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Karma: Unser Tun wirkt

by Fred Von Allmen

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Wenn wir glauben, es sei egal, was unser Reden, Denken und Handeln motiviert, berauben wir uns selbst einen wensentlichen Aspekt des Weges zum inneren Glück. Unser eigenes Tun — auch unser innere Tun — wirkt immer auf uns selbst zurück.

Transkription

Titel des heutigen Vortrages Karma Die Wirkung unseres Denkens,

Redens und Handelns Wenn wir in Kürze definieren möchten,

Was es ist,

Was der Buddha gelehrt hat,

Kann man das wahrscheinlich am besten mittels einer seiner eigenen Aussagen tun.

Die lautet,

Früher wie heute lehre ich nur dieses Leiden und das Ende des Leidens,

Die unerschütterliche Befreiung des Herzens.

Wenn wir schauen,

Was es denn ist,

Was diese Befreiung ermöglicht,

Wenn wir schauen,

Was der Buddha diesbezüglich empfohlen hat,

Ist es die Erkenntnis der Vergänglichkeit und vor allem die Erkenntnis der Leerheit von Selbst,

Anatta,

Und der Leerheit oder Absenz von Selbstexistenz,

Sunyata,

Welche letztlich die wahre Befreiung des Herzens ermöglicht.

Erkenntnis von Leerheit oder Nicht-Selbst ist also das Herzstück von Buddhas Lehre der Befreiung.

Seit es diese Lehre über die Leerheit,

Über Nicht-Selbst gibt,

Gibt es auch Menschen,

Die diese missverstehen.

Wenn man nicht wirklich praktiziert und diese Lehre,

Diese Tatsache,

Diese Wirklichkeit selbst erkennt,

Besteht die Gefahr der Fehlinterpretation.

Und die schädlichste der Fehlinterpretationen,

Die recht geläufig sind,

Ist die Idee,

Wenn alles leer ist,

Spielt es auch keine Rolle,

Was man tut,

Wie man denkt,

Redet oder handelt.

Wenn wir aber glauben,

Es sei egal,

Was unser Denken,

Reden und Tun motiviert,

Berauben wir uns,

Uns selbst eines wesentlichen Aspekts des Weges zu innerem Glück.

Warum?

Weil unser eigenes Tun immer auf uns selbst zurückwirkt.

Dies ist also Thema des heutigen Vortrags.

Der Dalai Lama ist einer der Lehrer,

Für den die korrekte Erkenntnis der Leerheit von selbst,

Die sogenannte Madhyamika-Sichtweise,

Wirklich im Zentrum steht.

Viel seiner Belehrungszyklen in Ost und West sind diesem Thema gewidmet.

Vor Jahren wurde er aber einmal während Belehrungen in Boston gefragt,

Was er wählen würde,

Wenn er anstatt beide Aspekte nur noch einen Aspekt lehren könnte.

Entweder Leerheit von selbst oder Karma,

Ursache und Wirkung unseres Tuns.

Er sagte,

Dass es unwahrscheinlich ist,

Dass er nur eines lehren kann.

Aber wenn er nur eines lehren könnte,

Würde er Karma lehren.

Und die Leerheit,

Die doch so wichtig ist,

Richtig zu verstehen lassen.

Karma ohne Verständnis von Leerheit ist zwar unvollständig,

Weil der Befreiungsaspekt fehlt.

Leerheit ohne Verständnis von Karma ist aber fatal,

Weil es Türen und Tore öffnet für inneres Leiden.

Mein früherer indischer Vipassana-Lehrer,

Anagarika Munindra,

Sagte,

Er hat es immer sehr viel einfacher ausgedrückt,

You can do whatever you want,

But you always have to pay the price for it.

Du kannst tun,

Was immer du willst,

Aber du musst letztlich immer den Preis dafür bezahlen.

Das ist Karma in Kurzform.

Der Sufi-Mystiker Hafiz schrieb,

Du besitzt alle Zutaten,

Um dein Leben in einen Albtraum zu verwandeln.

Mische sie nicht,

Mische sie nicht.

Du bist im Besitz aller Zutaten,

Um dein Leben in Freude zu verwandeln.

Mische sie,

Mische sie.

Ich möchte also über Karma sprechen,

Über die Wirkungen,

Die unser Tun auf uns selbst hat.

Was ist Karma?

Karma heisst Tat,

Tun,

Action.

Und bezieht sich auf die Taten des Körpers,

Der Rede und des Geistes,

Also Denken,

Fühlen.

Also auch inneres Tun verursacht Karma.

Genau genommen ist es Absicht.

Es ist die Absicht,

Die hinter unseren Taten,

Des Denkens,

Redens und Handelns steht.

Es ist das,

Was unser Denken,

Reden und Handeln motiviert.

Und Karma wie Bhakta ist das Resultat dieser Taten.

Ein Resultat,

Das entsprechend der Absicht hinter dem Tun entsteht.

Es ist die Wirkung unseres Tuns auf uns selbst.

Traditionell,

In buddhistischen Lehren wird diese Wirkung über mehrere Leben hinweg gesehen.

Heilsame oder unheilsame Taten haben eine entsprechende Wirkung.

Nicht unbedingt nur in diesem Leben,

Sondern auch in einem der Nächsten.

Für uns,

Denke ich,

Ist aber interessant zu sehen,

Wie unsere innere Haltung,

Unsere Absicht und Motivation immer auch direkt und unmittelbar auf uns selbst wirkt.

Und wie wir wissen,

Hängt unser inneres Glück und Wohlergehen direkt von unserer inneren Haltung und Motivation ab.

Von der Atmosphäre,

Die wir in uns selbst schaffen,

Haben wir bereits vier Tage lang besprochen und geübt.

Aber immer ist es die Absicht,

Die wirkt,

Die Motivation,

Die wirkt.

Eine bekannte Geschichte.

Ein Mann pflegte einem indischen Yogi Geld und Gaben zu schenken.

Als er dies tat,

Wurde er immer wohlhabender.

Und je reicher er wurde,

Desto mehr Geschenke machte er.

Aber eines Tages dachte er,

Man sagt,

Je heiliger die Person,

Der man schenkt,

Desto grösser wird das Verdienst sein.

So werde ich von nun an dem Guru des Yogi Geschenke machen.

Also leichte Verschiebung der Motivation.

Als er dies tat,

Wurde er aber ärmer und ärmer.

Verzweifelt fragte er schließlich den Yogi um Rat.

Dieser erklärte ihm,

Schau,

Solange du gegeben und dich nicht gekümmert hast,

Wem du gabst,

Ob mir oder jemand anderem,

Gab dir Gott und kümmerte sich nicht darum,

Wem er gab.

Als du aber anfingst,

Besonders würdige und berühmte Menschen auszuwählen,

Tat Gott genau dasselbe.

Geben allein schafft nicht gute,

Hilfreiche,

Karmische Resultate.

Es ist die Haltung,

Die Absicht dahinter,

Die wirkt.

Ein Text sagt,

Der höchste Weise erklärte,

Karma ist Gedanke und Absicht.

Vielleicht viel simpler erklärt mit der auch schon bekannten Geschichte der Wahrsagerin,

Die am Stadttor sitzt und die Leute berät,

Die die Stadt besuchen.

Ein Reisender kommt und fragt,

Kannst du mir sagen,

Wer es sein wird,

Wenn ich mich in dieser Stadt aufhalte,

Wie werden die Menschen sein?

Die weiße Frau sagt,

Kann ich dir sagen,

Woher kommst du?

Ich komme von einer anderen Stadt,

Wie waren die Menschen dort?

Der Mann hat gesagt,

Die waren nicht gerade besonders freundlich oder hilfreich,

Sie waren ziemlich eingebildet.

Die Frau nahm ihre Kristallkugel und schaute tief hinein und sagte,

Wenn du in diese Stadt gehen wirst,

Wirst du Menschen treffen,

Die nicht besonders hilfreich sind und die auch nicht sehr freundlich sind.

Der Mann ging weiter und ein anderer Mann kam und fragte die Frau auch um Rat.

Sie fragte die selbe Frage zurück,

Wie waren die Menschen,

Die du in der vorherigen Stadt begegnet hast?

Die waren ganz freundlich und recht großzügig und hilfsbereit.

Die Frau schaute tief in die Kristallkugel und sagte,

Ich sehe,

Wenn du in diese Stadt gehen wirst,

Werden die Leute recht freundlich sein und ganz großzügig und sehr hilfsbereit.

Ich nehme jetzt mal an,

Wir kriegen den wesentlichen Punkt mit.

Es hat mit uns zu tun,

Es hat immer mit uns zu tun.

Zwar wissen wir nicht,

Was uns widerfällt,

Aber je geübter wir sind,

Je mehr wir praktizieren,

Desto mehr haben wir einen Einfluss darauf,

Wie unser Geist funktioniert,

Wie wir Dingen,

Die uns geschehen,

Die uns widerfahren,

Begegnen und das ist das Wesentliche.

Ich denke,

In Bezug auf Karma muss man sich auch nicht vorstellen,

Wir haben das Dasein und dann gibt es Karma,

Wenn es es gibt oder vielleicht auch nicht.

Ich denke,

Es ist wichtig zu verstehen,

Das Dasein selbst ist ein ständig sich verändernder,

Moment von Moment sich verändernder Prozess von Ursache und von Bedingungen und ihren Wirkungen.

Und Karma ist Teil dieses Prozesses,

Man könnte sagen,

Auf einer psychoethischen Ebene,

Wenn es so ein Wort gibt,

Auf einer ethisch-emotionalen Ebene.

In einer Lehrrede heisst es über Karma,

Über Handlung,

Der Absicht und Wirkung.

Die Welt ist aus Handlung und Wirkung,

Eben aus Karma gemacht.

Sie manifestiert sich aufgrund von Karma.

Die Lebewesen sind aus Karma entstanden.

Die Ursachen ihres Entstehens ist Karma und aufgrund von Karma unterscheiden sie sich.

Das ist ein sehr breit zu verstehender Begriff.

Und zwar funktioniert es folgendermassen,

Und das ist hier der wesentliche Teil,

Heilsames Tun,

Also Gedanken,

Reden,

Taten,

Unheilsames Tun.

Gedanken,

Reden und Taten aus Verblendung,

Aus Täuschung,

Aus Anhaften,

Aus Verlangen,

Aus Abneigung,

Aus Hass,

Aus Ärger,

Aus Eifersucht,

Aus Dünkel.

All das schafft leidvolle Resultate für die handelnde Person.

Und hier auch noch gleich die klassische Liste der traditionell als unheilsam gesehenen zehn Handlungen.

Drei körperliche Handlungen,

Töten und Verletzen von Lebewesen,

Motiviert von unheilsamen Absichten wie Wut oder Hass oder Gier oder Verlangen oder Täuschung.

Dann Stehlen oder Nehmen,

Was uns nicht gehört,

Veranlasst von Verlangen oder Anhaften.

Sexuelles Verhalten,

Das andere,

Einschliesslich Dritter,

Verletzt.

Vier verbale Handlungen,

Lügen und Unehrlichkeit aller Art,

Verleumdung,

Das heisst schlecht über Dritte reden,

Grobes und verletzendes Reden,

So Fluchen und beißende Ironie,

Zynismus,

Ähnliches,

Und sinnloses Geschwätz und Klatsch.

Das verletzt zwar niemanden,

Aber wir können unendlich viel Zeit und Energie damit verbrauchen,

Sinnlos verbrauchen.

Und drei Aktivitäten des Geistes,

Eines Schüren von Habsucht und Begehren,

Also nicht nur ein Verlangen entsteht,

Sondern gegenüber Dingen oder Menschen oder Situationen ständig Verlangen schüren.

Hegen von Böswilligkeit und Groll,

Also nicht nur einfach Ärger,

Der kommt mal,

Sondern das Hegen von Groll gegenüber bestimmten Menschen.

Es wird immer wieder,

Es wird manchmal gesagt,

Es ist wie ein Feuer,

Das nicht wirklich brennt,

Sondern das zugedeckt ist,

Aber das schwillt,

Glaube ich,

In Deutsch,

Es mutet.

Und Nummer drei,

Die letzte der zehn,

Sogenannte unkorrekte,

Nicht der Wirklichkeit entsprechende,

Falsch verstandene Sichtweisen.

Und ganz kurz,

Falsche Sichtweisen über Buddha,

Dharma und Sangha,

Was bedeutet,

Wenn wir nicht glauben,

Dass Erwachen möglich ist,

Werden wir uns nicht darum bemühen.

Wenn wir nicht glauben,

Dass Erkenntnis der Wirklichkeit,

Die uns transformiert,

Möglich ist,

Werden wir nicht praktizieren.

Falsche oder verkehrte Sichtweisen über Karma,

Das würde heißen,

Wenn wir denken,

Dass unser Denken,

Reden und Handeln keine Wirkung auf uns hat,

Das wäre auch fatal.

Und wenn wir glauben,

Dass es hier in uns,

In unserem Geist oder Herzen,

Ein unwandelbares,

Unabhängig existierendes Selbst gebe,

All das schafft leidvolle Resultate.

Das sind die nicht empfehlenswerten Handlungen von Gedanken oder Geist und Rede und Körper.

Heilsames Tun,

Gedanken,

Reden und Tun aus Großzügigkeit,

Aus annehmender Geduld,

Aus rechtem Bemühen,

Aus Liebe,

Aus Mitgefühl,

Aus Mitfreude,

Aus Gelassenheit,

Aus Weisheit,

All das schafft angenehme,

Glückvolle Resultate für die Täterin,

Für den Täter.

Und natürlich auch das Vermeiden dieser zehn unheilsamen Taten von Körper,

Rede und Geist.

Auch das schafft ebenfalls angenehme,

Glückvolle Resultate.

Es ist interessant,

Dass wenn wir im Retreat sind und die fünf Regeln einhalten,

Dann vermeiden wir schon einen guten Teil,

Und noch schweigend dazu,

Vermeiden wir schon einen guten Teil von dem,

Ganz aktiv eigentlich,

Wir lassen sein.

Und das ist schon bedeutend.

Buddha drückte diese beiden Aspekte von heilsamem Handeln und Resultaten und unheilsamem Handeln und Resultaten in einem sehr berühmten Vers aus.

Wenn eine Person aus unheilsamen Geisteszuständen heraus spricht oder handelt,

Wird Leid ihr folgen,

So wie das Rad des Wagens dem Ochsenvolk,

Der ihn zieht.

Wenn eine Person aus einem heilsamen Geisteszustand heraus spricht oder handelt,

So folgt ihr Freude,

So wie ihr eigener Schatten ihr folgt.

Und das Surata Sutra sagt,

Aus bitteren Samen wachsen bittere Früchte,

Aus süßen Samen wachsen süße Früchte.

An diesem Beispiel verstehen weise Menschen,

Dass Unheilsames bittere Auswirkungen hat und Heilsames süße.

In diesem Sinne liegt unsere eigene Zukunft in unserer Hand.

Wir wissen nicht,

Was uns widerfahren wird,

Aber wir können uns darin schulen,

Fähig zu sein,

In möglichst hilfreicher und heilsamer Art und Weise auf die Dinge zu reagieren oder einzugehen.

Ein weiterer Punkt,

Den ich sehr interessant finde,

Die Wirkung von Karma ist unfallbar.

Wir denken oft,

Es spielt eigentlich nicht so eine Rolle,

Was wir denken,

Reden und tun.

Das ist ja gleich wieder vorbei.

Das müssen wir den ganzen Tag hindurch tun,

Außer vielleicht im Retreat.

Da sind wir mal dann wirklich dran.

Manchmal denken wir vielleicht durch Praktizieren,

Also regelmässig zum Beispiel meditieren,

Einmal am Tag oder so,

Dann entstehen gute,

Positive,

Heilsame Tendenzen.

In der Zwischenzeit,

Den restlichen 16 oder 17 Stunden oder 23 Stunden des Tages,

Passiert dann eigentlich nichts,

Weil wenn wir ja nicht praktizieren,

Dann ist es quasi neutral.

Dann zählt es nicht.

Es gab ein Spiel,

Das wir als Kinder gespielt haben und wenn es irgendwie zu viel wurde,

Konnte man schnell sagen,

Zeit zu verbieten.

Und dann war man draussen,

Dann durfte man einem nichts tun.

Und dann,

Wenn man fand,

Jetzt ist es wieder okay,

Konnte man wieder sagen.

Und dann galt es wieder.

Irgendwie ist uns das geblieben,

Auch wenn wir das Spiel nicht kennen.

Wir praktizieren,

Zehn Minuten,

Eine Stunde,

Was immer,

Zwei Stunden.

Und dann ist es sehr gut,

Sehr positiv,

Sehr sinnvoll.

Und der Rest gilt nicht.

Karma ist immer,

Wenn wir denken,

Machen wir Rillen.

Wenn wir reden,

Machen wir tiefere Rillen.

Und wenn wir handeln,

Noch tiefere.

Und je öfter wir dieselben machen,

Desto schwieriger ist es,

Daraus zu kommen.

Und wenn sie unheilsam sind,

Nicht Leiden schaffen,

Dann schaffen wir mehr und mehr Leiden.

Es wird zur Gewohnheit.

So,

Karma und Gewohnheit sind nah verwandt.

Es ist nicht dasselbe,

Aber es macht die ganze Idee von Karma leichter nachvollziehbar,

Wenn wir denken,

Unsere guten oder unsere schlechten Gewohnheiten.

Nicht im Sinn gut oder schlecht,

Im Sinn von heilsam.

Glückbringend für uns selbst oder leidenschaftend für uns selbst.

Unser Denken,

Reden und Tun wirkt immer.

Aus einer Lehrrede,

Das heißt,

Feuer mag kalt sein,

Der Wind mag mit einem Lasso eingefangen werden,

Sonne und Mond mögen auf die Erde fallen,

Doch die Wirkung von Karma ist unfehlbar.

Ich denke auch,

Dass man hier ein bisschen vorsichtig sein muss.

Es gibt buddhistische Sichtweisen,

Die sagen,

Dass Karma so unfehlbar sei,

Dass jede Farbe in jeder Feder eines Pfaus ihre eigene Ursache habe.

Aber wenn man diesen Karma-Prozess zu eng interpretiert,

Besteht die Gefahr einer deterministischen Sichtweise und damit eigentlich einer fatalistischen Haltung im Leben.

Weil es würde bedeuten,

Zu glauben,

Alles sei durch frühere karmische Handlungen vorbestimmt und es gäbe wenig,

Was man selbst noch tun könnte.

Es wäre ein ziemlich unglückliches Missverständnis,

Es wäre eine sehr lähmende Sicht unseres Daseins.

Es ist auch ein Verständnis manchmal von Karma,

Das nicht hilfreich ist.

Der Buddha sprach nicht nur von den karmischen Ursachen einer Situation und einer Wirkung,

Sondern auch von einer Anzahl Bedingungen,

Die das Resultat oder die Situation ebenfalls stark beeinflussen können.

Also es ist,

Was wir schaffen durch unser Reden,

Denken und Handeln,

Aber die Bedingungen haben ebenfalls einen grossen Einfluss auf das Resultat.

Er sprach von acht Bedingungen,

Die auch starke Einflüsse sind.

Körperliche Umstände,

Gesundheitliche Umstände,

Klimatische Bedingungen und andere.

Also wie und aus welcher Absicht heraus wir handeln,

Ist wichtig,

Ja,

Wesentlich,

Weil hier können wir etwas dazu tun.

Aber Umstände und Bedingungen spielen immer auch mit hinein und dem sind wir mehr ausgeliefert.

Macht eigentlich Sinn,

Wo doch alles Sein verwoben ist,

Komplex verwoben existiert,

Wie könnte es anders sein?

Und natürlich ist auch andererseits die Vorstellung eigenartig,

Dass Tun nicht wirken könnte.

Und vor allem,

Dass unser Tun nicht auf uns selbst zurückwirken würde.

Es ist gar nicht anders möglich in einer Welt,

In der alles,

Also nicht nur ethisch oder emotional ist,

Alles Ursache,

Wirkung oder Bedingtheit,

Wo alles entsprechend Ursachen und Bedingungen,

Deren Wirkung entsteht,

In einem Dasein des bedingten,

Abhängigen,

Vernetzten Entstehens,

Müssen die Dinge,

Können die Dinge nicht anders als wirken.

Ich denke es ist sehr relevant in der buddhistischen Praxis,

Vielleicht nicht im nackten Vipassana,

Wie wir es hier üben,

Aber in verschiedenen Reflexionen,

Die ihr auch täglich üben könnt,

Wo immer ihr seid,

Zu sehen,

Wie sich klarzumachen,

Wie komplex vernetzt Dinge sind.

Durch unsere Art und Weise Dinge wahrzunehmen und mit Konzepten zu belegen,

Damit wir sie unterscheiden können,

Etwas sehr hilfreiches,

Was der Geist tun kann.

Ich weiß dann,

Dass dieses gelbe,

Rundliche Ding eine Glocke ist,

Jedenfalls wenn ich sie so hier verwende.

Es könnte auch ein Fressnapf sein,

Je nachdem,

Aber auf jeden Fall kann ich mit Hilfe von Konzepten unterscheiden.

Ich kann dich von dir unterscheiden,

Ich weiss,

Wo ich wohne,

Wir wissen alle,

Wo wir wohnen,

Das ist hilfreich,

Nächsten Samstag zum Beispiel,

Das sind alles Konzepte,

Die wir brauchen.

Gleichzeitig isolieren wir Dinge durch Konzepte.

Wir erhalten mehr und mehr eine Welt,

Die scheinbar aus gesondert existierenden Entitäten besteht,

Wie ich und die anderen,

Wir und jene,

Die Mensch und die Natur,

Wir schaffen ein Gefühl der Getrenntheit,

Der Isolation,

Ein Gefühl eines unabhängigen Selbst,

Als ob es so etwas geben würde.

Darum ist es sehr sinnvoll,

Immer wieder über die komplexe Verwobenheit aller Dinge nachzudenken.

Jan Stenfloh,

Professor der Astronomie an der ETH Zürich,

Sagte,

Wir sind alle Teil dieses wunderbaren kosmischen Netzes.

Der Kohlenstoff in unseren Zellen entstand im Zentrum roter Riesensterne.

Das Eisen in unserem Blut hat die Explosionen von Supernovas erlebt.

Die gemeinsame Geschichte,

Die wir mit den Felsen,

Bäumen und Sternen teilen,

Kann bis zum Big Bang zurückverfolgt werden,

Einem kompakten heissen Zustand,

Aus welchem unser Universum entstand.

Seknatan nennt dieses gesetzmäßige Verwobensein Intersein.

Alles Tun spielt eine Rolle,

Wirkt auf uns selbst,

Auf die Mitwelt und Umwelt.

Auch in diesem Sinne haben wir ein gutes Stück weit unsere Zukunft in unserer Hand.

Wie man wahrscheinlich merkt,

Ist mir das Erkennen,

Das Wahrnehmen,

Das unmittelbare Erleben auch in der direkten Erfahrung,

Dieses dynamischen Prozesses des Wertens sehr wichtig.

Weil es ist das Tor zur Erkenntnis der Substanzlosigkeit,

Der Nicht-Erfassbarkeit oder eben der sogenannten Leerheit des Daseins.

Es ist nicht,

Dass irgendwo ein leeres Loch oder ein leerer Raum ist,

Aber Leerheit bedeutet,

Die Dinge sind nicht unabhängig in sich selbst existent,

Sondern sind Prozesse,

Die sich ständig verändern und weil sie das sind,

Können sie nicht solid,

Substanziell oder fassbar sein.

Das heisst,

Die Dinge,

Alles in diesem Dasein hat keine unabhängige,

Unbedingte,

Nicht bedingte Selbstexistenz.

Es ist hier bei der Erkenntnis der dynamischen Ursache- und Wirkungsprozesse und der Tatsache der Nicht-Selbstexistenz,

Anatta oder Shunyata,

Wo das Herz von Boddhas Befreien der Lehre und Praxis liegt.

Das ist wirklich der Rangelpunkt.

Einerseits entstehen die Dinge,

Sind alle Dinge uns eingeschlossen,

Sind Teil eines komplexen,

Dynamischen,

Sich ständig verändernden Prozesses und gerade weil das so ist,

Kann nicht irgendwo mittendrin noch etwas unabhängig existieren.

Das heisst,

Alle Dinge,

Wir selbst und alles in diesem Universum,

Ist leer von dieser Art und Weise von Selbstexistenz,

Die man erfassen könnte,

Behalten könnte,

Letztlich finden könnte,

Wenn man forscht.

Ich möchte noch ein bisschen in diesem Bereich fortfahren,

Und zwar indem wir den Prozess von Karma und seinen Wirkungen in der Zukunft weiter betrachten.

Wenn wir diesen Prozess sehen,

Hier die Ursache,

Das heisst die Absicht,

Die Handlung,

Wir sind jetzt zurück bei Karma,

Und zeitlich viel weiter vorne,

Irgendwo in buddhistischer Sicht,

Gar im nächsten Leben oder in einem der nächsten Leben,

Die Wirkung,

Dann kommt die berühmte Frage auf,

Die alle,

Die sich da vorne hinsetzen,

Beantworten können müssen,

Sogar wenn man es nur auswendig lernt.

Wenn es doch kein Selbst gibt,

Keine Substanz und keine feste Entität,

Wie ist dann Karma möglich?

Wie kann etwas von einem Leben zum nächsten gehen?

Ich weiss nicht,

Wie weit euch das geläufig ist.

Es gibt die Vorstellung,

Dass eine unveränderliche Seele weitergibt,

Oder es gibt die Vorstellung,

Dass es ein Selbst gibt,

Dass,

Wenn der Körper stirbt,

Quasi wie alte Kleider,

Die loslässt und neue Kleider kriegt.

Wie ist Tun,

Handlung mit zukünftiger Wirkung verknüpft?

Ich denke,

Vielleicht noch besser als Erklärungen sind Beispiele,

Und da gibt es eine ganze Reihe von Beispielen,

Die zum Teil vom Buddha her stammen,

Zum Teil später erfunden worden sind,

Die diesen Prozess illustrieren,

Indem sich Dinge ständig weiterbewegen,

Ohne dass irgendein unabhängig existierender Kern oder eine Entität weitergeht.

Beispiel vom Apfelbaum.

Ein Apfel am Baum,

Der Apfel fällt zu Boden,

Er bricht auf,

Zerfällt,

Da sind Kerne drin,

Wenn die Bedingungen stimmen,

Erde,

Regen,

Sonne und was es alles braucht,

Dann entsteht ein Sprössling und ein neuer Baum entsteht und wächst.

Kommt mir gerade in den Sinn,

Vor Jahren war hier ein Gärtner im Kurs und der hat mir gesagt,

Das klappt nicht bei den Äpfeln.

Er hat gesagt,

Nimm Kastanien.

Okay,

Kastanienbaum,

Kastanie hängt am Baum,

Muss ich mir merken.

Fällt herunter,

Die Bedingungen sind die richtigen und die Kastanie fängt an zu sprießen und wenn die Ziege nicht kommt,

Die sie frisst,

Entsteht ein Baum.

Das dauert eine Weile und letztlich gibt es neue Kastanien an diesem Baum.

Und an dem Zeitpunkt gibt es nichts Materielles,

Keine Entität,

Die von der ursprünglichen Kastanie,

Die irgendwo am ersten Baum hing und runterfiel und Sprössling machte und dann einen grossen Baum,

Der wieder Kastanien hatte.

Und doch ist genau dasselbe Prinzip immer noch am Werk,

Es gibt wieder Kastanien.

Es gibt keine Bäume,

Die aus Kastanien entstehen,

An denen dann zwischendurch noch ein paar Baumnüsse oder Haselnüsse hängen.

Es ist eine eindeutige,

Strikte Gesetzmäßigkeit.

Und doch ist nichts,

Aber gar nichts mehr da von der ersten Kastanie.

Ein Siegel ist auch sehr interessant,

Brauchen wir nicht mehr so.

Siegel,

Das man in einem warmen Wachs drückt.

Siegel hat irgendein Symbol,

Siegelring vielleicht.

Die genaue exakte Form wird weitergegeben,

Wird abgedrückt und dargestellt im Wachs und doch geht rein gar nichts hinüber.

Nichts vom Ring hinüber geht,

Im Sinn von einer Entität,

Ein Ding.

Und doch ist der Abdruck genau das Negativ von diesem Siegel.

Die Flamme,

Die von einer Kerze zur anderen geht und dann vielleicht wieder zur nächsten,

Ist die Energie oder das Kontinuum der Flamme,

Welches hinüber geht,

Aber es ist nicht dieselbe Flamme.

Vor allem wenn wir die erste Flamme noch brennen lassen,

Dann sieht man,

Die erste Flamme ist immer noch dort,

Aber etwas ist übergegangen,

Prozess.

In ähnlicher Art und Weise erzeugt ein Moment karmischen Potentials den nächsten Moment und den nächsten Moment,

Bis die Bedingungen reif sind und wir den Effekt,

Die Wirkung erhalten oder erleben.

Ist derselbe oder ein ähnlicher gesetzmäßiger Ablauf am Werk.

Nichts das von einem zum nächsten übergeht.

Buddhas Aussage über Wiedergeburt war auch interessant.

Er hat gesagt,

Wenn ihr glaubt,

Es sei euch,

Die wiedergeboren werden.

Fehlvorstellung.

Also die Idee ist ein bisschen New Age.

Irgendwann denke ich,

Hallo,

Da bin ich wieder geschafft.

Wenn ihr denkt,

Dass es etwas vollständig anderes ist,

Dann liegt ihr auch falsch.

Es ist dieser Prozess,

Der weitergeht.

Ob das so ist,

Wissen wir nicht.

Ein Beispiel,

Das ich immer interessant finde,

Von dieser Prozesshaftigkeit ist die riesigen Wellen,

Die in südlichen Meeren der Erdkugel entstehen.

Dort,

Wo es keine Kontinente gibt,

Ringsum.

Und es soll Wellen geben,

Riesige Wellen,

Die die ganze Erde umkreisen.

Aber bei einer Welle,

Außer dort,

Wo sie sich am Ufer überschlägt,

Geht kein einziger Tropfen Wasser weiter.

Wisst ihr,

Wie Wellen vorwärts gehen?

Es ist dieser dynamische Prozess,

In dem nicht etwas vorwärts geht,

Und doch ist es die Kontinuität der einen Welle,

Die dort sogar um die ganze Erde herum geht.

Die Kontinuität der Bewegung.

Quantenphysik hat diesbezüglich interessante Entdeckungen gemacht,

Glaube ich,

Schon lange her,

Und ich verstehe null und nichts davon.

Ich habe es bei Capra abgeschrieben.

Die Illusion der Existenz materieller Substanz mit dem Phänomen einer Wasserwelle kann verglichen werden.

Dieses Phänomen macht uns glauben,

Dass ein Stück Wasser über die Oberfläche hinzieht.

Wie bei der Welle.

Ganz ähnlich ist ein materielles Partikel,

Zum Beispiel ein Elektron,

Nichts als eine kleine Stelle in einem elektrischen Feld.

Eine kleine Stelle,

Die eine sehr hohe Spannung hat.

Diese Stelle erhöhter Spannung bewegt sich dann durch den Raum,

Durch das elektrische Feld,

Wie eine Welle auf der Wasseroberfläche.

Also es geht nichts vorwärts,

Die Spannungserhöhung verschiebt sich nur.

Es gibt nichts,

Was man ein und dieselbe Substanz nennen könnte,

Welche das Elektron ist und bleibt.

Auch hier,

Bewegung findet statt,

Geschehnisse laufen ab,

Aber keine substanzielle Einheit geht von einem Ort zum anderen.

Ich finde,

Dass einer der faszinierendsten Aspekte der Lehre Buddhas,

Die dann auch später,

Gerade von Nagarjuna,

Noch weiterentwickelt wurde,

Das Sehen mit einer solch durchdringenden Klarheit,

Wie weit,

Wie total alles,

Was wir sind und alles,

Was es gibt,

Prozess ist.

Es sich ständig bewegt,

Ständig verschiebt.

Wir sehen,

Dass die Dinge,

Die Events,

Und dazu gehören auch die Absichten und Taten,

Wirkung haben.

Und zwar haben sie eben nicht die Wirkung,

Ob schon alles prozesshaft ist,

Sondern gerade weil alles prozesshaft ist und nicht substanziell.

Gerade deshalb zeigt sich das,

Was wir tun,

Vorwegwirkungen,

Die weit in die Zukunft,

In unsere Zukunft hinausreichen können.

Ein völlig anderes Beispiel,

Das zeigt,

Dass es sich hier nicht um einen sehr mysteriösen Prozess handelt,

Sondern um einen praktisch gut nachvollziehbaren Vorgang.

Das ist der folgende.

In verschiedenen Städten in der Schweiz und Deutschland veranstalten wir einmal im Jahr eine Alltagspraxiswoche,

Wo auch viele von euch zusammenkommen.

Und zum Beispiel,

Es sind immer andere Themen,

Aber zum Beispiel üben wir uns eine Woche lang in meta,

In liebevoller Güte,

Sehr konsequent,

Wir treffen uns täglich und tauschen aus und versuchen uns wirklich anzustrengen und zu bemühen,

Diese Qualität zu kultivieren,

Zu entwickeln,

Zu stärken,

In den Alltag hinauszutragen.

In der Woche,

In der anschließenden Woche sind wir so viel liebevoller.

Entsprechend der Energie,

Die wir aufgewendet haben,

Entsprechend dem Bemühen in der ersten Woche,

Sind wir in der nächsten Woche so viel liebevoller.

Es funktioniert.

Und wenn wir diese Woche dann doch nicht so Lust haben,

Nicht wirklich praktizieren,

Sind wir in der nächsten Woche nicht viel liebevoller.

Wenn wir uns nun in der nächsten Woche,

In der wir uns sehr viel liebevoller wiederfinden,

Uns einfach wieder zurückfallen lassen,

In eine zufällige oder gewohnheitsmässige Haltung,

Dann ist übernächste Woche alles wieder beim Alten,

Alles wieder wie zu Beginn.

Wenn wir eine Woche lang,

Und das tun Menschen,

Ärger,

Hass und Wut üben,

Wird die nächste Woche mehr Ärger,

Hass und Wut in uns aufkommen,

Ganz natürlich.

Wir haben all das tatsächlich in unserer Hand.

Wenn wir eine Woche Achtsamkeit üben,

Finden wir,

Dass wir die nächste Woche achtsamer sind.

Wenn wir aber die nächste Woche nichts mehr dazu tun,

Hält es nicht so lange an,

Wie viele von euch bereits herausgefunden haben.

Ich habe es auch schon herausgefunden.

Wir haben unsere Zukunft in der Hand,

Und zwar nicht das,

Was uns zustößt,

Aber wie wir damit sein können.

Noch einmal.

Nichts Mysteriöses,

Eigentlich sogar offensichtlich.

Zwei letzte Punkte zu Karma,

Wie sie traditionell gelehrt werden,

Möchte ich noch erwähnen.

Ein Punkt.

Kleine Handlungen können große Folgen haben.

Ein kleiner Same kann eine riesige Pflanze,

Einen Baum hervorbringen.

Kleine Gewohnheiten können mächtig werden.

Ein Text sagt,

Selbst unbedeutende,

Unheilsame Taten können in der Zukunft große Schwierigkeiten bewirken.

Gleich einem ins Innerste vorgedrungenen Gift.

Eine Notlüge kann komplexe Auswirkungen haben,

Wenn die Bedingungen entsprechend sind.

Eine kleine Bestechung annehmen,

Nicht mal für sich selbst,

Kann enormen Schaden bewirken.

Und zwar nicht auf mysteriöse Art und Weise,

Und nicht,

Weil darauf ein Buch geführt wird,

Sondern weil wir,

Was immer wir denken,

Reden und tun,

Tendenzen schafft.

Und je nach Bedingung können diese Tendenzen sehr stark sich auswirken.

Derselbe Text sagt,

Selbst kleine heilsame Handlungen führen in der Zukunft zu großem Glück,

Oder können in der Zukunft zu großem Glück führen und großen Nutzen bewirken.

Gleich dem Reifen von hervorragendem Saatgut.

Ich kann auch sagen,

Unsere Zukunft liegt in unserer Hand,

Ob es uns passt oder nicht,

Ob wir es merken oder nicht,

Ob es uns bewusst ist oder nicht.

Und ein weiterer Punkt,

Die Wirkung von Karma kann nicht vermieden werden.

Vielleicht der ähnliche wie der Rest,

Den ich gemacht habe.

Es heißt in den Texten,

Der Buddha habe ab und zu Rückenschmerzen gehabt.

Sollte er eigentlich nicht haben.

In Mahayana Texten und Sichtweisen hat er keines.

Das spielt der Höchsten,

Dass er Rückenschmerzen hat.

Aber in den kanonischen Texten hat er Rückenweh ab und zu.

Und fragt dann einen seiner Hauptschüler,

Sariputra oder so,

Könntest du den Vortrag geben,

Ich leg mich mal hin.

Das heißt nicht,

Er hat gelitten,

Das heißt nicht,

Er hat ein ähnlich großes Leiden gehabt,

Aber er hat böses Schmerz gehabt.

Karma.

Viel dramatischer ist die Geschichte von seinem Hauptschüler Mahamoggalana und dessen Tod.

Zwei großartige Menschen mit außerordentlichen Verwirklichungen.

Kurzfassung von Moggalanas Tod.

Da gab es eine andere Sekte,

Die sehr neidisch war aufgrund der buddhistischen Schule.

Und die fanden,

Weil es ging ja immer um,

Wer kriegt Unterstützung und wer kriegt Perke und wer kriegt Essen und all das.

Die heuerten Mörder an,

Um Moggalana umzubringen.

Und das heisst,

Dass er mehrere Male die Gefahr kommen sah.

Er hatte auch übersinnliche Kräfte und er wusste,

Was vor sich geht und wenn die Mörder kamen,

Brauchte er seine übernatürlichen Kräfte,

Um sich irgendwie unsichtbar zu machen oder aus dem Staub zu machen.

Und das heisst,

Er konnte es sechs Mal,

Es ist ihm gelungen und dann war die Kraft seines Karmas stärker.

Karma,

Die Aussage ist,

Karma ist stärker als übersinnliche Kräfte.

Moggalana wurde zu Tode geprügelt.

Moggalana wurde so zugerichtet,

Dass er sich noch gerade bis dorthin schleppen konnte,

Wo der Buddha weilte und ist in seiner Gegenwart gestorben.

Ruth Dennison,

Deutsch-amerikanische Vipassana-Lehrerin,

Drückte es noch kürzer aus,

Als Munindraji sagte,

You can't get away with nothing,

Darling.

Nichts,

Das nicht zählt.

Wir wissen nicht wirklich,

Ob es Karma gibt,

Das auf unser nächstes Leben wirkt,

Weil wir nicht wissen,

Ob es nächstes Leben,

Ob es Wiedergeburt gibt.

Als Abendländer können wir das offenbar,

Jedenfalls viele,

Nicht einfach so glauben.

Wenn wir nicht einfach glauben können,

Dass es Hölle,

Feckfeuer und Paradies gibt,

Fällt es uns wahrscheinlich auch schwer an irgendwelche andere Formen der Wiedergeburt zu glauben.

Deshalb ist vielleicht das folgende hilfreich.

Ein Mann mit eben diesem Dilemma soll zum Buddha gekommen sein.

Es gab es offenbar schon damals.

Und er erklärte ihm,

Dass er wissen müsse,

Ob es zukünftige Leben gäbe oder nicht.

Er müsse das wissen,

Um zu wissen,

Wie er sich verhalten wolle oder verhalten solle in diesem Leben.

Gleichzeitig könne er aber nicht einfach die Behauptung oder den Glauben anderer akzeptieren,

Als offenbar auch nicht er,

Das Buddha.

Problem.

Buddha fragte ihn,

Wenn du wüsstest,

Dass es viele aufeinanderfolgende Leben gibt,

Die noch kommen,

Wie würdest du handeln in diesem Leben?

Und der Mann überlegte und sagte,

Ich würde versuchen wirklich weise und liebevoll und mitfühlend zu handeln,

Weil dies einen enormen Einfluss auf meine zukünftigen Leben hätte.

Ich möchte das Beste daraus machen.

Ich möchte das Beste aus meinem zukünftigen Leben machen.

Buddha fragte,

Wenn du wüsstest,

Dass es nur dieses eine Leben gibt,

Wie würdest du in diesem einen Leben handeln?

Und der Mann überlegte und dann sagte er,

Ich denke,

Ich würde weise,

Liebevoll und mitfühlend handeln,

Weil dies einen enormen Einfluss auf dieses jetzige Leben hat und weil es das einzige Leben wäre,

Das ich je haben werde.

Darum möchte ich es in der bestmöglichen Art und Weise leben.

So oder so.

Wirklich Freiheit vom Leiden und Glück jetzt hier wollen oder übermorgen oder im nächsten Jahr oder im nächsten Leben.

Das Rezept ist dasselbe.

Und noch einmal,

Die Erkenntnis,

Dass wir immer praktizieren,

Tag aus,

Tag ein,

Von früh bis spät,

Ob wir es wissen oder nicht,

Ob wir es merken oder nicht.

Die Geisteszustände und inneren Haltungen,

In denen wir uns aufhalten,

Die wirken.

Das Reden und Kommunizieren,

Das wir pflegen,

Das wirkt.

Die Handlungen,

Die wir tun,

Die wirken.

Entsprechend der Absicht dahinter wirken sie auf uns selbst,

Heute,

Morgen,

Nächstes Jahr,

Den Rest unseres Lebens und falls es weitere Leben gibt,

Dann auch auf diese.

Und deshalb ist Praxis so bedeutungsvoll,

Als Art und Weise zu sein,

Als Art und Weise zu leben.

Und so gesehen ist es wirklich nicht eine Frage des Meditierens oder ob wir dann noch einmal im Tag meditieren oder nicht.

Es ist nicht mal eine Frage der Achtsamkeit.

Nicht abhängig davon,

Ob wir heute Morgen oder Abend unsere Meditation absolviert haben oder nicht.

Vielmehr ist es ausschließlich eine Frage der inneren Geisteshaltungen,

Der Absichten und Motivationen und des daraus resultierenden Tuns in unserem Denken und Reden und Handeln.

In diesem Sinne haben wir unsere eigene Zukunft in unserer Hand.

Das Leben ist wie ein Traum,

Leer und unfassbar.

Aber ob wir schöne Träume oder Albträume haben,

Dazu können wir sehr viel selbst beitragen.

Ich möchte abschliessen mit einer Aussage des großen indischen Meisters Padmasambhava oder Guru Rinpoche,

Der als erster die buddhistischen Lehren nach Tibet brachte,

Der bis heute von den Tibetern deshalb sehr verehrt wird.

Padmasambhava beschreibt die Konsequenzen der Tatsache,

Dass dieses Dasein einerseits leer und unfassbar,

Unergreifbar ist,

Wie eine Fatamorgana,

Wie ein Traum,

Andererseits aber der strikten Gesetzmäßigkeit von Ursache und Wirkung,

Von Karma folgt,

Besonders in Bezug auf unser Handeln,

Unser Verhalten.

Er sagt,

Meine Sichtweise der Leerheit ist weit wie der unendliche offene Raum,

Aber meine Handlungen,

Karmisch,

Verantwortungsmäßig,

Sind so fein wie Gerstenmehl.

Meine Sichtweise ist weit wie der unendliche offene Raum,

Meine Handlungen sind so fein wie Gerstenmehl.

Www.

Tibet.

Org

4.9 (77)

Neueste Bewertungen

Tina

December 29, 2023

Vielen Dank!

Marco

October 30, 2023

Sehr interessante und aufschlussreiche Vorträge - vielen Dank! 🙏🏼🧘🏼☯️

Sabine

July 21, 2023

Sehr interessanter Vortrag! Herzlichen Dank dafür! 💚 🙏🌻

Catrin

February 7, 2023

Thank you for giving this wisdom in such an accurate but still entertaining way - sehr Dankbar! 🙏

Katrin

March 20, 2022

Danke für die Inspiration. Hat mich auf die Idee einer Friedeswelle gebracht…

Doro

December 23, 2020

Einfach super!!

Karin

October 8, 2019

Sehr schöner, sehr gut verständlicher Vortrag. Danke fürs Teilen 🙏🏻

Ernst

September 28, 2019

Dankeschön! Das war ein lehrreicher und gute gesprocher Vortrag. 🙏

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