
Was Du Entdeckst, Wenn Du Dich In Ruhe Lässt...
Was, wenn ausgerechnet die Seiten an dir, für die andere dich schätzen, irgendwann ein bisschen zu eng geworden sind? Stärke, Hilfsbereitschaft oder Selbstständigkeit können echte Fähigkeiten sein - und gleichzeitig eine Geschichte haben. In dieser Folge erzähle ich von einer Kindheitserinnerung, die ich erst Jahrzehnte später verstanden habe, und von der feinen Grenze zwischen „Das kann ich“ und „So bin ich eben.“ Vielleicht müssen wir gar nicht alles lösen, heilen oder verbessern... und dann beginnt etwas Neues mit einer überraschend einfachen Frage: Bin ich darin eigentlich noch frei? Und was könnte auftauchen, wenn du dich für einen Moment einfach in Ruhe lässt? Jan von Wille
Transkription
Manche Kindheitserinnerungen versteht man ja erst Jahrzehnte später.
Meine hatte Zuckerguss und es ging um ein Knusperhäuschen.
Süß war daran allerdings nur die Oberfläche.
Ich war noch ein Kind und lebte im Kinderheim.
Eigene Spielsachen hatte ich kaum,
Und an einem Weihnachtsfest brachte mein Vater mir ein Knusperhäuschen mit,
So ein richtiges mit Hänsel und Gretel und natürlich auch der Hexe.
Für ein Kind,
Dem wenig gehört,
Ist sowas nicht nur einfach ein bisschen Lebkuchen mit Zuckerguss.
Es war meins und dieses kleine Wort meins ist für jedes Kind wichtig.
Aber im Kinderheim war es für mich fast was Besonderes,
Weil so wenig wirklich nur mir gehörte.
Und plötzlich stand da dieses kleine Knusperhäuschen,
Also mein Knusperhäuschen.
Aber nicht besonders lange.
Irgendwann hieß es,
Die Figuren müssen abgegeben werden.
Warum,
Weiß ich bis heute nicht mehr.
Irgendwer wird sich dabei schon was gedacht haben.
Erwachsene denken sich bei sowas ja gern was aus.
Ich weiß nur noch,
Dass ich die Lebkuchenteile mit allen anderen teilen musste.
Und heute könnte ich das natürlich einfach als nächsten Verlust erzählen.
Ich hatte sowieso nicht viel Eigenes und kaum war da mal was,
Das wirklich mir gehörte,
Musste ich es schon wieder hergeben.
Und das wäre nicht falsch,
Aber auch nur die halbe Geschichte.
Denn das Merkwürdige ist,
Ich hab das Austeilen gern gemacht,
Echt gern.
Und plötzlich war dafür ein Moment was ganz anderes.
Ich war nicht nur das Kind,
Dem etwas weggenommen wird oder das wenig hat.
Sondern ich war auf einmal das Kind,
Das etwas geben konnte.
Und vielleicht liegt genau da die bittersüße Seite der Geschichte.
Geben war nicht nur schön.
Ergeben hat mich auch aus meinem eigenen Mangel rausgeholt.
Das ist ja wirklich schon lange her,
Aber ich kann mich noch ganz gut an diesen Moment erinnern.
Ich war auf einmal nicht mehr nur der,
Mit dem etwas passiert,
Also etwas Trauriges passiert war,
Sondern ich konnte selber was tun.
Und vielleicht .
.
.
Ich sage bewusst,
Vielleicht hat mein System damals etwas gelernt,
Das später ziemlich wichtig für mich geworden ist.
Wenn ich gebe?
Verändert sich mein Gefühl von mir selbst.
Denn dann bin ich nicht nur der,
Der etwas braucht.
Dann bin ich der.
Der etwas beitragen kann,
Der gebraucht wird.
Und gebraucht zu werden,
Das kann sich für ein kleines Kind so richtig schön sicher anfühlen.
SWR 2021 Hey,
Das hier ist AWAKE,
Der Podcast von Jan von Wille.
Für Menschen,
Die genug vom Funktionieren haben.
Wir reden über Nervensystem,
Körper,
Innere Reifung und über die Frage,
Wer Du eigentlich bist,
Wenn Du Dich nicht mehr selbst im Griff haben musst.
Ja,
Gebraucht zu werden,
Das kann sich für ein kleines Kind so richtig schön sicher anfühlen.
Und heute,
Viele Jahrzehnte später,
Kann ich natürlich ganz anders auf diese Geschichte schauen.
Aber damals habe ich daraus ja keine Theorie entwickelt.
Ich saß ja nicht mit fünf Jahren da und dachte,
Hmm,
Interessant,
Jan,
Das sollten wir im Blick auf die spätere Persönlichkeitsstruktur unbedingt im Auge behalten.
Ich habe einfach gemerkt,
Geben fühlt sich gut an.
Gebraucht werden auch.
So lernen Kinder ja,
Nicht über Konzepte,
Sondern was funktioniert,
Was Verbindung schafft.
Ein bisschen Sicherheit gibt und.
.
.
Wenn etwas gut funktioniert,
Dann macht man mehr davon.
Manchmal auch sehr viel mehr.
Und was irgendwann mal geholfen hat,
Wird schnell zu einem inneren Trampelpfad.
Je öfter du ihn gehst,
Desto selbstverständlicher wird er.
Irgendwann denkst du gar nicht mehr drüber nach,
Du gehst da halt lang.
Und das gilt ja nicht nur für Dinge,
Unter denen wir leiden.
Manches,
Was wir uns angewöhnen,
Ist richtig wertvoll.
Ich habe zum Beispiel früh gelernt,
Verantwortung zu übernehmen.
Ich wurde zuverlässig,
Konnte gut zuhören,
Menschenorientierung geben.
In Krisensituationen stark bleiben.
Und irgendwann wurden genau diese Fähigkeiten nicht nur was,
Was ich konnte,
Sondern auch zu etwas,
Worüber ich mich definiert habe.
Der,
Der irgendwie den Überblick behält,
Wenn es bei anderen grad schwierig wird.
Der der durchhält.
Der da ist.
Und da ist der Weg zum Pastor dann,
Ehrlich gesagt,
Gar nicht mehr so weit.
Später wurde ich dann Coach und Seminarleiter.
Ich habe wahrscheinlich tausende Male vor Menschen gestanden und versucht,
Einen Raum zu halten.
Und das alles will ich gar nicht kleinreden.
Wirklich nicht.
Weil ich manchmal das Gefühl habe,
Dass wir heute im Nachhinein unser ganzes Leben psychologisch auseinandernehmen.
Und plötzlich war alles Trauma,
Jede Stärke war Kompensation.
Jede gute Eigenschaft nur noch ein Symptom.
Wenn man da nicht aufpasst,
Wird aus der eigenen Biografie irgendwann eine forensische Untersuchung.
Man findet hinter jeder netten Eigenschaft noch schnell ein Trauma.
So sehe ich das nicht.
Eine Fähigkeit kann aus etwas Schwierigem entstanden sein und trotzdem eine echte Stärke werden.
Die Stärke war echt,
Das Geben war echt.
Und auch die Freude daran,
Menschen zu begleiten,
Das war alles echt.
Und trotzdem kann so eine Fähigkeit eine Geschichte haben.
Bei mir hieß das irgendwann,
Ich konnte sehr gut für andere da sein,
Verantwortung übernehmen und Dinge zusammenhalten.
Das war einfach meine Stärke.
Punkt.
Spannend wurde es erst da.
Wo ich gemerkt habe.
Ich mach das jetzt nicht nur,
Weil ich es kann.
Ich mache es oft auch auch.
Weil ich kaum anders kann.
Und genau da verändert sich die Frage.
Dann geht es nicht mehr nur darum,
Ist diese Eigenschaft gut oder schlecht,
Sondern eher,
Habe ich noch eine Wahl?
Kann ich auch mal nicht der sein,
Der trägt.
Kann ich mich zurücklehnen,
Selber Hilfe annehmen,
Nichts lösen wollen.
Oder fühlt sich Nichtstun innerlich sofort an wie ein Kontrollverlust?
Mein neues Buch heißt ja »Ich hatte mich vermisst« und da gibt es einen Satz,
Der für mich inzwischen ganz zentral geworden ist.
Vielleicht beginnt dieses »sich selbst vermissen« genau da.
Wenn etwas,
Das uns einmal geholfen hat,
Irgendwann so sehr zu uns gehört,
Dass wir gar nicht mehr merken,
Was darunter noch alles von uns lebt.
Was einmal eine überlegenswichtige Antwort auf den Mangel war,
Wird mit den Jahren ganz leicht zur Identität.
Also ganz einfach gesagt,
Am Anfang machst du was,
Weil es dir hilft und irgendwann glaubst du,
So bin ich eben.
Am Anfang heißt es vielleicht,
Ich versuche stark zu sein und dann irgendwann heißt es nur noch,
Ich bin stark.
Das klingt fast gleich,
Ist aber nicht dasselbe.
Im ersten Satz steckt noch Bewegung,
Ich tue etwas,
Und im zweiten ist daraus längst jemand geworden.
Und genau Da wird's spannend.
Weil sich eine Schutzbewegung irgendwann gar nicht mehr wie Schutz anfühlt.
Sie fühlt sich einfach nach Persönlichkeit an,
Nach Das bin ich halt.
Wie eine Jacke,
Die du so lange getragen hast,
Dass du irgendwann gar nicht mehr merkst,
Dass du sie an hast.
Irgendwann verteidigst du dann vielleicht sogar noch die Jacke,
Obwohl sie längst zwei Nummern zu klein ist.
Wie sieht das bei dir aus?
Ich habe jetzt ja einiges von mir berichtet,
Aber vielleicht bist du der Mensch,
Der sofort merkt,
Wie es anderen geht.
Du kommst in einen Raum und nach 30 Sekunden weißt du eigentlich schon,
Wer angespannt ist oder wer sich unwohl fühlt oder wo die Stimmung vielleicht gerade kippen könnte.
Dann heißt es,
Du bist so empathisch.
Oder vielleicht bist du sehr selbstständig.
Du brauchst selten Hilfe,
Kriegst die Dinge irgendwie hin und andere bewundern genau das an dir.
Du bist so stark.
Oder du kannst super viel leisten,
Noch schnell das oder jenes gemacht und organisiert,
Bevor du überhaupt gemerkt hast,
Dass du selbst längst auf Reserve läufst.
Von außen sieht das alles erstmal ziemlich gut aus.
Zuverlässig,
Empathisch,
Leistungsfähig.
Und genau deshalb fällt sowas oft zu spät auf.
Denn du bekommst dafür ja meistens auch noch Anerkennung.
Nur die spannende Frage ist,
Was davon ist wirklich frei gewählt?
Und was läuft längst automatischer?
Genau da wird's interessant.
Die hartnäckigsten Schutzstrategien sind oft ausgerechnet die,
Für die wir von anderen geliebt oder bewundert werden.
Die Zuverlässige wird gebraucht.
Die Starke wird bewundert oder der Helfer bekommt Dankbarkeit.
Das kennen wir so.
Von außen sieht schließlich alles ordentlich aus.
Kein Rauch,
Kein Feuer.
Der Laden läuft.
Und ja,
Das kann ja alles stimmen.
Nur nochmal,
Das Problem ist,
Wenn eine Rolle gut funktioniert und auch noch Anerkennung bekommt,
Fragt irgendwann kaum noch jemand nach dem Menschen dahinter.
Also zum Beispiel,
Was brauchst du eigentlich?
Bei mir war das lange eine interessante Schieflage.
Ich konnte anderen ziemlich gut Orientierung geben und habe manchmal erstaunlich spät gemerkt,
Was ich selbst eigentlich brauche.
Mein Körper war da meistens schneller.
Der hat sich früher gemeldet.
Manchmal auch ziemlich deutlich.
Und irgendwann habe ich verstanden,
Vielleicht ist gar nicht das Problem,
Dass ich stark bin,
Sondern eher.
.
.
Dass die Stärke manchmal gar keine echte Wahl mehr war.
Stark sein,
Aber .
.
.
Konnte ich auch sagen.
Ich brauche gerade jemanden.
Konnte ich mich anlehnen,
Hilfe annehmen,
Bedürftigkeit zeigen?
Ja,
Das ist bis heute noch ein Lernweg für mich.
Ich bin da weiter als früher,
Aber erledigt ist das Thema wohl lange noch nicht.
Stärke ist ja erst mal was Gutes,
Schwierig wird es erst,
Wenn sie innerlich irgendwann zur Dienstkleidung wird,
Wenn ich also nicht mehr frei entscheiden kann,
Heute brauche ich sie oder darf sie heute mal im Schrank bleiben?
Genau da wird's spannend,
Denn .
.
.
Schutz muss ja nicht immer so aussehen,
Dass wir wegrennen oder dichtmachen oder kämpfen.
Schulz kann auch ziemlich freundlich aussehen.
Zum Beispiel so.
Ich passe mich an.
Ich helfe.
Ich spüre sofort,
Was der andere baut.
Meine eigenen Bedürfnisse halte ich lieber ein bisschen kleiner.
Nicht,
Weil ich mir das irgendwann bewusst vorgenommen habe,
Sondern weil mein System irgendwann gelernt hat.
So wird Beziehung vielleicht ein bisschen sicherer.
Und das geschieht natürlich ganz subtil und unbewusst.
Kein Fünfjähriger sitzt morgens auf der Bettkante und denkt,
Heute entwickle ich mal eine komplexe Bindungsstrategie.
Er merkt einfach,
Dass es funktioniert.
Ich weiß nicht,
Ob mein Knusperhäuschen damals genau sowas war,
Aber der Gedanke hilft mir.
Eine echte Stärke kann gleichzeitig auch Schutz sein.
Und dann geht es nicht darum,
Diese Stärke loszuwerden,
Sondern wieder mehr Möglichkeiten zu haben.
Also stark sein als Möglichkeit zu verstehen,
Ich kann stark sein.
Ich muss aber nicht immer stark sein.
Ich kann mich auch anlehnen.
Ich muss nicht immer geben,
Ich kann auch empfangen.
Genau das meine ich mit Wahlfreiheit.
Nicht alles Alte loszuwerden,
Sondern nicht mehr darauf festgelegt zu sein.
Nur fühlt sich das für unser Nervensystem am Anfang oft gar nicht nach Freiheit an.
Eher nach Moment mal,
Wer hat hier die Möbel umgestellt?
Das Vertraute fühlt sich ja oft sicherer an,
Selbst wenn es längst zu eng geworden ist.
Wenn du immer die Starke warst.
Kann Hilfe annehmen plötzlich erstaunlich unangenehm sein.
So kenne ich das von mir.
Und wenn du immer funktioniert hast,
Kann sich zum Beispiel Nichtstun fast falsch anfühlen.
Nicht weil das falsch ist,
Sondern weil dein System die alte Strecke blind fahren kann.
Das ist einfach gewohnt für dich und fühlt sich eben sicher an.
Und genau da kann die Sache eben kippen.
Kaum merken wir,
Dass uns alte Muster begrenzen,
Machen wir oft schon das nächste Projekt daraus.
Uns selbst,
Also Muster lösen,
Nervensystemen regulieren,
Weniger angepasst sein oder kontrollieren.
Weniger dies oder das,
Ich kenn das gut.
Man kann jahrelang an sich arbeiten und irgendwann feststellen,
Die Selbstoptimierung hat einfach nur ein neues Hemd angezogen und heißt jetzt Heilung.
Aber es gibt noch eine andere Frage und die.
.
.
Beschäftigt mich im Moment besonders.
Also nicht,
Was weg muss oder so,
Sondern was möchte leben.
So ein einfacher Satz,
Aber da steckt wirklich enorm viel drin.
Denn vielleicht geht es gar nicht darum,
Dass diese alten Schutzstrategien verschwinden,
Sondern es reicht schon,
Wenn sie nicht mehr für alles zuständig sind.
Der starke Teil in mir darf ja bleiben.
Er muss nur nicht mehr Geschäftsführer,
Nachtwächter und Hausmeister zugleich sein.
Und dann kann vielleicht auch mal jemand anderes ran.
Zum Beispiel der Spieler.
Die Neugierige.
Der Teil,
Der empfangen kann.
Der was ausprobiert,
Ohne vorher zu prüfen,
Ob es sinnvoll ist.
Den Wunsch haben darf,
Bevor daraus gleich ne Maßnahme wird.
Genau da beginnt für mich Lebendigkeit.
Nicht gute Laune oder Dauerenergie,
Also gleich morgens um sechs schon mit sich und dem Universum im Reinen zu sein,
Bevor der Kaffee überhaupt durchgelaufen ist.
Denn Lebendigkeit fühlt sich nicht immer angenehm an.
Manchmal sogar im Gegenteil.
Wenn wieder mehr Platz in unserer Seele entsteht,
Tauchen auch Dinge auf,
Die beim Funktionieren ziemlich praktisch unter den Teppich gebastelt haben.
Ein Wunsch vielleicht.
Ne Grenze.
Traurigkeit.
Sehnsucht.
Aber genau darum geht es für mich.
Lebendigkeit braucht nicht immer mehr Intensität.
Manchmal braucht sie einfach mehr Platz.
Und mit diesem wichtigen Unterschied möchte ich heute langsam zum Schluss kommen.
Vielleicht magst du das hier noch mitnehmen.
Das Gegenteil von Schutz ist nicht Schutzlosigkeit.
Es ist Beweglichkeit.
Und das Gegenteil von Funktionieren ist auch nicht Nichtstun,
Sondern Kontakt.
Kontakt mit mir selbst,
Mit anderen,
Mit dem Teil meines Lebens,
Der zum Glück noch nicht komplett durchorganisiert ist.
Wenn du magst,
Kannst du ja mal auf eine Eigenschaft schauen,
Für die du oft geschätzt wirst.
Also wo du vielleicht Lob oder Anerkennung bekommst.
Deine Stärke vielleicht oder Hilfsbereitschaft.
Und dann nicht gleich fragen,
Ist das jetzt auch wieder irgendeine Schutzstrategie?
Sonst haben wir in fünf Minuten wieder die Spurensicherung hier im Haus.
Die interessantere Frage ist vielleicht einfach,
Bin ich darin frei?
Kann ich auch mal das Gegenteil?
Kann die starke Hilfe annehmen.
Kann der Hilfsbereite Nein sagen.
Oder die Selbstständige jemanden brauchen.
Vielleicht erkennen wir solche Schutzidentitäten nämlich weniger daran,
Was wir tun,
Sondern daran,
Ob wir noch eine Wahl haben.
Als ich jetzt mein neues Buch geschrieben habe,
Habe ich einiges von diesen Spuren in meiner eigenen Geschichte immer wieder entdeckt.
Und deshalb heißt dieses Buch ja auch Ich hatte mich vermisst.
Ich habe es sehr biografisch geschrieben und dabei immer deutlicher erkannt,
Ich musste mich nicht neu erfinden,
Ich musste mich wieder hören.
Darum geht es in meinem Buch.
Ganz viel von dem,
Was ich gesucht habe,
War nämlich schon längst da.
Es war nur unter all den Funktionieren,
Unter dem Verantwortlich sein,
Verstehen und so weiter,
Ganz leise geworden.
Da herrschte über Jahre offenbar eine gewisse Überbelegung.
Und dann kam beim Schreiben noch ein Gedanke.
Wenn ich mich gar nicht ständig verbessern muss,
Was mache ich dann eigentlich mit der ganzen Energie,
Die bisher ins Reparieren gegangen ist?
Vielleicht könnte ich ja zur Abwechslung mal was entdecken.
Und genau daraus ist eine spannende Idee entstanden.
Wie wäre es,
Wenn wir dieser wichtigen Frage mal wirklich Raum geben?
Also nicht nur für einen Abend oder ein Webinar oder ein Wochenende,
Sondern lange genug,
Dass tatsächlich was auftauchen kann.
Und zwar drei Monate,
Habe ich mir überlegt.
Also nicht drei Monate Selbstoptimierung,
Sondern drei Monate Entwicklung.
Und ja,
Genau aus dieser Idee ist Awake Lebendiger entstanden,
So nenne ich das.
Drei Monate,
In denen du nichts aus dir machen musst,
Aber eine Menge über dich entdecken kannst.
Und mich interessiert dabei gar nicht nur,
Welche Muster hast du oder was triggert dich,
Wie kannst du besser regulieren,
Das gehört alles dazu.
Aber irgendwann kommt für mich diese spannende Frage,
Wenn du nicht mehr so viel Energie dafür brauchst,
Dich zu schützen oder anzupassen oder an dir herumzuschrauben,
Was möchtest du mit dieser Energie anfangen?
Was möchtest du erleben oder ausprobieren?
Und was darf einfach wieder auftauchen,
Ohne dass es gleich einen Sinn haben muss?
Wenn du das Gefühl hast,
Dass da in dir noch was wartet,
Was wieder auftauchen will,
Dann bist du herzlich eingeladen.
Vielleicht vermisst du dich ja auch schon eine ganze Weile,
Um dann mit Zeit mal nachzusehen,
Wo du geblieben bist.
Ich wünsche dir jedenfalls ein richtig gutes,
Abenteuerliches Leben.
Dein Jan
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