
Was ist Meditation und welche Meditationsarten gibt es?
Der Text bietet eine kurze Einführung, was Meditation ist, und nach welchen Kriterien die vielen unterschiedlichen Meditationstechniken eingeteilt werden können. Dabei wird auch auf die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Meditationsarten eingegangen.
Transkription
Willkommen zu meinem Talk über Meditation und Meditationsarten.
Was ist eigentlich Meditation?
Meditation bezeichnet im Grundsatz das Lenken der Aufmerksamkeit oder des Geistes.
Meditationstechniken stammen meist aus Traditionen Asiens,
Wie zum Beispiel dem Hinduismus oder Buddhismus.
Aber es gibt auch viele andere Traditionen,
Die vergleichbare Geistesübungen anwenden.
Zum Beispiel wurde auch im mittelalterlichen Christentum der Begriff Meditatio als gegenstandfreie Anschauung oder Contemplatio,
Kennt man heute auch als Kontemplation,
Als gegenständliche Betrachtung verwendet.
Wie man auch an den ganz unterschiedlichen Meditationsangeboten hier auf Insight Timer sieht,
Gibt es eine sehr große Bandbreite von Meditationstechniken und es ist nicht immer ganz einfach hier durchzufinden.
Ich kann nicht einmal entfernt auf alle möglichen Meditationstechniken eingehen,
Aber es gibt ein paar mögliche Einteilungen von Meditationsarten,
Die ich hier vorstellen möchte.
Ganz grundsätzlich kann man den Zweck der Meditation als Einteilungsmöglichkeit sehen.
Das kann einmal die Förderung der Gesundheit oder der Wunsch körperliche oder seelisch positive Effekte zu erreichen sein.
Das ist also eine säkuläre,
Nicht religiöse Meditation.
Auf dem anderen Ende der Skala ist der Zweck allerdings auch möglich,
Dass man eine tiefe Einsicht oder auch Erleuchtung genannt haben möchte.
Das ist dann eher einem religiösen Zweck zuzuordnen.
Die Techniken,
Die mit beiden Zielen angewandt werden,
Sind häufig gleich,
Aber bei der säkulären Meditation werden meist weniger traditionelle Abläufe oder Umstände gewählt,
Zum Beispiel am Ort der Meditation,
Bei Kleidung,
Bei eventuellen rituellen Abläufen und so weiter.
Dann kann man eine Einteilung treffen nach dem Fokus der Meditation.
Auch hier gibt es große Überschneidungen,
Aber prinzipiell kann man unterscheiden einen engen und einen weiten Fokus.
Das kann man am besten an Beispielen verstehen.
Ein enger Fokus bedeutet,
Dass man ein Objekt der Meditation nimmt und sich dabei ausschließlich darauf konzentriert.
Das kann sein ein Klang,
Eine Kerzenflamme,
Ein Mantra wie das berühmte OM.
Dabei werden andere Wahrnehmungen ausgeblendet.
Mit einem solchen engen Fokus kann man zwar sehr gut die Konzentration schulen,
Allerdings nach Ende der Meditation lassen sich meistens keine anhaltenden Effekte erreichen.
Dann ist man sozusagen,
Nachdem man von seinem Meditationsobjekt dann wieder in das normale Leben zurückgekehrt ist,
Hat das mit dem übrigen Leben eigentlich nicht wirklich viel zu tun.
Im Gegensatz dazu gibt es auch eine Meditation mit einem weiten Fokus.
Dabei gibt es auch ein Meditationsobjekt,
Wie gesagt,
Es gibt zwischen beiden Extremen zahlreiche Überschneidungen und Zwischenformen.
Aber bei einem weiten Fokus konzentriert man sich nicht ausschließlich auf dieses Objekt,
Sondern es werden andere Gedanken,
Gefühle,
Wahrnehmungen zugelassen.
Das heißt,
Der Rest der Welt wird nicht ausgeblendet.
Dieser weite Fokus ermöglicht es eher,
Dass man Erfahrungen in der Meditation in den Alltag übertragen kann,
Wo man ja auch ganz vielen Gedanken und Wahrnehmungen ausgesetzt ist,
Die man nicht einfach wegschieben kann.
Diese Übertragung von Erlerntem aus der Meditation in den Alltag spielt zum Beispiel bei der Achtsamkeitsmeditation eine Rolle.
Eine weitere Einteilungsmöglichkeit ist nach dem Meditationsobjekt,
Das heißt,
Worauf versucht man sich zu konzentrieren.
Das kann entweder ein äußeres Objekt wie ein Bild,
Eine Kerzenflamme,
Ein Bild wie ein Mandala,
Ein Ton sein oder ein inneres Objekt wie die eigene Stimme oder auch der Atem beziehungsweise andere Körperwahrnehmung.
Bei der Achtsamkeitsmeditation werden auch ganz alltägliche Verrichtungen als Objekt genommen,
Wie Geschirrspülen,
Holzhacken und so weiter.
Das heißt,
Man versucht,
Das,
Was man gerade in dem Moment macht,
Als Objekt der Meditation,
Also als Konzentration auf das gerade aktuelle Tun zu verwenden.
Es gibt allerdings auch Meditationstechniken,
Die eine offene Aufmerksamkeit ohne jegliches Meditationsobjekt vorsehen,
Zum Beispiel Shikantasa im Sotusen-Buddhismus.
Eine mehr äußerliche Einteilung von Meditationstechniken ist die Meditationshaltung.
Nach dem Buddha sind die klassischen Meditationshaltungen Stehen,
Gehen,
Sitzen und Liegen.
Letztendlich können also Meditationsübungen allen Körperstellungen erfolgen,
Was aber jeweils bestimmte Vor- oder Nachteile hat.
Zum Beispiel ist das Liegen für die Körperwahrnehmung recht gut,
Aber führt relativ häufig zum Einschlafen.
Also für längere,
Konzentrierte Meditation ist das weniger geeignet.
Beim Gehen besteht der Vorteil,
Dass man eine alltägliche Verrichtung zur Meditation nehmen kann,
Aber man muss sich halt eben auch auf den Weg konzentrieren.
Sitzen ist eine klassische Meditationshaltung und weil das ein guter Kompromiss aus Wachheit und der Möglichkeit ist,
Dass man sich eben nicht auf die Haltung konzentrieren muss,
Werden Sitzhaltungen ganz häufig zur Meditation verwendet.
Allerdings sind Details klassischer Meditationshaltungen ein eigenes Thema,
Sodass ich das hier nicht weiter vertiefen kann.
Wie ihr seht,
Gibt es so ein paar Einteilungen im Dschungel der Meditationstechniken.
Und wenn ihr gerade auf dem Weg seid,
Zu finden,
Was für euch passt,
Dann ist zunächst einmal,
Glaube ich,
Gut zu wissen,
Was der Zweck der Meditation ist,
Weil das schon einen in eine bestimmte Tradition bringt.
Zum Beispiel,
Wer jetzt nur die Gesundheit fördern möchte,
Der wird wahrscheinlich eher Richtung Achtsamkeitsmeditation gehen.
Wer dagegen eine mehr religiös-spirituell ausgerichtete Meditation sucht,
Der wird sich wahrscheinlich bei den entsprechenden spirituellen Traditionen umsehen,
Die am ansprechendsten sind.
Solche Dinge wie Meditationsobjekt oder die Meditationshaltung sind dann eher Details,
Die sich aus den grundlegenden Entscheidungen zur Meditation wie dem Zweck ergeben.
Ich hoffe,
Dass ich euch einen kleinen Überblick geben konnte,
So dass ihr ein bisschen auch bei dem großen Angebot,
Das ihr hier findet,
Eine gewisse Einteilung vornehmen könnt und ein bisschen besser herausfindet,
Was zu euch passt.
Ich bedanke mich fürs Zuhören.
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