
Warum meditieren wir? Eine buddhistische Kontemplation
Die regelmäßige Meditations-Praxis erfordert einiges an Disziplin. Oder vielleicht einfach nur die richtige Motivation? Warum meditierst du? Ausschnitte aus dem Buch "Das neue Meditationshandbuch" von Geshe K. Gyatso (S. 10,11) führen uns näher heran an die Themen Verblendung, Anhaftung und was andauerndes Glück und innere Freiheit heißen kann. Diese Meditation begleite ich anfangs mit meiner Handpan, in der zweiten Hälfte folgen10 Min. Stille, die du zum "tief Schauen" nutzen kannst.
Transkription
Eine Kontemplation darüber,
Warum wir überhaupt Sitzmeditation praktizieren wollen.
Überprüfe zu Beginn erstmal deine Sitzposition.
Egal ob auf dem Boden oder auf einem Stuhl.
Achte darauf,
Dass du Platz hast in den Bauch zu atmen.
Dass deine Spannung aus den Schultern abfließen kann.
Deine Hände schwer im Schoß oder auf den Oberschenkeln aufliegen.
Dass deine Wirbelsäule aufrecht,
Aber der Rücken nicht verspannt positioniert ist.
Und dass deine Gesichtszüge und auch die Muskeln am Kiefergelenk locker geworden sind.
Nimm dir jetzt erstmal die ersten drei Minuten Zeit,
Um den Geist ruhig werden zu lassen.
Die übrig gebliebenen Gedanken zu beobachten und vorbeiziehen zu lassen,
Bevor es in die Kontemplation geht.
Warum es nützt zu meditieren.
Ist unser Geist aufgewühlt,
Wird es uns schwer fallen glücklich zu sein.
Selbst wenn wir in den allerbesten Umständen leben.
Schulen wir uns in Meditation,
Wird unser Geist allmählich friedvoller und wir erleben ein immer reineres Glück.
Schließlich wird es uns gelingen zu jeder Zeit,
Selbst unter schwierigen Umständen glücklich zu sein.
Normalerweise fällt es uns schwer unseren Geist zu beherrschen.
Er ist wie ein Ballon im Wind,
Der durch äußere Umstände mal hierhin,
Mal dorthin geweht wird.
Laufen die Dinge gut,
Sind wir glücklich.
Läuft es aber schlecht,
Dann sind wir sofort unglücklich.
Angenommen wir bekommen was wir wollten,
Wir erwerben etwas Neues,
Finden eine neue Stelle oder einen neuen Partner.
Sofort sind wir glücklich und klammern daran.
Wir können aber nicht alles haben,
Was wir uns wünschen und wir werden uns unweigerlich irgendwann von Freunden,
Beruf oder Besitz trennen müssen.
Dann wird uns diese Anhaftung wieder schmerzbereiten.
Wenn wir andererseits nicht bekommen was wir wollen oder verlieren was wir mögen,
Dann fühlen wir uns niedergeschlagen oder werden ärgerlich.
Diese Stimmungsschwankungen entstehen,
Weil wir zu stark in äußeren Situationen verstrickt sind.
Wir sind wie ein Kind,
Das eine Sandburg baut und sich riesig freut,
Wenn sie fertig ist.
Wird die Sandburg aber von der Flut zerstört,
Dann sind wir enttäuscht.
Durch Schulung in Meditation lassen wir einen inneren Raum und eine Klarheit entstehen,
Die es uns unter allen Umständen ermöglicht,
Unseren Geist zu verstehen.
Allmählich entwickeln wir Anstelle eines unausgewogenen Geistes,
Der zwischen den Extremen von freudiger Regung und Traurigkeit schwankt,
Ein geistiges Gleichgewicht,
Der immer mehr glücklich sein kann.
Durch systematische Schulungen,
Meditationen können wir schließlich die Verblendungen,
Die Ursachen aller unserer Probleme und Leiden beseitigen.
Nur so werden wir dauerhaft inneren Frieden finden.
Dann werden wir Tag und Nacht,
Leben für Leben,
Frieden und Glück erfahren.
Selbst wenn unsere Meditation zu Beginn nicht so gut läuft,
Geben wir nicht auf.
Wir denken immer daran,
Dass wir allein,
Indem wir uns bemühen zu meditieren,
Das geistige Karma erschaffen,
In Zukunft inneren Frieden zu erfahren.
Das Glück dieses Lebens hängt von der Erfahrung meines Friedens ab und der hängt wiederum von der geistigen Handlung der Meditation ab.
Und weil innerer Frieden die Quelle von wahrem Glück ist,
Verstehen wir nun,
Wie wichtig Meditation ist.
Lasse diese Worte nun für 10 Minuten oder auch länger in Stille auf dich wirken und halte deine geistige Aufmerksamkeit auf diesem Inhalt der Sätze.
Wir wollen achtsam durchs Leben gehen,
Um unser kostbares menschliches Leben zu genießen und für uns selbst und unsere Mitmenschen zu nützen.
Wir meditieren,
Um unseren Geist zu verstehen,
Die Anhaftungen,
Die Erwartungen und die Interpretationen aus der Vergangenheit und um so das Leben im Jetzt in seiner Wahrheit wahrnehmen zu können.
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