
Gedankenkarussell stoppen
by Nadine Horn
Mit unseren Gedanken konstruieren wir uns unsere Wirklichkeit. Am Tag produziert unser Gehirn etwa 60.000 Gedanken aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit. Die Art, wie und was wir denken, hat mit der Gegenwart meist nicht viel zu tun, sondern hat ihren Ursprung in Kindheitserfahrungen oder auch in Meinungen von anderen Leuten. Unsere Gedankengänge folgen dabei immer wieder ähnlichen Mustern. Unsere Gedanken können zum Beispiel folgender Art sein: strukturierend, planend, erinnernd, phantasierend, lösend, bewertend. Auch eigene Bewertungen und die damit verbundenen Gedanken beeinflussen unser Erleben. Wir lassen uns dann gerne von unserem inneren „Geschichten-Erzähler“ leiten. Mit dieser Meditation übst Du, Deine Gedanken nur zu betrachten und Dich von ihnen nicht einfangen zu lassen. Erlebe eine ganz neue Qualität des Nichtdenkens, indem Du Dir auftauchende Gedanken zum Gegenstand der Meditation machst. Viel Freude!
Transkription
Herzlich willkommen zu deiner Gedankenmeditation.
Suche dir für deine Meditation einen ruhigen geschützten Ort,
An dem du dich wohlfühlst.
Du kannst die Meditation im Liegen oder auch im Sitzen durchführen.
Wählst du die sitzende Position,
So achte darauf,
Dass deine Wirbelsäule gestreckt,
Das Becken leicht gekippt und dein Kinn leicht zur Brust gezogen ist.
Wählst du die liegende Position,
Wähle die Position Shavasana.
Deine Beine sind leicht gespreizt und die Arme vom Körper weggestreckt.
Die Handflächen zeigen nach oben und deine Füße kippen ganz entspannt nach außen.
Komme nun mit deiner Aufmerksamkeit zu deinem Atem.
Spüre,
Wie er in dich ein- und wieder ausströmt.
Verweile mit deiner Aufmerksamkeit dort,
Wo du ihn am ehesten spürst,
Wo er sich am lebendigsten zeigt.
Einatmen und ausatmen.
Jedes Einatmen ist frisch und jedes Ausatmen ein Loslassen.
Wende dich nun deinen Gedanken zu.
Schau,
Womit dein Geist gerade beschäftigt ist.
Unaufhörlich produzieren wir Gedanken,
Die geprägt sind von Erfahrungen,
Die wir gemacht haben oder von Zukunftsplänen,
Die uns beschäftigen.
Immer und immer wieder spielen wir Situationen durch,
Die in der Vergangenheit oder in der Zukunft liegen.
Mit unseren Gedanken kreieren wir uns,
Unsere Wirklichkeit.
In dieser Meditation geht es darum,
Den Fluss der Gedanken zu beobachten,
Ohne sich dabei in die Geschichten zu verstricken,
Die Gedanken weiter zu verfolgen.
Vielleicht schaffst du es,
Deine Gedanken in einer Qualität zu beobachten,
Wie als würdest du am Ufer eines Flusses sitzen und sähe es das Wasser an dir vorbeiziehen.
Gedanken kommen und Gedanken gehen.
Es kann hilfreich sein,
Den Gedanken einen Namen zu geben,
Um sie anschließend wieder ziehen zu lassen.
Zum Beispiel,
Das ist planen oder das ist erinnern oder das ist bewerten.
Indem wir unsere Gedanken benennen,
Schaffen wir Abstand und können sie leichter wieder loslassen.
Manche gehen schneller und manche langsamer.
Vielleicht möchtest du einen Gedanken festhalten,
Weil er dir wichtig erscheint.
Nimm das wahr und lass auch diesen Gedanken wieder ziehen,
Wie das Wasser eines Flusses,
Das du am Ufer sitzend beobachtest,
Wie es vorbeizieht.
Wenn du die Gedanken nicht festhältst,
Gehen sie wieder.
Es sind nur Gedanken.
Sie kommen und sie gehen.
Mache dir bewusst,
Dass du zu jeder Zeit die beobachtende Rolle einnehmen kannst,
Um zu schauen,
Mit welchen Gedanken dein Geist gerade beschäftigt ist.
Trete dabei einen Schritt zur Seite und tauche nicht in die Geschichten ein.
Betrachte das Treiben deines Geistes aus der Distanz.
Komme nun zu deinem Atem zurück.
Dein Atem ist ein Anker der Achtsamkeit.
Immer und überall.
Du hast zu jeder Zeit die Möglichkeit,
Dich mit deiner Aufmerksamkeit,
Deinem Atem zuzuwenden.
Ganz gleich,
Ob du dich in innere Diskussionen oder Fantasien verstrickt hast.
Einatmen und ausatmen.
Bevor du nun langsam wieder im Raum ankommst und deine Augen öffnest,
Mache dir noch mal bewusst,
Wie du deine Gedanken in die Wahrnehmung genommen hast und was du beobachten konntest.
Vielleicht gelingt es dir,
Dir diese Qualität der Aufmerksamkeit noch ein wenig zu bewahren.
Öffne nun deine Augen und sei wieder ganz hier.
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