
Eine Einschlafgeschichte Für (Innere) Kinder
Eine beruhigende Gute-Nacht-Geschichte, die sanft in den Schlaf begleitet. Mit der liebevollen Hilfe ihres Papas, schafft es Luise, den Tag hinter sich zu lassen und in eine friedliche Nacht einzutauchen. Geschrieben von Kerima Griletz! Besucht gerne ihr Lehrerprofil auf insight timer.
Transkription
Eine Gute-Nacht-Geschichte Draußen am Nachthimmel funkelten schon ernst ein paar Sterne,
Als die kleine Luise ihre Dampflokomotive zur Seite legte.
Sie gehnte.
Zeit fürs Bett,
Sagte ihr Papa.
Luise sah ihn mit großen Augen an.
Nein,
Erwiderte sie und blickte sich rasch im Raum um.
Irgendetwas musste doch noch zu tun sein.
Dieser schöne Tag durfte einfach noch nicht enden.
Die Puppe,
Rief sie erleichtert,
Ich,
Ich muss ihn noch wickeln.
Nun gut,
Sagte Papa,
Dann wickle ich die Puppe noch,
Aber dann gehen wir schlafen.
Daraufhin lief die kleine Luise zur Puppe und begann summend ihr erst die Strümpfe und dann das Racklein auszuziehen.
Doch schon bald war die Puppe gewickelt und wieder wollte der Papa sie hochnehmen und zum Bettl eintragen.
Da strampelte Luise wild mit den Beinen und rief,
Papa,
Ich kann noch nicht schlafen gehen.
Wieso denn,
Fragte Papa.
Schnell musste sie sich irgendetwas einfallen lassen.
Ich habe doch solch einen Durst,
Sagte sie schließlich leidend.
Daraufhin sah der Papa die kleine Luise skeptisch an.
Einen Durst also,
So,
So.
Er überlegte eine Weile,
Dann setzte er Luise an den Bettrand,
Bedeutete ihr zu warten und stieg die Treppe hinab,
Um ein Glas Wasser zu holen.
Als ihr das Glas reichte,
Bemerkte Luise erst,
Wie durstig sie war.
In schnellen Zügen leerte sie das kühle Wasser herunter.
Noch bevor Luise Zeit hatte,
Sich etwas Neues auszudenken,
Hatte der Papa sie schon in ihre flauschig-warme Kuscheldecke gepackt und sich zu ihr gelegt.
Papa,
Ich brauche.
.
.
Eine Geschichte,
Unterbrach er sie.
Genau,
Sagte die kleine Luise erleichtert und Papa begann zu erzählen.
Stell dir vor,
Kleine Luise,
Wie dein Spiegelzeug jetzt langsam müde wird und immer müder vom langen,
Langen Tag.
Die Puppe hat sich in ihr Bettchen gelegt,
Warm und fein hat sie es dort,
Und der kleine Hund kuschelt sich zu ihr und macht seine Knopfaugen ganz fest zu.
Natürlich hat die Puppe ihn auch zugedeckt,
Damit er es in der Nacht auch kuschelig warm hat.
Hmm,
Seufzte Luise und schmiegte sich ganz eng an ihren Papa.
Und auch die Tiere sind alle in ihrem Stall,
Sie fressen noch ein bisschen von dem duftenden Heu und bald schon träumen sie von blühenden Wiesen auf der Sommerheide.
Oh,
Wie würzig die Wiesenkräuter auf der Zunge kitzeln.
Die kleine Luise kicherte,
Sie hielt Papas Hand und begann darauf Muster zu malen.
Die Lokomotive ist auch schon müde.
Stell dir vor,
Sie ist den ganzen Tag auf ihren Gleisen herumgefahren.
Und hat die Menschen dorthin gebracht,
Wo sie es sich von ganzem Herzen gewünscht haben.
Jetzt ist sie ganz müde.
Fühl doch mal,
Wie müde sie ist.
Während der Papa seine Geschichte erzählte,
Stiegen Bilder in Luises Kopf herauf.
Sie sah die bunte Lok,
Wie sie sich eingringelte wie eine Katze,
Hörte wie ihr Getose,
Ihr Tut-Tut und ihr Klick-Klick-Klick-Klick immer leiser wurden.
Und nun ein ganz schwacher Rauch aus dem Lokomotivenkopf stieg.
Und schon war die kleine Lok eingeschlafen und schnarchte leise.
Luises Papa beobachtete,
Wie der Atem seiner Tochter immer tiefer und immer ruhiger wurde.
Immer tiefer und ruhiger.
Kannst du es fühlen,
Wie ruhig und tief sie atmet?
Wohlig warm war den beiden und sie hörten das Kaminfeuer im Hintergrund prasseln.
Was ist mit den Hühnern?
Fragte Luise leise.
Ja,
Die Hühner,
Die hocken alle ganz dicht auf ihren Stangen nebeneinander,
Putzen und wärmen sich.
Vielleicht schielt noch das ein oder andere Huhn unter seinem Flügel verträumt hervor.
Aber bald sind sie schon alle eingeschlafen.
Sie haben es ganz warm dort.
Luises Augen wurden schwerer und immer schwerer.
Und je mehr sie sich auf die Geschichte zu konzentrieren versuchte,
Desto schwammiger wurde der Inhalt.
Immer wieder schlug sie die Augen auf,
Nur um erneut in einen dämmerigen Schlaf zu fallen.
Und sie fühlte sich ganz wohlig bei ihrem Papa und horchte dem Raunen seiner tiefen Stimme,
Die sie bald in einen wundersamen Traum entführte.
Sie stand draußen im Wald auf einer Lichtung.
Die buschigen Tannen waren von einer dicken Schneedecke überzogen,
Die im Mondlicht funkelte.
In der Ferne fegte der Wind durch die Bäume und ließ ein wenig Schnee herunterrieseln.
Es war ganz still.
Nur die Schneekristalle klirrten leise,
Als sie durch die Luft tanzten.
Luise betrachtete ein besonders schönes Exemplar und ihre Gedanken verfingen sich darin.
Sie zog sich an dem Kristall empor und setzte sich auf einen seiner verzweigten Äste.
Trotz der Kälte war ihr angenehm warm.
Luise bemerkte,
Dass sie barfuß war und während sie auf dem Schneekristall durch die Luft segelte,
Setzten sich immer mehr Schneeflocken auf ihre Haut und bedeckten sie mit einer glitzernden Schicht.
Von hier oben konnte Luise über die Hügel und Täler hinwegsehen.
Sie betrachtete friedlich die verschneite Landschaft unter ihr,
Höfe,
Aus deren Fenstern Licht erleuchteten und aus deren Kaminen Rauch aufstieg.
Wie schön mussten es die Menschen dort haben,
Wohlig warm in ihren Stuben und Betten.
Weiter entfernt auf einer Wiese liefen ein paar Rehe und hinterließen feine Linien im frischen Schnee.
Wieder betrachtete sie eines der Rehe besonders genau.
Und bald schon fand sie sich auf seinem sehnigen Rücken wieder.
Sie klammerte sich an den warmen Hals des Tieres fest und ließ sich im anmutigen Sprüngen durch den Wald tragen.
Das Reh eilte in einem angenehmen Rhythmus,
Der Luise einhüllte,
Und sie kuschelte sich in das warme,
Weiche Feld.
Oben am Himmel leuchteten ihr die Sterne freundlich zu.
Und auch der Mond betrachtete sie friedlich,
Wie eine wachende Mutter.
Die kleine Luise schlief tief und friedlich,
Eng umschlungen im Papas Arme.
Und auch der Papa hatte die Augen geschlossen und sein Atem ging regelmäßig.
Er war eingeschlafen.
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