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Gesund Arbeiten | Tschüss, Aktionismus!

by Nadine Horn

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Kennst du das Gefühl, ständig beschäftigt zu sein, aber trotzdem nicht wirklich voranzukommen? In dieser Folge spreche ich mit Vanessa Krause, Head of HR Germany bei Siegwerk, darüber, wie wir nachhaltige Wirkung erzielen können, ohne in blinden Aktionismus zu verfallen. Vanessa bringt nicht nur jahrelange Erfahrung im Personalwesen mit, sondern steht für eine ehrliche, offene und pragmatische Herangehensweise in ihrer Arbeit. Viel Freude beim Reinhören!

Transkription

Hallo und herzlich Willkommen im Besser Gesund Arbeiten Podcast.

Ich bin Nadine,

Organisationspsychologin und Health-Expertin und ich bin davon überzeugt,

Dass Gesundheit unser wichtigster Erfolgsfaktor ist.

Wie können wir also unsere Freude an der Leistung erhalten,

Ohne dabei unsere Gesundheit zu riskieren?

Genau darum geht es in diesem Podcast.

Dazu hörst du Menschen aus der Praxis,

Die ihre Erfahrungen mit dir teilen.

Und wenn du hier tiefer ansteigen möchtest,

Schau gerne in meinen umfassenden Content auf Insight-Timer rein,

Der dir in Teilen sogar kostenfrei zur Verfügung steht.

Heute begrüße ich Vanessa Krause im Podcast.

Vanessa ist Head of HR Germany bei Siegberg.

Sie bringt nicht nur jahrelange Erfahrungen im Personalwesen mit,

Sondern steht für eine ehrliche,

Offene und pragmatische Herangehensweise in ihrer Arbeit.

So habe ich sie vor vielen Jahren als Kollegin auch kennengelernt.

Mit ihrer optimistischen Grundhaltung und ihrer Bereitschaft,

Neue Wege zu gehen,

Begleitet sie die Mitarbeitenden souverän durch Veränderungsprozesse.

Ihr Antrieb?

Der Wunsch,

Stetig für Weiterentwicklung zu sorgen und ein positives Mindset für den Wandel zu schaffen.

Ich freue mich auf dieses Gespräch.

Herzlich willkommen,

Vanessa.

Dankeschön.

Ich freue mich auch.

Nimm uns doch gerne mal mit,

Vanessa,

Welche Bälle du als Person tagtäglich in der Luft halten darfst.

Ja,

Also ich bin Mutter von drei Kindern.

Wir sind also auch in einem sehr aufwendigen Familienverbund unterwegs,

So würde ich das vielleicht sagen.

Ich arbeite nebenbei auch Vollzeit und bin insofern sehr intensiv eingebunden.

Also das heißt,

Ich habe viele Themen,

Die sowohl beruflich als auch privat,

Ich sage mal,

Das jongliert werden müssen mit dem üblichen Wahnsinn,

Der in so einer Familienplanung dann am Ende auch steckt.

Wie sieht so dein Arbeitsalltag aus und wie kannst du die Familie dann dabei einpflichten?

Mein Arbeitsalltag sieht so aus,

Dass ich zum einen fast immer tatsächlich vor Ort arbeite.

Das liegt zum einen daran,

Dass das,

Was ich mache,

Durchaus geprägt ist,

Davon auch einfach vor Ort zu sein und mitzubekommen,

Wie sich Dinge im Werk oder in unseren Bereichen dann jeweils auch verändern und auch Ansprechpartnerin zu sein für meine Kolleginnen,

Die eben in den unterschiedlichen Personalbereichen unterwegs sind.

Das heißt,

Ich bin,

Wie gesagt,

Fast immer vor Ort.

Ich arbeite,

Na ja,

Ich würde mal sagen,

40 Stunden plus,

Mit Betonung eher auf plus,

Und habe aber die Möglichkeit und die nutze ich auch,

Meine Zeiten relativ frei zu stecken.

Also das heißt zu sagen,

Ich fange morgens etwas früher an oder arbeite länger abends oder auch mit Unterbrechungen von hin und her fahren,

Da solche Dinge sind möglich und die nutze ich auch.

Und mein Arbeitsalltag ist geprägt von sehr vielen Terminen.

Also mein Kalender ist immer gut gefüllt,

Was zum einen auch ein Steuerungsmechanismus tatsächlich durch die Organisation ist,

Aber natürlich auch dieses Vor-Ort-Arbeiten dann noch mal mehr prägt im Endeffekt.

Und wie kriegst du das so verflochten mit deinem Privatleben,

Mit der Familie,

Mit deinen Hobbys,

Mit dem,

Was du alles sonst noch so?

Ja,

Also zum einen an der Stelle ist mein Mann auch wirklich zu erwähnen,

Der bei uns sozusagen den Teilzeitpart macht,

Weil faktisch eine Betreuung von drei Kindern mit zwei Vollzeitstellen zumindest nur dann möglich wäre,

Wenn man mehr externe Hilfe sich dazu holen würde.

Das ist das eine.

Und das andere ist tatsächlich relativ strikte Planung auf der einen Seite,

Also wirklich zum Beispiel feste Termine für Sport oder für Klavierunterricht,

Den ich noch mache,

Und gleichzeitig aber auch das Gefühl von Fünfe gerade sein lassen.

Also dann gibt es halt Dinge,

Die auf dieser ominösen To-Do-Liste stehen und die irgendwer irgendwann mal bearbeiten müsste,

Aber die stehen da halt.

Und falls mal irgendwann eine Zeit auftaucht,

In der man sich langweilen sollte,

Könnte man diese Liste hervorholen und sich überlegen,

Ob man von eins bis zehn das abarbeitet.

Aber die Gewohnheit,

Dass es diese Liste gibt,

Die auch vielleicht einfach nie bearbeitet wird,

Das ist so ein bisschen das,

Was ich mir gönne und wo ich denke,

Dann ist es halt so,

Dass nicht alles irgendwie perfekt ist,

Sondern dann gibt es halt auch ab und an einfach Tiefkühlpizza und dann ist das auch in Ordnung für alle Beteiligten.

Jetzt habe ich dich auch kennengelernt mit einer ordentlichen Portion Gelassenheit.

Das ist auch der Grund,

Weshalb ich dich gerne in den Podcast einladen wollte,

Weil ich finde,

Da hast du noch mal ganz viel zu teilen an Impulsen und eigenen Erfahrungen.

Was würdest du denn sagen,

Wo kommt diese große Portion Gelassenheit bei dir her?

Also ich glaube,

Ich bin zum einen mit Eltern aufgewachsen,

Die das auch schon als Vorbild gelebt haben,

Auch mit sehr vielen Schwestern und wir sind auch als Schlüsselkinder groß geworden,

Was jetzt für mich nie sich irgendwie negativ angefühlt hat als Kind.

Also ich habe dieses sehr überbehütete,

Oder nicht überbehütet,

Aber dieses sehr Behütete gar nicht vermisst und deswegen glaube ich,

In Bezug auf meine Kinder bin ich da entspannter,

Weil ich einfach sozusagen von mir auf meine Kinder schließe und mir denke,

Das passt.

Neulich meinte auch mein dreizehnjähriger Sohn zu mir,

Ich wäre voll die Helikoptermutter und das hat mich tatsächlich sehr beruhigt,

Weil ich dachte,

Okay,

Dann wenn ich offensichtlich so wahrgenommen werde,

Dann ist es nicht schlimm,

Dass ich eigentlich gar nicht so viel da bin in Teilen.

Das ist so das eine und das andere ist,

Glaube ich,

So ein bisschen das Prinzip Hoffnung.

Also das ist tatsächlich was,

Was mich sehr antreibt zu sagen,

Wenn Dinge irgendwie nicht gut sind oder wenn irgendetwas nicht so läuft,

Dann ist das halt nicht das Ende,

Sondern dann geht es ja irgendwie trotzdem weiter und ich bin,

Glaube ich,

Gut in der Lage,

Relativ schnell immer wieder auch bei negativen Situationen nach vorne zu schauen und zu gucken,

Was kann denn daraus jetzt entstehen,

Wie kann ich mit dieser Situation umgehen,

Was sind nächste Schritte,

Die in irgendeiner Form helfen,

Um das Problem zu lösen.

Und das ist,

Glaube ich,

Ganz wichtig auch für diese Gelassenheit,

Dieses Wissen darüber,

Dass ich in der Lage bin,

Dinge auch zu lösen und das,

Ja,

Wie gesagt,

Habe ich,

Glaube ich,

Auch früh als Kind schon erfahren,

Dass das so ist und das ist was,

Was mich so mein Leben lang begleitet.

Und gibt es auch mal was,

Was dich aus der Ruhe bringt und wo du so merkst,

Okay,

Jetzt bin ich aber irgendwie gar nicht mehr so gelassen und nicht mehr in meiner Mitte?

Ja,

Total.

Also mein Sohn ist wirklich jemand,

Der das schafft,

Mich komplett auf 180 zu kriegen,

Auch in relativ schneller Zeit zum Teil.

Also der weiß genau,

Welche Triggerpunkte man so setzen muss.

Ich habe länger darüber nachgedacht,

Was so,

Ich kenne meine Triggerpunkte ganz gut und neulich ist mir wieder bewusst geworden,

Dass so ein Triggerpunkt bei mir ist,

Dass ich nicht so gut dauerhaft Menschen anschieben kann.

Also das heißt,

Immer wenn ich so das Gefühl habe,

Ich bin diejenige,

Die immer pusht und pusht und pusht,

Dann merke ich,

Dass mich das irgendwann nervt und dass ich da einfach dann nicht gut bin und dann eher mal Abstand nehmen muss und dann meinen eigenen vielleicht Anspruch oder meine eigene Idee,

Was jetzt aus der Situation dieser Person irgendwie erwachsen könnte,

Einfach zurückstellen muss,

Was in mehrfacher Hinsicht sicherlich gut ist,

Aber auch für meinen persönlichen,

Ja ich sag mal,

Seelenfrieden eine gute Sache ist,

Weil ich es einfach nicht kann,

Ständig irgendwie sozusagen Leute zu ziehen und zu sagen,

So wir müssen jetzt da in diese Richtung.

Weil ich schon den Anspruch habe,

Dass da halt dann auch irgendwann eine gewisse Selbstwirksamkeit oder eine eigene Motivation entsteht und wenn die halt so gar nicht entsteht und das ist was,

Was ich nicht gut,

Womit ich einfach nicht gut umgehen kann,

Vielleicht,

Weil ich das selber ausgeprägter habe und dann ist es halt was,

Was ich,

Wenn das bei anderen nicht so gegeben ist,

Eher vermisse,

Sag ich mal.

Zwei Fragen,

Die mir dazu aufkommen.

Zum einen,

Woran merkst du das,

Dass jetzt so der Punkt ist,

Wo du nicht mehr,

Also wo es so ein bisschen kippt für dich und zum anderen,

Welche Strategien hast du denn für dich da so gefunden,

Dann ja wieder zurückzukommen in deinen alten Zustand,

Sag ich mal,

Oder in deinen Komfortzuständen?

Also ich merke schon,

Ich merke das schon bei mir.

Also zum einen,

Wenn es sozusagen ganz hart kommt,

Merke ich auch körperliche Symptome.

Also du hast das Thema Gesundheit angesprochen.

Also bei mir,

Ich glaube,

Jeder hat so seine Sollbruchstelle im Körper.

Man sagt ja so,

Ach,

Das schlägt mir auf den Magen oder dann,

Bei mir ist es der Kopf.

Also ich merke dann schon,

Dass ich eher so Spannungskopfschmerzen habe und das ist dann spätestens der Punkt,

Wo ich sage,

Okay,

Das ist jetzt gerade irgendwie die Grenze.

Manchmal ist es ja so,

Dass man gar nicht ganz genau weiß,

Woher kommt das jetzt,

Weil vielleicht waren auch andere Situationen stressig oder das Wetter war irgendwie oder gibt es ja unterschiedliche Dinge,

Die das irgendwie auslösen können.

Und das ist dann zu deiner zweiten Frage genau das,

Zu schauen,

Dass ich eher wieder eine etwas übergeordnete Perspektive bekomme und dann wirklich ein bisschen,

Ja,

Ein bisschen die Situation von oben betrachte und gucke,

Wo bin ich hier jetzt gerade eigentlich unterwegs und was mache ich hier und wo erreiche ich auch was und wo vielleicht dann eben auch nicht und was macht das mit mir?

Und mich dann wirklich auch sehr bewusst zurückzuziehen,

Also wirklich zu sagen,

Ich weiß ich nicht,

Wenn das beruflich ist,

Ich bin da jetzt dann halt nicht mehr hinterher,

Sondern lasse es vielleicht auch einfach mal zwei Tage liegen und gucke einfach mal,

Was passiert.

Und das ist,

Glaube ich,

Dann ganz hilfreich,

Dann eben,

Ja,

So eine innere Vogelperspektive,

Sich dann zu gönnen für diese Situation.

Und welche Erfahrungen machst du zum Beispiel damit,

Wenn du sagst,

Ich lasse das jetzt einfach mal ein paar Tage liegen,

Was sind so,

Ja,

Mögliche Ergebnisse dessen?

Also das eine,

Das ist natürlich immer das Schönste,

Dass sich Dinge dann tatsächlich häufig,

Naja häufig,

Aber zumindest auch mal von selber lösen.

Also dass einfach nichts tun auch wirklich dazu führt,

Dass eben genau dieser Punkt,

Den ich hier erreichen wollte,

Dass Leute irgendwie anfangen,

Dann doch selber aktiv zu werden,

Eintritt und dieses,

Mein Ziehen dann im Endeffekt gar nicht notwendig,

Vielleicht sogar von vornherein gar nicht notwendig gewesen wäre.

Das ist natürlich so der Best Case,

Der dann irgendwie entstehen kann.

Natürlich ist es auch so,

Dass das nicht passiert und dann muss man sich im Zweifelsfall drum kümmern.

Aber ich merke dann,

Dass ich dann mit einer anderen,

Auch wieder mit einer neuen Motivation in Teilen dann rangehe oder vielleicht auch in der Zeit,

Vielleicht gar nicht intensiv darüber nachgedacht habe,

Aber irgendwie mein Gehirn das von alleine gemacht hat und ich irgendwie dann doch noch mal andere Ideen habe,

Wie man da jetzt,

Sage ich mal,

Mit der Situation irgendwie besser umgehen kann.

Also Abstand hilft auf jeden Fall,

Um genau diese neuen Perspektiven im Endeffekt zu bekommen.

Und bei meinem Sohn ist das so,

Dass ich einfach meinen Mann vorschicke.

Auch schön,

Auch eine Strategie.

Auch eine Strategie,

Genau.

Mache ich auch manchmal beruflich,

Dass dann jemand anders sich natürlich vielleicht aus seiner Warte heraus besser um das Thema kümmern kann,

Als ich.

Das hilft ja auch.

Und wie würdest du das einschätzen?

Also ich könnte mir vorstellen,

Dass Menschen das gut finden,

Dass du da in so einer gewissen Ruhe und Gelassenheit agierst und auch sagst,

Komm,

Das kann man auch mal liegen lassen oder ich lasse jetzt auch mal fünfe gerade sein,

Weil das gehört einfach dazu.

Ich könnte mir vorstellen,

Das kann man so und so sehen.

Wie erlebst du das so in deinem Umfeld,

Wie das so wahrgenommen wird?

Also treibst du damit Leute auf zur Weißglut?

Oder sagen Leute,

Hey,

Du bringst da hier echt durch deine Art und Weise,

Wie du da rangehst,

Ruhe rein?

Also ich glaube,

Meine Mitarbeiterinnen wissen das sehr zu schätzen.

Das ist zumindest auch die Rückmeldung,

Die ich bekomme,

Dass da eben genau diese Ruhe so ein bisschen mehr dazu führt,

So ich sage mal,

Ich werde häufiger tituliert so als so ein Fels in der Brandung,

Der dann halt eben eher so Dinge dann auch ein bisschen abpuffert.

Was zumindest so,

Was die Kolleginnen und Kollegen sagen,

Sehr positiv wahrgenommen wird,

Um eben genau das in ein,

Ich meine,

Wir sind,

Wahrscheinlich jedes Business,

Extrem Veränderungs-,

Oder extremen Veränderungsnotwendigkeiten unterliegen wir.

Wir haben als Unternehmen einen hohen Anpassungsdruck an Kostensituationen,

An Rohstoffpreise,

An Marktgegebenheiten.

Also das heißt,

Da passiert ständig irgendwas.

Und ich glaube,

Da zwischendurch mal eine Stopptaste zu drücken,

Ist durchaus hilfreich,

Um einfach auch nochmal darüber zu reflektieren,

Was machen wir jetzt eigentlich?

Was sind beste Maßnahmen?

Wie kann man da drauf schauen?

Ich sage mal,

Gegenüber dem Business kommt das,

Glaube ich,

Gar nicht so an,

Dass ich so ruhig und gelassen bin,

Sondern ich arbeite die Dinge ja stringent ab.

Also es ist nicht so,

Als ob da jetzt irgendeine Pause entsteht,

Wo man so das Gefühl hat,

Oh,

Jetzt habe ich sie was gefragt und dann kommt irgendwie drei Tage nichts zurück.

Deswegen,

Glaube ich,

Fällt da das gar nicht so auf,

Weil wir jetzt ja nicht irgendwie uns einen Büroplatz teilen,

Wo man dann sieht,

Dass ich halt zwischendurch mal zehn Minuten aus dem Fenster gucke und den Eisvogel beobachte,

Der bei mir vor dem Büro wohnt.

Was sehr schön ist nebenbei bemerkt.

Deswegen,

Glaube ich,

Kommt das gar nicht so an.

Und mir wurde auch schon mal zurückgemeldet,

Dass ich zu ruhig bin.

Also das war damals eine sehr,

Sehr unangenehme Situation,

Wo ich bewusst provoziert wurde,

Also auch wirklich auf eine sehr unangenehme Art und Weise,

Auf die ich mich dann aber halt nicht eingelassen habe.

Und das lag jetzt gar nicht daran,

Dass ich so wahnsinnig gelassen bin,

Sondern dass ich mich dann wirklich zurückhalten musste und ich gedacht habe,

Entweder das eskaliert hier jetzt völlig oder ich werde halt sehr,

Sehr,

Sehr ruhig.

Und da wurde mir später zurückgemeldet,

Dass das ja wirklich unangenehm war,

Dass ich so ruhig war,

Wo ich dann zwar dachte,

Okay,

Was du gemacht hast,

War noch viel unangenehmer für mich.

Aber das hatte dann mehr was damit zu tun,

Nicht mit einer wirklichen Gelassenheit,

Sondern mehr mit einem,

Ich möchte mich nicht auf dein Niveau begeben.

Das ist also aber eher nicht vergleichbar.

Und gleichzeitig ja auch eine Kunst,

Sich da zurückhalten zu können.

Ja,

Ja,

Absolut.

Also so habe ich das auch tatsächlich empfunden damals.

Ich war sehr stolz auf mich,

Dass das geklappt hat.

Also klappt ja auch nicht immer.

Also es gibt ja auch einfach Momente da.

Aber meistens hilft es halt,

Sich einfach zu überlegen,

So was,

In welchem Setting bin ich hier unterwegs?

Was ist meine Rolle?

Was ist auch zielführend für die Ausübung dieser Rolle oder für die Ziele,

Die ich habe in dieser Rolle?

Und ganz am Ende muss man natürlich auch sagen,

Also ich bin Personalleiterin,

Ja,

Aber ich sage,

Ich mache auch keine Herzchirurgie,

Aber wenn ich irgendwas einen Tag liegen lasse,

Stirbt auch keiner.

Also deswegen muss man das sich vielleicht auch manchmal ein bisschen bewusst machen in der eigenen Wirkungsnotwendigkeit,

So will ich das mal sagen.

Wir haben halt die Zeit,

Uns auch ein bisschen mehr Gedanken vielleicht zu machen,

Als jetzt eine Situation,

Wo man ad hoc irgendeine lebensnotwendige Entscheidung treffen muss.

Ich finde,

Das ist eine sehr,

Sehr gesunde Einstellung für eine Führungskraft.

Ich könnte mir vorstellen,

Dass das halt auch sehr kulturprägend in solchen Abteilungen und dann auch für das Unternehmen ist.

Und gleichzeitig kann ich mir auch vorstellen,

Dass eben viele Menschen oder so auch aus eigener Erfahrung,

Weiß ich das auch,

Dass viele Menschen eben nicht so ruhig,

Zuversichtlich,

Gut sortiert und mit einem gelassenen Blick auf die Situation gucken können.

Wie gehst du denn damit um,

Wenn du jetzt zum Beispiel Kollegen hast bei dir im Bereich oder vielleicht auch deine Familie oder im Freundes- und Bekanntenkreis,

Wenn dann kopflos durch die Gegend gerannt wird?

Was machst du denn?

Oh,

Das ist eine gute Frage.

Was mache ich denn?

Also erstmal versuche ich,

Mich extrem zurückzuhalten mit Ratschlägen.

Wir haben bei meinen Schwestern eine Strategie entwickelt,

Dass wir erstmal fragen,

Was brauchst du?

Also es passiert ab und an,

Dass eine meiner Schwestern anruft und es ist irgendwie eine Situation,

Wie auch immer,

Die nicht gut ist.

Und früher hätte ich,

Habe ich häufiger eher dann mit Ratschlägen geantwortet,

Um eben diese Situation zu lösen,

Weil ich vielleicht was Ähnliches hatte oder wie auch immer.

Und das haben wir uns in diesem Kreis komplett abgewöhnt,

Sondern wir fragen als erstes,

Was brauchst du?

Und manchmal braucht man ja auch einfach nur ein Ventil.

Man braucht manchmal einfach nur jemanden,

Der eine Viertelstunde sich das anhört,

Wenn man sich mal auskotzt.

Und vielleicht im Anschluss braucht man dann was anderes.

Aber das ist sozusagen erstmal die erste Frage,

Die ich stelle.

Und die versuche ich,

Also das versuche ich auch beruflich zu machen,

Zu sagen,

Was brauchst du?

Wie kann ich dich unterstützen?

Und meistens ist es so,

Dass wenn Leute irgendwie ihre Situation schon mal abladen können,

Unabhängig dann von allem,

Was da irgendwie an Folge dranhängt,

Das ist erstmal sozusagen diese erste Welle,

So ein bisschen abfangen.

Und danach kann man gemeinsam ja gut überlegen,

Was irgendwie ein konstruktiver Umgang damit sein kann.

Aber meistens dieses Kopflose,

Wie du beschreibst,

Hilft ja.

Also mir hilft das immer.

Und das erlebe ich auch bei vielen Kolleginnen in unterschiedlichen Situationen,

Das einmal so ein bisschen einfach rauszulassen,

Einmal irgendwie verbal auch alles einmal durchzukauen.

Lukas Podolski hat mal gesagt,

Woher soll ich wissen,

Was ich denke,

Bevor ich höre,

Was ich sage?

Und das hilft dann,

Glaube ich,

Manchmal,

Das einmal zu verbalisieren und dann auf der Basis zu schauen,

Okay,

Was machen wir jetzt damit?

Und dann kann es ja auch sein,

Dass man sagt,

Okay,

Jetzt habe ich mich ausreichend ausgekotzt,

Ich gehe dann wieder.

Und dann hat das auch schon geholfen.

Also spannend,

Finde ich,

Eine schöne Strategie für diejenigen,

Die jetzt zuhören und denen es vielleicht nicht so leicht fällt,

In so eine Haltung zu kommen,

Die du jetzt beschrieben hast,

So eine gelassene Haltung,

Wo man irgendwie die Dinge einfach gut sortieren kann.

Was würdest du den Menschen mit auf den Weg geben,

Wie sie das vielleicht für sich entwickeln können?

Oder erste-Hilfe-Tipp oder sonst so ein SOS-Tipp?

Was mache ich,

Wenn ich nicht mehr weiß,

Wo hinten und vorne ist?

Also ich glaube,

Das eine ist,

Noch mal zu überlegen,

Ob zum Beispiel im Sinne dieses Hoffnungsvollen oder dieser Selbstwirksamkeit zu überlegen,

Gab es eine Situation,

Die vielleicht vergleichbar war?

Und wie ist die ausgegangen?

Also ich erlebe häufig Leute,

Dass die in so eine negative Spirale kommen im Sinne von,

Das war jetzt irgendwie schlecht und das wird irgendwie noch schlechter.

Und wenn ich darüber nachdenke,

Dann wird es sowieso noch viel schlechter.

Und sich da zu überlegen,

Oder vielleicht auch andersherum,

Was ist eigentlich das Schlimmste,

Was passieren kann?

Und häufig muss man ja sagen,

Ist das Schlimmste,

Was passieren kann,

Gar nicht so schlimm.

Also die negativen Folgen,

Die man erwartet,

Sind dann vielleicht auch gar nicht so furchtbar im Zweifelsfall.

Aber ich finde es vor allem hilfreich,

Sich zu überlegen,

Wo hat das denn,

Was ich an Strategien habe?

Und ich habe ja Strategien.

Jeder hat irgendwie ob groß oder klein irgendein Bündel,

Was er mitnehmen kann.

Also wo sind diese Strategien wirksam gewesen?

Wie habe ich das irgendwie gut genutzt?

Und wie kann ich das dann jetzt halt auch übertragen?

Wobei deswegen dieser Austausch vorher vielleicht hilfreich,

Weil ich,

Gerade wenn es so dieses Kopflose ist,

Ist es natürlich schwierig,

Da genau diese Art von Reflexion zu machen.

Und dann ist es vielleicht eine gute Idee.

Das mache ich jetzt nicht,

Aber ich könnte mir vorstellen,

Dass das manchmal auch einfach hilft.

Ich gehe einfach mal eine Runde raus.

Ich gehe einfach mal eine Runde um den Block.

Ich nehme mich aus der Situation und mache irgendwie halt einfach ganz was anderes.

Also Kacheln zählen beim Schwimmen.

Keine Ahnung.

Irgendwie sowas.

Als ich eben gesagt habe,

Dass ich mir gut vorstellen kann,

Dass auch so eine Haltung,

Das ist ja auch eine gewisse Ausstrahlung,

Die du brauchst.

Ja,

Einfach,

Wie du vorhin beschrieben hast,

So Fettsunterbrandung,

So eine gewisse Ruhe,

Eine gewisse Stabilität,

Die du ausstrahlst.

Und als ich eben gesagt habe,

Ich kann mir vorstellen,

Dass das sich auch auswirkt auf die Kultur in der Abteilung oder in einem Unternehmen,

Da hast du so kurz so die Nase gerümpft.

Wie würdest du das einschätzen?

Also glaubst du,

Dass das strahlt positiv auf andere Menschen ab oder eher nicht?

Also fällt mir tatsächlich schwer,

Das zu beurteilen,

Weil wir,

Wie gesagt,

Als Unternehmen sehr dynamisch orientiert sind,

Sodass ich manchmal das Gefühl habe,

Dass so dieses ruhige nur in Teilen Wirkung zeigt.

Meistens also auf längere Sicht dann schon.

Im ersten Moment merke ich halt manchmal,

Dass so dieses bei irgendwelchen Themen vielleicht eine Führungskraft so ein bisschen runterzuholen halt einfach einen Moment braucht.

Und da,

Deswegen kann ich jetzt nicht genau sagen,

Ob sich durch meine Anwesenheit in dem Unternehmen wirklich da eine Kultur verändert hat,

Die da Ruhe reinbringt.

Das weiß ich nicht.

Also es ist zumindest,

Glaube ich,

Hilfreich,

Wenn auch gerade bei den Themen,

Die anstehen.

Also wie gesagt,

Solche Transformationsprozesse,

Die erleben wir auch.

Wir müssen uns sehr stark neu aufstellen,

Was eben Veränderungslogiken angeht.

Wir sind sehr marktgetrieben.

Also das heißt,

Das sind alles Dinge,

Die auf uns einwirken und wo wir viel Anpassungswillen brauchen,

Anpassungsbereitschaft auch von den Mitarbeitenden brauchen und auch viel ständig verändern.

Und das ist sozusagen da optimistisch und auch ruhig und gelassen zu bleiben,

Hilft sicherlich.

Aber ob es jetzt wirklich eine Kulturveränderung mäßig bringt,

Das ist mir,

Glaube ich,

Als Begriff zu groß.

Für mich ist das so eine ganz,

Ganz wichtige Kompetenz in der heutigen Zeit,

Eben da nicht so reaktiv und aktionistisch voranzugehen,

Sondern halt immer mal wieder Stopp zu sagen,

Immer mal wieder zu gucken,

Hey,

Wie ist denn die Situation?

Immer mal wieder sich zu fragen,

Was brauche ich eigentlich?

Was brauchst du eigentlich?

Und es ist dann jetzt wert,

Sich darüber so aufzuregen oder einfach schon mal eine Richtung loszurennen,

Ohne zu wissen,

Ob das jetzt der richtige Weg ist.

Also ich finde das wirklich,

Wirklich toll,

Dass es Menschen gibt wie dich,

Die das einfach von Grund auf ausstrahlen.

Und ich bin tatsächlich der festen Überzeugung,

Dass das macht was mit den Menschen um dich herum.

Zumindest kann ich das so aus meiner Erfahrung mit dir sagen,

Dass es mir da total so geht,

Wenn ich mit dir zusammen bin.

Ja,

Von daher finde ich das einfach total toll und würde dich zum Abschluss gerne noch mal fragen,

Was würdest du denn jetzt noch mal so mit auf den Weg geben zu den Themen,

Die wir jetzt besprochen haben?

Vor allen Dingen,

Was so Haltung und Einstellungen angeht.

Was würdest du jetzt den Hörerinnen und Hörern mal vielleicht noch als kleinen Appell oder als Tipp da lassen,

Dass mehr in diese Fußstapfen von dir treten können oder da einfach auch ein Stück aus ihrem Hamsterrad rauskommen?

Das ist eine sehr schwierige Frage.

Also auf jeden Fall nicht zu verwechseln,

Dass eine Ruhe und eine Gelassenheit hat nichts mit fehlendem Engagement zu tun.

Also das ist eher andersherum glaube ich sogar,

Dass so dieses Raustreten aus dem Hamsterrad eine Situation irgendwie zu bewerten und dann zu reagieren,

Im Endeffekt also zumindest aus meiner Warte eine deutlich höhere Wirksamkeit erzeugt und damit auch,

Was das Thema Engagement angeht,

Viel wertvoller ist aus meiner Sicht,

Als jetzt irgendwie wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend zu rennen und irgendwelche Dinge zu versuchen und zu versuchen und zu versuchen.

Also aber wie gesagt,

Dass eben vor allem nicht verwechselt wird,

Diese Ruhe mit fehlendem Engagement,

Weil nur weil man irgendwie ich sag mal laut unterwegs ist mit viel,

Ich nenne es mal Rauch irgendwie,

Der sich verteilt,

Ist das nicht,

Dass das sinnvoller ist,

Sondern ich glaube da auch für die Stopptaste so ein ist da hilfreich.

Und da vielleicht auch,

Also das klingt ja so ein bisschen so wie der langsame Weg zum Ziel,

Das stimmt nicht,

Aber der ist nicht langsamer.

Ich glaube,

Der ist mindestens genauso schnell oder sogar schneller,

Aber halt im Vorfeld mehr in Zeit zu investieren,

In eine Überlegung bevor ich losrenne,

Ist glaube ich immer hilfreich.

Also das vielleicht so als Appell,

Aber halt dann damit auch die ruhigeren Menschen nicht zu verwechseln,

Dass sie unterengagiert werden oder ähnliches.

Super,

Ein sehr,

Sehr schönes Schlusswort.

Ich danke dir dafür,

Da auch noch mal eine Sensibilität für geschaffen zu haben,

Dass das nicht gleichbedeutend ist mit ich bin ruhig und ich tue nichts oder bringe keine Leistung oder weniger als die anderen,

Die da sehr viel Wind um Dinge tun.

Da bin ich absolut bei dir und danke dir auf jeden Fall noch mal sehr herzlich für diesen Impuls.

Danke dir Vanessa,

Wir sehen uns und hören uns gleich im zweiten Teil dieser Folge.

Und das war es auch schon mit der aktuellen Episode des Besser Gesunde Arbeiten Podcast.

Ich hoffe,

Du hast viele wertvolle Impulse für dich mitnehmen können und ich danke dir von Herzen,

Dass du heute mit dabei warst.

Wenn du Lust hast,

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Außerdem erwarten dich dort kostenfreie Meditationen und weitere Impulse für deinen stressigen Alltag.

Halte auch gerne Ausschau nach dem zweiten Teil der Episode,

Der im nächsten Monat erscheint,

Denn dort teilt Vanessa kurz und knackig ihre Lieblingstools und Inspirationsquellen mit dir.

Und zum Schluss noch eine Bitte an dich,

Wenn du jemanden in deinem Umfeld kennst,

Der von diesen Inhalten profitieren könnte,

Dann teile gerne diesen Podcast mit dieser Person.

Schön,

Dass du reingehört hast in diese Folge.

Ich freue mich,

Wenn du beim nächsten Mal wieder mit dabei bist.

© 2026 Nadine Horn. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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