
Bindungsmuster? Bindungstrauma? Teil 1: Meine Geschichte
Es gibt dieses eine Buch: Liebe dich selbst, dann ist es egal, wen du heiratest. Lange Zeit haben wir geglaubt, dass das der Standard ist. Lass mich dir heute zeigen, warum das totaler Bullshit ist. Das erwartet dich in dieser Folge: Warum Selbstliebe allein dich nie in eine gesunde Beziehung bringt – und was tatsächlich den Unterschied macht Ein Beziehungsstil, den fast niemand als Muster erkennt, weil er wie Stärke aussieht Der Moment, in dem du merkst: Das Problem lag nie an der Beziehung selbst Eine Frage, die dich noch länger begleiten wird, als die Folge selbst Wir starten mit dieser Folge eine Beziehungs-Reihe und in den nächsten Folgen gehen wir noch tiefer rein: Woher diese Muster kommen, was dein Nervensystem damit zu tun hat, und was es wirklich braucht, damit sich etwas verändert. Ein Beziehungsstil, den fast niemand als Muster erkennt, weil er wie Stärke aussieht
Transkription
Du hörst Mindful Minutes mit mir,
Daniela Barchasch,
Der Gründerin von Evakuora.
Jede Woche spreche ich mit dir darüber,
Wie du dein Leben bewusster und glücklicher gestalten kannst.
Wie schaffen wir es,
Uns von alten belastenden Prägungen,
Gefühlsmustern,
Verletzungen und Glaubenssätzen zu befreien?
Das Ganze machen wir auf der Basis von Mindful Way.
Das ist Persönlichkeitsentwicklung basierend auf therapeutischen Elementen,
Coaching-Tools und Körperarbeit.
Lass uns ein glückliches Leben leben,
Denn das ist meiner Meinung nach kein Zufall.
Und du kannst das auch.
Und ich bin hier,
Um dir das zu zeigen.
Hallo ihr Lieben,
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Mindful Minute.
Oh,
Ich stolper schon.
Eine kleine Sommerpause liegt hinter uns und ich habe die Zeit wirklich wahnsinnig genossen.
Wir waren in den Niederlanden und das ist einfach in weiten Teilen,
So wie ich das wahrnehme,
Schon immer ein sehr herzliches Land.
Ich habe viele Ausbildungen in den Niederlanden gemacht.
Traumasensibles Yoga kommt von Bessel van der Kolk aus den Niederlanden.
Also es ist einfach dort mein Happy Place.
In den letzten Jahren habe ich wahnsinnig viel hier darüber gesprochen.
Wie wir unser Innerstes stärken können.
Ja,
Wir sind nicht so groß geworden.
Wir haben viele Steine in den Weg gelegt bekommen.
Wir haben uns ständig angepasst,
Um gewisse Dinge zu bekommen,
Haben Kompensationsstrategien auf unser Leben gestülpt,
Dass wir unser Leben halten und tragen können.
Und als Erwachsene merken wir dann,
Wow,
Aber grundlegend fehlt da etwas.
Ich will nicht einfach nur funktionieren.
Viele,
Da bleibt das Ganze nur an der Oberfläche.
Und mir ist es ganz,
Ganz wichtig,
Dass wir immer an die Wurzel gehen.
Und wenn wir uns anschauen,
Wie wir uns in uns fühlen und uns stärken können über Selbstwert und Selbstliebe sprechen,
Dann ist es so,
Dass das nicht ausreicht,
Dass ich mir das selbst gebe,
Sondern,
Das hatte ich jetzt gerade erst wieder mit einer Klientin auch,
Sondern ich brauche das auch von anderen.
Wir sind soziale Wesen.
Das heißt,
Wenn ich an die Wurzel möchte,
Gehört an die Wurzel,
Auch immer Bindung.
Hier muss Bindung hin.
Sicher ist,
Dann baust du dir selbst diesen Schutz,
Den dir dein Äußeres nicht geben kann.
Und bei mir sah das so aus,
Ich gebe alles und ich brauche nichts.
Und ich halte fest,
Egal wie schädlich der andere für mich ist.
In meinen Zwanzigern dachte ich,
Ja,
Ich bin ausgezogen,
Ich bin mit 18 direkt ausgezogen,
Weil es zu Hause nicht mehr ging.
Ich dachte danach auch,
Okay,
Jetzt mache ich Dinge anders.
Ich habe aber relativ schnell verstanden,
Dass das nicht geht,
Ohne dass ich mich auch im Inneren verändert.
Und in meinem Zwanziger hat man noch besonders gesehen,
Wie schlimm meine Kindheit war.
Ich erinnere mich an Beziehungen,
In der ich nur alle zwei Wochen meinen Freund gesehen habe.
Denn das wollte er nur.
Es war auch eine Beziehung,
In der er seinen Freunden erst nach einem halben Jahr erzählt hat,
Dass es mich überhaupt gibt.
In dem ich auch mitbekommen habe,
Dass er sich parallel auf Datingseiten rumgetrieben hat.
Und ich bin geblieben.
Nicht,
Weil ich es nicht besser gewusst hätte oder gespürt hätte.
Wahnsinnig gelitten.
Ich habe damals auch noch unter Autoaggressionen gelitten.
Nicht,
Weil ich es nicht besser gewusst hatte,
Sondern weil ich kein inneres Gefühl dafür hatte,
Was gut ist,
Ja,
Und dass ich das auch noch verdient habe.
Und ich habe irgendwie einfach immer nur gehofft,
Dass er irgendwann gut zu mir ist.
Und ich sage dir das jetzt nicht,
Weil es einfach jetzt schon weit weg ist und auch einfach aufzuarbeiten war.
Das war es nämlich gar nicht.
Ich sage es dir,
Weil genau das diese Momenten waren,
In denen ich verstanden habe,
Ich habe ein Beziehungsproblem und ein Bindungsproblem.
Und das lässt sich nicht mit gutem Zureden lösen,
Auch nicht mit mehr Selbstliebe einfach und Selbstwert,
Sondern das sitzt sehr viel tiefer.
Du kennst bestimmt dieses eine Buch,
Und das ist absoluter Bullshit,
Liebe dich selbst,
Dann ist es egal,
Wen du heiratest.
Oder du kennst es nicht,
Aber hast diesen Spruch schon mal gehört.
Und ich hoffe wirklich,
Dass mittlerweile,
Also wirklich all die Jahre später,
Wir verstanden haben,
Dass das kompletter Blödsinn ist.
Wir können nicht allein bestehen.
Wir sind soziale Wesen.
Darüber fühlen wir.
Darüber leben wir.
Darüber lieben wir.
Darüber bauen wir Sicherheit auf.
Und das Gefühl von Selbstwert und Selbstwirksamkeit überhaupt in mir aufzubauen,
Damit ich das kann,
Brauche ich ein Gegenüber.
Immer.
Und genau diese Beziehungsfähigkeit muss ich mir im Erwachsenenleben oft erst aneignen.
Ich muss erst lernen,
Wie das geht,
Damit ich überhaupt in mir ankommen kann.
Damit ich mich gebunden fühlen kann,
Sicher fühlen kann.
Denn das ist die Basis von allem.
Und auf dieser Basis kann alles aufgebaut werden.
Auf dieser Basis fühle ich mich sicher und gebunden,
Verbunden und kann ein Leben leben,
Was mich erfüllt.
Aber die meisten von uns haben das eben in der Kindheit nicht mitbekommen.
Nicht nur ich,
Sondern womöglich auch du,
Ja?
Vielleicht kennst du das ja,
Dass du merkst,
Dass du im Konflikt,
Dass du dich zurückziehst,
Dass es in dir eng wird und dass du dich lieber zurückziehst,
Bevor der andere sich zurückziehen könnte und dich verlassen könnte.
Oder du bist so ein anderer Typ und du gibst und gibst,
Wie ich ja,
Aus einer stillen Angst heraus,
Sonst nicht genug zu sein,
Dass der andere bei dir bleibt.
Oder aber auch,
Eine Nachricht,
Ja,
Wird vom anderen zu spät beantwortet.
Und obwohl dein Kopf sagt,
Das ist doch nichts,
Ja,
Das ist doch okay,
Spürst du sofort in dir die Unruhe.
Oder du schluckst runter,
Was dich stört,
Ja,
Der Klassiker,
Weil sich Streit und Konflikt einfach gefährlicher anfühlt als dieses eigene Unwohlsein.
Und wenn du dich in diesen Szenen wiedererkannt hast,
Das ist kein Charakterfehler und das ist auch nicht deine Schuld,
Ja,
Aber es ist jetzt deine Schuld.
Das zu erkennen und in dir an der Wurzel zu verändern.
Und genau da setzen wir an.
Traumasensibel,
Das heißt nicht mit Druck oder harter Konfrontation,
Sondern Schritt für Schritt in deinem Tempo.
Ich möchte,
Dass wir erkennen,
Woher dieses Muster überhaupt kommt.
Ja,
Was in deinem Nervensystem,
In deinem Körper passiert,
Wenn Nähe sich irgendwie gefährlich anfühlt oder auch Konflikte sich gefährlich anfühlen.
Und warum manche Menschen bei jedem Streit fliehen und andere bei jedem Streit kämpfen,
Und Menschen sich gerne anziehen,
Also der eine ist der eine Typ,
Der andere ist der andere Typ und zwangsläufig muss es dann natürlich knallen.
Und wie immer,
Warum Verstehen allein nichts verändert,
Auch wenn wir ganz oft denken,
Also das müsste doch reichen.
Eine Frage für dich zum Mitnehmen.
Bevor ich dich diese Woche entlasse,
Bevor wir in den nächsten Wochen viel tiefer eintauchen,
Will ich dir diese eine Frage noch mitgeben,
Die dich vielleicht länger begleitet als diese Folge selbst.
Welches Muster hast du dir mal angewöhnt?
Um dich selbst zu schützen.
Und dann,
Vielleicht weißt du das schon längst,
Ja,
Vielleicht aber auch nicht,
Vor allem den Blick darauf,
Was hat dich das eigentlich gekostet?
Du musst die Antwort nicht sofort haben.
Trag das einfach mit dir rum.
Wir werden in den nächsten Wochen definitiv hier hinschauen.
Ich freue mich auf die Zeit mit dir und danke,
Dass du jetzt auch nach der kleinen Sommerpause wieder so eine wertvolle Zeit mit mir verbracht hast.
Bis zum nächsten Mal.
Treffen Sie Ihren Lehrer
4.7 (3)
