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Gesund Arbeiten | Eine Frage der Haltung.

by Nadine Horn

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Im Besser.Gesund.Arbeiten.-Podcast geht es um Deine psychische und physische Gesundheit im Job. Dazu hörst Du die persönlichen Geschichten und besten Tipps von Menschen aus der Praxis. In dieser Folge ist Dorothea Ekert bei mir zu Gast. Doro ist Lehrerin am Gymnasium in Erftstadt. Der Beruf des Lehrers ist spätestens seit Corona mit hohen Burn-Out-Raten belastet. Lehrer und Lehrerinnen sind oft am Limit - doch nicht immer ist das so. Woran das liegen kann, möchte ich im heutigen Gespräch mit Doro erfahren! Viel Freude beim Reinhören! Und wenn Du magst, freue ich mich auf Deine Fragen oder Gedanken dazu!

Transkription

Herzlich Willkommen im Besser gesund Arbeiten Podcast.

Hier hörst du Menschen aus der Praxis,

Die ihre Erfahrungen und Best Practices zum gesunden Arbeiten teilen.

Wenn du mich noch nicht kennst,

Ich bin Nadine Kurz und ich begleite als Organisationspsychologin Menschen und Unternehmen dabei,

Leistung und Gesundheit in ein stimmiges Gleichgewicht zu bringen.

Heute ist Dorothea Eckert bei mir zu Gast.

Doro ist Lehrerin.

Der Beruf des Lehrers ist spätestens seit Corona mit hohen Burnout-Raten belastet.

Lehrer und Lehrerin sind oft am Limit.

Doch immer ist es nicht so.

Und woran das liegen kann,

Möchte ich im heutigen Gespräch mit Doro erfahren.

Liebe Doro,

Herzlich willkommen.

Wie schön,

Dass du da bist.

Ja,

Hallo Nadine.

Ich freue mich auch total,

Dass du mich eingeladen hast.

Doro,

Ich habe dich deshalb eingeladen,

Weil ich es so faszinierend finde,

Wie du als Lehrerin trotz der hohen Anforderungen noch so den Spaß,

Die Freude und die Leidenschaft an deinem Beruf behältst.

Und bevor wir da gleich tiefer einsteigen werden,

Interessiert mich mal zu hören,

Warum glaubst du eigentlich,

Gehen so viele Lehrer aktuell auf dem Zahnfleisch?

Ja,

Also sehe ich auch bei uns im Kollegium.

Es gibt immer mal welche,

Die langzeiterkrankt sind und auch mit psychischen Belastungen zu tun haben.

Ich glaube einfach,

Dass es ganz eine große Versuchung ist,

Immer zu funktionieren.

Dass man einfach immer noch ein Päckchen draufgepackt bekommt und dann sagt,

Ja,

Mache ich auch noch.

Oder sich nicht sträubt oder einfach immer funktioniert und den Erwartungen entsprechen will.

Und ich glaube,

Dass es auch möglich ist,

In der Schule,

Gerade in unseren ja doch sehr gesicherten Arbeitsumständen,

Auch mal Nein zu sagen.

Zu sagen,

Nein,

Das ist mir jetzt zu viel,

Das mache ich jetzt nicht nochmal on top,

Weil der normale Arbeitsstress ist ja für viele schon sehr belastend.

Und so dieses Thema Selbstversorger ist für mich in den letzten Jahren wichtig geworden,

Weil ich einfach auch selbst merke,

So mit zunehmendem Alter,

Dass ich einfach mir gerne was Gutes tue und dass mir das wichtiger geworden ist,

Als immer allen Erwartungen zu entsprechen.

Und ich merke aber auch,

Dass es beides geht,

Dass es sogar manchmal Respekt hervorruft,

Wenn man einfach sagt,

So das ist jetzt einfach für mich nicht dran.

Ich fühle mich dafür jetzt gerade mal nicht zuständig.

Da kann man auch mal jemand anderen fragen und ja,

Vielleicht habe ich das bisher so gemacht,

Aber jetzt merke ich,

Das ist eigentlich gar nicht mein Aufgabenbereich und das möchte ich eigentlich jetzt nicht übernehmen.

Also das hätte ich mich vor 20 Jahren noch nicht getraut.

Hat sich auch sicher was entwickelt,

Wo man,

Wo ich so gemerkt habe,

Ich habe auch ein ganz gutes Standing an der Schule und ja,

Das wird glaube ich dann auch schon respektiert,

Wenn ich sage,

Ja,

Ich nehme das nicht noch mal dazu,

Dann ist das wahrscheinlich wirklich besser so.

Und ja,

Das ist vielleicht auch für jüngere Kolleginnen und Kollegen,

Die ja noch in diesem Heer mit der Arbeit,

Also es gibt jedenfalls viele,

Die sagen,

Ja,

Ich mache das noch und das auch noch und ja,

Schaffe ich noch.

Das ist vielleicht auch mal so ein Zeichen,

Man muss das nicht immer machen.

Und die eigene Grenze zu kennen und zu sagen,

Wenn ich jetzt noch was dazu nehme,

Gerate ich aus Gleichgewicht,

Da ist niemandem mitgedient und dann mache ich das einfach so für mich.

Ich finde,

So wie du das beschreibst,

Lässt sich das ja wirklich auch sehr gut auf viele andere Berufe übertragen,

Dass ich sage mal,

Der Prozess,

Wie man in so ein Straucheln kommt und so das Gefühl hat,

Ans Limit zu kommen,

Ist sehr wahrscheinlich oft ähnlich.

Und so wie du das jetzt beschrieben hast,

Wie du damit umgehst,

Hört sich so an,

Als ist es bei dir auch über die Zeit anders geworden.

Vielleicht gab es ja auch mal eine Zeit,

Wo es bei dir so war.

Was würdest du denn sagen,

Wie hat sich das dahin entwickelt,

Dass du es schaffst,

Grenzen zu setzen und auch mehr Selbstfürsorge zu betreiben?

Ja,

Also ich glaube,

Es hat wirklich auch was mit meinem Berufsprozess zu tun.

Also ich hatte früher sehr viel Stress mit,

Ich hatte drei kleine Jungs,

Die halt wirklich viel Energie gezogen haben und dann kam auch noch mal ein Vierter dazu,

Als ich da eigentlich schon aus dem Gröbsten raus war und da war das einfach so,

Ich musste funktionieren.

Ich konnte nicht sagen,

Ich brauche jetzt noch meine Auszeit,

Sondern die haben einfach gezogen und ich musste auch gehen und das war auch gut.

Es war eine gute Zeit,

Ich hatte die Energie,

Aber der Beruf war ja auch immer schon dabei,

Auch nur in Teilzeit und irgendwo musste ich halt dann auch sagen,

Wo bleibe ich noch?

Und die wurden größer und irgendwie habe ich dann auch im Beruf gemerkt,

Ich möchte eigentlich nicht,

Dass alle immer an mir ziehen.

Bei den Kindern ist es was anderes,

Das kann ich nicht verhindern,

Das ist auch ihr Recht,

Das sollen sie auch.

Aber im Beruf muss ich sagen,

Das eine oder das andere kann ich dann nicht mehr gut tun.

Also habe ich erst mal Stunden zurückgefahren in der Schule,

Weil ich das,

Was ich an Stunden geben wollte,

Auch gut tun wollte.

Und dann kam es einfach so,

Dass ich auch als die Kinder mich dann nicht mehr so sehr gebraucht haben und jetzt drei sind schon aus dem Haus,

Dass ich einfach dann gemerkt habe,

Ich will mir weiterhin irgendwie Gutes tun und trotzdem gute Arbeit leisten.

Und das hat also so angefangen,

Dass ich so geguckt habe,

Was tut mir gut.

Und dann habe ich Rituale eingeführt für mich,

Auch die für mich so wichtig sind,

Um eben meinen Alltag gut in den Griff zu bekommen,

Um mich auch auf den Tag zu freuen.

Es gab auch früher mal Tage,

Wo ich dann morgen schon dachte,

Oh Gott,

Wie stehst du das heute durch?

Dann bin ich geschlafen,

Dann noch ein anstrengender Tag mit der Schule,

Vielleicht noch eine Konferenz nachmittags oder noch einen Elternabend.

Und dann war einfach auch gar keine Lust mehr am Leben da.

Also es war wirklich so,

Dass ich dachte,

Du musst aufpassen,

Dass du dich in diese Situation gerätst,

Die viele andere schon haben mit dem Burnout.

Und dann habe ich mir einfach so überlegt,

Was mir gut tut und habe mir dann auch bei älteren Kollegen,

Das fand ich immer super spannend,

Die für mich so ein Role Model waren,

Habe ich mal geguckt,

Wie machen die das denn?

Da gab es welche,

Die waren wirklich ziemlich ausgelaugt,

Immer am Jammern und am Schimpfen.

Und manche,

Die waren wirklich,

Die ruten so in sich selbst und hatten auch noch so eine Ausstrahlung.

Und die habe ich mir halt immer genauer geguckt,

Mit denen die Pausen verbracht,

Mit denen geredet und so ein bisschen was auch erfahren.

Das fand ich super spannend.

Da habe ich mir also auch einige Ideen abgeguckt,

Die wirklich auch im Schulalltag praktikabel waren.

Klingt spannend.

Was sind das zum Beispiel so für Ideen,

Die du dir da abgeguckt hast,

Die heute noch Wert haben?

Also die eine Kollegin,

Die ist jetzt auch schon im Ruhestand,

Die hat zum Beispiel,

Wir hatten früher einen Meditationsraum an der Schule und der ist jetzt leider,

Weil wir gerade im Umbau sind,

Nicht mehr vorhanden,

Aber der kommt hoffentlich wieder.

Und die hat sich einfach in der Mittagspause,

Wenn sie Nachmittagsunterricht hatte,

In den Meditationsraum zurückgezogen,

Hat sich da auf ein paar Matten gelegt und hat geschlafen,

Hat sich dann den Wecker gestellt,

Danach war die wieder taufrisch.

Wir haben auch eine Lehrerlounge neben dem Lehrerzimmer.

Und in der Lehrerlounge,

Da sind wir eigentlich so am Kaffee trinken und quatschen und führen einfach so Gespräche,

Die jetzt nicht nur mit Schule zu tun haben.

Und das ist halt auch so ein Ort der Ruhe oder wo wir so einfach auch kommunizieren.

Und ja,

Das finde ich einfach total schön,

Dass man einfach so einen Ort hat,

Wo man Gespräche hat,

Wo man sich auch wohlfühlt in der Schule.

Weil das Lehrerzimmer ist nicht unbedingt so ein Wohlfühlort,

Weil da auch immer Arbeit ist und hin und hergerenne und ja,

Hektik,

Vor allem in den Pausen.

Und diese Lounge ist eher so ein Ort zum Runterkommen.

Also so was zum Beispiel,

Dass man solche Orte hat.

Es kann auch ein Schulgarten sein,

Wenn eine Schule sowas hat.

Dann gehe ich mal,

Setze mich unter einen Baum oder ja,

Oder man verkrümelt sich einfach mal irgendwo hin,

Ganz vom Schulgelände und schalte zwischendurch mal komplett ab.

Das ist vielleicht auch eine Möglichkeit zu sagen,

So das ist jetzt meine Auszeit im Schulalltag.

Ich habe eine Freistunde und ich bin jetzt einfach nicht zu finden.

Bin jetzt weg.

Es hört sich total spannend an und das klingt auch so,

Als sei das Kollegium auch offen für solche Maßnahmen oder Interventionen,

Sage ich mal.

Wie würdest du das denn einschätzen?

Wie ist das woanders?

Seid ihr da besonders oder lebt es davon,

Dass es einfach jemand vormacht und die anderen machen es mit?

Also ich habe ein super Kollegium,

Würde ich mal sagen.

Also ich glaube,

Es gibt da keinen drin,

Wenn ich den oder die um Hilfe bitten würde,

Würde jemand Nein sagen.

Also das ist schon mal,

Finde ich,

Eine super Ausgangslage.

Und ich glaube,

Auch unser Kollegium hält uns auch an der Schule,

Auch wenn es woanders vielleicht schöner ist oder Beförderungsstellen gäbe.

Dieses Kollegium ist einfach Gold wert und wenn man weiß,

Man kann sich auf seine Kolleginnen und Kollegen verlassen und die unterstützen einen und die sprechen einem auch mal Mut zu oder ja,

Das ist einfach etwas,

Wo man so eine Art Hängematte auch haben kann.

Also ich weiß,

Auf Fortbildung erhöhe ich auch manchmal,

Dass Leute sich von ihren Schulen wegbewerben,

Weil das Kollegium so mies ist.

Weil da eine giftige Stimmung ist oder jeder gönnt dem anderen nicht die Butter auf dem Brot und man teilt keine Arbeitsblätter miteinander,

Wenn man in der gleichen Arbeitsstufe unterrichtet,

Sondern alle erhorten ihren geistigen Besitz für sich.

Und das ist also etwas,

Wo ich denke,

Oh Gott,

Dann würde ich mich wirklich tot unwohl fühlen.

Und ich glaube,

Es hat auch ganz viel damit zu tun,

Wie so eine Schule sich so selbst leitet und stützt.

Also es kann natürlich sein,

Dass eine gute Schulleitung da was ausmacht,

Aber wir können uns auch selbst viel Gutes tun.

Und ich glaube,

Das ist bei uns einfach so eine Haltung geworden.

Bin ich sehr froh darüber.

Ja,

Auf jeden Fall.

Das ist etwas Besonderes.

Was würdest du den Menschen empfehlen,

Die in so einer toxischen Umgebung sind,

Wo das Kollegium oder andere Kollegen in anderen Kontexten,

Ja,

Da vielleicht auch so ähnlich sind,

Wie du es gerade beschrieben hast?

Was ist denn da ein guter Weg?

Heißt das immer,

Dass man dann gehen muss oder gibt es da vielleicht auch Möglichkeiten aus deiner Sicht?

Also es ist auf jeden Fall,

Denke ich,

Eine Herausforderung und das ist sicher auch schwierig.

Aber ich glaube,

Man kann selbst versuchen,

Eine kleine gute Zelle zu gründen und gucken.

Es wird ja nicht jeder in diesem Kollegium toxisch sein oder egoistisch und gucken,

Wer ist das vielleicht nicht und dann mit denen vielleicht zusammen was aufbauen.

Ob man erstmal einfach zusammen,

Ja,

Also zum Beispiel,

Ich habe jetzt mit manchen Kollegen auch eine Supervisionsgruppe,

Die wir zusammen besuchen.

Das verbindet uns ungeheuer,

Weil wir da auch schulische Dinge eben reflektieren oder auch proben oder üben und uns dann auch manchmal bei einer Konferenz zuzwinkern,

Weil genau so eine Situation dann gerade stattfindet,

Die wir vielleicht da in der Supervision mal thematisiert haben.

Also Supervision finde ich super hilfreich,

Auch wenn man in einem schlechten Kollegium eben untergebracht ist und auch nicht so leicht da wegkommt,

Auch manchmal umzugsbedingt schwierig wird.

Supervision,

Dass man sich einfach selbst stark macht und Unterstützung holt und austauscht und man kriegt da so viel Input auch von anderen Kollegen,

Die solche Situationen auch kennen und der Austausch ist einfach unheimlich hilfreich.

Also das gibt es,

Glaube ich,

Überall auch,

Dass man so eine Gruppe erreichen kann.

Na klar,

In den eigenen Kollegen dann auch gucken,

Wie gesagt,

Mit wem kann ich denn hier gut und wer würde denn auch sich öffnen?

Also manchmal haben alle so einen Schutzpanzer um,

Weil so eine Stimmung insgesamt ist,

Aber manchmal merkt das,

Glaube ich,

Schon,

Bei welchen ist der Panzer eigentlich ungern da und die würden eigentlich gerne anders agieren.

Und ich glaube,

Das würde ich dann einfach probieren,

Leute ansprechen,

Ein bisschen Mut haben und zu sagen,

Geht es dir auch so?

Das und das hier ist doch wirklich nicht schön.

Wie siehst du das?

Und manchmal kommt man dann vielleicht auch schnell ins Gespräch,

Könnte ich mir vorstellen.

Meintest du,

Das ist häufig dann vielleicht auch abhängig von der Leitung oder ist das dann auch das Kollegium sozusagen,

Was das ausmacht?

Ja,

Also ich habe jetzt an dieser Schule schon mehrere Schulleitungen erlebt.

Ich bin da schon über 20 Jahre und ich habe also nie gemerkt,

Dass das Kollegium deswegen irgendwie strapaziert war.

Also es war eigentlich schon immer ziemlich gut,

Auch wenn die Schulleitungen,

Ich denke mal,

Wechselhaft gut waren,

Auch was die Personalführung betrifft.

Also es gibt welche,

Da merkt man sofort,

Da ist ein ganz anderer Geist.

Da wird man als Kollege auf Augenhöhe gesehen oder Kollegin.

Augenhöhe,

Finde ich,

Heutzutage sollte es eigentlich Basics sein.

Da kann man trotzdem gut leiten.

Aber wenn man eine Persönlichkeit ist,

Die was ausstrahlt,

Dann geht das mit der Augenhöhe.

Und ja,

Das kriegen glaube ich nicht alle so gut hin.

Aber ich freue mich immer,

Wenn wir Schulleitungen haben,

Wo das so gut klappt.

Also es fördert das natürlich auch.

Man arbeitet dann lieber,

Man kommt dann vielleicht auch lieber.

Und ja,

Trotzdem lassen wir uns nicht beirren davon.

Also es ist trotzdem ein gutes Kollegium insgesamt.

Ja,

Das klingt gut.

Du hattest zu Beginn auch mal gesagt,

Dass man sich schnell am Limit fühlen kann,

Auch was mit Abgrenzung zu tun haben kann.

Und hast du da eine Beobachtung,

Welchen Menschen das vielleicht leichter fällt und anderen,

Denen es vielleicht schwerer fällt?

Und was würdest du sagen,

Wie kann man das lernen?

Ich glaube,

Es hat auch ganz viel damit zu tun,

Wie wir selbst geprägt wurden.

Ich glaube,

Dass es vielen Menschen so geht,

Dass sie gerne den Erwartungen um sich herum entsprechen wollen.

Man fühlt sich dann,

Glaube ich,

Sicher.

Oder man denkt,

Wenn alle anderen zufrieden sind mit mir,

Dann kann ich auch zufrieden sein.

Aber ich glaube,

Das ist ein Trugschluss.

Ich glaube,

Erstmal muss man mit sich selbst zufrieden sein und seine eigenen Erwartungen erfüllen.

Und ja,

Sowas wie vorauseilender Gehorsam oder so.

Ich möchte gerne von allen gemocht werden oder ich möchte gerne,

Dass die Schulleitung mich lobt oder dass ich was zurückbekomme.

Das ist so eine Abhängigkeit,

Die ich dann vom Außen habe.

Und das ist natürlich vielleicht dann auch schön,

Wenn das kommt,

Diese Erwartungen erfüllt werden.

Aber man ist abhängig davon.

Und ich merke,

Dass ich das nicht mehr sein möchte.

Ich kenne das von mir selbst auch.

Das tut total weh.

Klar tut das jedem gut,

Wenn er gelobt wird.

Aber wenn ich mich nur dann gut fühlen kann,

Bin ich abhängig.

Und wenn ich morgens zur Arbeit gehe und weiß,

Das,

Was ich heute vorbereitet habe und das,

Was ich heute machen werde,

Das ist gut.

Und ich meinen Schülerinnen und Schülern gerecht werde,

Wenn ich die im Blick habe bei dem,

Was ich tue und gucke,

Wie reagieren die.

Dann ist das mir viel wichtiger,

Als dass ich jetzt irgendwie ein Feedback von woanders her bekomme.

Und ich glaube,

Dass das ganz oft noch so ist,

Dass so dieses Feedback von jemand anderem sehr wichtig ist im Lehrerberuf.

Und von Schülern kommt es nicht.

Das braucht man gar nicht zu erwarten oder sehr selten.

Das ist einfach,

Das ist nicht ihre Aufgabe auch.

Die müssen ja dahin kommen.

Und alle anderen sind auch sehr mit sich selbst beschäftigt.

Und das ist gut,

Wenn man sich dann davon unabhängig macht,

Das für sich zu brauchen.

Das stelle ich mir gar nicht so leicht vor.

Es ist sicher ein Prozess.

Also ich kenne das von mir selbst auch und auch von den Menschen,

Mit denen ich arbeite,

Dass gerade dieses Abgrenzen und eben nicht immer alle Anforderungen zu bedienen wirklich eine große Herausforderung ist.

Und da echt viel Arbeit an sich selbst braucht.

Wie würdest du so deinen Prozess dahin beschreiben,

Wie du denen gegangen bist?

Was hat dich dabei unterstützt,

Das gut machen zu können?

Ja,

Also ich glaube,

Dass mich meine Krisen immer,

Also Rückblicke immer weitergebracht haben.

Und dass ich immer in diesen Krisenzeiten,

Wo es mir also auch gar nicht gut ging,

Wo ich also auch wirklich dann auch mal sehr starke Tipps hatte,

Dass ich dann immer mehr mich auf mich besonnen habe und auch auf mich geachtet habe.

Das waren einfach Zeiten,

Wo ich auf mich achten musste.

Und dass ich dann einfach ja nett zu mir war und gemerkt habe,

Es geht mir dann besser,

Wenn ich erstmal nett zu mir bin.

Und das kann ich ja immer sein.

Da muss ich nicht darauf warten,

Dass das andere sind.

Und dann,

Wie gesagt,

Es kamen dann einfach solche Rituale dazu,

Die meinen Alltag irgendwie leichter gemacht haben,

Dass ich einfach mehr Auszeiten genommen habe,

Stille Zeiten,

Dass ich ganz viel mit Musik mich verbunden habe,

Meine eigenen Auftankstellen gesucht habe und dann gemerkt habe,

Dass ich damit auch eine Stabilität bekomme.

Wenn alles mögliche an mir zerrt,

Immer wieder diese kleinen Oasen aufsuchen.

Auch in der Schule,

Ich bin jetzt echt gesegnet.

Ich habe da einen wunderschönen Raum,

Den ich mir selbst einrichten konnte,

Weil ich auch noch Beratungslehrerin bin und dort eben auch diese Gespräche mit Kindern führe in Krisen.

Und dieser Raum ist auch für mich ein Rückzugsort.

Also das ist einfach etwas,

Wo ich auch merke,

Da komme ich wieder mal zu mir,

Habe ich wieder die Energie danach,

Weiterzumachen.

Und das ist natürlich etwas Besonderes.

Aber ich glaube,

So etwas Ähnliches kann man auch finden,

Wenn man jetzt keinen eigenen Raum hat und irgendwie Orte oder Situationen findet,

Wo man sich dann immer mal wieder auftankt zwischendurch.

Das klingt sehr,

Sehr schön.

Ich könnte mir vorstellen,

Wenn jetzt so Menschen zuhören und sich fragen,

Wie kriege ich das denn in meinen vollen Alltag,

So stille Zeiten und vielleicht auch in die Natur zu gehen oder Musik zu hören.

Das ist so das,

Mit dem ich auch ganz häufig konfrontiert bin.

So hat es ja noch mehr zu tun.

Wie würdest du sagen oder vielleicht kannst du auch mal so beschreiben,

Wenn es das überhaupt gibt?

Wie sieht so ein typischer Tag bei dir aus?

Also ich glaube,

Das ist irgendwie so,

Also für mich ist so ein Tag,

Also wenn ich morgens,

Ich stelle mir den Decker eine halbe Stunde früher,

Als ich es müsste,

Weil ich einfach diese halbe Stunde dann morgens schon feiere.

Das ist für mich einfach Premium-Time,

Kann man so sagen.

Und dann habe ich eine Meditationszeit.

Ich habe eine Küche mit einem Balkon davor,

Dem Altbau ziemlich hoch oben und ich kann weit gucken.

Und dann fange ich erst mal an mit dieser Weite,

Gucke in den Sonnenaufgang morgens rein,

Wenn er dann schon ist,

Je nachdem,

Welche Jahreszeit und komme erst mal so zu mir.

Bin einfach ganz bei mir und stille Atem.

Und danach habe ich noch Zeit.

Das habe ich vor ein paar Jahren angefangen.

Es sind ungefähr zehn Minuten diese einfache Stille und dann ungefähr so 20 Minuten.

Ich habe so angefangen,

Ein Dankbarkeitsbruch zu führen.

Das war für mich ein Tipp von einer guten Freundin in der Zeit,

Wo es mir schlecht ging und sie gemeint hat,

Jeden Tag gibt es auch gute Sachen.

Siehst du die überhaupt noch?

Und da habe ich so gemerkt,

Dass ich auch manchmal schon dazu geneigt habe,

Einen Negativfilter vor den Augen zu haben und sehe,

Was nicht gut läuft,

Was mich stresst,

Was mich fertig macht,

Wo ich mich ärgere.

Und sie hat dann gesagt,

Drei Dinge,

Die du morgens reinschreibst,

Wofür du dankbar bist.

Und in dieses Buch schreibe ich nur schöne Sachen rein.

Ich habe auch noch ein Tagebuch,

Wo ich auch reinheule und wo ich auch meine Wut und meinen Ärger reinschreibe.

Das ist auch eine gute Sache.

Aber in diesem Dankbarkeitsbruch,

Da stehen ganz kleine Dinge drin.

Zum Beispiel,

Ich bin dankbar für den Cappuccino,

Der gerade vor mir dampft.

Oder ich bin dankbar dafür,

Ich habe heute die erste Amsel gehört.

Oder ich bin dankbar dafür,

Heute hat mich ein Schüler gegrüßt,

Der mich seit zwei Jahren eigentlich nicht mehr gekannt hat.

So Dinge,

Die mir irgendwie aufgefallen sind und so einen klitzekleinen Glücksblitz ins Herz gezaubert haben.

Und dann denke ich,

Das hält es jetzt auch mal schriftlich fest.

Das ist es wert,

Nicht gleich wieder vergessen zu werden.

Und dieses Dankbarkeitsbuch,

Ich hätte es erst nicht gedacht,

Hat wirklich eine andere Haltung auch bewirkt,

Weil ich gemerkt habe,

Ich bin dadurch fokussiert darauf,

Kleine Dinge zu entdecken,

Über die ich mich freue.

Und das macht mir auch jetzt richtig Spaß.

Das sind auch manchmal mehr als drei Dinge,

Aber es sind irgendwie immer jeden Tag ein paar Sachen,

Die ich da reinschreibe.

Und wo ich so merke,

Es ist eine Haltung,

Die sich ändert.

Das ist mein Positivfilter,

Ist jetzt irgendwie aktiv.

Und ja,

Das ist etwas,

Da stehe ich von auf und dann lächle ich erst mal noch eine halbe Stunde.

Weil mich dann auch freut,

Dass mir diese Sachen dann auch eingefallen und aufgefallen sind.

Und die hätte ich früher einfach so nicht bemerkt,

Weil ich diese Haltung gar nicht hatte bis dahin.

Das ist ja oft so,

Dass wir uns sozusagen in der Gestaltung des Morgens ja auch ausrichten auf den Verlauf des Tages.

Also wenn wir da schon mit einem anderen,

Mit einer anderen Wahrnehmungsbrille oder mit einem anderen Fokus morgens starten,

So wird ja auch unser Tag weiter verlaufen.

Wenn wir halt morgens schon müde und erschöpft sind und uns fragen,

Wie soll das alles nur gehen,

Dann haben wir uns ja diese Brille aufgesetzt.

Und das bestätigt sich ja dann häufig auch über den Tag,

Dass es einfach alles zu viel wird.

Und wenn wir aber morgens dankbar,

Froh und mit Ruhe den Tag starten,

Dann ist das ja meist schon ganz gut für unsere Resilienz,

Für den weiteren Verlauf.

Diese halbe Stunde,

Die ist natürlich Überwindung erst mal gewesen.

Halbe Stunde weniger Schlaf.

Ich gehe manchmal auch nicht so super früh ins Bett.

Dann denke ich,

Halbe Stunde früher,

Yes,

Muss das jetzt sein.

Aber diese halbe Stunde hat mehr Qualität für mich,

Als die halbe Stunde Schlaf länger.

Das kann ich mir sehr gut vorstellen.

Und wie gestaltest du dann deinen Abend?

Sieht das ähnlich aus?

Also natürlich spielt ja auch Familie eine Rolle.

Aber so,

Bevor ich schlafen gehe,

Ja,

Ich lasse also wie so einen Film manchmal das noch so vor mir alles noch mal durchlaufen,

Was an dem Tag so war.

Also ich bin auch ein spiritueller Mensch oder ein religiöser Mensch.

Also für mich ist das auch in Gebet dann gebunden,

Was ich dann also auch noch mal so reflektiere.

Und ja,

Ich sage auch gerne danke dann für das,

Was war.

Und diese Dinge,

Die danke,

Für die ich abends noch mal danke,

Die vielleicht auch mal schwer waren.

Ich denke auch immer,

Dass ich dann auch für Dinge danken kann,

Die eine Erfahrung waren,

Die vielleicht erst mal sich nicht gut anfühlt,

Wo ich aber dann weiß,

Es ist vielleicht ein Samenkorn für irgendwas anderes,

Was daraus entsteht.

Also ich habe über die Jahre hinweg so oft gemerkt,

Dass die Dinge,

Die nicht gut gelaufen sind,

Mich weitergebracht haben,

Dass die genau etwas befördert haben oder ein Wachstum in Schwung gebracht haben,

Was ich vorher nie vermutet hätte,

Wo ich dann also über dieses Hindernis in meinem Weg wirklich ärgerlich war oder mich aufgeregt habe und dann später so merke,

Das ist immer was,

Wo ich so eine Entwicklung dann auch gemacht habe.

Also das ist auch was,

Also das merke ich auch,

Dass ich das dann auch in den Beratungsgesprächen oft weitergebe,

Wenn Schüler also kommen,

Die mit Krisen zu tun haben oder mit Sorgen oder mit wirklich schwierigen Herausforderungen,

Dass ein Elternteil gestorben ist oder schwer krank ist und da man auch nicht eben mal sagen kann,

Ja,

Das ist alles für irgendwas gut,

Sondern einfach so,

Das ist jetzt schwer und es piekst und tut weh.

Was daraus wird,

Weiß man noch nicht.

Aber dann gucken wir nach,

Was ist jetzt die Kraft,

Die du bekommen kannst,

Um das durchzuhalten und ja,

Da findet sich meistens dann schon irgendwas.

Wir gucken einfach nach Kraftquellen und so gucke ich da bei mir auch,

Wenn ich jetzt irgendein Hindernis habe,

Was ist das,

Was ich daran lernen kann.

Ja,

Das klingt toll.

Jetzt hast du beschrieben,

Dass du auch Beratungslehrerin bist.

Das ist ja auch nochmal eine besondere Funktion im Lehrerdasein,

So habe ich das verstanden.

Ja,

Also als Beratungslehrerin hat man ja so ein paar Stunden pro Woche,

Die man geblockt ist für Gespräche.

Das ist bei uns gerade ziemlich viel,

Was da an Bedarf ist.

Das ist seit Corona mehr geworden.

Das ist bei uns in Erftstadt jetzt auch seit der Flut mehr geworden,

Weil da auch Kinder wirklich traumatisiert waren,

Deren Haus quasi im Wasser komplett unbewohnbar geworden ist.

Also seit dieser Zeit habe ich deutlich mehr Beratungsgespräche und die Kinder haben halt wirklich viele Probleme.

Die müssten eigentlich zum Therapeuten oder zum Kinderpsychologen.

Da kriegt man aber ganz schwer Plätze und ich sehe mich manchmal so als Zwischenstation,

Obwohl ich das ja überhaupt nicht bin,

Aber die haben sonst gar keine Anlaufstelle und manchmal ist es einfach gut zuzuhören oder zu gucken,

Was kann man jetzt im Moment an Stärkung mitgeben.

Es gibt sehr viele Kinder,

Die mit Depressionen zu tun haben oder mit einer Stimmung oder selbstverletzendes Verhalten.

Es gibt sehr viele,

Gerade Mädchen und Essstörungen.

Also das sind viel mehr Fälle als noch am Anfang meiner Beratungslehrerzeit.

Das hat sich wirklich enorm hoch entwickelt.

Die Kinder haben sich verändert und brauchen mehr.

Also die brauchen weniger gefüllt zu werden mit Wissen als wirklichen Begleitungen auf dem Weg ins Leben.

Auch Resilienzentdeckung vielleicht.

In diesen Bereichen,

Denke ich,

Ist es wichtig,

Auch mit Kindern zu arbeiten.

Und wir als Gymnasium sind da ja auch eher immer sehr kopflastig und füttern gerne den Kopf und gucken,

Dass das mit dem Wissen stimmt,

Dass der Abi-Durchschnitt bei uns gut ist.

Aber jetzt merke ich,

Dass die Schule insgesamt sehr große Wahrnehmung dafür hat,

Dass das eben nicht reicht,

Dass wir eben das ganze Kind sehen.

Und ja,

Das ist,

Glaube ich,

Auf einem guten Weg gerade bei uns.

Das stelle ich mir auch sehr herausfordernd vor,

Neben dem normalen Lehrerberuf,

Also in der lehrenden Tätigkeit,

Auch noch die Beratende zu machen,

Gerade auch in so schwierigen Situationen.

Das ist ja wahrscheinlich auch was,

Was man mit nach Hause nimmt,

Oder?

Ja,

Schon.

Also ich erzähle ohne Namen natürlich manchmal einer Freundin,

Die auch so was macht,

Einer Schule in Köln,

Die also Schulsozialarbeiterin ist.

Da erzähle ich von den Fällen und sie erzählt mir auch.

Und wir geben uns ja noch gegenseitig Hilfestellung und wir sind auch in der gleichen Supervisionsgruppe.

Supervision ist super.

Und mein einer Beratungskollege,

Mit dem habe ich auch alle 14 Tage so ein Treffen,

Wo wir Freiberatung machen und gucken,

Wie können wir noch alternativ unterstützen.

Also das ist einfach wichtig,

Dass ich mich selbst vernetze mit anderen und auch gucke,

Wie kann ich das,

Was manchmal belastend ist,

Selbst für mich gut in meinen Tag einsortieren,

Ohne dass ich jetzt davon nachts mich schlaflos hin- und herwälze.

Also das tue ich nicht.

Das geht also schon so,

Dass ich merke auch,

Wenn es irgendwie zu heftig ist,

Dass wenn Kinder zu mir kommen und sagen,

Ich möchte nicht mehr leben,

Das hatte ich auch schon ein paar Mal,

Dann lasse ich die auch nicht zur Tür rausspazieren und denke so,

Hoffentlich geht es gut,

Sondern dann hole ich natürlich auch Leute dazu,

Die irgendwie vom Fach sind,

Also Schulpsychologen oder Charitas,

Die kommen ein bisschen fort und sind dann auch da.

Also ich muss einfach gucken,

Dass ich mich selbst nicht überfordere und die Sachen,

Wo ich merke,

Das ist jetzt eine Nummer zu groß und das kann ich gar nicht,

Bin ich überhaupt nicht für ausgebildet,

Die mache ich auch nicht.

Und auch bei manchen anderen Kindern sage ich,

Ihr müsst schon gucken nach einem Therapeuten,

Dann gucke ich auch mit den Eltern und nur solange das noch nichts wird mit einem Platz,

Kann es so kommen.

Also das ist einfach so,

Diese feinen Abstufungen,

Wie weit kann ich unterstützen,

Wie weit sollte ich und was sollte ich,

Auf gar keinen Fall.

Das ist halt auch so ein Klima und wir haben auch einen Schulsozialarbeiter,

Der ein super Unterstützer ist und ich bin da,

Glaube ich,

Ganz gut eingebettet in Unterstützung und von daher fühlt sich das gut an.

Ja,

Es klingt nach einer sehr herausfordernden Tätigkeit,

Du hast ja gerade beschrieben,

Wie du auch für dich dafür sorgst,

Dass du dich davon nicht so mitreißen lässt und da auch gut wieder an der Präsenz bleibst für deine Schüler und Schülerinnen.

Der Podcast heißt jetzt auch besser gesund arbeiten.

Was würdest du denn so im Allgemeinen auch dazu sagen,

Was bedeutet gesundes Arbeiten für dich?

Ja,

Ich glaube gesundes Arbeiten heißt für mich,

Dass ich meine Bedürfnisse überhaupt kenne,

Weil wenn ich gesund bleiben will,

Muss ich wissen,

Was mir gut tut und was mir schadet.

Und wenn ich weiß,

Was mir schadet und ich es trotzdem weiter zulasse und weitermache,

Werde ich irgendwann nicht mehr gesund sein.

Ich habe auch gemerkt,

Eine volle Stelle ist für mich nicht gut.

Ich habe also Teilzeit,

Dass ich merke,

Ich habe also einen Tag die Woche frei.

Das ist schon hoher Luxus,

Das weiß ich,

Aber ich habe natürlich auch weniger Geld dafür.

Trotzdem komme ich damit aus und merke,

Es ist für mich,

Um gesund zu bleiben,

Viel besser so.

Trotzdem bin ich zu allem fähig,

Was ich machen möchte.

Es ist immer noch genug da und hält mich aber gesund.

Und ja,

Ich glaube,

Das geht vielleicht nicht bei allen so,

Dass manche eine volle Stelle arbeiten und da muss man,

Glaube ich,

Gucken,

Dass man sich wirklich Energizer sucht,

Die einem immer wieder diese Energie geben,

Die das Ganze auch kostet.

Das kann vielleicht nicht so die viele freie Zeit dann sein,

Aber es kann vielleicht dann irgendwas sein,

Was man sich einbaut in den Tag,

Wo man sagt,

Er stapelt Korrekturen neben mir auf dem Schreibtisch.

Alle fünf Hefte,

Die ich geschafft habe,

Mache ich irgendwas Schönes.

Ob das jetzt eine Tasse Tee ist oder ob das jetzt einmal Umblock spazieren ist oder,

Oder,

Oder.

Ich denke,

Dass einfach diese Selbstfürsorge weiter reinkommt in den Alltag,

Dass ich mich nicht so zerfressen lasse davon,

Was gefordert ist.

Ja,

Vielen Dank und ja,

Das ist mit Sicherheit für viele ein Prozess,

Aber ein Prozess,

Der sich lohnt,

Denn jede Entscheidung,

Die wir treffen,

Finde ich,

Hat ja auch ihren Preis.

Von daher finde ich das total toll dann auch,

Wenn Menschen Entscheidungen treffen und sagen,

Ja,

Ich bezahle das mit zu viel Energie,

Die ich da reingebe,

Ich bezahle es mit meiner Gesundheit und deswegen entscheide ich mich am Ende dafür,

Da einfach kürzer zu treten.

Denke ich ganz oft eine ganz vernünftige und gute Entscheidung aus meiner Sicht.

Ja,

Glaube ich auch und ich glaube,

Man kann auch manchmal im Alltag etwas noch dazu machen,

Was einen vielleicht wirklich mehr erfüllt.

Also ich fand das zum Beispiel sehr wichtig für mich,

Dass ich nicht nur meine Fächer unterrichte,

Sondern eben auch noch etwas tun kann,

Was irgendwie mehr an dem,

Was eigentlich meine Hauptmotivation war,

Nämlich mit Kindern zu arbeiten und die auch zu begleiten,

Dran ist.

Also wenn ich nur mit der Wissensvermittlung zu tun habe und dafür auch gar keine anderen Kapazitäten übrig bleiben,

Das würde mich sehr unzufrieden machen.

Ich finde,

Das gibt auch ganz viel Energie,

Wenn ich immer wieder das Kind angucke,

Was da vor mir sitzt oder vielleicht auch der Störenfriede,

Der vor mir sitzt und ich dann auch den Blick habe,

Was ist mit dem.

Jeder kleine Tyrann hat eine Geschichte,

Denke ich mal und da bin ich einfach total neugierig drauf.

Das gibt mir auch mal ganz viel zurück,

Dass ich die Kinder im Blick habe.

Jedenfalls meine ich das,

Dass ich das habe und dass sie mich als Persönlichkeit interessieren und auch so über die Jahre hinweg,

Wie sie sich entwickeln.

Manchmal hat man die in der 5 und 6 und dann kurz vor Abitur erst wieder und da staune ich immer und finde das einfach unglaublich,

Wie sie sich als Person entwickeln und nicht nur,

Was sie jetzt dazugelernt haben an Wissen.

Das finde ich eine ganz ganz tolle Haltung,

Wie du hast es jetzt gerade mit Schülern beschrieben,

Wie du sozusagen dahinter guckst,

Wenn auch so ein leidvolles Verhalten oder ein Verhalten mit einer Strategie,

Die uns vielleicht erst mal unangenehm erscheint,

Wie du dir das erklärst oder dass du da neugierig bist auf das,

Was eigentlich zu diesem Verhalten führt.

Und ich finde,

Das lässt sich auch total gut übertragen auf andere Jobs und auch auf Erwachsene,

Weil wir sind ja auch mit Erwachsenen konfrontiert und streiten uns im Sinne von Konflikten und da einfach mit dieser Haltung ranzugehen und das Leid des anderen zu sehen und da wieder weicher zu werden.

Ich finde,

Das ist eine ganz ganz tolle Haltung,

Die uns im Alltag wirklich auch weiterbringt und uns selbst auch ganz viel Ärger,

Frust und negative Energie erspart.

Ja,

Das glaube ich auch.

Jetzt haben wir eine tolle Reise gemacht.

Du hast uns mitgenommen in deinen Tagen,

Deine kleinen Rituale,

Die du findest und ja auch eben die Haltung,

Die du gerade beschrieben hast,

In der du deinen Schülern begegnest und auch wie du mit Kollegen interagierst,

Finde ich ganz ganz wertvoll.

Da ist ganz viel sicher dabei.

Und jetzt würde ich dich gern zum Abschluss noch mal fragen,

Ist da noch irgendwas,

Was du hinzufügen möchtest oder irgendwas,

Was du gerne einfach noch loswerden möchtest oder den Hörern und Hörerinnen mit auf den Weg geben möchtest?

Ja,

Ich glaube wirklich so diese Dinge,

Die einem gut tun,

Die mehr Zeit geben.

Also ob das jetzt der Sport ist oder Meditation oder für mich auch kreative Dinge,

Musik hören,

Musik machen,

Malen,

Zeichnen,

Das sind alles Dinge oder Schreiben,

Die mehr Energie geben als Zeit kosten,

Finde ich.

Und das ist natürlich wahrscheinlich bei jedem was anderes und vielleicht muss man es auch erst noch entdecken.

Aber ich glaube,

Dass es sich lohnt,

Danach auf die Suche zu gehen.

Was ist das,

Was mich erfüllt,

Was mir was zurückgibt und meine Zeitinvestition wirklich dann auch mit Energie gefüllt zurückgibt und danach suchen.

Das glaube ich,

Ist auf jeden Fall sinnvoll.

Ganz ganz herzlichen Dank,

Liebe Doro an dich.

Wir sehen uns ja gleich oder hören uns gleich noch mal im kurzen Format sieben Fragen an.

Ja,

Genau.

Danke dir erstmal für deine Zeit.

Lass mich doch gerne wissen,

Welche Gedanken du zu diesem Gespräch hast.

Alle Möglichkeiten,

Deine Gedanken zu teilen,

Findest du in den Shownotes.

Und wenn du mehr über Doros persönliche Toolbox erfahren möchtest,

Dann hör doch gerne rein in den zweiten Teil dieser Folge,

Der im nächsten Monat erscheint.

Und falls du neue Podcast-Episoden nicht verpassen möchtest,

Kannst du diese auch ganz bequem per Mail in deinem Postfach erhalten.

Melde dich dazu einfach über den entsprechenden Link in den Shownotes an.

Ich freue mich sehr,

Dass du heute reingehört hast in diese Folge und natürlich auch,

Wenn du beim nächsten Mal wieder mit dabei bist,

Beim Besser Gesund Arbeiten Podcast.

4.8 (5)

Neueste Bewertungen

Nicole

September 21, 2025

Sehr interessantes und hilfreiches Gespräch -Danke!

rahel

September 29, 2024

✨🪷✨

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