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Der Nachtzug | MEDITATION & GESCHICHTE zum Einschlafen

by Alexandra Matthes

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Meditation
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Eine entspannende Abendroutine (geführte Meditation mit Tagesreflexion) und eine märchenhafte Geschichte zum Einschlafen von Alexandra Matthes. Start Märchen: 8:02 Was in der Gesichte passiert: Das moderne Märchen erzählt von Mira, die spontan einen Nachtzug in den Süden nimmt und unterwegs verschiedenen Menschen begegnet, die jeweils kleine Spuren in ihr hinterlassen. Am Ziel angekommen erkennt sie, dass sie einen neuen Lebensabschnitt beginnt, den sie bewusst gestalten will. Wie immer, so wird auch dieses Märchen am Ende gut ausgehen, Du kannst also jederzeit beruhigt einschlafen. Die Abendroutine vorneweg enthält eine Meditation, Dankbarkeit-Praxis und Tages-Reflexion zur feierlichen Verabschiedung des Tages. Meine mit Musik und Klängen untermalten Einschlaf-Geschichten sind für Kinder und Erwachsene geeignet - einfach für alle, die mit sanfter Stimme und friedlichen Hintergrundtönen freundlich und liebevoll in den Schlaf begleitet werden möchten.

Transkription

Der Nachtzug,

Meditative Abendroutine und ein Märchen von Alexandra Mattes.

Nimm dir einen Moment,

Um dich ein bisschen in deinem Bett zurechtzurütteln.

Atme dazu tief ein und aus.

Gib dir die Bewegungen,

Die dir gerade guttun.

Vielleicht willst du dich recken und strecken,

Gähnen oder seufzen.

Und wenn du dann soweit bist,

Dann schließe,

Wenn nicht schon getan,

Deine Augen.

Spüre,

Wie du mehr und mehr ankommst.

Jetzt,

Am Ende dieses einmaligen Tages,

Hier in deinem Bett,

Beobachte für ein paar Momente noch deinen Atem,

Wie er ganz natürlich und ruhig ein- und ausfließt.

Versuche,

Den Ausatem ein bisschen länger sein zu lassen.

Stelle dir vor,

Wie du mit jedem Atemzug innerlich ein bisschen aufräumst.

Lass los.

Es gibt jetzt nichts mehr zu tun,

Als einfach nur zu entspannen.

Entspanne dein Gesicht,

Deinen Kiefer,

Deinen Nacken.

Lasse die Schultern ganz schwer werden,

Deine Arme und Hände ganz entspannt,

Dein Oberkörper schwer und entspannt und auch die Beine bis hinunter zu den Füßen mehr und mehr entspannt.

Und während du mit jedem Atemzug immer entspannter,

Vielleicht sogar schon immer müder wirst,

Lade ich dich ein,

Gleich wenn ich es sage,

Dir deine Bilder des Tages nochmal vor deinem inneren Auge anzusehen.

Schau mal,

Welche Bilder von heute kurz auftauchen,

Ganz ohne Bewertung.

Einzelne Sequenzen,

Vielleicht auch ein kleiner Film.

Ab jetzt eine Minute für deine Bilder des Tages.

Wenn du so an heute denkst,

Dann überlege doch mal,

Wofür du heute besonders dankbar bist.

Drei kleine Dinge reichen völlig aus.

Halte sie kurz fest und spüre sie warm und hell in dir.

Wofür bist du heute dankbar?

Atme tief ein und aus.

Der Tag ist vorbei und du hast deine Sache gut gemacht.

Nun darfst du ruhen und entspannen und währenddessen können all die kleinen und auch die größeren Reparatur- und Heilungsprozesse in dir stattfinden.

Die Dinge,

Die heute vielleicht ein wenig aus dem Takt gekommen sind,

Können nun wieder in die für dich richtige Ordnung in deinen Rhythmus gebracht werden.

Mit jedem Atemzug ruhiger,

Weicher,

Entspannter.

Du bist sicher und geborgen,

Wertvoll und einzigartig.

Und ich nehme dich mit auf eine kleine Reise in einem märchenhaften alten Nachtzug.

Es war einmal eine Frau namens Mira.

Sie stand an einem grauen Herbstabend auf dem Bahnsteig.

Der Wind war kühl und die Luft roch nach Regen und Metall.

Mira hatte den Mantelkragen hochgeschlagen,

Ihren Koffer in der Hand und für einen Moment gezögert.

Dann war sie in den Zug eingestiegen.

Einfach so.

Sie wusste nicht genau,

Wohin der Zug fuhr.

Nur,

Dass es Richtung Süden gehen sollte.

Eine gemütliche Wärme und Ruhe empfing sie,

Als sie die Schiebetür des Abteils öffnete.

Sie machte sich auf einem bequemen Sitz am Fenster gemütlich.

Es quietschte leise,

Als der Zug sich langsam wieder in Bewegung setzte.

Kurz darauf das regelmäßige Klackern der Räder,

Ein sanftes Rauschen.

Das Licht war gedämpft und draußen zogen in der Dämmerung die Felder,

Wälder und Städte vorbei.

Die Tür öffnete sich und der Schaffner kam herein.

Er war ein älterer Mann mit rosigen Wangen,

Einem ordentlichen Schnurrbart und einer Art,

Die sofort Vertrauen auslöste.

Sein Schaffnerabzeichen hing ein wenig schief an seinem Revier.

Er nahm Miras Ticket entgegen,

Betrachtete es kurz und blitzelte dann freundlich.

Sie haben ja einen richtig abenteuerlichen Fahrschein,

Sagte er.

Hier steht gar nicht drauf,

Wo Sie hinwollen.

Mira zuckte mit den Schultern.

Ich wusste es beim Einsteigen noch nicht.

Der Schaffner lächelte,

Ein wissendes,

Gutmütiges Lächeln.

Dann lassen wir es offen.

Und während er das Abteil verließ,

Murmelte er vor sich hin.

Offene Ziele sind oft die besten.

Für einen Moment fühlte Mira sich erleichtert und sie schloss die Augen.

Nachdem der Zug den nächsten Bahnhof angefahren hatte,

Öffnete sich die Tür und ein älterer Mann trat herein.

In den Händen einen kleinen Vogelkäfig mit einem grünen Tuch darüber.

Er nickte Mira höflich zu und setzte sich ihr mit etwas umständlichen Bewegungen gegenüber.

Eine Weile saßen sie schweigend da.

Ist der Vogel krank?

Fragte sie schließlich.

Nein,

Sagte der Mann leise.

Im Gegenteil,

Er ist wieder gesund.

Ich fahre in den Ort,

In dem ich aufgewachsen bin.

Dort will ich ihn frei lassen.

Warum dort?

Er sah sie an.

Mein Bruder und seine Enkel wollten unbedingt dabei sein.

Und so verbinde ich das Ganze mit einem Besuch bei meiner Familie.

Er lächelte und das Tuch auf dem Käfig bewegte sich leicht,

Als würde der Vogel zustimmen.

Am nächsten Bahnhof stieg der Mann aus,

Nachdem er sich freundlich verabschiedet hatte.

Mira beobachtete,

Wie er am Bahnsteig von einem älteren Herren mit Hund und einer jüngeren Frau mit zwei Kindern in Empfang genommen wurde.

Kurz danach kam ein Mädchen ins Abteil,

Vielleicht 16 Jahre alt.

Es trug eine Mütze und legte ein Zeichenheft vor sich.

Während der Zug durch den Regen fuhr,

Malte das Mädchen still und in Gedanken versunken vor sich hin.

Was zeichnest du?

Fragte Mira.

Mein Haus,

Sagte das Mädchen.

Lebst du dort?

Noch nicht,

Aber irgendwann,

Antwortete sie und malte eine Sonne über das Dach.

Mira sah ihr zu.

Dann wird es dort bestimmt schön sein.

Das Mädchen nickte.

Ja,

Sehr schön sogar.

Als der Zug am nächsten Bahnhof anhielt,

Stieg das Mädchen aus.

Draußen war es inzwischen Nacht geworden.

Die Landschaft lag schwarz und still.

Nur ab und zu blinkten die Lichter ferner Häuser.

Mira schaute hinaus und sah ihr eigenes Spiegelbild,

Das sich mit der Dunkelheit vermischte.

Wie lange war sie nun schon unterwegs?

Stunden?

Tage?

Die Zeit schien keine Bedeutung mehr zu haben.

Da öffnete sich wieder die Tür.

Eine ältere Frau trat ein,

In einem dunklen Mantel mit grauem Haar und einem Blick,

Der warm war wie Kerzenlicht.

Sie setzte sich gegenüber und schwieg.

Eine Weile fuhren sie so,

Ohne ein Wort.

Mira wollte etwas sagen,

Aber die Frau blickte sie auf eine Art an,

Freundlich wissend,

Als hätte sie alles schon gehört,

Was man sagen könnte.

Und Mira sagte nichts,

Dann schloss sie die Augen.

Der Zug schaukelte sanft und draußen rauschte der Wind.

Mira träumte von einem wunderschönen Haus mit großem Garten,

In dem die Sonne schien und viele Menschen zusammenkamen.

Alte,

Junge,

Kinder und da war der Vogelkäfig des alten Mannes.

Er öffnete das Türchen und der Vogel flog fröhlich hinaus und setzte sich auf einen Ast einer hohen Birke,

Um von dort das bunte Treiben zu beobachten.

Als Mira erwachte,

War es Morgen.

Das Licht der Sonne fiel silbrig durchs Fenster und der Zug rollte langsam durch Landschaften,

Die noch in den Morgennebel getaucht waren.

Die ältere Frau war fort.

Auf dem Platz,

Wo sie gesessen hatte,

Lag ein kleines,

Samtbesticktes Notizbuch.

Der Stoff war weich,

Die Ecken etwas abgewetzt,

In der Mitte ein goldener Faden.

Mira nahm das Büchlein in die Hand und schlug es auf.

Auf der ersten Seite stand in feiner Handschrift,

Ich war nur hier,

Um dich zu erinnern.

Du bist auf dem rechten Weg.

Glaube an deine Kraft.

Denn das verändert deine Möglichkeiten auf eine wunderbare Art und Weise.

Und auf der nächsten Seite stand,

Schreib weiter.

Danach leere Seiten.

Mira blätterte,

Suchte eine Spur.

Doch da war nichts.

Sie hielt das Buch an ihr Herz.

Draußen am Horizont sah sie das Meer glitzern.

Der Zug erreichte die Küste.

Möwen zogen Kreise am Himmel.

Mira fühlte,

Wie sich ein kleines Glücksgefühl in ihr breitmachte.

Als der Zug das nächste Mal hielt,

Stieg sie aus.

Die Luft war mild und roch nach Meer.

Sie blieb auf dem Bahnsteig stehen und sah dem Zug nach,

Der langsam kleiner wurde,

Bis er am Horizont verschwand.

Dann setzte sie sich auf eine Bank,

Öffnete das Notizbuch noch einmal,

Nahm einen Stift aus der Tasche und schrieb auf die zweite Seite,

Dies ist der erste Tag meines neuen Lebens.

Dann stand sie auf,

Ging zu dem kleinen Kiosk,

Bestellte sich einen Kaffee und ein Croissant und setzte sich an einen der kleinen backligen Tische vor dem Kiosk.

Sie nahm einen Bissen von dem warmen Croissant,

Nippte an ihrem Kaffee und ließ den Blick über den kleinen Platz vor dem Bahnhof schweifen.

Gerade als sie das Croissant zur Seite legte,

Trat ein junger Mann aus dem Kiosk.

Er hielt eine Zeitung in der Hand.

Als er an Mira vorbeiging,

Trafen sich ihre Blicke für einen kleinen Moment.

Ein stilles,

Freundliches Lächeln glitt über sein Gesicht.

Mira erwiderte das Lächeln.

Für einen Moment fühlte sie sich gesehen und der Herz schien ein bisschen schneller zu schlagen.

Der Mann ging ein paar Schritte weiter,

Blieb dann stehen,

Drehte sich noch einmal um und nickte ihr freundlich zu.

Dann setzte er seinen Weg fort,

Die Zeitung unterm Arm und verschwand bald in den Gassen des kleinen Ortes.

Mira trank ihren Kaffee aus.

Sie spürte,

Wie die Wärme des Tages sich auf dem kleinen Platz ausbreitete und stand auf.

Mit einer langsamen,

Befreienden Bewegung zog sie ihren Mantel aus,

Legte ihn über den Arm und atmete tief ein.

Die Luft roch nach Salz,

Nach Süden,

Nach Neuanfang.

Sie nahm ihren Koffer,

Wandte sich Richtung Meer und ging los.

Schritt für Schritt,

Immer leichter,

Immer freier,

Der Sonne entgegen.

Und dir wünsche ich eine gute Nacht,

Einen tiefen und erholsamen Schlaf und schöne Träume.

© 2026 Alexandra Matthes. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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