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Frieden finden im aufrechten Sitz

by Kathrin Rottmann

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Meditation
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Inneren Frieden finden — allein durch das aufrechte Sitzen. Mach die Erfahrung, dass alleine schon die richtige Sitzhaltung zu einer friedlichen inneren Verfassung führt. Dies ist also eine Einführung in den richtigen Sitz, für Geübte eine Verfeinerung der Einstimmung in längere Sitz-Einheiten sowie eine vollständige, wohltuende Meditation an sich. Viel Freude beim Ankommen bei Dir selbst!

Transkription

Herzlich willkommen zu dieser Einleitung,

Bei der wir uns mit der richtigen Sitzhaltung beschäftigen.

Die richtige Haltung zeichnet sich dadurch aus,

Dass sie zum einen sehr bequem ist,

Wir also entspannt eine ganze Weile ruhig darin sitzen können,

Gleichzeitig sie so aufrecht ist,

Dass der Geist wach bleibt,

Während wir dennoch unseren Körper sozusagen ausblenden können.

Diese aufrechte,

Stabile Sitzhaltung bewirkt also zum einen,

Dass unser Geist ebenfalls ruhig und stabil ist und wach vor allen Dingen und gleichzeitig bewirkt diese Haltung,

Dass die erzeugten Energien im Körper frei fließen können und auch vom Körper bewahrt werden können.

Und so stabil die richtige Meditationshaltung auch sein sollte,

So bequem sollte sie aber auch sein.

Es ist wichtig,

Dass wir uns wohlfühlen,

Dass der Körper mit seinen eventuell aufkommenden Schmerzen nicht reinstört,

Sozusagen besonders nicht am Anfang,

Wenn wir zu meditieren beginnen.

Darum überlege dir gut,

Was die richtige Haltung ist.

Wenn du Yoga praktizierst,

Offene Hüften hast,

Dann ist natürlich gegen den Sitz am Boden gar nichts einzuwenden,

Im Gegenteil,

Das ist sicherlich die beste Haltung,

Weil wir dort stabil sind,

Weil wir eine sehr gute Erdung am Boden haben.

Gleichzeitig macht es keinen Sinn,

Sich da hinein zu quälen,

Wenn man dort nicht wirklich ruhig und entspannt sitzt und die Knie mindestens für 10,

15 Minuten,

Vielleicht auch 20,

Solange werden die Meditationen sein,

Die du hier findest,

In einer bequemen Haltung sitzen kannst.

Darum ist überhaupt nichts dagegen zu sagen,

Dich auf einen Stuhl zu setzen,

Auch das ist wunderbar,

Damit du eine schöne Meditation hast,

Dass sie auch so ist,

Dass du immer wieder gerne hineingehst.

Bitte dich wirklich,

Schau,

Dass die Haltung neben der Aufrichtung auch ganz bequem ist.

Und wenn du dich jetzt entschieden hast,

Ich gehe mal davon aus,

Du hast dich auf einen Stuhl gesetzt,

Bitte ich dich,

Die Füße parallel am Boden zu erden und dann noch einmal manuell mit den Händen die Oberschenkel so nach hinten auszustreichen,

Also du nimmst den Oberschenkel,

Drehst ihn mit beiden Händen nach innen und schiebst ihn etwas nach hinten.

So kommen wir ein bisschen höher auf den Sitzbeinen zum Sitzen,

Die Lendenwirbelsäule geht dadurch etwas nach innen und diese Basis im Becken erlaubt der Wirbelsäule,

Sich sehr harmonisch nach oben aufzurichten.

Du kannst auch gerne nochmal,

Wenn du die Oberschenkel ausgestrichen hast,

So ein bisschen mit dem Becken über die Sitzbeine,

Das sind diese Knochen,

Die du auf deiner Unterlage spürst,

Links und rechts,

So ein bisschen drüber rollen.

Indem du das Becken mal nach vorne und hinten kippst,

Spürst du so diesen Höcker und da versuchen wir auf dem höchsten Punkt dieses Höckers zum Sitzen zu kommen.

Wenn du so nach links und rechts dich bewegst,

Könntest du dir auch vorstellen,

Dass du auf so zwei weichen Bällen sitzt,

Die sich so nach unten drücken und nach oben kommen,

Wenn du das Gewicht verlagerst.

Finde hier auch die Mitte zwischen beiden Bällen,

Sodass beide Bälle gleichmäßig tief eingedrückt werden.

Und dann vielleicht nochmal nach vorne und hinten,

Um zu spüren,

Hier ist der höchste Punkt meiner Sitzbeine und dann wirst du sofort spüren,

Die Wirbelsäule geht ein bisschen nach innen und der Rest der Wirbelsäule kann sich ganz natürlich nach oben aufrichten.

Um diese Aufrichtung noch ein bisschen von außen her zu unterstützen,

Lassen wir die Seiten lang werden.

Diese langen Seiten sind entscheidend für die Atmung.

Du kannst anders atmen,

Wenn der Rücken nicht zusammensinkt,

Das Herz ist offen,

Der Energiefluss im Körper ist ein ganz anderer,

Ein viel lebendigerer,

Ein viel freudvoller,

Wenn wir aufrecht sind.

Das wirst du sicherlich aus dem Alltag auch sowieso schon wissen.

Und um diese Seiten jetzt lang werden zu lassen,

Stell dir vor,

Dass dich jemand so unter den Achselhöhlen ein bisschen anhebt.

Manchmal als Kind sind wir so angehoben worden unter den Armen und so,

Durch diese Vorstellung und das leicht nach oben hebende Achselhöhlen,

Wird vom Becken aus,

Fast von den Leisten aus,

Werden die Seiten etwas länger.

Zieh sie dir so ganz sanft etwas nach oben,

Spür die Aufrichtung,

Die damit kommt und dann halte diese Länge,

Wenn die Oberarme etwas nach hinten schieben und sozusagen die Schulterblätter beginnen,

Diese Aufrichtung von hinten zu unterstützen und gleichzeitig dem Herzen so eine Stütze von hinten geben,

Sich nach vorne oben zu öffnen.

Auch hier finde das Maß,

Am Anfang,

Wenn unsere aufrichte Muskulatur das noch nicht so gewöhnt ist,

Dann kann das relativ anstrengend sein,

Finde das Maß,

Finde die Mitte zwischen Aufrichtung,

Aber auch einer bequemen,

Schönen Haltung.

Wenn jetzt das Herz sich so leicht nach oben öffnet,

Es ist fast so ein Lächeln unter den Schlüsselbeinen spürbar,

Dann richten wir die Aufmerksamkeit nochmal auf unseren Kopf,

Den wir mal ein bisschen wie bei so einem Nicken nach oben und nach unten bewegen,

Das Kinn nach oben und nach unten führen,

Um mal ganz sanft hinzuspüren,

An welchem Ort sich der Nacken am wohlsten fühlt.

Wer schon lange oder länger übt oder auch sehr feine Empfindungen hat,

Kann vielleicht schon ganz am Anfang wahrnehmen,

Dass diese Bewegung des Kinns sich auf den Gaumen auswirkt.

Wir haben da im Gaumen so einen,

Man kann das Dom nennen,

Wenn dieser Dom die richtige Spannkraft hat,

Dann fühlt sich das an,

Als würden wir so ein Seidentuch mit zwei Fingerspitzen sanft nach oben ziehen und es entsteht nochmal so von innen eine natürliche Aufrichtung,

Die tatsächlich von der Basis vom Becken aus nach oben zieht.

Wenn du das noch nicht spürst,

Macht gar nichts,

Dann suche einfach den Ort,

An dem es sich gut anfühlt,

In dem du das Gefühl hast,

Ah,

Okay,

Da ist der Nacken frei,

Das ist schön.

Und dann halte das Kinn einfach da,

Die Ohren schieben vielleicht ein bisschen nach hinten über die Schultern,

So dass nicht der Kopf nach vorne drängt,

Wie wir das im Alltag oft machen,

Wenn wir argumentieren,

Wenn wir am Computer sitzen oder arbeiten,

Sondern wir nehmen so ganz leicht,

Das ist fast so eine symbolische Bewegung,

Den Kopf etwas zurück,

Dass jetzt für die Meditation auch der Blick für das Herz frei wird,

Denn wir brauchen in der Meditation beides,

Wir brauchen einen klaren Verstand und ein weites offenes Herz.

Und dann bringen wir die Aufmerksamkeit noch einmal ganz zur Krone des Kopfes und jetzt,

Wo du schon so gut aufgerichtet bist,

Jetzt nur noch mal etwas feiner,

Indem du dir jetzt vorstellst,

Dass über der Krone deines Kopfes du wie so einem Marionett an einem Faden etwas nach oben strebst.

Oder du kannst dir vorstellen auch,

Dass dein Kopf und dein Rumpf ein Ballon sind,

Die mit Gas gefüllt etwas nach oben streben.

Entweder entsteht dieses Streben von innen oder du stellst dir vor,

Du wirst leicht nach oben angezogen und das gibt noch mal so ein inneres Erheben.

Die Hände haben sich jetzt wahrscheinlich schon ganz intuitiv in die ideale Haltung auf den Oberschenkeln abgelegt,

Vielleicht mit den Handflächen nach oben,

Vielleicht nach unten,

Vielleicht berühren sich Daumen und Zeigefinger sanft,

Das fördert die Konzentration im Geist während der Meditation oder vielleicht liegen die Hände auch ineinander im Schoß,

Das heißt mit den Handflächen nach oben,

Während die eine Hand mit dem Handrücken in der Handflächen der anderen liegt.

Alle Varianten sind gut,

Fühl hin,

Was sich im Moment für dich als die bequemste,

Als die richtige Haltung der Hände zeigt.

Und dann ist der Körper schon wunderbar eingerichtet.

Wenn du die Augen noch nicht geschlossen hast,

Dann schließe sie jetzt und dann bringen wir die Aufmerksamkeit zu der feineren Ebene der Haltung,

Nämlich der Haltung,

Die entsteht durch den Atem.

Beobachte einmal,

Wie ganz natürlich der Einatem dein Herz etwas nach oben hebt.

Das,

Was wir gerade manuell und mit dem äußeren Körper gemacht haben,

Wird jetzt von innen,

Von deinem Atem unterstützt.

Mit dem Ausatem sinkt es schwer nach unten in deine Basis,

In deine Oberschenkel,

In dein Becken.

Und aus dieser Erdung heraus kann es jetzt wieder nach oben mit dem Einatem wachsen.

Und so pulsieren wir jetzt mit dem Atem in dem,

Was wir als Eingang gesagt haben,

Wie eine Haltung,

Eine ideale Meditationshaltung ist,

Nämlich zum einen aufrecht und stabil,

Was mit der Einatmung kommt,

Und bequem und entspannt,

Was mit dem Ausatem kommt.

Wenn du jetzt irgendwo in deinem Körper noch Spannung oder Unwohlsein fühlst,

Dann geh einmal anders damit um als sonst.

Richte deine Aufmerksamkeit dorthin,

Ganz liebevoll,

Ganz wohlwollend und atme in diese Spannung.

Nimm es an wie etwas,

Was nochmal gesehen werden möchte,

Was deine Zuwendung möchte.

Und was sich,

Indem du hineinatmest,

Es weit werden lässt und es ausatmend,

Liebevoll streichelst und loslässt,

Sich unter dieser Hinwendung auflösen kann.

Die Dinge lösen sich immer dadurch auf,

Dass wir uns liebevoll hinwenden und nicht dadurch,

Dass wir sie nicht haben wollen oder abwehren.

Das ist sicherlich eine der fundamentalsten Änderungen in der Meditation im Vergleich zum Leben.

Wir wehren uns nicht,

Wir gehen nicht in einen Widerstand gegen das,

Was da ist,

Sondern wir erkennen es als etwas,

In das wir hineingehen,

Dem wir unser Wohl wollen und unsere Zerrtheit schenken und ihm damit erlauben,

Loszulassen.

Schön,

Und so haben wir uns jetzt gut eingerichtet und vorbereitet für die Meditationen,

Die jetzt im Folgenden kommen.

Das war jetzt eine lange Einführung.

Du wirst sicherlich,

Wenn du das ein-,

Zweimal so gemacht hast,

Sehr zügig in diese Haltung kommen.

Dein Körper erinnert sich,

Vertraue darauf.

Wenn du einmal die richtige Haltung entwickelt hast und der Körper diese Stabilität und Festigkeit verbunden mit dem Bequemsein erfahren hat,

Dann findet er seinen Weg relativ schnell das nächste Mal wieder hinein.

4.8 (32)

Neueste Bewertungen

Sylvie

January 7, 2026

Wunderbar - ich konnte noch lange die Stille im aufrechten bequemen Sitz genießen. Herzlichen Dank für diese hilfreiche Anleitung, auch für Geübte!

Dirk

July 12, 2025

Wieder einmal beeindruckt mich die klare, ruhige Ansprache, durch die ich mich sehr gerne führen lasse. Lieben Dank dafür 🙏 🙏 🙏

Ella

October 1, 2024

1000 Dank für diese wunderbar detaillierte Anleitung, Das war mit Abstand die hilfreichste Anleitung zur Sitzhaltung, die ich bisher gefunden habe, ich freue mich sehr! 🙏☺️

Kai

November 6, 2019

Eine sehr differenzierte und detaillierte Anleitung. Die Hilfen sind sehr gut umsetzbar und auch für Anfänger wirklich geeignet. Ruhig und angenehm gesprochen. Obwohl ich schon länger meditiere, habe ich mir die Anleitung bis zum Schluss angehört. Vielen Dank!

Moni

May 28, 2019

Hallo Kathrin Zum idealen Sitz habe ich noch eine Frage: ich war in einer Zen Gruppe und diese benutzen Meditationsbänke. Ich habe dabei immer wieder Probleme mit den Sprungelenken. Wie soll ich damit umgehen?

Tobias

May 27, 2019

Sehr hilfreiche Einführung. Äußerst angenehme und authentische Stimme! Danke!

Basti

May 4, 2019

Finde es sehr entspannend deiner Stimme zu folgen

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