
Emil und das geheimnisvolle Haus
In dieser Fantasiereise entdecken wir gemeinsam mit Emil ein kleines, verwunschenes Haus am Hang. Hinter einer der Türen im Haus verbirgt sich ein geheimnisvoller Ort, der zum Träumen einlädt. Die Geschichte regt sanft die Vorstellungskraft an, ohne zu überfordern, und bietet eine ruhige Auszeit für Kinder zwischen 5 und 8 Jahren. Sie eignet sich besonders gut zum Entspannen am Nachmittag oder als sanfter Einstieg in die Abendstunden.
Transkription
Das geheimnisvolle Haus am Hang Es war ein heller Nachmittag,
An dem der Wind sanft durch die Bäume strich.
Auf einem kleinen Weg,
Der sich den Hügel hinaufschlängelte,
Lief Emil mit einem Rucksack auf dem Rücken.
Er mochte diesen Weg.
Er führte durch Wiesen,
An Brombeersträuchern vorbei,
Über einen Holzsteg und dann hinauf zum Hang,
An dem die Vögel besonders schön sangen.
Doch heute wollte Emil höher steigen als sonst.
Denn dort oben,
Wo der Weg fast schon endete,
Da hatte er gestern etwas gesehen.
Ein kleines,
Verwunschen wirkendes Haus mit blauen Fensterläden und einem grünen Dach,
Das fast schon ein bisschen mit dem Hang verwachsen war.
Niemand schien dort zu wohnen.
Die Tür war geschlossen.
Kein Rauch stieg aus dem Schornstein.
Und doch hatte Emil das Gefühl,
Dass das Haus ihn angesehen hatte.
Nicht unheimlich eher so,
Als hätte es gewartet.
Heute wollte er es sich genauer anschauen.
Als er näher kam,
Sah er,
Dass der Garten um das Haus voller Blumen war.
Einige standen wild durcheinander,
Andere wuchsen in kleinen Beeten.
Dazwischen flatterten Schmetterlinge.
Vor der Tür lag eine Matte aus geflochtenem Gras.
Und an der Wand hingen drei kleine Glocken aus Glas.
Sie klingelten leise im Wind,
Als würden sie flüstern.
Du bist genau richtig.
Du bist genau richtig.
Emil stellte seinen Rucksack ab und trat näher.
Die Tür war geschlossen,
Aber nicht verschlossen.
Und als er den goldenen Griff berührte,
Da öffnete sie sich ganz von selbst.
Langsam und ohne ein einziges Geräusch.
Emil hielt den Atem an.
Was er sah,
Ließ ihn für einen Moment einfach nur staunen.
Vor ihm erstreckte sich ein langer Gang.
Er war viel länger,
Als er für so ein kleines Haus hätte sein dürfen.
Rechts und links gingen Türen ab.
Auf der linken Seite war eine Tür aus hellem Holz mit geschnitzten Blumen.
Daneben eine tiefblaue mit goldenen Punkten.
Auf der anderen Seite eine grüne,
Bei der sich Ranken über das Holz zogen.
Es war still.
Nur aus der Ferne hörte Emil ein leises Ticken,
Wie von einer alten Standuhr.
Die Luft roch nach frischgebackenem Brot und ein bisschen nach Sommerregen.
An der Wand hing ein kleiner Zettel.
Handgeschrieben mit krummen Buchstaben,
Ein bisschen schief,
Aber gut lesbar.
Willkommen Emil,
Das ist dein Haus.
Wähle eine Tür und hab keine Angst,
Stand darauf zu lesen.
Emil wunderte sich etwas,
Dann ging er ein paar Schritte weiter,
Bis er vor der blauen Tür mit den goldenen Punkten stand.
Zögernd legte er die Hand auf den Griff.
Die Klinke war kühl.
Er drückte sie vorsichtig herunter.
Die Tür öffnete sich langsam.
Dahinter war kein Zimmer.
Dort war ein kleiner Steg aus Holz und dahinter Wasser.
Weit und dunkelblau und darauf schaukelte ein Boot.
Emil trat vorsichtig auf den Steg.
Er knachte leicht unter seinen Füßen,
Aber er hielt ihn sicher.
Das Boot schaukelte sacht im Wasser,
Als hätte es schon auf ihn gewartet.
Es war klein mit einer hohen,
Runden Rückenlehne aus geflochtenem Holz und weichen Kissen in Blau und Gold.
Am Bug funkelte eine kleine Laterne,
Obwohl es Tag war.
Emil stieg ein.
Kaum hatte er sich hingesetzt,
Löste sich das Boot vom Steg,
Ganz von selbst.
Lautlos glitt es über das Wasser.
Ringsherum war nichts als Wasser und Himmel,
Kein Ufer in Sicht.
Nur ab und zu schwebten große Seerosenblätter vorbei.
Auf einem saß eine Libelle,
Die so goldend schimmerte,
Als hätte jemand einen Sonnenstrahl eingefangen.
Emil lehnte sich zurück.
Der Wind streichelte sein Gesicht.
Das Wasser glitzerte.
Und plötzlich sang jemand oder etwas.
Zuerst ganz leise,
Dann ein wenig lauter.
Ein tiefer Ton,
Ganz weich,
Wie von weit unten,
Wie eine Melodie,
Die das Herz bereits kennt.
Das Boot hielt an.
Vor Emil tauchte langsam etwas auf aus der Tiefe des Wassers.
Ein großer Wal,
Ganz blau,
Mit freundlichen Augen.
Er schwamm eine Weile neben dem Boot her.
Dann verschwand er wieder langsam in der Tiefe.
Das Boot glitt weiter.
Irgendwann tauchte wieder der kleine Steg auf.
Das Boot legte an,
Ganz ohne Ruck.
Emil stieg aus.
Er trat wieder in den langen Flur.
Die Tür mit den goldenen Punkten schloss sich hinter ihm,
Wie von selbst.
Er stand eine Weile da.
In seinem Bauch kribbelte es.
Langsam ging er zur Haustür zurück.
Die Glocken aus Glas klangen wieder,
Als er hinaustrat.
Draußen war alles wie zuvor.
Der Garten voller Blumen,
Der Wind,
Der durch die Bäume zog.
Emil hob seinen Rucksack auf und blickte noch einmal zurück zu dem kleinen Haus mit dem grünen Dach.
Dann ging er den Weg hinunter zurück nach Hause.
Aber er wusste,
Eines Tages würde er wiederkommen.
Und dann würde er vielleicht eine andere Tür öffnen.
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