
Die Natur des Geistes (Buddhistische Meditation)
by Shunya
In dieser Analytischen Meditation erkunden wir die Natur des Geistes und erforschen die Geistesaktivitäten durch Selbstbeobachtung. Das Ziel dieser Meditation ist es, den eigenen Geist besser kennenzulernen, sich von Identifikationen mit Geistesinhalten zu lösen und letztendlich in der Klarheit der Natur des Geistes zu verweilen. Es handelt sich bei dieser geführten Meditation um den Mitschnitt einer Live Meditation.
Transkription
Du darfst jetzt die Augen schließen oder den Blick vor dich in Nichts versenken,
Spüre den Kontakt zum Boden.
Wenn du auf einem Stuhl sitzt,
Dann wäre es schön,
Wenn du jetzt deine Füße aufgestellt hättest,
Sodass du den Boden spüren kannst.
Wenn du auf einem Kissen sitzt,
Dann schaue,
Dass du auch hier gut geerdet bist,
Richte deine Wirbelsäule auf und entspann deine Schultern.
Die Hände kannst du ganz entspannt ablegen,
Am besten so,
Dass die Haltung deiner Hände die Entspannung deiner Schultern noch etwas unterstützt.
Mit dem Einatmen richte dich noch etwas weiter auf und mit dem Ausatmen lass alle Anspannungen los.
Lass auch die Anspannungen in deinem Gesicht los.
Die kleinen Muskeln um den Mund und um die Augen herum dürfen sich jetzt entspannen.
Der Kiefer ist ganz locker,
Die Zähne sind nicht zusammengebissen.
Alles wird ganz weich und entspannt.
Der ganze Körper ist weich und entspannt,
Wird getragen von der aufgerichteten Wirbelsäule.
Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem.
Bemerke,
Wie der Atem in den Körper einströmt,
Über die Nase,
Wie sich das anfühlt.
Vielleicht kannst du den Luftstrom an der Nasenspitze wahrnehmen.
Du kannst dann wahrnehmen,
Wie dein Brustkorb sich hebt und senkt.
Dann nimm auch die sanften Bewegungen deiner Bauchdecke wahr und beobachte sie einfach,
Ohne Einfluss zu nehmen auf deinen Atem.
Lass ihn einfach ganz natürlich fließen.
Nimm wahr,
Wie der Atem kommt und wieder geht.
So wie du deinen Atem einfach beobachtest,
Kannst du vielleicht feststellen,
Dass dein Atem immer ruhiger wird und sich dadurch auch dein Geist beruhigt.
Dein ganzer Organismus zur Ruhe kommt,
Entspannt ist.
Mit dieser entspannten Ruhe mach dir zunächst deine Motivation bewusst,
Mit der du in diese Meditation gehst.
Du hast Gelegenheit,
Deinen Geist zu erforschen,
Dich selbst besser kennenzulernen.
Vielleicht magst du dir vornehmen,
Mit einer freudigen Neugierde in diese Meditation zu gehen.
Richte deine Aufmerksamkeit zunächst auf deine Wahrnehmung,
Deine sinnlichen Wahrnehmungen.
Vielleicht kannst du erstmal was spüren.
Spürst vielleicht,
Wie du Kontakt zu deiner Sitzunterlage hast.
Oder vielleicht kannst du die Kleidung auf deiner Haut spüren.
Kannst es mit deinem Tastbewusstsein wahrnehmen.
Vielleicht kannst du Geräusche wahrnehmen,
Irgendwo im Hintergrund.
Vielleicht rauscht da noch eine Straße,
Autos auf der Straße.
Oder vielleicht kannst du Geräusche aus der Nachbarwohnung wahrnehmen.
Und nimmst das wahr mit deinem Hörbewusstsein.
Und vielleicht hast du auch Empfindungen dazu.
Kannst das einordnen in angenehm oder unangenehm.
Und vielleicht magst du auch jetzt erstmal entscheiden,
Dass dir das gar nicht so wichtig sein soll.
Und du legst deine Aufmerksamkeit davon weg,
Von diesen auditiven Wahrnehmungen.
Und vielleicht möchte deine Aufmerksamkeit dann eher in Richtung des geistigen Bewusstseins gehen,
Wo vielleicht Gedanken oder gedankliche Bilder auftauchen.
Und du darfst das alles wahrnehmen.
Kannst dir das angucken.
Musst nichts davon zu Ende denken oder dich irgendwie darauf einlassen.
Und auch hier magst du vielleicht Einteilungen wahrnehmen.
Dass du Gedanken siehst,
Erkennst und die Einteil sind angenehm oder unangenehm oder neutral und gut oder schlecht.
Und dann macht dir bewusst,
Dass diese Beobachtung eigentlich zwei Seiten hat.
Nämlich den Geist der beobachtet und die Geist des Aktivitäten.
Und dann kannst du mit deinem beobachtenden Geist feststellen,
Wie sich diese Geistesaktivitäten wandeln,
Sie ganz unbeständig sind und vergänglich.
Die Gedanken kommen und gehen,
So wie die Geräusche kommen und gehen.
Und so wie zwischen den Geräuschen Stille ist,
So ist auch zwischen den Gedanken Raum.
Und auch das gehört zu unserem Geist.
Der Geist ist klar und erkennend.
Und man kann sagen,
Er ist wie der Himmel.
Wie der weite,
Klare Himmel.
Und unsere gedanklichen Aktivitäten sind wie die Wolken.
Und diese Wolken sind mal mehr,
Mal weniger.
Sie kommen und gehen,
Verändern sich.
Und wir lenken jetzt aber unsere Aufmerksamkeit auf diesen weiten Himmel.
Wenn Gedanken kommen oder sonstige Wahrnehmung,
Erkennen sie und geh einfach mit deiner Aufmerksamkeit auf die Pausen dazwischen,
Auf den Raum zwischen den Gedanken,
Die Stille zwischen den Geräuschen.
Und verweile in dieser Weite,
In dieser Klarheit des Himmels,
Deines Geistes.
Und verweile hier in diesem Bild für etwa vier bis fünf Minuten in Stille.
Bleib noch einen Moment mit deiner Aufmerksamkeit in dieser grenzenlosen Weite deines Geistes.
Nimm nochmal diese Klarheit und Offenheit dieser Weite wahr.
Mach dir noch einmal bewusst,
Dass unsere Wahrnehmung und Geistesaktivitäten sind wie die Wolken am Himmel.
Dass sie unbeständig,
Wandelbar und vergänglich sind,
Kommen und gehen.
Und dass du aus deiner Beobachterposition das alles wahrnehmen kannst.
Und dass du dann auch aktiv die heilsamen Geisteszustände einladen kannst,
Wie Vertrauen,
Selbstachtung,
Freude,
Gleichmut,
Dankbarkeit,
Liebe,
Mitgefühl.
Und du kannst dich bewusst dafür entscheiden,
Das zu tun.
Und vielleicht magst du dir abschließend vornehmen,
Diese Beobachterrolle zu kultivieren,
Auch in deinem Alltag immer wieder nach innen zu schauen und zu unterscheiden zwischen deinem Geist und deinen geistigen Aktivitäten.
Und fürs Erste richte deine Aufmerksamkeit jetzt erstmal wieder auf den Atem.
Nimm deinen Atem wahr.
Atme nochmal bewusst tief ein und lang aus.
Nimm deinen Körper wahr und auch den Raum um dich herum.
Und dann beende diese Meditation.
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