
Erstmal nein - Abgrenzung etablieren.
Wie oft lassen wir uns überrumpeln, sagen zu, sagen ja, obwohl der Bauch ganz laut nein sagt - aus Höflichkeit, Mitgefühl, Verpflichtung oder unter Zeitdruck. Wie wäre es, immer erstmal nein zu sagen, wenn wir nicht sofort ein glasklares, eindeutiges und lautes Ja spüren? Nicht unbedingt als endgültige Absage - sondern als Selbstschutz, als Bedenkzeit, als eventuell späterer Kompromiss. Den können wir später immer noch anbieten - oder bei unserem Nein bleiben. Und bis dahin: Nein, wenn nicht alles in mir Ja sagt. Musik: Chris Collins/Indiemusicbox
Transkription
Wir alle kennen das.
Im Laufe eines Tages werden wir ständig mit Bitten,
Erwartungen und Anfragen konfrontiert.
Kannst du kurz?
Hast du Zeit?
Magst du?
Und oft reagieren wir automatisch.
Wir sagen ja,
Aus Höflichkeit,
Aus Gewohnheit oder aus der Sorge,
Jemanden zu enttäuschen.
Doch erst später spüren wir,
Das war kein stimmiges Ja.
Wir fühlen uns überfordert,
Gereizt oder kraftlos und machen uns selbst Vorwürfe,
Weil wir uns übergangen haben.
Es kann so wohltuend sein,
Eine einfache innere Regel zu beherzigen.
Wenn ich kein sofortiges,
Eindeutiges und glasklares Ja spüre,
Dann ist die Antwort erstmal Nein.
Dieses Nein ist kein endgültiger Ausschluss.
Es bedeutet nicht,
Dass wir nicht helfen oder dabei sein wollen.
Es bedeutet lediglich,
Ich prüfe zuerst,
Was für mich wirklich möglich ist.
Ich schenke mir selbst einen Moment der Klarheit.
Gerade im privaten Bereich taucht dann häufig eine Befürchtung auf.
Was,
Wenn ich die andere Person enttäusche?
Hier lohnt sich vielleicht ein Perspektivwechsel.
Was fänden wir selbst enttäuschender?
Ein klares,
Ehrliches Nein,
Verbunden mit Wertschätzung und vielleicht Begründung?
Oder eine halbherzige Zusage,
Bei der spürbar ist,
Dass die Freude fehlt,
Dass jemand nur aus Pflichtgefühl dabei ist oder dass etwas nur notdürftig und lustlos erledigt wird?
Meist wünschen wir uns in Wahrheit das Echte.
Die authentische Rückmeldung.
Ein Nein kann respektvoll,
Liebevoll und ehrlich sein.
Und es bewahrt beide Seiten davor,
In Enttäuschungen hineinzurutschen.
Natürlich,
Im beruflichen Kontext haben wir oft weniger Freiheit.
Wir können Aufgaben nicht einfach ablehnen,
Aber auch dort haben wir die Möglichkeiten,
Verantwortung bewusst zu händeln.
Was soll ich stattdessen hinten anstellen?
Oder welche Aufgabe soll warten,
Wenn ich mich darum kümmere?
So machen wir sichtbar,
Dass jedes Jahr Ressourcen bindet und dass Prioritäten gemeinsam abgestimmt werden müssen.
Ein Nein schafft zudem Zeit zum Nachdenken und hält Türen offen.
Wir können später gern einen für uns passenden Kompromiss anbieten.
Heute geht es nicht,
Aber morgen hätte ich eine Stunde Zeit.
Oder wir bleiben bei unserem Nein,
Weil es sich klar und richtig anfühlt.
Beides ist gut,
Beides ist in Ordnung und beides ist selbstbestimmt.
Denn durch ein bewusstes Nein schenken wir uns selbst Handlungs- und Entscheidungsspielraum.
Wir sagen erst Ja zu uns selbst und erst dann und möglicherweise danach zu den anderen.
So wird jedes Ja,
Das wir dann tatsächlich geben,
Ein echtes und kraftvolles Ja.
Darum,
Beim nächsten Mal,
Bevor wir vorschnell zusagen,
Atmen wir einmal durch und fragen uns,
Spüre ich ein eindeutiges,
Glasklares und sofortiges Ja?
Wenn nicht,
Darf es immer erstmal oder auch endgültig ein Nein sein.
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