
Das Wahrnehmen erforschen
by Jürgen Noll
In dieser Übung begleite ich Dich durch die "Zonen der Wahrnehmung". Dazu gehören die äußere Welt der Dinge um uns herum, die innere Welt des körperlichen Erlebens und die Welt der Gedanken. Du entdeckst dabei eigene Wahrnehmungsmuster und lernst die bewusste Steuerung des Wahrnehmens.
Transkription
Hallo,
Herzlich willkommen.
In dieser Übung wird es darum gehen,
Das eigene Wahrnehmen zu erforschen.
Nimm dir darum einfach einmal Zeit,
Um auf deine momentane Wahrnehmung Acht zu geben.
Ich lade dich ein,
Zum Beobachter deiner eigenen Wahrnehmung zu werden.
Sei neugierig,
Wohin sie dich führt.
Ein guter Anfang ist,
Sich selber einfach mal zu sagen,
Jetzt nehme ich wahr,
Dass.
.
.
Und dann beende diesen Satz mit dem,
Was du in diesem Augenblick jetzt gerade wahrnimmst.
Wohin ist deine Wahrnehmung gerade gegangen?
Hast du Dinge außerhalb deines Körpers oder Empfindungen innerhalb deines Körpers oder irgendwelche Denkvorgänge wahrgenommen?
Versuche es gleich noch einmal.
Jetzt nehme ich wahr,
Dass.
.
.
Ganz grundsätzlich lässt sich die Wahrnehmung in drei Zonen einteilen.
Es gibt einmal die Wahrnehmung der äußeren Welt.
Damit ist der sensorische Kontakt,
Also der Kontakt über die Sinneseindrücke,
Mit Gegenständen und Abläufen des gegenwärtigen Augenblicks gemeint.
Konkret geht es um Kontakt mit dem,
Was du gerade jetzt siehst,
Hörst,
Riechst,
Schmeckst oder berührst.
Die zweite Zone der Wahrnehmung ist die der inneren Welt.
Hier geht es um den sensorischen Kontakt mit den inneren Vorgängen innerhalb des Körpers.
Das kann ein Stechen,
Eine Muskelspannung,
Das können Bewegungen im Körper sein.
Es können auch körperliche Manifestationen von Gefühlen sein.
Gefühle von Enge,
Gefühle von Wärme,
Kühle.
Es können Emotionen,
Unbehagen oder auch ein Wohlgefühl sein.
Ein kleiner Druck an der Stelle oder eine Spannung woanders.
Alles das ist die innere Welt.
Und dann gibt es die dritte Zone.
Das ist die Aktivität der Fantasie,
Die Aktivität des mentalen Bereiches.
Hier geht es nicht mehr um gegenwärtige Erlebnisse und Erfahrungen,
Sondern um kognitive Aktivitäten wie etwas erklären,
Sich etwas vorstellen,
Interpretieren,
Vermuten,
Denken,
Vergleichen,
Planen.
Jede Art von Erinnerung an Vergangenes oder auch ein Vorausnehmen der Zukunft,
Ein Hoffen,
Ein Wünschen,
Ein Befürchten und so weiter.
Alles das sind Tätigkeiten der dritten Zone.
Und wo warst du gerade mit deiner Wahrnehmung?
In welcher Zone?
Vielleicht möchtest du es gleich ein drittes Mal ausprobieren.
Wiederum mit diesem Satz.
Jetzt nehme ich wahr,
Dass… Wo warst du jetzt?
Bei Dingen außerhalb deines Körpers?
Bei Empfindungen innerhalb deines Körpers?
Oder bei Fantasien,
Gedanken und inneren kognitiven Vorgängen?
Das zu üben und diese verschiedenen Zonen gut erkennen und unterscheiden zu können,
Ist eine große Hilfe,
Um sich rasch orientieren zu können.
Manchmal passiert es uns,
Dass wir in der Zone der Fantasie,
Der mentalen Aktivität,
Hängenbleiben und dann verlieren wir ein bisschen den Bezug zu den Dingen innerhalb unseres Körpers oder auch außerhalb,
Um uns herum.
Dann bewusst in eine andere Zone zu wechseln,
Kann im wahrsten Sinne des Wortes die Perspektive verändern und neue Möglichkeiten in einer Situation zeigen.
Umgekehrt kann es auch manchmal sein,
Dass Vorgänge im Körper uns so in Anspruch nehmen,
Dass uns der Blick nach außen oder auch der Blick auf Möglichkeiten,
Hoffnungen und Pläne verstellt ist.
Wiederum ist das klare Unterscheidenkönnen notwendig für einen guten Perspektivenwechsel.
Schau noch einmal hin.
Wie ist es jetzt?
Jetzt nehme ich wahr,
Dass… Was kommt jetzt in deiner Wahrnehmung hervor?
Vielleicht bemerkst du eine gewisse Tendenz,
Dass du dich lieber in der einen oder anderen Zone aufhältst,
Dass du vielleicht sehr achtsam bist auf alles,
Was um dich herum geschieht,
Sehr vieles hörst,
Siehst,
Riechst,
Schmeckst oder auch fühlst.
Oder du merkst,
Dass dich sehr schnell Dinge in der inneren Zone ansprechen.
Du dort ein sehr feines Sensorium hast und die Vorgänge innerhalb deines Körpers ganz klar und schnell wahrnimmst.
Oder du merkst,
Dass die dritte Zone vielleicht eine deiner beliebtesten Zonen ist und Dinge wie planen,
Sich vorstellen,
In Gedanken schon Gespräche führen,
Zu denen es vielleicht nie kommen wird,
Vielleicht das vorherrscht.
Wie auch immer es bei dir ist,
Nimm es einfach einmal wahr und sei neugierig,
Wie sich deine Wahrnehmung und deine Wahrnehmungsgewohnheiten vielleicht auch zu ändern beginnen,
Wenn du jetzt bewusst manchmal darauf achtest,
Wo du gerade deinen Wahrnehmungsfokus hast.
Keine dieser Zonen ist richtig oder falsch.
Für jede Lebenssituation ist die eine oder andere Zone gerade die passende,
Die die Wahrnehmungen,
Die Eindrücke und Informationen bereitstellt,
Die notwendig sind.
Und manchmal wirken sie auch zusammen.
Wenn du möchtest,
Kannst du jetzt auch gerne darauf achten,
Was für eine Art von Wahrnehmung sich zeigt.
Wie nimmst du wahr?
Neigst du dazu,
Zu verallgemeinern?
Wie zum Beispiel,
Jetzt nehme ich wahr,
Dass es Geräusche gibt.
Jetzt nehme ich wahr,
Dass ich unangenehm sitze.
Oder bist du sehr genau?
Jetzt nehme ich den Klang eines Vogels wahr.
Jetzt spüre ich,
Dass der rechte Oberschenkel eine Druckstelle aufweist.
Sei auch hier neugierig.
Wann bist du eher allgemein und wann bist du eher im Detail?
Schau mal,
Was jetzt aufkommt,
Wenn du wieder dir selber innerlich sagst,
Jetzt nehme ich wahr,
Dass … Du weißt inzwischen schon,
Zu welcher Zone du diese Wahrnehmung zuordnen kannst.
Du bemerkst vielleicht auch schon,
Ob es verallgemeinernd oder sehr genau und detailliert war.
Und jetzt sei neugierig und bleibe bei dieser Wahrnehmung und überprüfe,
Was es sonst noch wahrzunehmen gibt.
Jeder Wahrnehmungsvorgang ist ein Auswahlprozess,
Ein Selektionsprozess.
Es kommt immer nur wenig in unsere bewusste Wahrnehmung.
Das meiste um uns herum,
In uns,
Klammern wir aus.
Und darum beim nächsten Versuch stelle dir nach der Wahrnehmung die Frage,
Was nehme ich gerade nicht wahr?
Was gibt es noch alles in mir und um mich herum,
Was ich in dem Moment nicht im Vordergrund wahrgenommen habe?
Und vielleicht ist auch das interessant festzustellen,
Welche Arten von Wahrnehmungen,
Welche Objekte von Wahrnehmungen du sehr gerne,
Sehr rasch in deinem Bewusstsein aufkommen spürst und welche eher im Hintergrund verbleiben.
Bei manchen Eindrücken verweilt man länger,
Bei anderen kürzer.
Merkst du vielleicht irgendein Muster oder eine Richtung bei dir?
Und wenn du magst,
Kannst du nun dazu übergehen,
Sehr bewusst zu experimentieren.
Lass nicht mehr einfach zu dir kommen,
Was als Wahrnehmung in dir auftaucht,
Sondern wähle bewusst aus.
Konzentriere dich auf deine äußere Zone und suche nach einer Wahrnehmung im Außen.
Und dann pendle nach innen,
Suche nach einer Wahrnehmung innerhalb deines Körpers.
Und dann geh wieder nach außen.
Vielleicht bietet sich jetzt etwas anderes,
Etwas Neues an,
Wahrgenommen zu werden?
Und pendle wieder zurück nach innen.
Was gibt es jetzt im körperlichen Innenerleben,
Vielleicht anderes,
Neues zu entdecken?
Geh noch einmal nach außen und noch einmal nach innen.
Wie ist das für dich,
Zwischen diesen Ebenen hin und her zu pendeln,
Die Wahrnehmung zu einem bewussten Akt werden zu lassen,
Den du absichtlich steuern kannst?
Und dann probiere ein Pendeln zwischen der Außenwelt und der Welt deiner Vorstellungskraft,
Deiner inneren Bilder aus.
Sei wieder neugierig,
Was du außen wahrnimmst.
Gerne auch wiederum mit diesem Satz.
Jetzt nehme ich in meiner Außenwelt wahr das.
.
.
Und dann pendle nach innen,
In deine Vorstellungswelt,
In diese dritte Zone.
Und schau mal,
Was sich in dir zeigt.
Manchen Menschen fällt das leichter,
Wenn sie da kurz die Augen schließen,
Ihre Sinne zurückziehen und darauf achten,
Was es so im Geist an Vorstellungen,
Bildern,
Wünschen,
Befürchtungen,
Hoffnungen etc.
Gibt.
Und dann pendle wieder nach außen.
Was ist jetzt in der Außenwelt für dich im Vordergrund wahrnehmbar?
Und dann geh wieder nach innen.
Vielleicht zeigt sich dann ein anderes inneres Bild,
Ein anderer Gedanke,
Eine andere Vorstellung als vorhin.
Geh wieder zurück nach außen.
Jetzt nehme ich in der Außenwelt wahr das.
.
.
Und wieder zurück nach innen.
Jetzt nehme ich in meiner inneren Welt der Gedanken wahr das.
.
.
Wie ist dieses Pendeln für dich?
Wie fühlt es sich an,
So klar die Steuerung über die eigene Wahrnehmung zu übernehmen?
Und dann lass all dieses Experimentieren auch wieder los,
Atme 2-3 mal tief durch und widme dich vielleicht mit diesen neuen Erkenntnissen über deine Art des Wahrnehmens wieder deinem Alltag.
Ich wünsche dir eine gute Zeit,
Bis zum nächsten Mal.
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