
Der verlorene Sohn | MEDITATION & GLEICHNIS zum Einschlafen
Eine entspannende Abendmeditation und eine Erzählung zum Einschlafen Start Märchen: 7:55 Die Geschichte beruht auf dem bekannten Gleichnis "Der verlorene Sohn" aus der Bibel, ich habe es hier auf (m)eine märchenhafte Weise wiedergegeben und versucht, die Grund-Aussage und den Tenor dieser berührenden Erzählung zu erhalten. Was in der Gesichte passiert: Leon, der jüngere von zwei Söhnen eines Müllers, lässt sich seinen Erbteil auszahlen, um in der Ferne sein Glück zu suchen. Als er all sein Geld verliert, kehrt er nach Hause zurück um als Knecht bei seinem Vater eine Anstellung zu finden. Sein älterer Brüder Jakob ist nicht begeistert, als der Vater zur Rückkehr des verlorenen Sohnes ein großes Fest feiern lässt. Wie immer, so wird auch dieses Märchen am Ende gut ausgehen, Du kannst also jederzeit beruhigt einschlafen. Die Abendroutine vorneweg enthält eine Meditation, Dankbarkeit-Praxis und Tages-Reflexion zur feierlichen Verabschiedung des Tages.
Transkription
Der verlorene Sohn.
Entspannende Abendmeditation und eine Geschichte zum Einschlafen.
Mach es dir in deinem Bett bequem,
Rückel und regel dich zurecht und atme ein paar mal tief ein und aus.
Wenn du möchtest,
Dann bring noch mal ein bisschen Bewegung in den Körper,
Recke und strecke dich,
Gähne und seufze.
Und wenn noch nicht getan,
Dann schließe ganz sanft deine Augen.
Lasse Ruhe einkehren.
Es gibt jetzt nichts mehr zu tun,
Als einfach nur zu entspannen.
Nimm deinen Atem wahr,
Der ein- und ausströmt.
Und wenn du möchtest,
Dann lege für ein paar Momente deine Hand auf dein Herz.
Und spüre,
Wie es schlägt.
Gleichmäßig.
Beständig.
Das bist du.
Dann lege deine Hand wieder entspannt neben dich.
Wenn du willst,
Kannst du dich gerne noch mal zurecht rückeln.
Gemütlich und entspannt.
Ich lade dich ein,
Gleich wenn ich es sage,
Die Bilder deines heutigen Tages noch mal vor deinem inneren Auge Revue passieren zu lassen.
Was ist heute so vorgefallen?
Was hat dich heute beschäftigt?
Ob jetzt deine Bilder oder dein Film des heutigen Tages.
Nun nimm dir noch mal einen Moment,
Um mindestens drei Dinge zu finden,
Für die du heute dankbar bist.
Vielleicht ein gutes Gespräch oder einfach der Moment,
In dem du jetzt gerade bist.
Drei Dinge,
Für die du heute dankbar bist.
Lasse die Bilder des Tages,
Die Bilder der Dankbarkeit,
Nun los.
Stell dir vor,
Sie ziehen hinauf in Richtung Himmel.
Zu den weißen Wolken,
Weit,
Weit weg.
Während du,
Ganz gemütlich,
Ganz schwer,
In die Matratze sinken darfst.
Geborgen und immer mehr entspannt.
Dein Atem fließt ganz gleichmäßig.
Deine Muskeln lassen los.
In den Momenten der Ruhe,
Momenten wie jetzt,
Kann dein Körper regenerieren,
Erholen und heilen.
Alles,
Was vielleicht während des Tages ein wenig durcheinandergekommen ist,
Kann nun wieder in die für dich richtige Ordnung gebracht werden.
Einfach so,
Ob du darüber nachdenkst oder nicht.
Stelle dir vor,
Du befindest dich an einem wunderschönen Ort,
Mitten in der Natur.
Und dort ist ein kleiner Weg am Wasser,
Eine alte Mühle am Fluss.
Und du hörst das leise Rauschen und darfst hier beobachten und belauschen,
Was in der Geschichte,
Die ich dir gleich erzähle,
So vor sich geht.
Es war einmal eine große Mühle mit weißgekalkten Mauern und einem roten Ziegeldach.
Ein Fluss zog gemächlich vorüber und bewegte das hölzerne Mühlenrad,
Das leise knarrte und murmelte.
Hinter dem Hof breiteten sich Weizenfelder wie goldene Tücher aus.
Und im Obstgarten standen prächtige Bäume mit köstlichen Äpfeln.
Der Müller war ein stiller,
Besonnener Mann.
Er hatte zwei Söhne.
Jakob,
Den Älteren,
Der früh aufstand,
Die Tiere versorgte und die Geschäftsbücher führte,
Und Leon,
Den Jüngeren,
Dessen Herz schneller schlug,
Wenn er tagsüber durch die tiefen Wälder ritt und am Abend träumend die Schwalben über den Fluss fliegen sah.
Leon hatte Fernweh,
Wollte hinaus in die Welt,
Um dort sein Glück zu suchen.
Eines Tages trat Leon zum Vater und sagte,
Vater,
Gib mir meinen Erbteil.
Ich will in die Welt hinaus.
Ich will sehen,
Was hinter den Hügeln liegt,
Und ich möchte mir etwas Eigenes aufbauen.
Der Vater spieg zuerst.
Dann legte er Leon die Hand auf die Schulter und sah ihn an,
Als wolle er sein Gesicht für alle Zeiten tief in sein Herz einprägen.
Nun gut,
Mein Sohn,
Sagte er,
Wenn dein Schicksal dich weit weg von mir ruft,
Will ich dich nicht aufhalten.
Und er verkaufte die Hälfte seines Landes,
Um Leon auszuzahlen.
Als der Tag der Abreise gekommen war,
Verabschiedeten sie sich in Frieden.
Jakob umarmte den Bruder.
Der Vater segnete ihn.
Als Leon gegangen war,
Stand der Vater lange am Ufer und blickte auf das Wasser des Flusses.
Und seine Augen wurden traurig.
Leon wanderte zunächst den Fluss entlang,
Dann immer weiter und weiter,
Bis die Felder in Hügel übergingen und bis der Wind schließlich nach Salzroch.
Er kam in eine Hafenstadt,
Wo die Masten der Segelschiffe wie hohe Bäume in den Himmel ragten und die Gassen von Rufen der Händler,
Vom Lachen der Musikanten und vom Duft gebratener Fische vibrierten.
Leon fühlte sich leicht.
Er kaufte gute Kleider,
Aß,
Wenn er Hunger hatte,
Schlief,
Wenn er müde war und glaubte,
Die Welt lächle ihm zu.
Bald lernte er einen reichen Händler kennen,
Der ihm wohlgesonnen schien.
»Junger Freund,
« sagte der Händler eines Tages,
»du bist ein fleißiger und kluger Bursche.
Möchtest du dich an meinem neuen Boot beteiligen?
In drei Tagen stechen wir in See und fahren wertvolle Waren an eine ferne Küste.
Der Gewinn wird geteilt.
« Sie gingen hinunter zum Ufer,
Und Leon staunte.
Das Boot war ein prächtiges,
Großes Segelschiff.
Größer als alle anderen stach es hervor,
Bereit für die lange Fahrt.
Leon,
Vom Glanz und den Versprechungen geblendet,
Willigte ein und überreichte schließlich dem Händler all sein Geld.
Als Leon,
Wie besprochen,
Drei Tage später zum Hafen kam,
War das Segelschiff verschwunden.
Der Händler auch.
Niemand kannte seinen echten Namen.
Die Papiere waren leere Versprechen,
Die Stempel falsch.
Leon blickte aufs Wasser,
Die Hände leer,
Das Herz schwer.
Die Möwen kreisten über ihn,
Und es war,
Als lachten sie den Jungen aus.
Das folgte waren lange Wochen.
Leon arbeitete,
Wo er nur konnte.
Er trug Säcke,
Flickte Netze,
Fegte Decks.
Eines Abends,
Als der Nebel wie ein graues Tuch über dem Hafen lag,
Dachte er an das Rad der Mühle,
An die Apfelbäume,
An seinen Vater und seinen Bruder Jakob.
Ich gehe heim,
Sagte er leise in den Nebel hinein.
Nicht als Sohn,
Sondern als Knecht.
Der Weg schien ihm viel länger zu sein als der,
Den er gekommen war.
Als er endlich die vertrauten Pappeln sah,
Die den Fluss säumten,
Und bald schon die Wipfel der Apfelbäume und das sich drehende Mühlrad,
Schlug sein Herz schneller.
Der Vater stand zur gleichen Zeit am Fluss.
Er sah einen Mann den Weg heraufkommen,
Abgemagert,
Mit staubigen Schuhen und müdem Blick.
Das Herz des Vaters erkannte ihn,
Ehe der Blick es tat.
Er lief ihm entgegen,
Schnell,
Wie in seinen jungen Jahren,
Und schloss ihn fest und wortlos in die Arme.
Leons Stimme brach.
Vater,
Ich bin nicht wert,
Dein Sohn zu heißen.
Mach mich zu einem deiner Knechte.
Aber der Vater rief den Leuten auf dem Hof zu.
Heute wird gefeiert.
Wer verloren war,
Ist wieder da.
Noch ehe die Sonne sank,
War der Hof aufs Schönste geschmückt.
Die Menschen aus dem Dorf kamen in Scharen herbeigeströmt.
Denn solch ein großes Fest hat es noch nie gegeben.
Musikanten spielten fröhliche Musik.
Es wurde getanzt,
Und auf den Tischen standen die köstlichsten Gerichte.
Man lachte und weinte,
Und Leon saß da und atmete nach langer Zeit wieder frei und leicht.
Nur einer fehlte.
Sein Bruder Jakob.
Er war auf den Feldern gewesen und hörte die Musik erst,
Als die Sterne sich zeigten.
Er trat in den Schatten der Scheune,
Hörte die Gläser klingen,
Roch das Gebratene,
Und er blickte schließlich Leon.
In seinem Inneren bewegte sich etwas Hartes.
Er dachte an die Jahre,
In denen er jeden Morgen vortag aufgestanden war,
Und an die Pflichten,
Die er stets verlässlich erledigt hatte.
Der Vater merkte,
Dass einer fehlte.
Er ging hinaus aufs Feld und fand schließlich Jakob im Schatten der Scheune stehen.
Komm zu uns in den Hof,
Mein Sohn,
Sagte er sanft.
Dein Bruder ist heimgekehrt.
Doch Jakob blieb stehen.
Heimgekehrt?
Seine Stimme war leise,
Aber scharf.
Er hat seinen Anteil bekommen,
Hat alles vergeudet,
Und jetzt verbrauchst du für ihn noch mehr.
Für mich,
Der Tag für Tag treu und fleißig an deiner Seite stand,
Gab es nie ein Fest.
Der Vater blickte Jakob lange und liebevoll an.
Mein Sohn,
Sagte er,
Du bist immer bei mir gewesen.
Alles,
Was mein ist,
Ist auch dein.
Ich habe dich gesehen an jedem Morgen,
An dem du das Tor geöffnet hast,
An jedem Abend,
An dem du die Tiere gezählt und an jedem Tag,
An dem du mir beigestanden hast.
Ich habe dir viel zu verdanken,
Mehr als jedem anderen Menschen auf dieser Welt.
Doch heute ist ein Freudentag,
Kein Tag der Abrechnung.
Und er deutete auf Leon,
Dem die Sorgen der letzten Tage im Gesicht geschrieben standen,
Doch dessen Züge zusehensweicher und heiterer wurden.
Dieser da war verloren und ist nun wieder hier.
Du solltest fröhlich und guten Mutes sein,
Denn dieser,
Dein Bruder,
War tot und ist wieder lebendig geworden.
Jakob blickte lange auf den Boden.
Dann fiel sein Blick auf Leon und schließlich blickte er seinen Vater an,
Der ihm die Hand reichte.
Er schlug ein und sie gingen zusammen zum Hof.
Die bunten Laternen wehten fröhlich im Abendwind und als Leon seinen Bruder kommen sah,
Stand er auf.
Er trat vor Jakob und sagte,
Ich habe dich immer beneidet,
Jakob,
Deine Stärke,
Deine Treue,
Dein Sinn für das,
Was bleibt.
Vielleicht bist du der bessere Sohn gewesen,
Während ich glaubte,
Die Welt schulde mir etwas.
Vergib mir.
Jakob trat einen Schritt näher,
Dann noch einen und dann legte er seine Stirn an Leons.
Und du vergib mir,
Flüsterte Jakob,
Weil ich missgünstig war,
Als du hungrig heim kamst.
Sie umarmten einander,
Lang und innig.
Von da an arbeiteten sie gemeinsam.
Leon gewöhnte sich daran,
Wieder früh aufzustehen und Jakob erklärte ihm die Arbeitsprozesse und die Geschäftsbücher.
Leon nahm Jakob einmal im Monat mit auf den Hohen Hügel und zeigte ihm den weiten Blick in die Welt.
Sie planten eine Erweiterung der Mühle,
Setzten junge Bäume und bauten am Ufer ein kleines Anlegefloß,
An dem ihr neues Boot und die Boote der Händler leichter anlegen konnten.
Der Vater wurde alt,
Mit einem Lächeln,
Das oft kam und selten ging.
Manchmal saß er am Abend auf der Bank vor dem Haus und beobachtete seine beiden Söhne,
Wie sie in neuer Einigkeit und meistens im Gespräch vertieft über den Hof liefen.
Und wenn sie nicht gestorben sind,
So leben sie auch heute noch.
Ich wünsche dir eine gute Nacht,
Einen tiefen und erholsamen Schlaf und schöne Träume.
Treffen Sie Ihren Lehrer
4.9 (15)
Neueste Bewertungen
More from Alexandra Matthes
Ähnliche Meditationen
Trusted by 35 million people. It's free.

Get the app
