
Freundlichkeitsmeditation (Liebende Güte)
by Mathias Feil
Freundlichkeit und (Selbst-)Mitgefühl kann einen besonders hilfreichen Schutzmantel für die Höhen und Tiefen des Lebens bieten und durch eine aktive Praxis kultiviert und verstärkt werden. Die Liebende Güte ist eine traditionelle Meditationspraxis, die so alt und etabliert ist wie das Achtsame Atmen. Sie zielt darauf ab, das Gefühl der Fürsorge und Wärme für einen selbst und für andere Menschen zu verstärken.
Transkription
Die Freundlichkeitsmeditation oder auch die Meditation der liebenden Güte genannt,
Dich wieder in einer bequemen und gleichzeitig aufrechten und präsenten Sitzhaltung auf einem Stuhl oder Meditationskissen einfinden oder liegend auf dem Rücken die Arme neben dem Körper ausgestreckt,
Die Beine nebeneinander und die Füße locker nach außen fallend,
Die Augen können geschlossen sein oder mit einem weichen Fokus auf einem Punkt vor dir.
Wahrnehmen,
Wie du hier sitzt oder liegst,
Wach und aufmerksam.
Bemerken,
Wo der Körper den Boden oder die Unterlage berührt,
Mögliche Empfindungen einfach neugierig und offen kommen und gehen lassen und dir erlauben,
Die sanften Wellen der Atmung wahrzunehmen,
Dem natürlichen Fluss des Atems folgen,
Dort wo du ihn am besten spüren kannst.
Einigen Atemzügen deine volle Aufmerksamkeit schenken und die Aufmerksamkeit nun auf den ganzen Körper ausweiten,
Den ganzen atmenden Körper spüren.
Ich möchte dich nun einladen,
Dir folgende Sätze zu vergegenwärtigen.
Dabei kannst du auch jetzt oder mit der Zeit schauen,
Welche eigenen Sätze eventuell für dich passen und stimmig sind.
Möge ich mich so annehmen,
Wie ich bin.
Möge ich gesund und glücklich sein.
Möge ich mit Freude und Leichtigkeit leben und dir dabei Zeit geben,
Jeden Satz nachwirken zu lassen.
Es geht dabei nicht um ein mentales Konstrukt oder eine Affirmation,
Einen Satz in uns einzubrennen,
Sondern mehr die innerliche Resonanz zu spüren,
Im Geiste den Satz zu wiederholen,
Ihn aber körperlich,
Sozusagen in unserem Herzen wahrzunehmen.
Für dich nochmal wiederholt.
Möge ich mich so annehmen,
Wie ich bin.
Möge ich gesund und glücklich sein.
Möge ich mit Freude und Leichtigkeit leben.
Welche Reaktionen tauchen möglicherweise auf,
Die Gedanken,
Gefühle,
Körperlichen Empfindungen oder Impulse zum Handeln beobachten.
Es mögen Impulse aufkommen,
Die Übung zu beurteilen oder das,
Was auftaucht.
Auch hier wieder möglichst in der reinen Wahrnehmung dessen zu verweilen,
Was gerade da ist.
Wenn du es zu schwierig findest,
Ein Gefühl der Freundlichkeit für dich selbst aufzubringen,
Kannst du auch gerne an eine Person oder vielleicht auch ein Haustier denken,
Die oder das dir in der Vergangenheit wohlgesonnen und liebevoll gegenüber gestimmt war.
Und wenn du das spüren kannst,
Wenn auch nur ganz leicht,
Dann kannst du diese Erinnerung jetzt einladen und schauen,
Ob du dir aus dieser erinnerten Erfahrung heraus diese liebevolle Haltung auch selbst schenken kannst.
Möge ich mich so annehmen,
Wie ich bin.
Möge ich gesund und glücklich sein.
Möge ich mit Freude und Leichtigkeit leben.
Wir kommen nun zum zweiten Schritt.
Rufe dir eine oder mehrere Personen vor dein inneres Auge,
Die dir besonders am Herzen liegen.
Und dass diese Person oder Personen ebenso ein Leben voller Erwartungen und Ängste führen und glücklich und zufrieden sein wollen,
Genau wie du.
Und diesen Personen auf dieselbe Weise liebevolle Güte zukommen zu lassen.
Mögest du dich so annehmen,
Wie du bist.
Mögest du gesund und glücklich sein.
Mögest du mit Freude und Leichtigkeit leben.
Wahrnehmen,
Was du in dir bemerken kannst,
Wenn du diese Person oder diesen Personen alles Gute wünschst.
Alle Reaktionen in Ruhe kommen und gehen lassen.
Dir Zeit lassen und aufmerksam darauf achten,
Welche inneren Bewegungen vielleicht entstehen.
Mögest du dich so annehmen,
Wie du bist.
Mögest du gesund und glücklich sein.
Mögest du mit Freude und Leichtigkeit leben.
Wir kommen zum dritten Schritt.
Wenn du soweit bist,
Denke an einen dir unbekannten Menschen.
Das kann jemand sein,
Den du regelmäßig siehst,
Vielleicht auf der Straße oder im Bus oder im Supermarkt.
Jemand,
Den du wiedererkennst,
Ohne ihren oder seinen Namen zu kennen.
Jemand,
Für den du keine besonderen Gefühle hegst.
Mögest du dich so annehmen,
Wie du bist.
Mögest du gesund und glücklich sein.
Mögest du mit Freude und Leichtigkeit leben.
Mache dir bewusst,
Dass du diese Person zwar nicht kennst,
Dass aber auch er oder sie ein Leben voller Erwartungen und Ängste führt.
Genau wie du.
Und dass auch er oder sie glücklich sein möchte.
Genau wie du.
Darum öffnest du dein Herz auch für diese Person,
Während du die Sätze wiederholst und ihm oder ihr alles Gute wünschst.
Mögest du dich so annehmen,
Wie du bist.
Mögest du gesund und glücklich sein.
Mögest du mit Freude und Leichtigkeit leben.
Wir kommen zum vierten Schritt.
Denke an jemanden,
Mit dem du Schwierigkeiten hast,
Im Augenblick oder in der Vergangenheit.
Es muss nicht die schwierigste Person in deinem Leben sein.
An wen auch immer du dabei denkst,
Lasse die Person in deinem Herzen anwesend sein und erkenne an,
Dass auch sie oder er ein Leben voller Erwartungen und Ängste führt.
Genau wie du.
Und glücklich sein möchte.
Genau wie du.
Mögest du dich so annehmen,
Wie du bist.
Mögest du gesund und glücklich sein.
Mögest du mit Freude und Leichtigkeit leben.
Auch hier wahrnehmen,
Welche inneren Bewegungen,
Welche Resonanz sich vielleicht ergibt.
Welche Reaktionen bringt das mit sich.
Schau,
Ob es möglich ist,
Diese Gedanken,
Gefühle oder Körperempfindungen zu erforschen,
Ohne sie zu zensieren oder über dich selbst zu urteilen.
Wenn du in einem bestimmten Augenblick durch intensive Gefühle oder Gedanken mitgerissen wirst,
Mache dir bewusst,
Dass du jederzeit wieder zum Atem im Körper zurückkehren kannst.
Der Atem als dein stabilisierender Anker.
Mögest du dich so annehmen,
Wie du bist.
Mögest du gesund und glücklich sein.
Mögest du mit Freude und Leichtigkeit leben.
Wir kommen zum fünften und letzten Schritt.
Zum Schluss diese liebevolle Freundlichkeit auf alle Menschen einschließlich der Geliebten,
Unbekannten und schwierigen Menschen erweitern.
Sie alle mit einschließen.
Sie alle sind Teil unserer lebendigen menschlichen Erfahrungswelt.
Es geht darum,
Allen diese Freundlichkeit zukommen zu lassen.
Dazu gehörst auch du selbst.
Mögen sich alle Menschen so annehmen,
Wie sie sind.
Mögen alle Menschen gesund und glücklich sein.
Mögen alle Menschen mit Freude und Leichtigkeit leben.
Mögen sich alle Menschen so annehmen,
Wie sie sind.
Mögen alle Menschen gesund und glücklich sein.
Mögen alle Menschen mit Freude und Leichtigkeit leben.
Und zum Ausgleiten der Übung nun die Sätze in den Hintergrund treten lassen und mit deiner Aufmerksamkeit noch ein paar Momente beim Atem und Körper verweilen.
Treffen Sie Ihren Lehrer
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