
Schwierige Emotionen
Es gibt zwei zentrale Aspekte in der Meditation, die eng miteinander zusammenhängen: schwierige Emotionen und Erkenntnis/Weisheit. Oft ist es so, dass in unserer Praxis der eine Aspekt überwiegt, während der andere allzu leicht vergessen wird. Es ist der Umgang mit schwierigen Emotionen, der oftmals überwiegt, während der Aspekt der Weisheit bzw. Erkenntnis verloren geht. In diesem Dharma-Vortrag spricht Fred von Allmen über die verschiedenen Arten des Umgangs mit schwierigen Emotionen.
Transkription
Thema von heute Abend,
Quälende,
Schwierige,
Unheilsame Emotionen,
Gift und Futter für die Weisheit.
Es gibt zwei zentrale Aspekte in der Meditation und in der Praxis,
In dem was wir hier tun,
Welche sehr eng zusammenhängen,
Nämlich einerseits schwierige Emotionen und andererseits Erkenntnis,
Weisheit.
Dabei ist es oft so,
Dass in unserer Praxis der eine Aspekt überwiegt,
Während der andere allzu leicht vergessen wird,
In der Hitze des Gefechts.
Es ist das Arbeiten oder Umgehen mit schwierigen Emotionen,
Das oftmals überwiegt,
Und der Aspekt der Erkenntnis oder Weisheit,
Der dabei etwas verloren geht.
Heute möchte ich über verschiedene Arten des Umgangs mit schwierigen Emotionen sprechen,
Nämlich schützende und entgegenwirkende Arten des Umgangs und Arten des Umgangs,
Die Emotion als Futter für die Weisheit brauchen.
Der Hauptgrund,
Warum wir meditieren und praktizieren,
Ist Freiheit,
Innere Freiheit,
Ist Freiheit von Leiden.
Das ist es,
Was wir wirklich suchen,
Selbst wenn wir es anders formulieren würden.
Es ist sicher nicht mehr Leiden,
Schon,
Dass man es mal so sieht.
Wir suchen inneres Glück,
Heiterkeit und Friede.
Das,
Was wir meinen,
Wenn wir von Erleuchtung sprechen.
Herz und Geist innerlich in tiefem Frieden und mitfühlend und weise in seinem Ausdruck in der Welt.
Was uns davon abhält oder daran hindert,
So zu sein,
Ist nicht die äußere Welt oder die Umstände,
Wie wir bereits herausgefunden haben.
Vielmehr ist es unser eigener Geist.
Um noch genauer zu sein,
Sind es die uns plagenden,
Drangsalierenden,
Störenden,
Quälenden Emotionen und Geisteszustände in uns drin.
Die Kilesas oder Klescha,
Wie sie im Buddhismus heissen,
Was etwa so viel bedeutet wie das,
Was Herz und Geist trübt oder täuscht und quält.
Anders ausgedrückt,
Wenn wir unseren Geist einfach befreien könnten von Unverstand und Täuschung und allen Formen von Verlangen und Anhaften und Aversionen und Angst und Eifersucht und Dünkel und all den anderen leidschaffenden oder quälenden Emotionen,
Wären wir enorm glückliche und friedliche Menschen.
Da es aber ganz so aussieht,
Als könnten wir diese Eigenschaften unseres Herzens und Geistes nicht allzu leicht loswerden,
Wird es sich wohl lohnen,
Sich immer wieder,
Auch jetzt nochmals,
Zeit zu nehmen,
Sie sich genau anzuschauen,
Zu lernen,
Geschickt mit ihnen umzugehen,
Geschickt mit ihnen zu sein.
Wir möchten sie loswerden.
Ein recht grosser Prozentsatz der Fragen in Gesprächen ist eigentlich einfach ausgedrückt.
Ich habe unangenehme Gefühle.
Könntest du mir sagen,
Wie ich sie loswerden kann?
Ich weiss nicht,
Wie man sie loswerden kann.
Das ist die falsche Frage,
Jedenfalls an mich.
Das ist vielleicht nicht handisch für Katrin.
Es gibt eine ganze Anzahl von Arten und Weisen,
Mit diesen schwierigen Emotionen umzugehen,
Mit Betonung eben auf umgehen.
Ich werde sie kurz erwähnen und anschliessend können wir sie einzeln durchgehen.
Die erste Art des Umgangs,
Uns allen wohl bekannt,
Ich bin einfach so alt,
Ist Emotionen entweder auszudrücken oder zu verdrängen.
Die nächste Art des Umgangs ist das Arbeiten mit Vorsätzen,
Mit Richtlinien oder Gelübden,
Mit dem sich selbst Grenzen setzen.
Die dritte Art ist das Anwenden von entgegenwirkenden,
Heilsamen,
Positiven Qualitäten und Kräften.
Und die letzte Art ist jene von Gewahrsein,
Nichttun und Weisheit.
Vielleicht könnte man noch von einer letztlichen Art und Weise sprechen,
Nämlich negative,
Quälende Emotionen gar nicht entstehen lassen,
Weil man die inneren Bedingungen für ihr Entstehen letztlich gar nicht mehr erschafft.
Zuerst können wir unsere übliche Art des Umgangs mit diesen störenden oder unheilsamen Gefühlen und Emotionen betrachten.
Wenn uns zum Beispiel eine Person oder eine Situation wütend macht,
Erscheint diese Wut als ein intensives Gefühl zusammen mit einer Anzahl Gedanken,
Wütende Gedanken.
Wenn die stark genug sind,
Werden sie sich vielleicht als wütendes Sprechen,
Als Schreien oder Schimpfen oder Fluchen oder was immer manifestieren.
Und wenn die Intensität der Wut anhält oder sich noch steigert,
Wird sie schliesslich in physischem Handeln sich ausdrücken.
Das heisst also in Gefühlen,
Gedanken,
In Worten oder in Taten,
Die Emotion Wut wird ausgedrückt,
Wird manifest.
Wie wir alle wissen,
Ist dies meistens nicht sehr nützlich und bringt recht selten das gewünschte Resultat und oft noch wieder mehr Schwierigkeiten.
Selten jemand,
Der sagt,
Wenn man ihn anschreit,
Genau,
Du hast recht,
Da liege ich richtig falsch.
Schafft auch noch Mühe und Leiden für uns selbst in der Form von negativen Karma,
Leidhaften Resultaten und Erfahrungen in der Zukunft,
Weil wir diese Tendenzen in uns stärken,
Wenn wir ausdrücken mit Worten oder Taten oder Gedanken.
Aus diesen und anderen Gründen haben wir auch schon früh in unserem Leben gelernt zu verdrängen.
Wenn die Situation nicht so günstig ist,
Merken wir,
Haben wir gelernt wahrscheinlich besser.
Wir schweigen,
Wir verkrampfen uns,
Wir beißen auf die Zähne,
Wir schlucken runter,
Wir vermeiden das Gefühl,
Wir beschäftigen uns schnell mit etwas anderem oder noch schlimmer,
Wir lächeln weiter.
Die meisten von uns hier haben auch herausgefunden,
Dass verdrängen,
Vermeiden,
Ignorieren noch fast mehr Schwierigkeiten und Leiden in uns selbst schaffen.
Dass diese Dinge wie schleichendes Gift in uns wirken können.
Da also beides ausdrücken,
Ausleben und verdrängen meistens problematisch ist,
Vielleicht nicht immer,
Aber meistens,
Müssen wir uns nach anderen Arten des Umgangs mit diesen mächtigen und schwierigen Emotionen umschauen.
Eine Art und Weise,
Die in erster Linie als Schutz vor mühsamen Resultaten für uns und andere wirkt,
Ist das Arbeiten mit Vorsätzen,
Verhaltensregeln,
Mit denen sich Grenzen setzen.
Das ist etwas,
Was wir in Retreats tun,
Zum Beispiel,
Wenn wir diese fünf Verhaltensregeln einschliesslich des Schweigens auf uns nehmen.
Wir schützen uns und andere vor unseren übermässigen Aggressionen,
Vor Ärger oder sogar Wut oder Hass,
Unseren Süchten und Sehnsüchten und Bedürfnissen,
Unseren Bedürfnissen nach Kontrolle und Macht.
Wir schützen uns,
Indem wir beschliessen,
Zum Beispiel,
Wie wir das hier tun,
Nicht absichtlich zu töten oder zu verletzen,
Nicht zu stehlen,
Zu nehmen,
Was uns nicht gehört,
Was uns nicht gegeben worden ist.
Wir beschliessen,
Wirklich ehrlich zu sein,
Äusserst rücksichtsvoll und sensibel in Beziehungen,
Vor allem in intimen Beziehungen zu sein und sorgfältig mit Drogen,
Alkohol,
Geld und Macht umzugehen.
All dies und viele mehr sind ausserordentlich nützliche Richtlinien für unser Leben.
Sie sind ein starker Schutz für uns und andere und können oft sehr klärend wirken bei vielen wichtigen Entscheidungen,
Die wir im Leben zu treffen haben.
Situationen und Umstände können uns sowohl dazu verführen,
Als uns auch dazu drängen,
Unheilsame Emotionen auf solche Weise auszudrücken oder auszuleben,
Dass wir es später bereuen oder schon gleich,
Nachdem wir es getan haben,
Bereuen.
Vorsätze,
Leitlinien und Gelübde sind eine grosse Unterstützung in solchen Situationen.
Es ist anders,
Als wenn wir denken,
Ich schaue mal und wenn es brenzlig wird,
Überlege ich mir dann und dann entscheide ich mich sicher für die bessere Lösung.
Es ist nochmal anders,
Wenn wir bereits entschieden haben und ich denke,
Das ist die Macht,
Es braucht nicht gelübdet zu sein,
Aber vorsätzlich Verhaltensregeln zu fassen oder sich die vorzunehmen.
Weil wir schon entschieden haben und wenn Verlangen stark ist,
Wird es sehr viel schwieriger,
Das sich nochmal gut zu überlegen.
Wenn Aggression stark ist,
Wird es sehr viel schwieriger sein,
Sich das nochmal weise zu überlegen.
Hilfreicher sich vorher,
Wenn wir klar sind,
Das zu überlegen und zu entscheiden.
In dieser Art und Weise funktionieren diese Richtlinien.
Shantideva sagt,
Es ist mir nicht möglich,
Den Lauf der Welt zu lenken,
Aber wenn ich in diesem Sinne meinen Geist lenken kann,
Ist es nicht nötig,
Alles andere zu kontrollieren.
Die ethischen Richtlinien sind die Grundlage für jegliches spirituelles Wachstum und letztlich auch für Erkenntnis.
Ein Text sagt,
So wie ein blinder Mensch keine Formen sieht,
So sieht jemand ohne Ethik die Leere,
Den Dharma nicht.
Ethische Integrität wird verglichen mit der Wurzel des spirituellen Baumes,
Ohne die keine Stämme,
Keine Äste,
Keine Blätter,
Keine Blumen und letztlich keine Früchte wachsen können.
Verhaltensrichtlinien.
Die nächste Art,
Mit diesen schwierigen Emotionen umzugehen,
Ist entgegenwirkende,
Heilsame,
Positive Qualitäten und Kräfte in sich zu entwickeln.
Funktioniert so wie Schnee und Eis,
Die in der Frühlingssonne schmelzen,
Wie Bitteres,
Das durch Zucker gesüsst wird,
Wie Dunkelheit,
Die durch Licht aufgelöst wird.
Indem wir zum Beispiel die Meditation und auch die angewandte Praxis von liebevoller Güte,
Von Meta vertiefen,
Durch die formale Metameditation oder durch tägliches Üben,
Schwächen wir unsere Tendenzen zu Ärger,
Zu Hass,
Zu Aversion aller Art.
Wenn wir sehr konsequent üben,
Schaffen wir ein bestimmtes Klima,
In dem Ärger sehr viel weniger schnell aufkommen wird.
So wie im Sommer es relativ selten schneit.
Hier tut es es manchmal,
Aber es ist selten.
Wenn unser Mitgefühl wächst und wir Mitgefühl kultivieren,
Wird Wut und Gewaltlosigkeit in uns abnehmen,
Weil der Boden fehlt.
Wenn wir achtsam und in Kontakt sind mit der vergänglichen,
Wechselnden,
Nicht fassbaren Natur aller Dinge und aller Lebewesen,
Was wir hier ständig üben im Retreat,
Werden wir eben viel weniger erfassen und ergreifen und festhalten und anhaften,
Weil es mehr und mehr sichtbar,
Spürbar,
Offensichtlich wird,
Dass es keinen Sinn macht.
Sogar,
Dass es nur Leiden für uns schafft.
Wenn ihr seht,
Dass ihr an Dingen haftet,
Was immer es sein mag,
Tag und Tag durch hier.
Vor allem auch an kleinen Dingen.
Und dann schaut,
Was passiert,
Wenn ihr sie loslässt.
Habt ihr eine Mini-Nirvana-Erfahrung?
Leiden entsteht durch die Ursache des Festhaltens.
Ich halte fest,
Es klappt zwar nicht,
Aber ich lasse mich los.
Das ist mühsam.
Und im Moment,
Wo ich es merke und loslasse,
Ich verliere das Ding zwar,
Aber ich hatte es ja gar nie.
Im Moment,
Wo ich es innerlich loslasse,
Echt loslasse,
Entsteht ein Moment von Freiheit.
Was immer es sein mag.
Kleine Dinge.
Es war gerade still für einen Moment.
Dann hustete er.
Und ich will die Stille behalten.
Und das ist ein Leiden.
Im Moment,
Wo ich sie loslasse,
Ist es kein Leiden mehr.
Ich wollte sagen,
Wenn wir relativ spät durch die Mittagsessen-Linie gehen und wir sehen,
Es hat keinen Salat mehr,
Dann habe ich gesehen,
Dass Joti und Angelika immer am Sitzen sind.
Das ist ein schlechtes Beispiel,
Weil es hat immer genug Salat.
Aber wenn es einmal keinen mehr hätte,
Könnten wir noch eine Weile festhalten.
Ich brauche Salat,
Das ist wichtig für mich.
Ich kann auch nicht wirklich meditieren,
Wenn ich nicht Salat habe.
Im Moment,
Wo wir die Vorstellung,
Die Idee loslassen,
Sind wir frei.
Meditation über Mitfreude.
Wenn wir sehen,
Dass die Person vor uns noch Salat hatte.
Meditation über Mitfreude hilft bei Eifersucht und Neid.
Sich über Glück,
Erfolg und Wohlergehen anderer zu freuen,
Schafft ein Klima,
Das Neid und Eifersucht den Boden entzieht.
Meditation über Großzügigkeit und auch Praxis der Großzügigkeit im Alltag hilft gegen Festhalten,
Gegen Anhaften,
Gegen Geiz.
Aber vor allem Anhaften in jeder Form.
Anhaften an meiner Zeit,
Aufmerksamkeit,
Die ich lieber für mich möchte,
Oder etwas anderes,
Anstatt dieser Person.
Großzügigkeit schafft einen sehr offenen Innenraum.
Meditation und Reflektieren über Abhängiges Entstehen.
Die Tatsache,
Dass alle Dinge dieses Daseins,
Einschließlich unserer selbst,
In Abhängigkeit von Ursachen und Bedingungen entstehen und sich ständig verändern.
Und Meditation und Reflektion ist die gleiche.
Über Leerheit von Selbstexistenz.
Es untergräbt nicht nur Einbildung und Arroganz,
Sondern ermöglicht schliesslich Erkenntnis.
Wirkliche,
Befreiende Erkenntnis,
Welche die Täuschungen klärt und innere Freiheit möglich macht.
Und wir sind tatsächlich gerade hier in diesem Retreat damit beschäftigt,
Diese Qualitäten zu entwickeln.
Einige mehr offensichtlich und mehr in formaler Art und Weise,
Wie Achtsamkeit oder Metta,
Liebevolle Güte.
Andere werden einfach gefördert,
Schon nur durch die Tatsache,
Dass wir hier sind und den Stundenplan einhalten,
Wir erhalten mehr oder weniger Geduld zum Beispiel,
Braucht Geduld,
Braucht Ausdauer.
Das Bemühen immer wieder aufzuwachen,
Das Bemühen präsent zu sein,
Interesse.
Und eben loslassen und annehmen,
Weil wenn wir gar nicht loslassen,
Neun oder fünf Tage lang,
Dann packen wir wahrscheinlich die Koffern,
Bevor die neun oder fünf Tage vorbei sind.
Also wir sind fast gezwungen oft in diesem Format.
Das ist ja das Unangenehme,
Tolle daran.
Das Fördern und Entwickeln von entgegenwirkenden,
Also von positiven,
Heilsamen Qualitäten des Geistes ist völlig unproblematisch.
Ausser im Fall von negativen Emotionen,
Die wir nicht fühlen wollen und deshalb nicht annehmen.
Zum Beispiel kann es sein,
Dass Ärger da ist und den wollen wir nicht,
Vielleicht weil es unangenehm ist oder weil wir denken,
Wir sollten jetzt schon weiter sein nach 15 Jahren Praxis oder was immer unsere Idee ist.
Und dann brauchen wir Meta als Waffe,
Um ärgerlos zu werden.
Gegen Wut,
Wenn wir wütend sind.
Einfach,
Dass wir nicht anerkennen müssen,
Dass wir nicht spüren müssen,
Jetzt ist Ärger da und das fühlt sich so an.
Jetzt ist Wut,
Jetzt bin ich wirklich wütend und das fühlt sich so an.
Die Art von Aversion als Meta verkleidet ist auch nicht dramatisch,
Aber nicht sehr hilfreich.
Manchmal tun wir das.
Man hört es in der Tonlage von den Metasätzen.
Wirklich Meta,
Wahre Meta ist Willens,
In der gleichen Situation ist Willens,
Die Wut zu umfangen,
Zu spüren und sich selbst zu unterstützen in dieser unangenehmen,
Schwierigen Situation.
Und wenn uns das gelingt,
Dann ist die Wut kein Problem mehr.
Sie wird früher oder später vergehen,
Sie wird ihre Kraft verlieren.
Diese Art und Weise von echter Meta,
Wenn wir mit dieser Art und Weise dabei sind,
Das ist bereits eine heilende Kraft.
Das ist nicht noch mehr,
Was wir dazu tun müssen.
Das ist nicht noch Aktivismus,
Der gebraucht wird.
Wenn wir so dabei sein können,
Mit guter Absicht,
Dann wirkt das bereits.
An diesem Punkt möchte ich es nicht unterlassen,
Die Möglichkeiten der psychotherapeutischen Arbeit zu erwähnen.
Es kann schwierige emotionelle Muster oder gar spezifische,
Durch Traumata,
Traumas ausgelöste Gefühlsstrukturen geben,
Die so viel Macht über einen haben,
Dass man ihnen kaum durch Selbstbeobachtung beikommen kann.
Dass Meditation nicht reicht,
Wirklich nicht reicht,
Um sich davon zu befreien.
Oder auch nur,
Manchmal auch nur,
Überhaupt geschickt damit umgehen zu können.
Da kann gute Therapie wirklich wirkungsvoller sein als Meditation.
Mit Betonung auf gut,
Es muss gute Therapie sein.
Ich selbst habe nach den letzten drei Jahren intensiver Praxis in Asien an zahllosen kürzeren und längeren Therapiegruppen teilgenommen.
Gestalt und Bionergethik und was damals alles in war.
Als ich zurückkam,
Habe ich in einer Wohngemeinschaft gearbeitet,
So eine Art Halfway House.
Da kam regelmässig ein Therapeut,
Der war absolut gar nicht beeindruckt von drei Jahren buddhistischer Meditation in Asien.
Im Gegenteil,
Der war sofort,
Wie sagt man,
Suspicious,
Der hat sofort verdacht,
Misstrauisch,
Der war sofort misstrauisch.
Und das war mein Glück,
Er hat mich durchschaut.
Einfach zu wissen,
Manchmal ist es sinnvoll für bestimmte Bereiche,
Für bestimmte Probleme,
Gute Therapie zu brauchen.
Die erste Variante war ausleben oder verdrängen,
Die nicht hilfreiche.
Dann die erste hilfreiche,
Verhaltensregeln.
Dann kultivieren von heilsamen inneren Qualitäten und Kräften,
Eventuell gute Therapie.
Der nächste Zugang ist besonders relevant für unsere Praxis hier.
Es ist das Begegnen dieser quälenden Emotionen mit wahrer Achtsamkeit.
Wenn wir das voll und ganz tun können,
Dann genügt das bereits,
Wenn wir es wirklich tun,
Dann wird keine dieser schwierigen Emotionen mehr ein Problem sein.
Und das ist eigentlich alles.
Ich weiss nicht,
Ob ihr manchmal ein Gefühl dafür kriegt,
Wenn wir einfach voll und ganz willens sind,
Damit da zu sein.
Mit rechter Achtsamkeit.
Recht meint annehmender,
Liebevoller,
Nicht kritischer,
Verdrängender,
Sondern wirklicher Achtsamkeit.
Das reicht eigentlich,
Weil früher oder später wird sie vergehen.
Sie richtet nichts an,
Sie ist nicht verdrängt,
Sie wird nicht ausgedrückt,
Sie ist eine Weile unangenehm,
Wir füttern sie nicht.
Und dann kommt das Nächste.
So einfach.
Was immer das sein mag,
Das Nächste.
Klingt vielleicht leichter als es ist,
Und doch braucht es gar nicht so viele Übungen und Praxis.
Was es braucht,
Ist zu verstehen,
Wie es funktioniert,
Und eigentlich ist es nicht kompliziert,
Wenn wir es ein einziges Mal mit einer nicht so schwierigen,
Unheilsamen Emotion erlebt haben.
Und das Nächste ist dann auch tatsächlich anzuwenden,
Willens seines zu tun.
Aber unsere Gewohnheit von Aktivismus,
Von Strategien,
Die ist so wahnsinnig tief.
Irgendwo sind wir überzeugt,
Ich muss etwas tun,
Um es loszuwerden.
Und das,
Was wir ja schon seit 20 bis 66 Jahren üben,
Wenn das funktioniert hätte,
Würden wir nicht meditieren,
Sondern könnten wir sie einfach loswerden,
Wären wir schon lange losgeworden.
Was notwendig ist,
Ist mit diesem Gefühl,
Dieser Emotion,
In Kontakt zu treten.
Und eben sie nicht nur aus sicherer Distanz zu beobachten.
Das ist auch manchmal so ein Meditierer-Syndrom.
Da ist Wut und Ärger,
Aber das ist eigentlich gar nicht meine,
Ich beobachte sie.
Und natürlich versuchen sie loszuwerden,
Sie zu verdrängen,
Sie zu vernichten.
Wirklich damit sein,
Punkt,
Okay sein und schauen,
Was damit geschieht.
Ich denke,
Der Hauptgrund,
Dass wir das nicht tun wollen,
Ist,
Weil es eben ein unangenehmes Gefühl ist.
Und wir einfach nicht willens sind,
Ein unangenehmes Gefühl zu haben.
Wir sind ja hierher gekommen und sind bereit,
Auf und ab zu gehen und hier zu sitzen,
Damit wir keine unangenehmen Gefühle mehr haben.
Und hier immer wieder diese Message,
Wenn sie kommen,
Die unangenehmen Gefühle,
Dann habt sie.
Also ich denke,
Wenn ich nur über die Gespräche heute zurückdenke,
Das war etwa fünfmal mein bester Ratschlag.
Ich hoffe.
Aber wenn ich so verstohlen die paar anschaue,
Denen ich den Ratschlag gegeben habe,
Also zumindest jetzt im Moment sind diese Emotionen gerade nicht mehr da.
Kann ich sehen.
Also irgendwie sind sie vorbeigegangen.
Es gibt ein paar Dinge,
Die uns helfen und unterstützen,
In diesem Dabeisein.
Das erste ist,
Vor allem natürlich,
Braucht es eine möglichst klare Achtsamkeit,
Dass wir sehen,
Wissen,
Spüren,
Was jetzt gerade da ist.
Zweitens,
Zusammen mit der Achtsamkeit ist auch eine nicht wertende Haltung,
Also eine sanfte Haltung,
Die bereit ist zu sein mit dem,
Was ist.
Ich möchte fantastisch sanft sein,
Aber einfach die bereit ist,
Damit zu sein,
Die ist unabdingbar.
Achtsamkeit und Willens sein,
Mit dem zu sein,
Was ist.
Dann drittens,
Im weiteren hilft es sich,
Ganz darüber im Klaren zu sein,
Um was für eine Emotion es sich gerade handelt.
Ist manchmal nicht so offensichtlich und nicht so leicht.
Und manchmal ist es relativ leicht.
Und da hilft ein Wort.
Und wenn es nicht so ein genaues ist,
Meistens können wir unterscheiden,
Ob es eine aversive oder eine verlangende Emotion ist.
Das wäre schon mal hilfreich.
Benennen.
Ist wie mit,
Wer wartet,
Rumpelstilzchen.
Da ist irgendeine Magie drin,
Wenn wir etwas benennen können,
Haben wir ein anderes Verhältnis dazu.
Zu sagen,
Wir haben Macht darüber,
Ist vielleicht übertrieben,
Aber es ist klar,
Die Beziehung ist hergestellt.
Ah,
Es ist Enttäuschung.
Dann ist es viel einfacher,
Mit der Enttäuschung zu sein.
Im Moment,
Wo ich sehe,
Es ist Enttäuschung.
Und manchmal wechselt es,
Vielleicht ist Ärger da,
Und dann merken wir nach einem Moment,
Eigentlich ist Enttäuschung.
Wenn es darunter wäre,
Ob schon,
Es ist ja nicht eigentlich darunter,
Aber Enttäuschung wird spürbarer.
Und dann merken wir,
Eigentlich ist es Trauer.
Also so kann das sich auch verändern.
Um sicherer zu sein,
Dass wir wirklich in Kontakt mit diesem Gefühl sind,
Ist es fast immer hilfreich,
Im Körper zu spüren,
Wie nehme ich es wahr?
Wie fühlt es sich an?
Klappt nicht mit ganz allen,
Aber mit vielen klappt es,
Wenn wir wirklich hinfühlen.
Und wenn ihr euch es kurz beschreibt,
Manchmal ist es ganz nützlich.
Weil man kann es sich nur beschreiben,
Wenn man tatsächlich hinfühlt.
Also,
Der erste Punkt,
Klare Achtsamkeit,
Ist das,
Was wir hier üben,
Praktizieren.
Und im Moment möchte ich hier nicht mehr darüber sagen.
Ausser,
Dass es heisst,
Dass wir die Emotion klar wahrnehmen und uns nicht in den begleitenden Gedanken und Bildern verlieren.
Doch,
Das ist vielleicht noch wichtig.
Gemeint ist das Gefühl selbst,
Nicht die Geschichte,
Die ja fast immer dazu kommt.
Und die ist natürlich verführerisch.
Er hat gesagt,
Und ich rufe ihn noch einmal an,
Und das lasse ich mir nicht mehr gefallen,
Ist etwas anderes als Ärger,
Wut,
Verletzung.
Und die Idee ist natürlich,
Das Gefühl,
Das hier ist,
Zu spüren.
Nicht so sehr in der Geschichte verwickelt zu sein.
Der zweite Punkt ist ähnlich.
Wenn wir verstehen,
Was Achtsamkeit wirklich ist,
Was damit gemeint ist,
Dann ist es eben schon eine nicht wertende Art und Weise,
Mit den Dingen zu sein,
In der wir uns üben.
Die Bereitschaft anzunehmen und zu respektieren,
Was da ist.
Ich werde jetzt mehr sagen über den dritten Punkt.
Das Gefühl,
Die Emotion klar als das erkennen,
Was sie ist.
Ich denke,
Viele von uns,
Vielleicht die meisten,
Nicht alle,
Aber viele von uns haben eher schwach entwickelte Fähigkeiten,
Unsere emotionellen Zustände zu erkennen und klar zu wissen,
Was sie sind.
Wir haben nie in der Schule,
Es könnte doch auch mal ein Fach sein,
Emo.
Es ist so etwas Grundlegendes in dieser Welt.
Frieden,
Kriege,
Alles hat damit zu tun,
Wie wir damit umgehen.
Da lehrt uns nie jemand,
Mich jedenfalls nie.
Das hat sicher auch damit zu tun,
Dass wir nicht besonders geschickt sind,
Damit umzugehen.
Wenn wir es merken und ein Wort dafür finden,
Manchmal klickt etwas,
Ist es noch klarer,
Was genau die Erfahrung ist.
Um unseren Horizont zu erweitern,
Werde ich eine Liste von Gefühlen und Emotionen herunterlesen.
Ich habe die nicht selbst gemacht,
Ich habe eine Ecke gefunden und die halbiert.
Es ist nur noch die Hälfte drauf.
Es sind beides in dieser Liste,
Heilsame und negative,
Schwierige Emotionen,
Die wir immer wieder fühlen und erfahren.
Manchmal sind wir tolerant,
Umgänglich,
Fröhlich,
Empfänglich,
Ruhig,
Geduldig,
Herzlich,
Ergeben,
Zaghaft,
Furchtsam,
Schüchtern,
Bestürzt,
Entsetzt,
Versonnen,
Hilflos,
Besorgt,
Beschämt,
Verdutzt,
Unsicher,
Verwirrt,
Ambivalent,
Überrascht,
Erstaunt,
Ehrfürchtig,
Neidisch,
Angewidert,
Entrüstet,
Unleidlich,
Empört,
Ungehalten,
Argwöhnlich,
Zänkisch,
Ungeduldig,
Trotzig,
Aggressiv,
Sarkastisch,
Rebellisch,
Anspruchsvoll,
Gierig,
Erlangend,
Staunend,
Ruhelos,
Erwartungsvoll,
Wagemutig,
Neugierig,
Leichtsinnig,
Stolz,
Wissbegierig,
Unternehmungslustig,
Extatisch,
Gesellig,
Verloren,
Nervös,
Einsam,
Teilnahmslos,
Schuldbewusst,
Traurig,
Hoffnungslos,
Deprimiert,
Gequält,
Desinteressiert,
Unglücklich,
Verzweifelt,
Eifersüchtig,
Misstrauisch,
Verbittert,
Unfreundlich,
Starrsinnig,
Bösartig,
Kritisch,
Da habe ich viele gestrichen,
Unwillschärgerlich,
Aufgebracht,
Zornig,
Feindselig,
Entrüstet,
Höhnisch,
Lieblos,
Hoffnungsvoll,
Fröhlich,
Freudig,
Erregt,
Lebhaft,
Begeistert,
Interessiert,
Entzückt,
Amüsiert,
Aufmerksam,
Froh,
Glücklich,
Beherrscht,
Erfreut,
Grosszügig,
Entgegenkommen,
Wohlwollend,
Zufrieden,
Kooperativ,
Vertrauensvoll und tolerant.
Erstaunlich.
Macht euch kein Problem,
Das ihr bis jetzt noch nicht hattet,
Okay?
Aversion,
Verlangen,
Angst,
Ärger,
Sowas,
Das reicht schon.
Auch ein Problem,
Wenn wir die Anleitung geben im Umgang mit Emotionen oder sogar im ganzen Vortrag,
Dass dann jemand kommt ins Gespräch und sagt,
Fred,
Ich habe wirklich ein Problem,
Ich habe nicht so diese Emotionen.
Also wenn ihr sie nicht habt,
Seid froh.
Und wenn ihr sie habt,
Arbeitet damit.
Man braucht sie nicht,
Um erleuchtet zu sein.
Klare Achtsamkeit,
Nicht wertende Haltung,
Erkennen der Emotionen,
Vielleicht Benennen.
Der vierte Punkt ist das Fühlen und Wahrnehmen dieser Emotionen im Körper.
Außer wir fühlen sie ganz klar im Geist und verlieren uns eindeutig nicht in den Gedanken und Bildern,
Die immer damit kommen oder den Dramen.
Und der Körper,
Das ist eben das,
Was uns hilft,
Nicht zu sehr in den Dramen verloren zu sein.
Und auch hier hilft es,
Für sich selbst kurz und einfach zu beschreiben,
Wie und wo wir es im Körper spüren.
Macht das manchmal.
Sagt,
Okay,
Wo spüre ich es eigentlich?
Fragt euch.
Das ist Angst.
Wo spüre ich Angst?
Wie weiß ich,
Dass es Angst ist?
Das sind bestimmte Gedanken,
Aber Angst kann man fast immer fühlen.
Wenn wir Dinge hier zusammenziehen,
Magen,
Manche haben Angst hier,
Dann sind wir hier und wissen,
Dass wir es wirklich fühlen.
Nicht in den Geschichten.
Wärme in der Herzgegend,
Zittern in der Magengegend,
Aufsteigende Hitze in der Brust,
Was immer es sein mag.
All dies erlaubt uns,
Eng mit diesen wirigen Emotionen und Gefühlen in Kontakt zu kommen,
Mit ihrem Geschmack,
Mit ihrem Gewebe sozusagen.
Und es ist eigentlich sehr reich.
Davon abgesehen,
Dass es unangenehm ist,
Ist es sehr reich und sehr interessant.
Und das ist etwas völlig anderes,
Als sich darin verlieren.
Als sich in der Geschichte verlieren,
Als sich in Strategien,
Wie ich es loswerden könnte,
Wie ich es überwinden könnte,
Wie ich es ein für alle Mal weghaben könnte,
Zu verlieren.
Oder sich auch nur damit zu beschäftigen oder die Meditation dafür zu missbrauchen.
Dinge,
Die hochkommen,
Weil wir so komisch sitzen und gehen,
Dann wieder mit meditativen Strategien loswerden zu wollen.
Das hat mir nie ganz eingeht.
Doch früher wahrscheinlich habe ich es auch probiert.
Leuchtet mir nicht mehr ein.
Was kommt,
Ist Wert unserer Achtsamkeit,
Unserer Gelassenheit,
Unserer Zuwendung und unseres Interesses.
Wenn wir wirklich damit gegenwärtig sind,
Ohne zu versuchen,
Vom Gefühl wegzukommen,
Es zu überwinden,
Es zu kontrollieren oder es zu vernichten,
Ohne es auszudrücken durch Gedanken oder Tagträume,
Kann man ja auch ausfantasieren,
Oder durch Reden oder durch Ausagieren und auch ohne es zu verdrängen,
Dann wird es uns möglich sein,
Seine Fülle schätzen zu lernen,
Es wahrzunehmen als das,
Was es ist.
Nicht mehr,
Nicht weniger als ein bestimmtes Gefühl.
Selbst wenn es ein Geschmack unangenehm ist.
Und dabei werden wir nicht mehr davon übermannt,
Sei es nun Wut oder Verlangen oder Angst oder Eifersucht oder Einbildung oder was immer,
Trauer,
Verwirrung,
Einsamkeit.
Aber wir spüren es.
Wir sind nicht in den Geschichten verloren,
Aber wir spüren,
Was es ist.
Und interessant ist,
Es passiert dann etwas damit,
Es geschieht dann etwas von selbst damit.
Sonst hätten wir ja all diese Gefühle.
Wenn die bleiben würden,
Hätten wir alle Gefühle seit damals,
Die sich aufgetürmt hätten,
Da irgendwo.
Während wir damit gegenwärtig sind und absolut gar nichts dafür oder dagegen tun,
Entdecken wir das Geräumigkeit,
Das Offenheit da ist.
Das ist zuerst nicht offensichtlich mit schwierigen Emotionen.
Na,
Die innere Geräumigkeit oder Transparent.
Die Emotion oder fast die Energie wird lebendig und nackt empfunden und gleichzeitig beginnt ihre Substanzlosigkeit sichtbar zu werden.
Und während wir all dem erlauben zu sein,
Verändert sie sich auf die eine oder andere Weise und verschwindet schliesslich ganz von selbst.
Es kann nicht bleiben.
Es kann sein,
Dass sie immer wieder kommt,
Wenn es eine alte Gewohnheit ist,
Kommt sie oft.
Aber sie bleibt nicht.
Manchmal wird das Gefühl einen Moment verweilen und wenn es sehr unangenehm ist,
Verweilt es manchmal zu lange.
So lange hätten wir es lieber nicht.
Und doch,
Wenn wir wirklich nicht verurteilend interessiert dabei sind,
In Berührung sind,
Wird es langsam vergehen wie der Nebel,
Wenn die Sonne reinscheint.
Oder aber wenn die Achtsamkeit klar und scharf ist,
Verschwindet das Gefühl gleichzeitig mit seinem Entstehen.
Wenn wir wirklich wach und präsent sind und sehen,
Was kommt,
Dann ist es wie wenn man Linien ins Wasser zeichnet,
Die verschwinden auch gleich wieder.
Das nicht zu verwechseln mit,
Wenn wir Achtsamkeit als Keule brauchen,
Tun wir manchmal,
Das wäre wieder das Verdrängen.
Ärger,
Ärger.
Schon achtsam,
Aber irgendwie.
Wenn wir die Dinge zulassen und sehen,
Dass sie sich sowieso verändern,
Weil es im Wesen aller Dinge liegt,
Dann wird offensichtlich,
Dass die Natur dieser Emotionen,
Genau wie die Natur von allem anderen,
Vergänglich ist,
Irgendwie leer,
Im Sinne von nicht erfassbar ist,
Nicht fest ist.
Und wenn wir anfangen das zu sehen,
Und das sehen wir relativ schnell,
Wenn wir es zulassen und präsent bleiben,
Dann werden schwierige Emotionen zu Futter für die Erkenntnis und die Weisheit.
Wir lernen etwas Wichtiges darüber,
Was wir schon lange wissen,
Aber wir erfahren etwas Wichtiges darüber.
Sie kommen entsprechend Bedingungen und verändern sich ganz von selbst,
Ohne dass sich noch was dazu tun muss.
Und dann sehen sie manchmal aus wie Reflektionen in einem Spiegel,
In der ganzen Fülle und Lebendigkeit erscheinend und doch irgendwie unwirklich.
Bloße Empfindungen,
Bloße Gedanken,
Bloße Gefühle.
Wie leeres Gewahrsein,
Das mit leerer Erscheinung tanzt.
Und so vertieft sich die Erkenntnis,
Die Erkenntnis der nicht fassbaren,
Sich ständig verändernden Natur,
Und damit vertieft sich auch die innere Freiheit.
Lama Shabkar schrieb,
In unseren Träumen,
Im Schlaf,
Erscheinen unser Land,
Unser Wohnort und die Angehörigen klar und lebendig,
Und wir empfinden dabei Freude und Leid,
Ob schon nicht einer unserer Angehörigen wirklich hier ist und wir uns keinen Zoll weit von unserem Bett weg bewegten.
Wir erleben all das so lebendig,
Wie wenn wir wach sind.
Ganz ähnlich sind die Erscheinungen dieses Lebens,
Wie die Erfahrung des Traums von gestern Nacht.
Alles erscheint und wird im Geist erlebt,
Entsprechend seiner Art zu projizieren und zu erfassen.
Die Träume im Schlaf sind leer von Selbstnatur und genau gleich ist auch alles leer,
Was im Wachzustand geschieht.
Mit schon nur ein bisschen von dieser Erkenntnis werden wir uns mit diesen sogenannten oder scheinbar schwierigen Emotionen nicht identifizieren,
Sie nicht als ich,
Mich oder mein sehen,
Sie nicht erfassen und somit haben sie sehr viel weniger oder keine Macht mehr über uns.
Mit diesem Verständnis wird sich unsere Einsicht in ihre wahre Natur jedes Mal,
Wenn sie erscheinen,
Vertiefen.
Es gibt diesen Ausspruch,
Mehr Klischees,
Mehr schwierige Emotionen,
Mehr Erkenntnis.
Wenn wir wirklich richtig damit umgehen.
Nochmal,
Emotionen entstehen durch Ursachen und Bedingungen,
Was gelaufen ist,
Was jetzt gerade läuft,
Was für Gedanken sonst noch aufkommen und dann plötzlich entstehen sie,
Aber sie sind in sich leer.
Und schon deshalb brauchen wir nichts dafür oder dagegen zu tun und können eigentlich entspannen.
Ist einfach unangenehm.
Und schliesslich werden wir entdecken,
Dass wir sehr oft die inneren Bedingungen,
Welche diese schwierigen Emotionen möglich machen,
Gar nicht erst zu schaffen brauchen.
Und dann manchmal fangen wir an und nach einem halben Satz merken wir,
Kenne ich.
Prop.
Genug.
6.
422 Mal habe ich mich auf dieser Route hier geärgert,
Kaputt gemacht,
Geweint,
Gelitten.
Genug.
In den 100.
000 Gesängen des Milarepa singen die fünf Dämoninnen für Milarepa.
Und Dämonen scheinen hier für eben diese Klesche,
Diese schwierigen,
Leidvollen Emotionen zu stehen.
Das heißt,
Wenn der Gedanke an Dämonen gar nie entsteht in deinem Geist,
Brauchst du die Schar der Dämonen nicht zu fürchten.
Deshalb ist das Wichtigste das Kultivieren des eigenen Herzens und Geistes.
Das wäre die letztendliche Möglichkeit.
Und auch die haben wir manchmal,
Nicht in dramatischen Fällen,
Nur wenn wir sie in kleinen Situationen merken.
Und das ist dann anders als verdrängen.
Es ist gar nicht einsteigen.
Es gibt ein Gleichnis,
Das die verschiedenen Möglichkeiten des Umgangs mit schwierigen Emotionen illustriert.
Jemand geht den Weg entlang und sieht eine giftige Pflanze,
Die für diese quälenden Emotionen steht.
Die Person vermeidet die Pflanze,
Weil sie die schmerzhafte Wirkung des Giftes dieser Pflanze kennt.
Das ist das Arbeiten mit Verhaltensrichtlinien.
Wir wissen,
Das ist nicht hilfreich.
Jemand geht den Weg entlang und sieht dieselbe giftige Pflanze,
Aber fürchtet sich nicht so,
Davon berührt zu werden,
Weil sie das Gegenmittel gegen dieses Gift kennt und bei sich hat.
Das sind die heilsamen,
Positiven Qualitäten,
Die wir kultivieren.
Dann können diese schwierigen Emotionen viel weniger anrichten.
Noch jemand geht den Weg entlang und fürchtet sich nicht und zögert auch nicht,
Die Pflanze zu berühren,
Zu pflücken,
Weil diese Person weiss,
Dass sie die Medizin der Erkenntnis braucht.
Gewahrsein,
Achtsamkeit mit Erkenntnis.
Natürlich sind wir jede dieser Personen in verschiedenen Praxisaspekten.
Wir brauchen die verschiedenen Strategien,
Je nach inneren und äusseren Situationen und Bedingungen.
Wichtig ist einfach,
Dass wir verstehen,
Dass solche unheilsamen Emotionen schädlich und giftig sind für uns,
Ausser wir verstehen es wirklich geschickt,
Damit umzugehen.
In dem Mass,
Wie es uns gelingt,
Geschickt damit umzugehen.
In dem Mass entsteht innere Freiheit.
Vielen Dank für das Interesse.
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