
Einschlafmärchen & Abendmeditation: Das Wasser des Lebens
Lasse Dich von mir in den Schlaf begleiten. Nach einer meditativen Entspannungs-Sequenz erzähle ich Dir das Märchen "Das Wasser des Lebens", frei nach den Gebrüdern Grimm. Du darfst jederzeit einschlafen, denn Du kannst sicher sein, dass es gut ausgehen wird. Ich wünsche Dir eine gute Nacht und schöne Träume!
Transkription
Das Wasser des Lebens,
Frei nach den Gebrüdern Grimm,
Mit einer meditativen Entspannungssequenz zur feierlichen und ruhigen Verabschiedung des Tages.
Mach es dir noch einmal für ein paar Momente im Sitzen in deinem Bett bequem und blick dich von hier aus um.
Nimm das,
Was du gerade im Außen wahrnehmen kannst,
Wahr,
Ganz egal ob es schon dunkel ist und dann verabschiede dich mit feierlichen Gedanken vom Tag und von deiner Umwelt.
Bedanke dich für das,
Was dir der Tag heute gebracht hat.
Wenn du diese Geste magst,
Dann kannst du die Hände dazu in Gebetshaltung an deine Stirn bringen,
Den Blick etwas senken,
Als Zeichen deiner Dankbarkeit.
Dann lege deine Hände flach aufeinander auf dein Herz,
Schließe die Augen und spüre in dich hinein,
Spüre deinen Atem,
Das Heben und Senken deiner Brust,
Deinen Herzschlag,
Spüre das Leben,
Das durch dich hindurch fließt,
Voller Dankbarkeit.
Vielleicht möchtest du dir ja selbst ein Lächeln schenken,
Es genießen,
Mit dir zu sein,
In diesem ganz besonderen Moment,
Am heutigen Tagesende.
Registriere,
Wie du da gerade auf deinem Bett sitzt,
Registriere deine Haltung,
Deinen Atem,
Deine Stimmung,
Verneige dich vor dem Tag und vor dir selbst und dann komm mit ganz ruhigen Bewegungen zum Liegen,
Bette dich ganz achtsam,
So wie ein ganz wertvoller,
Besonderer und liebenswerter Mensch eben gebettet werden sollte,
Denn das bist du und dann komm an,
Dort in deinem Bett liegend,
Mehr und mehr entspannend,
Denn es gibt nun nichts mehr zu tun,
Außer zu entspannen,
Mehr und mehr loszulassen,
Alles andere tut sich für dich,
Während du jetzt immer mehr zur Ruhe kommst,
Dein Körper darf auf angenehme Weise immer schwerer in die Matratze sinken,
Ganz sicher und geborgen und bestens versorgt.
Es ist alles da,
Dein Atem fließt ruhig und gleichmäßig,
Fast so,
Als würdest du schon schlafen und ganz nebenbei tauchen Bilder auf,
Wie aus einer anderen Zeit,
Als es noch Schlösser und Könige gab und so kommst du mehr und mehr an,
Im Land der Märchen,
Kannst alles genau betrachten und darfst ganz unbeobachtet die Szenerien belauschen.
Es war einmal ein König,
Der war krank und niemand glaubte,
Dass er mit dem Leben davon käme.
Er hatte drei Söhne,
Die waren darüber betrübt,
Gingen hinunter in den Schlossgarten und weinten.
Da begegnete ihnen ein alter Mann,
Der fragte sie nach ihrem Kummer.
Sie sagten ihm,
Ihr Vater wäre so krank,
Dass er wohl sterben würde,
Denn es wolle ihm nichts helfen.
Da sprach der Alte,
Ich weiß ein Mittel,
Das ist das Wasser des Lebens,
Wenn er davon trinkt,
So wird er wieder gesund.
Es ist jedoch schwer zu finden.
Der Älteste sagte,
Ich will es schon finden,
Ging zum kranken König und bat ihn,
Er möchte ihm erlauben auszuziehen,
Um das Wasser des Lebens zu suchen,
Denn das könnte ihn allein heilen.
Die Gefahr dabei ist zu groß,
Sprach der König.
Lieber will ich sterben.
Er bat aber so lange,
Bis der König einwilligte.
Der Prinz dachte in seinem Herzen,
Bringe ich das Wasser,
So bin ich meinem Vater der Liebste und erbe das Reich.
Also machte er sich auf und als er eine Zeit lang fortgeritten war,
Stand da ein Zwerg auf dem Wege.
Der rief ihn an und sprach,
Wo hinaus so geschwind.
Dummer Knirps,
Sagte der Prinz ganz stolz,
Das brauchst du nicht zu wissen und ritt weiter.
Das kleine Männchen aber war zornig geworden und hatte einen bösen Wunsch getan.
Der Prinz geriet bald hernach in eine Bergschlucht und je weiter er ritt,
Desto enger taten sich die Berge zusammen und endlich war der Weg so eng,
Dass er keinen Schritt weiter konnte.
Er war eingesperrt.
Der kranke König wartete lange Zeit auf ihn,
Aber er kam nicht.
Da sagte der zweite Sohn,
Vater,
Lasst mich ausziehen,
Um das Wasser zu suchen und er dachte sich dabei,
Ist mein Bruder tot,
So fällt das Reich zu mir.
Der König wollte ihn anfangs auch nicht ziehen lassen.
Endlich gab er nach.
Der Prinz zog also auf demselben Wege fort,
Den sein Bruder eingeschlagen hatte und begegnete auch dem Zwerg,
Der ihn anhielt und fragte,
Wohin er so eilig wollte.
Kleiner Knirps,
Sagte der Prinz,
Das brauchst du nicht zu wissen und ritt fort,
Ohne sich weiter umzusehen.
Aber der Zwerg verwünschte ihn und er geriet wie der andere in die Bergschlucht und konnte nicht vorwärts und rückwärts.
So geht's aber den Hochmütigen.
Als auch der zweite Sohn ausblieb,
So erbot sich der Jüngste,
Auszuziehen und das Wasser zu holen und der König musste ihn endlich ziehen lassen.
Als er dem Zwerg begegnete und dieser fragte,
Wohin er so eilig wollte,
So hielt er an,
Gab ihm Rede und Antwort und sagte,
Ich suche das Wasser des Lebens,
Denn mein Vater ist sterbenskrank.
Weißt du auch,
Wo es zu finden ist?
Nein,
Sagte der Prinz,
Weil du dich betragen hast,
Wie siehst geziemt,
Nicht übermütig,
Wie deine falschen Brüder,
So will ich dir Auskunft geben und dir sagen,
Wie du zum Wasser des Lebens gelangst.
Es quillt aus einem Brunnen in dem Hofe eines verwünschten Schlosses,
Aber du schringst nicht hinein,
Wenn ich dir nicht eine eiserne Rute gebe und zwei Laiberchen Brot.
Mit der Rute schlagt dreimal das eiserne Tor des Schlosses,
So wird es aufspringen.
Inwendig liegen zwei Löwen,
Die den Rachen aufsperren.
Wenn du aber jedem ein Brot hineinwirfst,
So werden sie still.
Und dann eile dich und hol von dem Wasser des Lebens,
Bevor es zwölf schlägt,
Sonst schlägt das Tor wieder zu und du bist eingesperrt.
Der Prinz dankte ihm,
Nahm die Rute und das Brot und machte sich auf den Weg.
Und als er anlangte,
War es so,
Wie der Zwerg gesagt hatte.
Das Tor sprang beim dritten Rutenschlag auf und als er die Löwen mit dem Brot besänftigt hatte,
Trat er in das Schloss und kam in einen großen,
Schönen Saal.
Darin saßen verwünschte Prinzen,
Denen zog er die Ringe vom Finger.
Dann lag da ein Schwert und ein Brot,
Das nahm er mit.
Und weiter kam er in ein Zimmer,
Darin stand eine schöne Jungfrau.
Die freute sich,
Als sie ihn sah,
Küsste ihn und sagte,
Er hätte sie erlöst und sollte ihr ganzes Reich haben.
Und wenn er in einem Jahr wiederkäme,
So soll ihre Hochzeit gefeiert werden.
Dann sagte sie ihm auch,
Wo der Brunnen wäre mit dem Lebenswasser.
Er müsste sich aber eilen,
Um daraus zu schöpfen,
Ehe es zwölf schlüge.
Da ging er weiter und kam endlich in ein Zimmer,
Wo ein schönes,
Frisch gedecktes Bett stand.
Und weil er müde war,
Wollte er erst ein wenig ausruhen.
Also legte er sich und schlief ein.
Als er erwachte,
Schlug es dreiviertel auf zwölf.
Der sprang er ganz erschrocken auf,
Lief zum Brunnen und schöpfte daraus mit einem Becher,
Der daneben stand.
Dann eilte er,
Dass er fortkam.
Wie er eben zum eisernen Tor hinausging,
Da schlug es zwölf und das Tor schlug hinter ihm heftig zu.
Er war froh,
Dass er das Wasser des Lebens erlangt hatte,
Ging heimwärts und kam wieder an dem Zwerg vorbei.
Als dieser das Schwert und das Brot sah,
Sprach er,
Damit hast du großes Gut gewonnen.
Mit dem Schwert kannst du ganze Heere schlagen und das Brot wird niemals all.
Der Prinz wollte ohne seine Brüder nicht zum Vater nach Hause kommen und sprach,
Lieber Zwerg,
Kannst du mir nicht sagen,
Wo meine zwei Brüder sind?
Sie sind früher als ich nach dem Wasser des Lebens ausgezogen und sind nicht wiedergekommen.
Zwischen zwei Bergen stecken sie eingeschlossen,
Sprach der Zwerg.
Dahin habe ich sie verwünscht,
Weil sie so übermütig waren.
Da bat der Prinz so lange,
Bis der Zwerg sie wieder losließ.
Aber er warnte ihn und sprach,
Hüte dich vor ihnen,
Sie haben ein böses Herz.
Als seine Brüder kamen,
Freute er sich und erzählte ihnen,
Wie es ihm ergangen wäre,
Dass er das Wasser des Lebens gefunden und einen Becher voll mitgenommen und eine schöne Prinzessin erlöst hatte.
Die wollte ein Jahr auf ihn warten.
Dann sollte Hochzeit gehalten werden und er bekäme ein großes Reich.
Danach ritten sie zusammen fort und gerieten in ein Land,
Wo Hunger und Krieg war.
Und der König glaubte schon,
Er müsse verderben,
So groß war die Not.
Da ging der Prinz zu ihm,
Gab ihm das Brot,
Womit er das ganze Reich speiste und sättigte und dann gab ihm der Prinz auch das Schwert.
Damit schlug er die Heere seiner Feinde und konnte nun in Ruhe und Frieden leben.
Dann nahm der Prinz sein Brot und Schwert wieder zurück und die drei Brüder ritten weiter.
Sie kamen aber noch in zwei Länder,
Wo Hunger und Krieg herrschte.
Und da gab der Prinz dem König jedes Mal sein Brot und Schwert und hatte nun drei Reiche gerettet.
Danach setzten sie sich auf ein Schiff und fuhren übers Meer.
Während der Fahrt,
Da sprachen die beiden Ältesten unter sich.
Der Jüngste hat das Wasser des Lebens gefunden und wir nicht.
Dafür wird ihm unser Vater das Reich geben,
Das uns gebührt und er wird unser Glück wegnehmen.
Da wurden sie rachsüchtig und verabredeten miteinander,
Dass sie ihn verderben wollten.
Sie warteten,
Bis er einmal fest eingeschlafen war.
Dann gossen sie das Wasser des Lebens aus dem Becher und nahmen es für sich.
Ihm aber gossen sie bitteres Meerwasser hinein.
Als sie nun daheim ankamen,
Brachte der Jüngste dem kranken König seinen Becher,
Damit er daraus trinken und gesund werden sollte.
Kaum aber hatte der König ein wenig von dem bitteren Meerwasser getrunken,
So war er noch kränker als zuvor.
Und wie er darüber jammerte,
Kamen die beiden Ältesten Söhne und klagten den Jüngsten an,
Er hätte ihn vergiften wollen.
Sie brachten ihm das rechte Wasser des Lebens und reichten es ihm.
Kaum hatte er davon getrunken,
So fühlte er seine Krankheit verschwinden und war stark und gesund,
Wie in seinen jungen Tagen.
Danach gingen die beiden zu dem Jüngsten,
Verspotteten ihn und sagten,
Du hast zwar das Wasser des Lebens gefunden,
Aber du hast die Mühe gehabt und wir den Lohn.
Du hättest klüger sein und die Augen aufbehalten sollen.
Wir haben es dir genommen,
Während du auf dem Meere eingeschlafen warst.
Und übers Jahr,
Da holt sich einer von uns noch die schöne Königstochter.
Aber hüte dich,
Dass du nichts davon verräbst.
Der Vater glaubt dir doch nicht.
Und wenn du ein einziges Wort sagst,
So sollst du noch obendrein dein Leben verdienen.
Schweigst du aber,
So sollst dir geschenkt sein.
Der alte König war zornig über seinen jüngsten Sohn und glaubte,
Er hätte ihm nach dem Leben getrachtet.
Also lief er den Hof versammeln und das Urteil über ihn sprechen,
Dass er heimlich sollte erschossen werden.
Als der Prinz nun einmal auf der Jagd ritt und nichts Böses vermutete,
Musste des Königs Jäger mitgehen.
Draußen,
Als sie ganz allein im Wald waren und der Jäger so traurig aussah,
Sagte der Prinz zu ihm,
Lieber Jäger,
Was fehlt dir?
Der Jäger sprach,
Ich kann es nicht sagen und soll es doch.
Da sprach der Prinz,
Sag heraus,
Was es ist.
Ich will dir es verzeihen.
Ach,
Sagte der Jäger,
Ich soll euch totschießen.
Der König hat es mir befohlen.
Da erschrak der Prinz und sprach,
Lieber Jäger,
Lass mich leben.
Da gebe ich dir mein königliches Kleid,
Gib du mir dafür dein schlechtes.
Der Jäger sagte,
Das will ich gerne tun.
Ich hätte ja doch nicht nach euch schießen können.
Da tauschten sie die Kleider und der Jäger ging heim.
Der Prinz aber ging weiter in den Wald hinein.
Über eine Zeit,
Da kamen zum alten König drei Wagen mit Gold und Edelsteinen für seinen jüngsten Sohn.
Sie waren aber von den drei Königen geschickt,
Die mit des Prinzens Schwert die Feine geschlagen und mit seinem Brot ihr Land ernährt hatten und die sich dankbar bezeigen wollten.
Da dachte der alte König,
Sollte mein Sohn unschuldig gewesen sein und sprach zu seinen Leuten,
Wäre er doch noch am Leben,
Wie tut mir es leid,
Dass ich ihn habe töten lassen.
Er lebt noch,
Sagte der Jäger.
Ich konnte es nicht übers Herz bringen,
Euren Befehl auszuführen und er sagte dem König,
Wie es zugegangen war.
Da fiel dem König ein Stein vom Herzen und er ließ in allen Reichen verkündigen,
Sein Sohn dürfte wiederkommen und sollte in Gnaden aufgenommen werden.
Die Königstochter inzwischen ließ eine Straße vor ihrem Schloss machen,
Die war ganz golden und glänzend und sie sagte ihren Leuten,
Wer darauf geradewegs zu ihr geritten käme,
Das wäre der Rechte und den sollten sie einlassen.
Wer aber daneben trete,
Wäre nicht der Rechte und den sollten sie auch nicht einlassen.
Als nun die Zeit bald herum war,
Dachte der Älteste,
Er wollte sich eilen,
Zur Königstochter gehen und sich für ihren Erlöser ausgeben.
Da bekäme er sie zur Gemahlin und das Reich daneben.
Also ritt er fort und als er vor das Schloss kam und die schöne goldene Straße sah,
Dachte er,
Das wäre jammerschade,
Wenn du darauf rittest.
Er lenkte sein Pferd ab und ritt rechts nebenher.
Wie er aber vor das Tor kam,
Sagten die Leute zu ihm,
Er wäre der Rechte nicht.
Er sollte wieder fortgehen.
Bald darauf machte sich der zweite Prinz auf und wie er zu der goldenen Straße kam und das Pferd in einen Fuß darauf gesetzt hatte,
Dachte er,
Es wäre jammerschade,
Das könnte etwas abtreten.
Er lenkte es ab und ritt links nebenher.
Wie er aber vor das Tor kam,
Sagten die Leute,
Er wäre der Rechte nicht.
Er sollte wieder fortgehen.
Als nun das ganze Jahr herum war,
Wollte der dritte aus dem Wald fort zu seiner Liebsten reiten und bei ihr sein Leid vergessen.
Also machte er sich auf und dachte immer wieder an sie und wäre gern schon bei ihr gewesen.
So sah er die goldene Straße gar nicht.
Da ritt sein Pferd mitten darüber hin und als er vor das Tor kam,
War das aufgetan und die Königstochter empfing ihn mit Freuden und sagte,
Er wäre ihr Erlöser und der Herr des Königreichs.
Dann war die Hochzeit gehalten mit großer Glückseligkeit und als sie vorbei war,
Erzählte sie ihm,
Dass sein Vater ihn zu sich entboten und ihn verziehen hätte.
Da ritt er hin und sagte ihm alles,
Wie seine Brüder ihn betrogen und er doch dazu geschwiegen hätte.
Der alte König wollte sie strafen,
Aber sie hatten sich schon aufs Meer gesetzt und waren fortgeschifft.
Sie kam ihr Lebtag nicht wieder.
Der junge Königssohn und seine schöne Frau aber lebten glücklich und zufrieden.
Wenn sie nicht gestorben sind,
So leben sie heute noch und dir wünsche ich eine gute Nacht,
Wundervolle Träume und einen tiefen,
Erholsamen Schlaf.
Treffen Sie Ihren Lehrer
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