
Yin und Yang Selbstmitgefühlspause
by Anja Benesch
Wir alle erleben schwierige Momente. Mal brauchen wir Trost und Fürsorge, mal Schutz und Ermutigung. Die Yin und Yang Selbstmitgefühlspause hilft dir zu erkennen, was du gerade brauchst, und wohlwollend sowie mitfühlend mit dir selbst umzugehen. Diese kraftvolle Übung aus dem Programm Achtsames Selbstmitgefühl (MSC) kann dir bei Stress im Alltag rasch helfen, die Dinge klar zu sehen, dich mit anderen verbunden zu fühlen und dir mit derselben Freundlichkeit zu begegnen, die du Freunden schenkst.
Transkription
Die Yin & Yang Selbstmitgefühlspause Du hast bei dieser meditativen Übung Gelegenheit dazu,
Angesichts seiner Belastung einen mitfühlenden und fürsorglichen Umgang mit dir selbst zu üben.
Die Übung erlaubt dir zu schauen,
Welche Qualitäten des Selbstmitgefühls du jetzt gerade brauchst.
Vielleicht sind das die sogenannten Yin-Qualitäten des Selbstmitgefühls,
Nämlich dich selbst zu trösten,
Zu beruhigen und zu umsorgen.
Oder vielleicht sind das gerade jetzt die Yang-Qualitäten des Selbstmitgefühls,
Nämlich dich selbst vor Schaden zu schützen,
Dich zu behaupten,
Für deine Bedürfnisse einzustehen und gut für dich zu sorgen,
Sowie dich selbst zu ermutigen.
Ganz häufig brauchen wir eine ausgewogene Mischung aus beiden.
Lass dich überraschen,
Was du gerade jetzt brauchst,
In der nun folgenden Übung.
Die angenehme Position für dein Körper,
Vielleicht sitzend,
Vielleicht liegend.
Nimm dir hierfür einige Momente Zeit.
Wenn du soweit bist,
Dann schließ bitte halb oder ganz deine Augen.
Schau,
Was dir jetzt hilft,
Deine Aufmerksamkeit zu sammeln und zur Ruhe zu kommen.
Vielleicht möchtest du einfach einige Male tief ein- und ausatmen.
Vergegenwärtige dir jetzt bitte eine Situation aus deinem Leben,
Die schwierig ist und dir Stress bereitet.
Vielleicht ist es ein gesundheitliches Problem,
Ein Beziehungsproblem oder ein Problem am Arbeitsplatz.
Vielleicht gibt es da was mit einem Freund oder einer Freundin,
Dem oder der es nicht gut geht.
Vielleicht ist es aber auch eine Situation,
In der du das Gefühl hast,
Dass deine Grenzen überschritten werden,
Dass du nicht fair behandelt wirst,
Dass irgendwas nicht in Ordnung ist an der Situation und du dich in irgendeiner Weise schützen musst.
Vielleicht gibt es da auch eine bestimmte soziale oder politische Situation,
Mit der du nicht einverstanden bist,
Die du als nicht in Ordnung für die Menschheit empfindest.
Nimm dir einige Momente Zeit,
Um eine Situation,
Ein Problem auszuwählen für diese Übung.
Und bitte wähl dabei eine Situation,
Die nur leicht oder mittelmäßig unangenehm ist.
Kein riesiges Problem.
Also auf einer Skala von 1 bis 10 oder 3 bis 4.
Dann wähle die Situation spätestens jetzt aus und vergegenwärtige sie dir,
So gut es geht.
Fühl dich hinein.
Schau,
Was geschieht da.
Was ist zu hören?
Wer ist beteiligt?
Und schau auch,
Ob du im Zusammenhang damit Unbehagen in deinem Körper spüren kannst.
Nimm jetzt Kontakt auf mit all den Empfindungen,
Genau da,
Wo sie in deinem Körper auftauchen.
Fühl dein Problem in deinem Körper.
Wo ist es denn am deutlichsten wahrnehmbar?
Dann sage zu dir selbst,
Auf eine langsame und freundliche Art und Weise,
Das ist ein schwieriger Moment.
Das ist ein Moment des Leidens.
Das ist Achtsamkeit.
Erkenn das an.
Benenn es für dich.
Mit Klarheit.
Und vielleicht entsprechen dir da andere Formulierungen mehr.
Vielleicht möchtest du einfach zu dir sagen,
Autsch,
Das tut weh,
Das ist echt stressig,
Das ist schwer zu ertragen.
Und vielleicht ist es wichtig für dich,
Dein Gefühl zu benennen,
Zum Beispiel dir selbst zu sagen,
Ich fühle mich deswegen hilflos,
Wütend,
Bedroht,
Traurig.
Voller Angst,
Verzweifelt,
Ungerecht behandelt.
Sag dann zu dir selbst,
Leid gehört zum Leben,
Schwierigkeiten sind ein Teil des Lebens,
Das ist ein Ausdruck unseres gemeinsamen Menschseins,
Unserer menschlichen Verbundenheit.
Es fühlt sich ermächtigend an,
Das so zu benennen.
Und vielleicht brauchst du auch hier andere Worte,
Vielleicht sowas wie,
Ich bin nicht alleine,
Anderen geht es genauso wie mir.
So fühlt es sich an,
Wenn Menschen schwierige Zeiten durchleben.
Wir alle kämpfen irgendwie in unserem Leben.
Ich bin Teil einer Gruppe und gemeinsam sind wir stark.
Leg nun die Hände auf dein Herz oder irgendeine andere Stelle in deinem Körper,
Wo sich das jetzt auf eine kraftvolle Art beruhigend oder unterstützend anfühlt.
Vielleicht eine Hand aufs Herz,
Die andere auf den Bauch.
Das kann auch eine Faust auf dem Herzen sein,
Die andere Hand schützend darüber gelegt.
Schau,
Was für dich passend ist und dann spür die Wärme und die Kraft deiner Hände.
Sage jetzt zu dir selbst,
Möge ich freundlich zu mir sein,
Möge ich mir selbst geben,
Was ich brauche.
Das ist Selbstfreundlichkeit.
Und vielleicht gibt es andere freundliche oder unterstützende Worte,
Die du jetzt in dieser schwierigen Situation gerne hören möchtest.
Zum Beispiel,
Möge ich mich so annehmen,
Wie ich bin,
Möge ich damit beginnen,
Mich so anzunehmen,
Wie ich bin,
Möge ich stark sein,
Möge ich geduldig sein,
Möge ich meine Grenzen schützen,
Möge ich die Wahrheit sagen,
Möge ich meine Geschichte erzählen,
Möge ich Gerechtigkeit mit Barmherzigkeit suchen,
Möge ich geschickt handeln,
Möge ich frei sein von Angst,
Möge ich mich verbunden fühlen.
Wenn du hier Schwierigkeiten hast,
Passende Worte zu finden,
Dann denk jetzt an einen Freund oder eine Freundin oder irgendeinen geliebten Menschen,
Der in einer ähnlichen Situation ist.
Was würdest du denn zu dieser Person sagen?
Vielleicht kannst du nun dieselben Worte an dich selbst richten.
Nimm dir jetzt zum Ende der Übung einen Moment Zeit,
Um zu reflektieren.
Was war hilfreich?
Waren es eher die Yin-Qualitäten des Selbstmitgefühls,
Also dich selbst zu trösten,
Zu beruhigen und zu umsorgen?
Oder waren es eher die Yang-Qualitäten des Selbstmitgefühls,
Also dich selbst zu schützen,
Für deine Bedürfnisse einzustehen und dich selbst zu ermutigen?
War es vielleicht eine Mischung aus beidem?
Erlaube deiner Erfahrung,
Genau so zu sein,
Wie sie jetzt gerade ist.
Du musst nichts verändern.
Und gleichzeitig kannst du schauen,
Ob es irgendetwas gibt,
Das du aus deinem Mitgefühl heraus gerne tun würdest,
Um die Situation zu verändern.
Und wenn dem nicht so ist,
Dann ist das auch vollkommen in Ordnung.
Öffne dann langsam und sanft deine Augen.
Und vielleicht magst du dich jetzt ein bisschen strecken und bewegen.
Tu alles,
Was sich jetzt stimmig anfühlt.
Wenn du möchtest,
Dann nimm dir jetzt im Anschluss noch einige Minuten Zeit und mach dir ein paar Notizen.
Was hat dich überrascht?
Vielleicht gibt es ein oder zwei Sätze,
Die wichtig für dich waren und die dich eine Weile begleiten wollen in deinem Alltag.
Treffen Sie Ihren Lehrer
4.6 (34)
Neueste Bewertungen
More from Anja Benesch
Ähnliche Meditationen
Ähnliche LehrerInnen
Trusted by 34 million people. It's free.

Get the app
