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Sich Selbst Vergeben | Nächtliche Meditation

by Kais Sellami

Aktivität
Meditation
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Alle
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Eine geführte Meditation für den Abend und die Nacht, um Schuldgefühle loszulassen, sich selbst mit Mitgefühl zu begegnen und inneren Frieden zu finden. Vor dem Einschlafen unterstützt sie dich dabei, belastende Gedanken zu lösen, Selbstvergebung zu fördern und emotional leichter zur Ruhe zu kommen.

Transkription

Vielleicht dreht sich heute Abend ein Satz immer wieder in deinem Kopf.

Ein Ich-hätte-doch-Sollen?

Dass dein Körper einfach zu müde ist.

Weiterzutragen.

Kann dein Geist endlich seine Anspannung loslassen.

Damit alles klar ist.

Diese Meditation ist eine Entspannungsbegleitung ohne therapeutisches Ziel.

Und sie ersetzt keinen ärztlichen Rat.

Heute Nacht geht es nicht darum.

Das.

Was passiert ist?

Auszulöschen.

Sondern dir ein bisschen Nachsicht zu schenken.

Und die Sache zu schließen.

Wenigstens für die Zeit deines Schlafs.

Und jetzt mach es dir bequem.

Die Meditation fängt gleich an.

Leg dich hin oder setz dich hin,

Wenn du das gewohnt bist.

Mit gestütztem Rücken.

Lass deine Schultern weit weg von den Ohren sinken.

Und wenn eine Decke in der Nähe ist?

Zieh sie über dich.

Dieses leichte Gewicht auf dem Körper hilft beim Loslassen.

Schließt die Augen.

Atme durch die Nase ein.

Auf vier Zählzeiten.

1 Zwei.

Drei,

Vier.

Halt die Luft kurz an und lass sie dann durch den Mund wieder raus.

Langsam.

Auf sechs Zählzeiten.

1 Zwei.

4 fünf.

Wiederhol das!

Atme in vier Zählzeiten ein.

In sechs Zählzeiten ausatmen.

Als würdest du ganz sanft eine Flamme anpusten.

Ohne sie auszumachen.

Mit jedem Ausatmen ein stiller Satz.

Ich lasse los.

Heute Abend gibt es nichts zu lösen.

Nichts zu reparieren.

Nur atmen.

Und den Körper schwer werden lassen.

Richte jetzt deine Aufmerksamkeit auf den oberen Punkt deines Kopfes.

Stell dir vor.

Eine sanfte Wärme legt sich dort ab.

Wie eine Hand.

Die ohne Druck aufliegt.

Diese Wärme wandert langsam über deine Stirn.

Und glättet die Falten.

Die sich im Lauf des Tages gebildet haben.

Deine Stirn wird glatt.

Deine Augenbrauen entspannen sich.

Eine nach der anderen.

Deine Augenlider werden schwer.

So schwer.

Dass sie gar nicht mehr bewusst geschlossen werden müssen.

Sie sind es einfach.

Die Wärme sinkt über deine Wangen zu deinem Kiefer.

Lockere deine Zähne ein kleines bisschen.

Lass die Zunge locker im Mund liegen.

Dein ganzes Gesicht.

Hat heute Abend nichts mehr auszudrücken.

Kein Lächeln!

Das du halten musst.

Keine Mimik.

Die du aufrecht erhalten musst.

Nur Ruhe.

Dieselbe Wärme gleitet jetzt in deinen nackten Augen.

Zwischen deine beiden Schultern.

Dort.

Wo du oft eine unsichtbare Last trägst.

Lässt etwas los.

Deine Schultern gehen ein wenig weg vom Hals.

Als hätte man ein Gewicht abgenommen,

Das sie viel zu lange getragen haben.

Deine Arme werden jetzt auch schwer.

Von oben bis in die Fingerspitzen.

Deine Hände öffnen sich.

Handflächen nach unten.

Oder nach oben.

Egal.

Sie müssen heute Abend nichts festhalten.

Die Entspannung sinkt jetzt in deinen Brustkorb.

Dein Atem wird von selbst ruhiger.

Du musst ihn nicht mehr zählen.

Er findet seinen eigenen Rhythmus.

Langsamer.

Weiter.

Dein Bauch hebt und senkt sich.

Sanft.

Ohne Anstrengung.

Die Wärme wandert weiter deinen Rücken hinunter.

Verbe für Verbe.

Bis zum unteren Rücken.

Dein Becken sinkt noch ein Stück tiefer in die Unterlage,

Die dich trägt.

Deine Beine werden schwer.

Deine Oberschenkel.

Deine Knie.

Deine Waden.

Jeder Muskel lässt los,

Was er festgehalten hat.

Deine Füße schließlich entspannen sich ganz.

Bis in die Zehenspitzen.

Dein ganzer Körper ruht jetzt.

Vom Kopf bis zu den Fersen.

In einem vollständigen Loslassen.

Du bist sicher hier.

In diesem Bett.

In dieser Nacht.

Und jetzt lass in deinem inneren Bild eine Hütte am Ufer eines Sees auftauchen.

Der Abend bricht an.

Du bist drinnen.

Auf einer Veranda mit großen Fenstern.

Eine dicke Decke liegt auf deinen Knien.

Draußen regnet es.

Ein sanfter.

Gleichmäßiger Regen.

So eine Art Regen.

Der nichts stört.

Sondern einfach nur alles abwischt.

Hör ihm zu!

Dem Prasseln auf dem Dach.

Gleichmäßig.

Fast wie Musik.

Ein Rhythmus.

Der sich nicht verändert.

Der nichts von dir verlangt.

Du musst ihn nur hören.

Drinnen auf der Veranda verbreitet eine Lampe ein Warmes.

Bernsteinfarbenes Licht.

Das auf dem Holz und auf deinen Händen einen goldenen Schimmer hinterlässt.

Dieses Licht flackert nicht.

Es ist einfach da.

Zuverlässig.

Während draußen die Welt abgespült wird.

Durch die Scheibe siehst du den See.

Silbergrau.

Überzogen von zahllosen kleinen Tropfen.

Die sich dort entkleinen.

Rundenwellen verlieren.

Jeder Tropfen zieht einen Kreis.

Der größer wird und dann verschwindet.

Der See nimmt sie alle auf.

Ohne einen einzigen festzuhalten.

Sie fallen.

Sie ziehen ihren Kreis.

Sie lösen sich im Wasser auf.

Und die Oberfläche wird wieder glatt.

Bereit für den nächsten Tropfen.

Auf der Oberfläche dieses Sees sammelt sich nichts an.

Alles wird aufgenommen.

Und dann wieder gelöscht.

Auch der Geruch erreicht dich.

Ein bisschen nasse Erde.

Die durch ein angekipptes Fenster hereinkommt.

FRESH Sauber.

Fast ein bisschen süßlich.

Das ist der Geruch einer Welt.

Die sich ohne Anstrengung.

Ohne Drama reinigt.

Einfach.

Weil der Regen geduldig seine Arbeit tut.

Tropfen für Tropfen.

Du bist hier geschützt.

Während draußen alles sauber gespült wird.

Die Decke auf deinen Knien hält deine Beine warm.

Deine Hände ruhen auf dem dicken Stoff.

Es gibt nichts zu tun.

Außer dem Regen zuzuschauen.

Und seinem regelmäßigen Geräusch auf dem Dach zu lauschen.

Jeder Tropfen.

Der den See berührt.

Könnte ein Gedanke sein.

Ein Vorwurf.

Ein Ich hätte doch sollen.

Er fällt.

Er zieht seinen Kreis.

Und das Wasser nimmt ihn ohne Mühe auf.

Du musst nicht jedem Tropfen hinterherlaufen.

Um ihn festzuhalten oder zu bewerten.

Der See kümmert sich darum.

Der Regen geht weiter.

Ohne Eile.

Und hört nie auf zu reinigen.

Die Wärme der Veranda.

Die Gleichmäßigkeit des Regens.

Das bernsteinfarbene Licht auf dem Holz.

Alles hier sagt dir dasselbe.

Ganz ohne Worte.

Dass du dich ausruhen darfst.

Dass heute Nacht nichts von dir verlangt wird.

Außer einfach hier zu sein.

Im Warmen.

Während draußen in Ruhe alles abgespült wird.

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