe und wieder reingenommen habe.
Dann waren es die tierischen Produkte,
Nur noch ganz wenig zu essen und dann war ich lange Zeit lang Pescetaria,
Also habe ich nur noch Fisch und vegan gegessen.
Jetzt habe ich den Fisch aber auch komplett rausgenommen.
Und das alles waren so wirklich lange Prozesse,
Die mitgegangen sind,
Wo man jetzt dann so sechs,
Sieben Jahre später sagen kann,
So intensiv,
Wie ich jetzt gerade lebe,
Will ich eigentlich jetzt nicht mein Leben lang fortführen,
Weil wir beide leben nach dem 80-20-Prinzip,
Nach einem Social-Eating-Prinzip.
Wenn ich bei meinen Schwiegereltern eingeladen bin und die haben Fleisch gemacht und gewisse Dinge gemacht,
Bin ich der letzte Mensch,
Der dann sagt,
Nein,
Auf gar keinen Fall,
Weil ich weiß,
Dass ich diese Mitmenschen verletzen würde und ich dadurch auch wieder eine negative Rückkopplung habe und das mich auch wieder verletzt.
Darum geht es ja,
Dass ich mich besser fühle mit den Dingen,
Die ich tue.
Und dieser Entwicklungsweg,
Den angestoßen zu haben und zu gehen,
Der hat irgendwann mit kleinen Schritten angefangen.
Und diese kleinen Schritte musst du mit einbauen.
Und wenn du mich fragst,
Was den größten Effekt haben kann,
Ist es bei Weitem,
Raffinierte,
Industriell produzierte Dinge herauszunehmen und diese dann Stück für Stück durch andere Dinge zu ersetzen.
Schokolade- oder Zuckerprodukte wie Jellys oder sonst irgendwas,
Bonbons und Gummitiere und all dieses Zeug.
Kuhmilchprodukte,
Weizenprodukte.
Und das sind alles überproduzierte Dinge,
Die halt einfach von der Struktur nicht mehr grundlegend passen,
Durch pflanzliche Dinge zu ersetzen und dann nach und nach Fleisch zu reduzieren und zu sehen,
Ob deine Verdauung oder dein Stoffwechsel dadurch angelegt ist.
Gewisse Nahrungsergänzungsmittel,
Die wissenschaftlich nachgewiesen sind,
Wie beispielsweise Vitamin D in Tropfenform regelmäßig zu nehmen,
Vitamin C zu dir zu nehmen,
Vitamin B6 oder B-Komplex,
Als Unterstützung mit sich zu nehmen fürs Gehirn.
Proteinshakes auf veganer oder vegetarischer Pflanzenbasis zu dir zu nehmen,
Die du dir selber machst,
Die einfach zu verdauen sind und dadurch Strukturen zu verändern,
Die dir dabei behilflich sind,
Deinen Alltag besser zu meistern.
Es ist natürlich einfach für jemanden zu sagen,
Der Wissenschaftler oder Neurologe ist,
Trink deinen ersten Kaffee erst,
Nachdem du deinen ersten Sonnenschein hattest und das gegessen hast und so weiter.
Wenn ich aber morgens um 3.
30 Uhr in der Fabrik stehen muss und sonst nichts da zu mir messe,
Das sind Sachen,
Die muss das Leben schreiben und da musst du dir deinen eigenen individuellen Weg finden.
Aber Zigaretten hat einen hohen entzündlichen Faktor,
Auch auf den Ernährungsprozess.
Das wissen wir alle,
Wir müssen es irgendwo ein Stück weit weglassen.
Alkoholkonsum kann man gar nicht genug nennen,
Was für eine starke Wirkung entzündlich ist auf den Körper und auf die Verdauung und auf die vor allen Dingen Leber hat.
Und dann halt diese Faktoren Zucker,
Weizen,
Kuhmilchprodukte und Fleisch.
Diese Stück für Stück auszutauschen.
Mit Obst habe ich kein großes Problem,
Weil es clean ist.
Es wächst an Bäumen.
Das haben wir schon vor Aberhunderttausenden von Jahren genutzt und da gab es ganz andere Probleme,
Die die Leute hatten.
Und dementsprechend sehe ich das nicht so als Notwendigkeit an,
Darauf zu verzichten.
Und auch Fleisch sehe ich nicht als Notwendigkeit an,
Komplett rauszunehmen,
Weil es auch etwas ist.
Wenn ich so ein Bio mit Gras gefüttertes Steak esse,
Ist das bei Weitem wahrscheinlich gesünder als irgendein zusammengemixter veganer Ersatzfleischprodukt,
Das zusammengewürfelt wurde,
Damit es diesen Geschmack hat.
Ich bin da eher auf der Linie,
Dass ich sage,
So clean wie möglich zu sein,
Ist eigentlich das Beste.
Aber Stück für Stück Trial and Error vorzugehen und zu sehen,
Was dir gut tut und nicht.
Und das auch wiederum zu akzeptieren.
Und dann zu sagen,
Okay.
Das war doch mal eine Menge Info jetzt zum Thema Ernährung.
Vielen Dank dafür.
Lass uns zum Schluss des Gesprächs noch mal auf dich persönlich kommen.
Und da würde mich interessieren,
Du hast jetzt viel von Routinen gesprochen.
Was hast du denn für Routinen?
Was machst du denn jeden Tag,
Um dein erfülltes Leben beizubehalten?
Ich habe zwei kleine Kinder,
Muss man dazu sagen.
So wie ich auch meinen eigenen Plan aufstelle.
Ich habe eine Praxis,
Die ich führe.
Ich operiere.
Sport ist,
Wie jetzt wahrscheinlich schon aus dem Gespräch herausgekommen ist,
Ein ziemlich elementarer Teil für meine Glückseligkeit.
Aber auch mein familiäres Zusammenleben.
Meine Frau ist berufstätig,
Sie ist Lehrerin.
Und dadurch ist sie auch sehr früh unterwegs.
Und wenn wir unsere Kinder versuchen zu versorgen,
Schulkind und Kita-Kind,
Dann bedeutet das,
Dass wir eigentlich morgens eher mit Fremdsteuerung beschäftigt sind.
Damit ich meine eigenen Routinen am Morgen durchführen kann,
Stehe ich sehr früh auf.
Und das mache ich schon seit fast elf Jahren.
Ich bin um kurz nach fünf wach.
Ich brauche dafür auch keinen Wecker mehr.
Das hat auch was mit dem Chronotyp zu tun.
Es gibt so verschiedene Chronotypen.
Löwe,
Die sehr früh aufstehen,
Weil Löwen vor dem ersten Sonnenstrahl ihre Beute schießen oder ihre Beute schnappen.
Dann gibt es Bären,
Die so langsam in den Tag hineinkommen.
Dann gibt es Delfine,
Die fast gar keinen Schlaf brauchen.
Bei denen ist es egal.
Und es gibt Wölfe.
Bei denen kannst du Menschen zwölf Uhr nachts sagen,
Schreibt man ein Hollywood-Drehbuch und die schreiben bis vier Uhr morgens durch.
Und ich gehöre ganz ehrlich zu den Löwen und war schon immer ein Frühaufsteher.
Und deswegen stehe ich sehr früh auf und brauche dafür auch keinen Wecker.
Trinke zwei Gläser Wasser,
Mache mir einen Proteinsmoothie und trinke dann Kaffee.
Meistens läuft dann während der Saison Basketball und mache dann auf dem Handy oder auf dem Gerät Basketball an und dann fange ich mich an zu mobilisieren.
Und dann habe ich meine Sportroutinen,
Dass ich die vordere Kette mobilisiere,
Crunches mache,
Push-Ups mache und auch Squats mache.
Das dauert so knapp 20 Minuten.
Dann gehe ich in die Dusche,
Dusche kalt und versuche da sozusagen wach zu werden.
Da kommen mir ehrlich gesagt die besten Gedanken bei,
Weil dann wirklich nochmal eine Anregung ist.
Rasier mich,
Mach mich fertig,
Mach Frühstück,
Deck den Tisch für die Familie.
Und dann bin ich kurz vor sieben auf dem Weg in die Arbeit und versuche dann vor den anderen schon hier zu sein und laufe dann meistens schon umgezogen,
Ohne Schuhen durch die Gegend und versuche so in den Tag reinzukommen und so Kleinigkeiten schon anzudenken.
Und wenn ich mittags dann aus der vollen Sprechstunde rauskomme an den Tagen,
Wo ich Sprechstunde habe,
Dann laufe ich einmal am Block.
Also ich ziehe mich immer um,
Ich ziehe meine Arbeitsklamotten aus,
Damit ich kurz mal wirklich in die Pause physisch gehe,
Laufe einmal am Block,
Habe hier glücklicherweise sehr gutes Essensangebot und hole mir einen Salat und eine Suppe,
Weil die Suppe aufwärmend für meinen Ski ist,
Also eine klare Suppe und habe dann Business-Meetings,
Um nachmittags dann wieder die Sprechstunde zu haben.
Und abends komme ich nach Hause und schaffe es glücklicherweise immer,
Zum Abendessen mit meiner Familie zusammen zu sein,
Um dort halt zusammen zu kommen und für meine Kinder auch da zu sein und bringe die mit ins Bett und dann fängt Abendsprogramm an.
Und das ist entweder zum Basketball zu gehen,
Zweimal die Woche oder teilweise sogar dreimal.
Meine Frau ist Lehrerin,
Die hat auch viel zu tun oder ich bin mit meiner Frau verabredet,
Dass es nicht zu sozialen Druckpunkten kommt und wir sagen,
Wir sind heute verabredet,
Wir machen was zusammen.
Und gehe um,
Komme nach Hause,
Geduscht,
Bin um kurz vor zehn dann meistens zu Hause oder kurz vor zehn beginnt dann mein Nachtritual und habe genauso,
Wie ich morgens ein Ritual habe,
Ein Nachtritual,
Wo ich die Dinge wiederhole,
Die ich morgens habe,
Auch abends mache,
Um mich auszumobilisieren und mich auch mal auf den Boden zu legen,
Wenn die Kinder im Bett sind und ich dann einfach nur mal auf dem Boden liege,
Im Wohnzimmer auf dem Teppich liege und mal so ein bisschen Mobilität reinkriege und mal den Tag Revue passieren lasse,
Damit ich das nicht im Bett machen muss und mache mich dann fürs Bett fertig,
Indem ich mir Zähne putze und das Gesicht wasche und immer die gleichen Routinen versuche beizubehalten,
Um mich für die Nacht genauso vorzubereiten,
Wie für den Tag und habe schon die Lichter gedimmt in der Wohnung und die Heizung ausgestellt,
Dass es kalt ist,
Frische Luft reingelassen und dann habe ich meistens Oropax,
Weil wir in der Nähe von einer großen Straße wohnen,
Damit ich gut schlafen kann und eine Augenbrille und dann liege ich auf dem Rücken,
Wie beim Yoga und lege meine Hände breit und mache mich bereit fürs Träumen und dann schlafe ich meistens ein und so habe ich meine sieben Stunden Schlaf,
Die ich für mich brauche.
Viel Flüssigkeit vorm Schlafzimmer mitzunehmen ist etwas,
Was ich mir für dieses Jahr auch vorgenommen habe,
Ist ganz wichtig,
Um diese Routinen beizubehalten und ich glaube,
Etwas,
Was ganz wichtig ist,
Auch mal dann außerhalb der Routine zu sein,
Zu sagen,
Okay,
Dann ist es halt mal so.
Umso mehr achte ich dann darauf,
Dass es morgens und morgen am nächsten Tag wieder besser ist und dann nicht starr daran festzuhalten und das ist das viel Größere,
Weil ich glaube,
28 Tage braucht der Mensch,
Um eine gewisse Gewöhnung zu haben und mittags nach zwölf eigentlich keinen Kaffee mehr zu trinken,
Also ich trinke morgens um kurz nach fünf ein,
Dann trinke ich dann um zehn ein und dann muss ich mich dann auch wirklich trainieren,
Nicht weiter Kaffee zu trinken und das ist auch Herausforderung.
Und viele dieser Kleinigkeiten,
Auch wenn ich abends dann vollkommen fertig bin,
Auch mal laufen zu gehen,
Abwechslung in meinem Sport zu haben,
In der Offseason zum Boxen zu gehen anstatt zum Basketballen,
Mit dem Fahrrad zu fahren,
Wenn ich mal keine Lust aufs Laufen habe,
All diese körperlichen Anregungen mitzunehmen,
Auf meine Ernährung zu achten,
Richtig zu essen und warum hat das nicht funktioniert?
Okay,
Nicht mich darüber zu ärgern,
Sondern das wieder am nächsten Tag anders zu machen,
So hey,
Jetzt hat es funktioniert,
Interesting.
Und daraus zu lernen und es nicht so stark zu werten und da weiter zu kommen.
Und um damit mal abzuschließen,
Was ich eigentlich sagen wollte,
Die meisten Menschen,
Die ich dann treffe und denen so frage,
Wie es ihnen geht,
Dann erzählen sie mir,
Ah,
Das beschäftigt mich und das macht mir Probleme und das macht mich irgendwie sauer oder wütend und wenn ich die dann irgendwie so zwei Jahre später wieder treffe oder lass es sechs Monate sein,
Sage ich so,
Hey,
Wie geht es dir?
Ah ja,
Das und das habe ich jetzt und das und das nervt mich total.
Was ist denn aus dem Problem geworden,
Was du damals hattest?
Ach das?
Ja,
Das habe ich schon längst vergessen.
Ich weiß nicht mehr,
Was daraus geworden ist.
Aber das,
Was mich jetzt beschäftigt,
Ich gucke mal,
Was das für ein Problem habe.
Also die Leute gucken dann mehr auf die Dinge,
Die sie im Negativen beschäftigen und packen ihre Energie da rein,
Als dass sie sich nach vorne bewegen und sagen,
Das ist der nächste Schritt,
Den ich machen will,
Um diese Dinge zu haben und damit ich diese Einstellung beibehalten kann,
Ist diese Herangehensweise an meine Tagesroutine total elementar und wenn ich manchmal das Hirn rasen bekomme,
Dann mache ich das,
Was du,
Glaube ich,
Einen Zweivierteltakt nennst.
Ich weiß es nicht genau,
Musik ist nicht mein Ding,
Wo ich einfach in meinem Kopf so versuche,
Rhythmen aufzubauen,
Um Ruhe zu finden und dann einfach diese Takte reinbringe,
Um die Bewegung in den Körper zu kriegen und meine Gedanken nicht überhand nehmen zu lassen.
Die Gedanken nicht überhand nehmen zu lassen,
Ist wohl einer der zentralen Gründe,
Warum man dieses Buch lesen sollte,
Was ich da gerade schreibe oder warum man sich mal mit dir beschäftigen sollte oder warum man mal mit dem Meditieren beginnen sollte oder laufen gehen sollte oder was auch immer tun sollte,
Denn das ist eine der Dinge,
Die uns ja auch alle eint,
So eine Freiflugsituation mit den Gedanken.
Da zu akzeptieren,
Man ist nicht das,
Was man denkt.
Man hat sogar die Möglichkeit,
Seine Gedanken zu kontrollieren,
Auch wenn es nicht leicht ist,
Auch wenn es ein bisschen Übung braucht.
Aber wenn man es einmal dann schafft,
Zumindest mal beobachten,
Dann hat das einen großen Einfluss auf die Qualität des Seins.
Und damit kommen wir auch zum Schluss zu dem Gespräch.
Erstmal möchte ich mich recht herzlich bei dir dafür bedanken,
Dass du trotz des krassen Hintergrund-Sounds der Baustelle durchgezogen hast.
Vielen Dank.
Das wird so natürlich auch ungefiltert Teil dieser Aufnahme bleiben.
Das lässt sich nicht ändern.
Aber dafür hat es halt genauso gepasst.
Und um auch mal wieder zurückzukommen auf den Anfang,
So authentisch,
Wie es nur sein konnte.
Und ich glaube,
Spätestens nach diesem Gespräch hast du jedes Vertrauen verdient,
Was jeder,
Der sich das hier angehört hat,
Nur aufbringen kann.
Also Puri,
Ich danke dir und viel Erfolg weiterhin.
Ebenso,
Mein Freund.
Dir auch.
So,
Das Gespräch wurde am 19.
Januar 2022 in Puris Praxis aufgenommen.
Und ja,
Auf die Schlagbohre im Hintergrund war ich akustisch leider nicht vorbereitet.
Bitte verzeiht mir die intensive Geräuschkulisse.
Bei der Veröffentlichung dieses Podcast ist das Gespräch mit Puri also nun schon drei Jahre her.
Und zu dieser Zeit war meine Tochter Florence gerade einmal ein paar Wochen alt und ich schrieb fleißig an meinem zweiten Buch die sieben Säulen des Seins von der Kunst ein erfülltes Leben zu führen im Raumleben an,
In der Küche bei uns in Kreuzberg damals.
Als Teil der Recherche für dieses Buch habe ich mich also mit einer Reihe von SpezialistInnen aus den verschiedenen Lebensbereichen getroffen,
Um über die Frage zu sprechen,
Was denn ein erfülltes Leben eigentlich ist und was man zum Beispiel in dieser entsprechenden Lebensbereichs-Säule dafür tun kann.
Und bei Puri ging es natürlich um die erste Säule des Seins,
Um den Körper.
Und hier nun drei Erkenntnisse,
Die ich aus dem Gespräch mit Puri in mein Buch übersetzen konnte und die mir auch für mein eigenes Sein,
Für mein eigenes Leben viel gebracht haben.
Also,
Erstens in der Krise hilft nur Bewegung.
Das funktioniert für mich auf mehreren Ebenen.
Einerseits ist zum Beispiel das Sportmachen in einem Moment der emotionalen oder mentalen Überbelastung für mich ein sehr,
Sehr wirksamer Weg,
Wieder zurück in die Liebe zu kommen.
Also,
Wenn man eigentlich denkt,
Man kann nicht mehr oder man ist wirklich auch so jenseits des Punktes,
Wo man sich motivieren kann,
Etwas zu verändern,
Da entsteht bei mir so ein automatisches Programm,
Wo ich dann auch nicht mehr groß nachdenke,
Sondern ich gehe einfach raus laufen,
Weil ich genau weiß,
Egal wie schlecht es mir geht,
Also insofern ich die physische Konstitution natürlich dafür habe,
Egal wie es mir mental oder emotional schlecht geht,
Eine Runde laufen,
Paar Kilometer laufen,
Werden mich auf ein komplett anderes Level zurückbringen und dann kann ich wieder die Motivation finden,
Andere Dinge zu tun,
Um mit meiner Krise umzugehen.
Andererseits ist aber auch eine mentale Bewegung erforderlich und die Bereitschaft,
Etwas zu verändern,
Um auf eine Krise,
Wie auch immer sie ausgelöst war,
Reagieren,
Um mit den Herausforderungen wachsen zu können.
Diese Bereitschaft,
Die ist wirklich essentiell.
Und diese Willenskraft zu bekommen,
Ist etwas,
Was mit den sieben Säulen des Seins genau angegangen wird,
Um auch in den verschiedensten Bereichen unseres Lebens bei Herausforderungen die Zuversicht zu gewinnen.
Man schafft das,
Egal was für eine Herausforderung es ist.
Die zweite wichtige Erkenntnis aus dem Gespräch mit Puri war witzigerweise gar nicht unbedingt etwas,
Was er gesagt hat,
Sondern eher,
Was ich nach dem Gespräch für mich persönlich verstanden habe,
Nämlich,
Dass auch die sieben Säulen des Seins eigentlich ein Abbild der Entwicklungsphasen innerhalb unseres Lebens sind.
Wenn wir geboren werden,
Sind wir hauptsächlich Körper.
Unsere emotionalen und mentale Entwicklung erfolgt dann ein wenig später,
Also die zweite und dritte Säule.
Und zusammen ist das der erste innere Kreis,
In dem wir erstmal existieren.
Dann kommen wir auf die Welt und von dort an beginnt dann die vierte Säule.
Wir bauen Beziehungen auf und haben verschiedene Phasen unserer Sozialisation.
Puri verkörpert diese Lebensphilosophie und in dem Gespräch kommt wunderbar zur Geltung,
Wie durch den Einstieg in die Säule Körper eigentlich alles andere,
All diese anderen Lebensbereiche aktiviert und leichter entwickelt werden können.
Die für mich dritte Erkenntnis aus dem Gespräch ist die so zentrale Bedeutung der Erholungsphase,
Der Recovery-Phase.
Auch hier ist die Notwendigkeit der Erholungsphase nach einer intensiven Sportbelastung im Rahmen eines körperlichen Entwicklungsprogramms gemeint.
Darüber hinaus allerdings geht es auch hier um den Ausgleich von Belastung und Entlastung allgemein im Leben.
Wirkliches Wachstum erfordert Stagnation.
Und mit diesem schönen Gedanken möchte ich euch nun ins neue Jahr entlassen,
Falls ihr es hier heute hört.
Ich werde diese Episode tatsächlich am 31.
Dezember 2024 gegen 16 Uhr veröffentlichen.
Also eine kleine neues Episode.
Ich wünsche euch ein fantastisches neues Jahr,
Dass sich alle eure Ideen,
Gedanken,
Pläne materialisieren lassen,
Dass ihr dabei eine gute Zeit habt und euch nicht zu sehr stresst und dass wir zusammen in 2025 noch ein paar schöne Episoden in diesem The Beautiful Mind Podcast zu hören bekommen.
Ich habe noch einige Episoden auf der Halde von der Recherchearbeit zu meinem Buch.
Was da als nächstes rauskommt,
Werdet ihr sehen.
Könnt ihr folgen auf Instagram unter Youssef Hamouda.
Macht's gut und vielleicht ja bis bald.
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