
König Drosselbart | Einschlafmärchen & Meditation
Eine entspannende Abendroutine (geführte Meditation mit Tagesreflexion) und eine Geschichte zum Einschlafen nach den Brüdern Grimm. Das Märchen handelt von einer stolzen Prinzessin, die ihre Freier verhört und sich über jeden einzelnen lustig macht. Besonders gemein ist sie zu einem jungen König, dessen Kinn ein wenig schief gewachsen ist. Ihr Vater, der König hat sie darauf hin mit dem nächst besten Bettler, der des Weges kommt aus seinem Schloss. Natürlich wird zum Schluss alles gut. Du kannst also jederzeit beruhigt und zufrieden einschlafen, Dich erholen und auftanken. Die Abendroutine vorne weg enthält eine Meditation, Dankbarkeit-Praxis und Tages-Reflexion zur feierlichen Verabschiedung des Tages. Die mit Musik und Klängen untermalten Einschlaf-Geschichten der Märchentante sind für Kinder und Erwachsene geeignet - einfach für alle, die mit sanfter Stimme und friedlichen Hintergrundtönen freundlich und liebevoll in den Schlaf begleitet werden möchten.
Transkription
Kuschel dich schön ein und machst dir gemütlich in deinem Bett.
Wenn du möchtest,
Kannst du dich noch mal recken und strecken,
Tief ein- und ausatmen.
Und vielleicht überkommt dich ja auch ein Gähnen oder ein langer,
Tiefer Seufzer.
Dann atme noch mal tief ein und wenn du es nicht schon getan hast,
Schließe mit dem Ausatmen deine Augen.
Beobachte noch eine Weile deinen Atem.
Wie sich deine Brust ganz regelmäßig hebt und senkt.
Und beobachte,
Wie du mit jedem Atemzug ein bisschen tiefer in die Matratze sinkst.
Angenehm schwer,
Geborgen und gemütlich.
Ich lade dich ein,
Dir noch mal deine Bilder des Tages vor deinem inneren Auge anzusehen.
Ich werde jetzt für eine Minute nichts sagen,
Damit du ganz in Ruhe die Ereignisse und die Themen deines heutigen Tages Revue passieren lassen kannst.
Dann mache dir doch auch noch mal bewusst,
Wofür du heute besonders dankbar bist.
Sammle dabei mindestens drei Dinge zusammen,
Für die du dankbar bist.
Dann lasse die Bilder der Dankbarkeit und die Bilder des Tages verschwimmen und mit den Wolken Richtung Himmel ziehen.
Es gibt jetzt nichts mehr zu tun,
Außer zu entspannen.
Du hast deine Sache heute gut gemacht,
Sehr gut sogar.
Und du weißt,
Du darfst jederzeit einfach einschlafen.
Und während du hier liegst und mehr und mehr entspannst,
Regeneriert dein Körper und dein Geist.
Innere Reinigungs- und Heilungsprogramme laufen ab.
Und alles,
Was tagsüber erlebt und gelernt wurde und auch alles,
Was vielleicht ein wenig durcheinandergekommen ist,
Kann nun in die für dich genau richtige Ordnung gebracht werden.
Einfach so,
Ganz nebenbei.
Ob du nun darüber nachdenkst oder nicht,
Du bist behütet und geborgen.
Es ist alles da.
Und ganz nebenbei werde ich dir eine Geschichte erzählen,
Die sich vor langer,
Langer Zeit zugetragen haben soll.
Ein König hatte eine Tochter,
Die war über allemaßen schön.
Aber dabei war sie so stolz und übermütig,
Dass ihr kein freier Gut genug war.
Sie wies eine nach dem anderen ab und trieb noch dazu ihren Spott mit ihnen.
Einmal ließ der König ein großes Fest halten und lud dazu aus der Nähe und der Ferne die heiratslustigen Männer ein.
Sie wurden in einer Reihe nach Rang und Stand geordnet.
Erst kamen die Könige,
Dann die Herzöge,
Die Fürsten,
Grafen und Freiherrn und zuletzt die Edelleute.
Nun ward die Königstochter durch die Reihen geführt.
Aber an jedem hatte sie etwas auszusetzen.
Der eine war ihr zu dick,
Das Weinfass,
Sprach sie.
Der andere zu lang.
Lang und schwank hat keinen Gang.
Der dritte zu kurz.
Kurz und dick hat kein Geschick.
Der vierte zu blass,
Der bleiche Tod.
Der fünfte zu rot,
Der Zinshahn.
Der sechste war nicht gerade jung,
Grünes Holz hinterm Ofen getrocknet.
Und so hatte sie an einem jeden etwas auszusetzen.
Besonders aber machte sie sich über einen jungen König lustig,
Der ganz oben stand.
Und dem das Kinn ein wenig krumm gewachsen war.
Ei,
Rieb sie und lachte,
Der hat ein Kinn wie eine Drossel,
Einen Schnabel.
Und seitdem bekam er den Namen Drosselbart.
Der alte König aber,
Als er sah,
Dass seine Tochter nichts tat,
Als über die Leute spotten und alle Freier,
Die da versammelt waren,
Verschmähte,
War zornig.
Und er schwor,
Sie sollte den ersten besten Bettler zum Manne nehmen,
Der vor seine Türe käme.
Ein paar Tage darauf hub ein Spielmann an,
Unter dem Fenster zu singen,
Um damit ein geringes Almosen zu verdienen.
Als es der König hörte,
Sprach er,
Lasst ihn heraufkommen.
Da trat der Spielmann in seinen schmutzigen,
Verlumpten Kleidern herein.
Er sang vor dem König und seiner Tochter und bat,
Als er fertig war,
Um eine milde Gabe.
Der König sprach,
Dein Gesang hat mir so wohl gefallen,
Dass ich dir meine Tochter da zur Frau geben will.
Die Königstochter erschrak,
Aber der König sagte,
Ich habe den Eid getan,
Dich dem ersten besten Bettelmann zu geben,
Und den will ich auch halten.
Es half keine Widerrede,
Der Pfarrer ward geholt,
Und sie musste sich gleich mit dem Spielmann trauen lassen.
Als das geschehen war,
Sprach der König,
Nun schickt es sich nicht,
Dass du als ein Bettelweib noch länger in meinem Schloss bleibst,
Ziehe mit deinem Manne fort.
Der Bettelmann führte sie an der Hand hinaus,
Und sie musste mit ihm zu Fuß fortgehen.
Als sie zu einem großen Wald kamen,
Da fragte sie,
Ach,
Wem gehört der schöne Wald?
Der gehört dem König Drosselbart,
Hättest du ihn genommen,
So wäre er dein.
Ich arme Jungfrau Zart,
Auch hätte ich genommen den König Drosselbart.
Darauf kamen sie über eine schöne grüne Wiese,
Da fragte sie wieder,
Wem gehört die schöne grüne Wiese?
Sie gehört dem König Drosselbart,
Hättest du ihn genommen,
So wäre sie dein.
Ich arme Jungfrau Zart,
Auch hätte ich genommen den König Drosselbart.
Dann kamen sie durch eine große Stadt,
Auch da fragte sie,
Wem gehört diese schöne große Stadt?
Sie gehört dem König Drosselbart,
Hättest du ihn genommen,
So wäre sie dein.
Ach,
Ich arme Jungfrau Zart,
Hätte ich doch genommen den König Drosselbart.
Es gefällt mir gar nicht,
Sprach der Spielmann,
Dass du dir einen anderen zum Mann wünschest.
Bin ich dir denn nicht gut genug?
Endlich kamen sie an ein ganz,
Ganz kleines Häuschen.
Da sprach die Prinzessin,
Ach Gott,
Was ist das Haus so klein,
Wem mag das elende winzige Häuschen sein?
Und der Spielmann antwortete,
Das ist mein und dein Haus,
Wo wir zusammen wohnen.
Sie musste sich bücken,
Damit sie zu der niedrigen Türe hineinkam.
Wo sind die Diener,
Sprach die Königstochter.
Du musst selber tun,
Was du willst getan haben,
Antwortete der Bettelmann.
Mach nur gleich Feuer an und stell Wasser auf,
Damit wir Essen kochen können.
Die Königstochter aber verstand nichts vom Feuer anmachen und kochen,
Also kochte der Bettelmann alleine.
Als sie die schmale Kost verzehrt hatten,
Legten sie sich zu Bett und schliefen ein.
Aber am Morgen trieb er sie schon ganz früh aus dem Bett heraus,
Weil sie das Haus besorgen sollte.
Ein paar Tage lang lebten sie auf diese Art und Weise schlecht und recht und zehrten ihren Vorrat auf.
Dann sprach der Mann,
Frau,
So geht's nicht länger,
Dass wir hier zehren und nichts verdienen,
Du sollst Körbe flechten.
Er ging hinaus,
Schnitt Weiden und brachte sie heim.
Aber die harten Weiden waren nichts für ihre zarten Hände.
Ich sehe,
Das geht nicht,
Sprach der Mann,
Mit dir bin ich schlimm angekommen,
Nun lass uns versuchen,
Einen Handel mit Töpfen und Geschirr anzufangen.
Du sollst dich auf den Markt setzen und die Ware verkaufen.
Ach,
Dachte sie,
Wenn auf den Markt Leute aus meines Vaters Reich kommen und sehen mich da sitzen und handeln,
Wie werden sie mich verspotten.
Aber es half nichts,
Sie musste sich fügen,
Wenn sie nicht des Hungers sterben wollte.
Es war Markttag und die Prinzessin bot die Töpfe und das Geschirr an.
Das erste Mal ging's gut,
Denn die Leute kauften der Frau,
Weil sie so schön war,
Gerne ihre Ware ab.
Und sie bezahlten,
Was sie forderte.
Ja,
Viele gaben ihr sogar das Geld und ließen ihr noch die Töpfe dazu.
Nun lebten sie von dem Erworbenen,
Solange es dauerte.
Da handelte der Mann wieder eine Menge neues Geschirr ein.
Und die Prinzessin setzte sich damit an die Ecke des Marktes.
Stellte das Geschirr um sich herum und bot es feil.
Da kam plötzlich ein trunkener Husader hergejagt und er ritt geradezu in die Töpfe und Schalen hinein,
Sodass die in tausend Scherben zersprangen.
Sie fing an zu weinen und wusste vor Angst nicht,
Was sie anfangen sollte.
Ach,
Wie wird's mir ergehen,
Rief sie,
Was wird mein Mann dazu sagen?
Sie lief heim und erzählte ihm das Unglück.
Wer setzt sich auch an die Ecke eines Marktes mit zerbrechlichem Geschirr,
Sprach der Mann.
Lass nur das weinen,
Ich sehe wohl,
Du bist zu keiner ordentlichen Arbeit zu gebrauchen.
Ich bin heute in unseres Königsschloss gewesen und habe gefragt,
Ob sie nicht eine Küchenmarkt brauchen könnten.
Und sie haben mir versprochen,
Sie wollten dich dazunehmen.
Dafür bekommst du freies Essen.
Also ward die Königstochter eine Küchenmarkt.
Sie musste dem Koch zur Hand gehen und die sauerste Arbeit tun.
Sie machte sich in beiden Taschen ein Töpfchen fest und darin brachte sie nach Hause,
Was ihr von dem übrig gebliebenen zugeteilt ward.
Und davon ernährten sie sich.
Es trug sich zu,
Dass die Hochzeit des ältesten Königssohnes sollte gefeiert werden.
Da ging die arme Frau,
Die ja eigentlich eine Prinzessin war,
Hinauf,
Stellte sich vor die Saaltüre und wollte zusehen.
Als nun die Lichter angezündet waren und immer einer schöner als der andere hereintrat und alles voller Pracht und Herrlichkeit war,
Da dachte sie mit betrübten Herzen an ihr Schicksal.
Und sie verwünschte ihren Stolz,
Der sehr niedrigt und in so große Armut gestürzt hatte.
Von den köstlichen Speisen,
Die da ein- und ausgetragen wurden und von welchen der Geruch zu ihr aufstieg,
Warfen ihr die Diener manchmal einen Brocken zu.
Die tat sie in ihr Töpfchen und wollte es heimtragen.
Auf einmal trat der Königssohn herein.
Er war in Samt und Seide gekleidet und hatte goldene Ketten um den Hals.
Und als er die schöne Frau in der Türe stehen sah,
Ergriff er sie bei der Hand und wollte mit ihr tanzen.
Aber sie weigerte sich und erschrak,
Denn sie sah,
Dass es der König Drosselbart war,
Der um sie gefreit und den sie mit Spott abgewiesen hatte.
Aber ihr Sträuben half nichts.
Er nahm sie an der Hand und führte sie in die Mitte des Saales.
Da zerriss das Band in den Taschen und die Töpfe fielen heraus.
Die Suppe floss und die Brocken sprangen umher.
Wie das die Leute sahen,
Entstand ein lautes Gelächter und Spotten.
Und die Prinzessin war so beschämt,
Dass sie sich lieber tausend Klafter unter die Erde gewünscht hätte.
Sie sprang zur Türe hinaus und wollte entfliehen.
Aber auf der Treppe holte sie ein Mann wieder ein,
Brachte sie zurück und wie sie ihn ansah,
War es wieder der König Drosselbart.
Er sprach ihr freundlich zu.
Fürchte dich nicht.
Ich und der Spielmann,
Der mit dir in dem elenden Häuschen gewohnt hat,
Wir sind eins.
Dir zuliebe habe ich mich verstellt.
Und der Hussar,
Der dir die Töpfe entzweigeritten hat,
Das bin auch ich gewesen.
Das alles ist geschehen,
Damit du deinen stolzen Sinn,
Deinen Hochmut und deinen Spott erkennen mögest.
Da begann sie bitterlich zu weinen und sagte,
Ich habe großes Unrecht gehabt und bin es nicht wert,
Deine Frau zu sein.
Er aber sprach,
Tröste dich,
Die bösen Tage sind vorüber,
Jetzt wollen wir unsere Hochzeit feiern.
Da kamen die Kammerfrauen und taten ihr prächtige Kleider an und auch ihr Vater kam und der ganze Hof.
Und sie wünschten ihr Glück zu ihrer Vermählung mit dem König Drosselbart.
Und die rechte Freude fing jetzt erst an.
Ich wollte,
Du und ich,
Wir wären auch dabei gewesen.
Und wenn sie nicht gestorben sind,
So leben sie auch heute noch,
Glücklich und zufrieden.
Und ich wünsche dir eine gute Nacht mit schönen Träumen.
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