
Achtsamkeitsmeditation im Alltag: z.B. beim Abwasch
Achtsamkeitsmeditationen können uns im gesamten Alltag begleiten, denn Mindfulness ist nicht auf das Meditationskissen beschränkt. Bei allen unseren Tätigkeiten können wir achtsam sein und sie dadurch transformieren - und immer tiefer ins Hier und Jetzt gelangen. Selbst scheinbar profane Dinge wie der Abwasch können genutzt werden, um Mindfulness zu üben.
Transkription
Willkommen zu einer ganz besonderen Achtsamkeitsmeditation im Alltag,
Denn Achtsamkeit ist eine Haltung und die kann man überall üben,
Zu jeder Zeit,
Bei jeder Tätigkeit.
Das ist am Anfang vielleicht etwas ungewohnt,
Aber je häufiger Sie das üben,
Desto mehr fühlt es sich dann auch immer öfter und immer länger in diesen aktuellen Moment,
Ins Hier und ins Jetzt.
Und heute wollen wir also Achtsamkeit mal beim Abspülen üben.
Und auf ihrer To-do-Liste können Sie dann nicht nur den Abwasch für heute abhaken,
Sondern auch die Meditation.
Quasi alles in einem Abwasch erledigt.
Und wir legen auch direkt los.
Sind Sie schon in der Küche?
Stehen Sie schon an der Spüle?
Prima!
Um reinzukommen,
Atmen Sie erstmal tief und bewusst ein und wieder aus.
Und dann greifen Sie ganz bewusst zum Wasserhahn und lassen das Spülwasser ein und nehmen Sie dabei den Moment und Ihre Umgebung mit allen Sinnen wahr.
Können Sie zum Beispiel den Düft des Spülmittels riechen,
Während das Wasser einläuft und beobachten Sie,
Wie in der Spüle das Wasser zu schäumen anfängt.
Nehmen Sie wahr,
Wie das Wasser sich bewegt.
Hören Sie auch auf das Geräusch des Wasserstrahls.
Nehmen Sie das mal wahr.
Hat es nicht etwas Beruhigendes und gleichzeitig auch etwas Aktives?
Aktivität und Entspannung widersprechen sich nicht.
Man kann inmitten der Aktivität ganz entspannt und doch ganz bei der Sache sein.
Hellwach,
Ganz aufmerksam.
Und wenn Sie jetzt ins Wasser fassen,
Um die Temperatur zu testen und vielleicht die Temperatur noch etwas korrigieren,
Nehmen Sie mal ganz bewusst wahr,
Wie Ihre Hände ins Spülwasser tauchen.
Fühlt sich Spülwasser eigentlich anders an als Badewasser?
Würde sich Badewasser anders anfühlen?
Denken Sie kurz darüber nach.
Vergleichen Sie das Badewasser Ihrer Vorstellung mal mit dem Spülwasser von hier und jetzt.
Ja,
Man kann auch Gedanken und Erinnerungen ganz gezielt dazu einsetzen,
Um noch tiefer im hier und jetzt anzukommen,
Indem man Vergleiche zieht.
Ganz gezielt,
Ganz kurz und ganz prägnant.
Was ist jetzt anders?
Wie ist es jetzt?
Wie unterscheidet sich das Spülwasser jetzt von dem Badewasser Ihrer Erinnerung?
Wie ist es jetzt?
Und dann bleiben Sie wieder ganz in diesem Moment,
Während Sie das Geschirr nach und nach in das warme Spülwasser legen.
Und nun versuchen Sie mal,
Sich Ihrer Bewegungen ganz bewusst zu bleiben,
Während Sie langsam und eins nach dem anderen mit dem Abspülen beginnen.
Dabei beteiligen Sie,
Wenn es geht,
Wieder alle Sinne.
Spüren Sie zum Beispiel die Wärme des Wassers an Ihren Händen oder den festen und doch entspannten Griff Ihrer Finger um das Glas oder um das Porzellan oder um das Metall vom Besteck,
Was Sie auch gerade in Ihrer Hand halten.
Versuchen Sie mal,
Den Unterschied der Materialien zu erfüllen,
Bewusst wahrzunehmen,
Auch den Unterschied der verschiedenen Formen.
Versuchen Sie,
Alle Details wahrzunehmen,
Mit Ihren Händen,
Ihren Fingern,
Beim Abspülen und auch mit Ihren Ohren,
Denn auch die Ohren können kleine,
Feine Unterschiede entdecken.
Je häufiger Sie diese Übung machen,
Desto mehr feine Unterschiede können Sie wahrnehmen.
Lauschen Sie auf die vielen kleinen,
Unterschiedlichen Geräusche beim Spülen und wenn Sie möchten,
Schließen Sie immer mal wieder kurz die Augen und ergründen,
Inwieweit sich die Geräusche ändern,
Wenn Sie dabei die Augen schließen,
Denn normalerweise werden die Geräusche dann noch intensiver,
Ebenso wie die Gerüche.
Riechen Sie das Spülwasser jetzt anders und auch der Tastsinn verändert sich,
Während wir kurz die Augen schließen und das alles nehmen Sie ganz bewusst wahr.
Können Sie auch die komplexen Bewegungen bewusst wahrnehmen,
In denen Sie beim Abwasch ein Geschirrstück nach dem anderen ergreifen,
Festhalten,
Sanft und doch sicher und fest.
Eine Hand hält fest,
Während die andere mit Schwamm,
Tuch oder Bürste rhythmisch drüber streicht und alles reinigt und sauber macht und dann zum Abtropfen wegstellt.
Achten Sie mal drauf,
Das Zusammenspiel Ihrer Hände,
Die Bewegungen sind ganz automatisch.
Ist es nicht faszinierend,
Dass Sie sich darüber überhaupt keine Gedanken zu machen brauchen?
Es geschieht einfach und Sie lassen es geschehen und sind nur der Beobachter.
Beobachten,
Darum geht es bei der Achtsamkeit.
Beobachten und wahrnehmen,
Ganz bewusst bemerken,
Geschehen lassen,
Unvoreingenommen,
Ohne Bewertung.
Alles ist so,
Wie es ist.
Alles darf sein.
Werden Sie sich dabei selbstbewusst als Beobachter dessen,
Was ist,
Was vor Ihren Augen stattfindet.
Das Schauspiel,
Das sich aktuell vor Ihnen entfaltet und das Sie selbst als Abwaschen bezeichnen.
Eine Tätigkeit,
Die Sie schon hundertmal achtlos und lieblos ausgeführt haben und die sich plötzlich komplett verändert,
Wenn Sie sie mit Achtsamkeit ausführen.
Ganz bewusst.
Ist das nicht erstaunlich?
Der Abwasch verdient unsere Aufmerksamkeit ebenso wie jede andere Tätigkeit und er verwandelt sich durch den Scheinwerfer unserer Aufmerksamkeit zu etwas ganz Neuem,
Zu etwas ganz Faszinierendem.
Nehmen Sie darum weiterhin ganz bewusst mit allen Sinnen wahr,
Wie Sie nun die letzten Geschirrteile abwaschen und gleich zum Abtropfen hinstellen.
Während Sie danach das Spülwasser ablassen und zum Geschirrantuch greifen,
Bringen Sie auch in diese Tätigkeit das Licht Ihrer Aufmerksamkeit,
Bringen Achtsamkeit auch ins Abtrocknen und versuchen Sie anschließend gerne die Rolle des gelassenen,
Entspannten und doch hellwachen Beobachters noch möglichst lang bei zu behalten,
Während Sie durch Ihren weiteren Tag gehen.
Bleiben Sie achtsam und gelassen.
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