
Genau wie ich - Meditation der gemeinsamen Menschlichkeit
Hallo! Dies ist die Meditation der gemeinsamen Menschlichkeit. Diese Meditation kann dir helfen, Verbundenheit und Mitgefühl für dich selbst und fremde Menschen zu kultivieren und damit dein Wohlbefinden im Allgemeinen zu steigern. Mögen wir uns alle verbunden fühlen. Dein Sebastian
Transkription
Hallo,
Mein Name ist Sebastian.
Heute möchte ich dich durch die Meditation der gemeinsamen Menschlichkeit führen.
Ich lade dich ein,
Nun eine Haltung einzunehmen,
In der du entspannt und wachsam meditieren kannst.
Schließe gerne deine Augen,
Wenn du möchtest,
Oder halte sie leicht geöffnet mit gesenktem Blick.
Erlaube dir,
Zwei tiefe Atemzüge zu nehmen und dabei Körper und Geist zu entspannen.
Tief ein und ausatmen und nochmal ein,
Die Lunge füllen und ausatmen,
Loslassen und lass den Atem sanft weiter fließen und spüre,
Wie dein Körper auf der Erde verankert ist.
Spüre,
Wie dein Körper hier sitzt,
In diesem Raum,
Auf dieser Erde.
Vielleicht kannst du den Boden unter deinen Füßen spüren oder die Sitzunterlage unter deinen Gesäß,
Unter deinen Beinen.
Spüre diese Erdung und erlaube dir,
Dein Gewicht an die Erde abzugeben.
Die Erde trägt dich und spüre,
Wie dabei der Atem durch deinen Körper strömt und dich mit frischem Sauerstoff versorgt und lass mit jedem Ausatmen die verbrauchte Luft wieder ausströmen und erlaube dabei,
Den Körper zu entspannen.
Lass die Stirn weich werden und auch den Kiefer,
Die Schultern,
Brust und Rücken,
Den Bauch und auch die Hände.
Nun nimm wahr,
Welche Gefühle gerade präsent sind und erlaube diesen Gefühlen,
Sich in dem Raum deines Gewahrseins zu entfalten.
In der Achtsamkeitspraxis versuchen wir nicht,
Gegen irgendetwas anzukämpfen oder irgendetwas zu verändern oder zu bewirken,
Sondern einfach das zu spüren,
Was da ist.
Und gerne kannst du die vorherrschende Emotion benennen,
Vielleicht ist da Entspannung,
Vielleicht Müdigkeit,
Unruhe oder Gelassenheit,
Was ist gerade vorherrschend.
Und jetzt lade ich dich ein,
Dich an eine Person zu erinnern,
Die du nicht sehr gut kennst.
Vielleicht ist es jemand,
Dem du ab und zu flüchtig auf dem Weg zur Arbeit begegnest oder jemand bei der Arbeit,
Der dir vielleicht sogar unsympathisch erscheint oder jemand mit einem anderen ethnischen Hintergrund,
Der dir deshalb besonders fremd erscheint.
Nimm wahr,
Wie sich dein Körpergefühl verändert,
Wenn du an diese Person denkst.
Du kannst dir auch vorstellen,
Diese Person stünde jetzt vor dir und blickt dich an und wenn dir das zu unangenehm ist,
Kannst du dir auch vorstellen,
Dass du die Person zwar vor dir siehst,
Aber sie dich nicht sieht.
Nun wiederhole die Worte,
Die ich jetzt sage,
Entweder leise,
Flüsternd oder im Geist.
Diese Person hat einen Körper und einen Verstand,
Genau wie ich.
Diese Person hat Gefühle und Gedanken,
Genau wie ich.
Diese Person erfährt hin und wieder Schmerzen,
Genau wie ich.
Diese Person ist manchmal traurig,
Enttäuscht,
Genau wie ich.
Diese Person ist manchmal wütend,
Verletzt oder verwirrt,
Genau wie ich.
Diese Person fühlt sich hin und wieder falsch und nicht gut genug,
Genau wie ich.
Diese Person macht sich Sorgen und hat auch manchmal Angst,
Genau wie ich.
Und genau wie ich möchte diese Person frei sein von Leid.
Genau wie ich möchte diese Person gesund und munter sein.
Diese Person sehnt sich nach Freundschaft,
Genau wie ich.
Diese Person wünscht sich erfüllende Beziehungen,
Genau wie ich.
Diese Person wünscht sich,
Glücklich und zufrieden zu sein,
Genau wie ich.
Diese Person wünscht sich,
Sicher und geborgen zu sein,
Genau wie ich.
Genau wie ich möchte diese Person einfach geliebt sein.
Nimm dir jetzt einen Moment Zeit,
Um zu spüren,
Wie du dich fühlst.
Und nimm auch wahr,
Wie sich das Gefühl für diese Person verändert hat.
Ob sich etwas verändert hat,
Wenn ja,
Was?
Erkennst du eure gemeinsame Menschlichkeit?
Kannst du es fühlen?
Wenn ja,
Darfst du gerne mir nachsprechen und dieser Person Wünsche der Güte und des Mitgefühls schenken,
Während du an sie denkst.
Ich stelle dir die Person vor und wiederhole mit mir.
Mögest du frei sein von Leid.
Mögest du dich so annehmen,
Wie du bist.
Mögest du in dich und das Leben vertrauen.
Mögest du gesund und munter sein.
Mögest du dich sicher und geborgen fühlen.
Mögest du in Liebe und Leichtigkeit durchs Leben gehen.
Mögest du glücklich und zufrieden sein.
Und spür nochmal rein,
Wie sich das anfühlt.
Was kannst du spüren?
Wie hat sich das Gefühl für diese Person verändert?
Hat sich etwas verändert,
Wenn ja,
Was?
Und dann lass die Vorstellung dieser Person wieder los und richte deine Aufmerksamkeit wieder auf deinen Atem.
Spüre,
Wie er kommt und geht und erlaube dir für die letzten Momente dieser Meditation,
Einfach so zu sein,
Wie du jetzt bist.
Erlaube dir zu sein.
Dies ist das Gedicht Wildgänse von Mary Oliver.
Du musst nicht gut sein.
Du musst auch nicht hunderte von Meilen reuevoll auf Knien durch die Wüste rutschen.
Du musst bloß das zarte Tier deines Körpers lieben lassen,
Was es liebt.
Erzähl mir von Verzweiflung,
Deiner,
Und ich erzähl dir von meiner.
Während sich die Welt weiter dreht,
Während die Sonne und die klaren Regenkiesel über die Landschaft ziehen,
Über Prärien,
Die tiefen Wälder,
Die Berge und die Flüsse,
Während Wildgänse hoch in der klaren blauen Luft fliegen,
Ihrer Heimat entgegen,
Wer auch immer du bist,
Gleich wie einsam,
Die Welt zeigt sich dir in deiner Vorstellung,
Ruft dich wie die Wildgänse,
Rau und aufgeregt,
Und verkündet immer wieder deinen Platz in der Familie aller Dinge.
Dann in deinem eigenen Tempo,
Öffne langsam deine Augen,
Streck und regel dich,
Wenn du möchtest.
Vielleicht möchtest du auch etwas trinken.
Und ich lade dich ein,
Tu das jetzt,
Was dir gut tut.
Ich hoffe,
Du konntest in dieser Meditation Zugang zum Mitgefühl und Verbundenheit finden.
Wenn du Schwierigkeiten bei dieser Praxis hattest,
Dann verurteile dich bitte nicht dafür.
Das ist völlig normal.
Es geht bei dieser Praxis gar nicht so sehr darum,
Die wahren Gefühle des Mitgefühls und der Verbundenheit zu spüren,
Sondern es geht vielmehr darum,
Die ehrliche Absicht zu kultivieren,
Andere Wesen mit mitfühlenden Augen zu betrachten,
Selbst Fremde und solche,
Zu denen wir ein schwieriges Verhältnis haben.
Es geht darum zu erkennen,
Ja,
Auch dieses Wesen möchte einfach glücklich sein,
Genau wie ich.
Ich erkenne das an.
Ich sehe es.
Deshalb lade ich dich ein,
Erlaube dir,
Diese Meditation mehrmals zu üben und deinem Mitgefühl Zeit zu lassen,
Stärker zu werden.
Ich wünsche dir Leichtigkeit.
Bis bald,
Dein Sebastian.
Treffen Sie Ihren Lehrer
4.9 (30)
Neueste Bewertungen
More from Sebastian Kaspohl
Ähnliche Meditationen
Trusted by 35 million people. It's free.

Get the app
