
Leiden vom Schmerz trennen. Eine Meditation mit dem Körper.
"Schmerz ist unentbehrlich, Leiden ist optional" - Haruki Murakami. Gemäß diesem Motto üben wir uns in dieser Meditation darin, unseren körperlichen Schmerz vom Leiden zu trennen. Das Empfinden vom Leiden ist oft eine Folge unserer unbewussten Kategorisierung von Dingen, da fällt Schmerz automatisch in die Schublade "sehr schlecht". Was aber, wenn wir ihn mal anders betrachten? Probier' es einfach mal aus!
Transkription
Hi,
Hier ist Sophia.
Du bist also bereit zu meditieren,
Findest dir einen ruhigen Ort,
Setz dich hin und nach ein paar Minuten fängst du an Schmerzen in deinen Knien zu spüren oder dein Rücken fängt an dir weh zu tun und du fängst an die Hoffnung zu verlieren,
Dass du heute noch Ruhe finden werdest.
Wäre es nicht toll,
Wenn wir in Meditation nur tolle Gefühle empfinden würden,
Kein Schmerz,
Kein Leiden.
Leide ist das eines der absolut falschen Vorstellungen von Meditation,
Die die meisten Menschen haben.
Schmerz und Unwohlsein,
Das alles ist ein Teil vom Leben,
Wir können das nicht vermeiden.
Aber was wir im Kopf behalten müssen,
Ist,
Dass physischer Schmerz kein mentales Leiden bedeuten muss.
Das ist eine sehr wichtige Einsicht,
Die uns in vielen Teilen unseres Lebens weiterhelfen kann.
Deswegen mehr über den Schmerz zu lernen,
Kann uns mehr inspirieren als deprimieren.
Super,
Bist du bereit?
Fangen wir an.
Finde dich in einer Position ein,
Die für dich bequem ist.
Vielleicht setzt du dich auf einen Stuhl und erlaubst diesem,
Deinen Rücken zu stützen oder du legst dich hin,
Am besten aber auf den Boden,
So dass du weiterhin wachsam bist,
Aber trotzdem es bequem hast und natürlich nicht einschläfst.
Erlaube deinen Augen,
Sich ganz sanft zu schließen,
Wenn du magst und hol ein paar tiefe Atemzüge und nun erlaube deinem Atem,
Zurück zu seinem ganz natürlichen Rhythmus zu kehren.
In der Achtsamkeitspraxis geht es darum,
Zu bemerken,
Was in diesem Moment vorgeht und zwar genauso wie es ist,
Ohne unseren Urteil,
Ohne unsere Kategorisierung.
Versuche nun deine Aufmerksamkeit auf deinen ganzen Körper zu lenken.
Wie ist gerade dein Körper,
So wie er ist?
Denk daran,
Dass die Erfahrung unseres Körpers ganz anders sein kann,
Als unsere Gedanken darüber.
Das Erleben des Körpers besteht aus den Empfindungen,
Die wir in ihm wahrnehmen.
Nimm dir ein paar Momente Zeit,
Um wahrzunehmen,
Dass du einen Körper hast.
Versuche verschiedene Empfindungen wahrzunehmen,
Wie Wärme oder Kälte,
Vibrieren,
Pulsieren,
Stechen.
Erlaube deiner Aufmerksamkeit,
In deinem Körper zu verbleiben.
Vielleicht empfindest du den Körper als Ganzes,
Von Kopf bis zu den Fußspitzen,
Aber vielleicht fokussierst du dich auch auf einen bestimmten Teil des Körpers,
Wo du im Moment Schmerz empfindest.
Bemerke einfach,
Ob deine Aufmerksamkeit weit gestreut oder eher fokussiert ist.
Beides ist fein.
In dieser Übung ist es wichtig im Kopf zu behalten,
Dass Schmerz oder körperliches Unwohlsein ein Teil der Erfahrung ist,
Einen Körper zu haben.
Das nächste Mal,
Wenn du in einem Café bist,
Restaurant,
Im Bus,
Bemerke wie oft Menschen ihren Körper verändern,
Wie oft sie ihn bewegen.
Oft ist die Bewegung unseres Körpers ein Resultat des Unwohlseins,
Was aufgekommen ist.
Wir wollen dem entgegenkommen,
Indem wir die Position verändern,
Uns bewegen.
All das machen wir unbewusst,
Damit wir uns besser fühlen.
Nimm dir einen Moment Zeit und bemerke,
Ob du auch ein Verlangen hast,
Deinen Körper zu verändern,
Zu bewegen,
Wann immer unterschiedliche Empfindungen kommen und gehen.
Und es ist absolut okay,
Sich zu bewegen oder seine Haltung zu verändern.
Und bedenke,
Es ist immer okay,
Deine Haltung zu verändern während der Meditation.
Wenn Schmerz aufkommt oder du dich unwohl fühlst,
Atme einmal tief ein und aus und wenn du dann immer noch das Verlangen nach Bewegung hast,
Dann mach es.
Es ist wichtig,
Dass wir uns nicht zu ernst nehmen,
Nicht zu streng mit uns sind,
Wenn wir meditieren.
Wir wollen den Druck des Körpers nehmen,
Damit wir uns auf unseren Geist konzentrieren können.
Obwohl körperliches Unwohlsein,
Diskomfort ein Teil der Meditationsübung sein kann.
Es ist wichtig,
Dass wir das Gefühl haben,
Es macht uns auch Spaß,
Dass wir immer wieder uns hinsetzen oder hinlegen wollen und uns einfach auf unseren Atem konzentrieren.
Sei hier bitte nicht zu streng mit dir.
Aber wann immer Schmerzen oder Unwohlsein aufkommen,
Ist das unsere Chance,
Mehr darüber zu lernen.
Wir können lernen,
Was ist die Verbindung zwischen körperlichem Schmerz,
Körperlichem Empfinden und unseren Gedanken darüber und unserer mentalen Reaktion darauf.
Nimm dir nun ein paar Momente Zeit und geh mit deiner Aufmerksamkeit an den Orten deinem Körper,
Wo du vielleicht Schmerzen,
Spannung,
Unwohlsein oder ähnliches empfindest.
Erlaube deiner Aufmerksamkeit,
Genau in diesem Ort zu verbleiben und schau.
Was empfindest du?
Was bemerkst du?
Was sind die wirklichen Empfindungen?
Ohne den Filter deiner Gedanken,
Ohne deiner Kategorisierung ins gut oder schlecht.
Bemerkst du den Kern des Schmerzens?
Woher kommt dieser Schmerz genau?
Kannst du ihn einfach wahrnehmen?
Wo fängt der Schmerz an und wo hört er auf?
Wann immer wir echtes Interesse am Schmerz zeigen,
Verändern wir unsere Einstellung dazu.
Wir sind neugierig,
Aber wir urteilen nicht.
Unsere normale Reaktion ist es,
Den Schmerz wegzudrücken,
Ihn zu verändern,
Ihn loszuwerden.
Diese Reaktionen sind absolut normal,
Aber oft überfordern sie uns dann mit dem Schmerz.
Diese Reaktion kann in Form von Angst auftreten oder in den Geschichten,
Die wir uns über den Schmerz erzählen.
Er bringt mich um.
Ich halte nicht mehr aus.
Oder er wird niemals weggehen.
Aber wenn du genau hinschaust,
Merkst du,
Dass das Erleben des Schmerzens,
Wie er ist,
Ganz anders ist,
Als die Geschichten,
Die wir uns darüber erzählen.
Du kannst diesen Prozess beliebig oft wiederholen.
Lerne den Unterschied zu sehen zwischen deinem Schmerz und deiner Reaktion darauf.
Wie reagierst du auf den Schmerz?
Willst du ihn wegschieben?
Willst du ihn weghaben?
Oder bist du in der Lage,
Ihn einfach zu beobachten?
Deine Gedanken über den Schmerz,
Vom Schmerz zu entkoppeln?
Es gibt so viel zu lernen und mit der Zeit kann der Schmerz sogar unser bester Lehrer werden.
Wenn du so weit bist,
Öffne gerne deine Augen und verbinde dich mit deiner Umgebung.
Danke fürs Mitmachen.
Danke für dein Vertrauen und bis bald.
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