
Beherzte Selbstmitgefühlspause
Manchmal erfordern herausfordernde Situationen, dass du beherzt handelst: Du setzt Grenzen, stehst für dich ein oder tust etwas, das dir langfristig gut tut, auch wenn es im Moment schwerfällt. Die beherzte Selbstmitgefühlspause unterstützt dich dabei, dich der schwierigen Situation mitfühlend zuzuwenden und dich zu einer mutigen, fürsorglichen Reaktion zu ermutigen.
Transkription
Hallo,
Hier ist Sibylle.
Für die nächsten zehn Minuten lade ich dich zu einer Selbstmitgefühlspause ein,
Einer Variation der Selbstmitgefühlspause,
Eine beherzte Version,
In der du dich einer Situation zuwenden kannst,
In der du den Eindruck hast,
Dass jemand deine Grenzen überschritten hat,
Dass du für dich sorgen musst,
Indem du für dich eintrittst,
Jemanden auch vielleicht entgegentrittst.
Und wie immer lade ich dich dazu ein,
Dich gut um dich zu kümmern,
Für dich zu sorgen,
Also wenn du merkst,
Dass es dich irgendwie überfordert,
Dann jederzeit auch aus der Übung auszusteigen,
Aus der Meditation und für dich zu sorgen,
In welcher Art und Weise auch immer dir das dann gut tut.
Zu Beginn lade ich dich ein,
Dir eine Position,
Eine Haltung auszusuchen,
In der du dich gleichzeitig wach fühlst,
Aber auch entspannt und auch kraftvoll energiegeladen.
Du kannst zum Beispiel stehen oder auch gehen oder dich hinsetzen.
Und wenn es das ist,
Was sich für dich gerade am kraftvollsten,
Einfachsten anfühlt,
Kannst du dich auch hinlegen,
Was immer für dich gerade die dafür passende Position ist.
Und dann kannst du zu Beginn nochmal ein paar tiefe Atemzüge nehmen bis tief hinunter in deinen Bauch und mit der Ausatmung Anspannung loslassen,
Deine Schultern sinken lassen,
Dein Gesicht weich werden lassen und für einen Moment den Kontakt zum Boden spüren,
Der Unterlage unter dir,
Dem Stuhl,
Dem Kissen,
Der Matte und wahrnehmen,
Wie sie deinen Körper trägt,
Unterstützt in seiner Haltung,
Um dich dann der Situation zuzuwenden,
Die dich gerade beschäftigt.
Eine Situation,
In der jemand eine Grenze überschritten hat,
Dich vielleicht mit Worten verletzt hat,
Eine Situation,
In der du dich beschützen musst oder auch für etwas einstehen.
Das kann zum Beispiel sein,
Wenn dein Chefin dir schon wieder noch neue Aufgaben aufdrückt,
Obwohl du noch viel genug zu tun hast oder sowieso schon zu viel zu tun hast oder wenn du keine echte Mittagspause hast,
Weil deine KollegInnen die ganze Zeit von der Arbeit sprechen oder auch die nächste Konferenz,
Die bevorsteht,
Wo du dich doch eigentlich nur aufs Schreiben konzentrieren möchtest.
Was auch immer du für eine Situation wählst,
Mit der du diese Übung machen möchtest,
Achte darauf,
Dass sie für dich nur gering oder auch moderat stressig ist.
Also nichts,
Was mit wirklicher Gefahr verbunden ist.
Auf einer Skala von 1 bis 10 vielleicht maximal etwas,
Was so 4,
5 erreicht,
Um dich nicht zu überfordern.
Und dann kannst du diese Situation dir vor deinem geistigen Auge nochmal ganz detailliert ausmalen.
Wie war das?
Was hat da stattgefunden?
Und dich dabei besonders darauf fokussieren,
Was es eigentlich war,
Welche Handlung oder welche Worte es waren,
Die deine Grenze überschritten haben.
Also weniger auf die Person selbst,
Sondern auf die Handlung zu fokussieren,
Die diesen Stress verursacht.
Und erlaube dir,
All die Emotionen zu spüren,
Die vielleicht hochkommen.
Vielleicht ist da Ärger,
Wut,
Auch vielleicht Verzweiflung oder Ohnmacht oder Traurigkeit,
Was auch immer es ist.
Versuch,
So gut wie es geht,
Es sein zu lassen,
So wie es gerade ist,
Ohne es ändern zu wollen.
Und sei es auch nur für diesen einen Moment.
Und dann schau auch mal,
Ob du das auch in deinem Körper spüren kannst,
Diese Gefühle,
Die diese Situation in dir aussucht.
Wo reagiert dein Körper darauf?
Gibt es da vielleicht auch die ein oder andere Stelle,
Wo du das spüren kannst?
Eine Enge im Hals oder ein Drücken auf der Brust oder wo auch immer es sich für dich bemerkbar macht.
Und wenn du magst,
Dann lade ich dich ein,
Dir ein paar Sätze anzubieten,
Ein paar Aussagen,
Die anerkennen,
Die dich anerkennen lassen,
Wie schmerzvoll diese Situation gerade für dich ist und was da eigentlich tatsächlich passiert ist.
Worte,
Die das für dich passend zum Ausdruck bringen.
Also zum Beispiel so was wie,
Ja,
Das war wirklich ungerecht.
Oder,
Ja,
Ich verstehe genau,
Was in dieser Situation passiert ist.
Das ist nicht in Ordnung.
Und dir dann vorzustellen,
Dass es auf der Welt sicherlich auch Personen gibt,
Die etwas Ähnliches erfahren haben oder erfahren wie du,
Denen es ähnlich geht.
Und auch hier kannst du das für dich mit ein paar Sätzen zum Ausdruck bringen,
Wie zum Beispiel,
Ich bin nicht allein.
Es gibt andere Menschen,
Die ganz ähnliche Sachen erleben.
Ich bin stark genug.
Oder auch ich auch.
Me too.
Oder wenn ich für mich einstehe,
Dann stehe ich auch für andere Leute ein.
Und dann kannst du deine Faust auf deinen Herzbereich legen,
Nochmal in diese Stärke deines Körpers hineinspüren,
Diese physische Stärke.
Dich damit verbinden,
Dass du,
Um für dich zu sorgen,
Um nett oder fürsorglich zu dir zu sein,
Du auch für dich einstehen möchtest.
Und vielleicht möchtest du ganz selbstbewusst sowas sagen wie,
Ich werde das schaffen.
Ich habe die Kraft und die Stärke dazu.
Ich werde nicht aufgeben.
Ich werde mich beschützen.
Oder welche Worte auch immer diese Kraft und Stärke zum Ausdruck bringen.
Und wenn du Probleme hast,
Die richtigen Worte zu finden,
Dann kannst du dir vielleicht auch vorstellen,
Wie es wäre,
Wenn eine gute Freundin,
Ein guter Freund genau das erlebt,
Was du gerade erlebst.
Und wie du diesen Freund,
Dieser Freundin,
Wie du die unterstützen würdest,
Was du ihm,
Ihr sagen würdest,
Um ihr zu helfen,
Für sich einzustehen,
Für ihre Grenzen,
Für sich zu sorgen,
Sich abzugrenzen.
Was würdest du ihm,
Ihr sagen?
Dir genau dann diese Worte selbst anzubieten,
Die zu dir und deiner Situation passen.
Und dann lade ich dich ein,
Deine zweite Hand liebevoll über deine erste zu legen,
Über die Faust.
Diese Stärke und Kraft auch mit Mitgefühl zu verbinden.
Mitgefühl für dich,
Welchen Schmerz dir diese Situation bereitet.
Und auf der anderen Seite aber auch Mitgefühl mit anderen Menschen,
Dafür diese aktive Energie,
Dieses Beherzte für dich eintreten,
Nicht gegen Menschen zu richten,
Sondern gegen die Handlungen,
Die diesen Schmerz hervorrufen.
Dann verabschiede dich langsam wieder von dieser Übung,
Spüre noch einen Augenblick nach.
Vielleicht magst du dich auch ein bisschen recken und strecken,
Paar tiefe Atemzüge nehmen,
Nochmal den Boden unter dir spüren und dich fragen,
Was ist jetzt das Freundlichste,
Das du jetzt gerade für dich tun kannst.
Und du kannst immer,
Wenn du magst,
Auch wieder zu dieser Übung zurückkehren.
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