
See-Meditation (Achtsamkeit)
In dieser Meditation geht es darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, was Achtsamkeit bedeutet. Dafür lässt du in dir das Bild eines Sees entstehen und erfährst, dass in der Tiefe imm Stille und Klarheit ist — auch dann, wenn Gedanken oder Gefühle die Wasseroberfläche trüben und aufwühlen.
Transkription
Suche dir einen ruhigen Ort und lege dich auf den Rücken.
Die Arme können neben dem Körper liegen oder die Hände auf dem Bauch ruhen.
Deine Beine kannst du lang ausstrecken,
Vielleicht mit einem kleinen Kissen unter den Knien,
Um den unteren Rücken zu entlasten.
Wenn das nicht funktioniert,
Kannst du die Füße aufstellen und die Knie zueinander fallen lassen,
Sodass sie einander stützen.
Du kannst deine Augen schließen,
Wenn das angenehm ist.
Andernfalls lasse sie halb offen und den Blick dahinter weich werden.
Lenke nun deine Aufmerksamkeit auf die Tatsache,
Dass du atmest.
Den Atem spüren,
Die Einatmung,
Wie sie in den Körper hineinfließt,
Und die Ausatmung,
Wie sie wieder herausströmt.
Wenn du möchtest,
Kannst du dir jetzt vor deinem inneren Auge einen See vorstellen.
Einen See,
Den du schon erkundet hast,
Den du nur gesehen hast aus der Ferne oder in einem Buch oder Film.
Vielleicht ist es auch ein See,
Den du in deiner Fantasie entstehen lässt.
Solltest du feststellen,
Dass du mit diesem Bild eines Sees nichts anfangen kannst,
Kannst du jederzeit meine Worte durch dich hindurch fließen lassen und zurück zum Atem als deinem Anker kommen.
Wenn das Bild des Sees langsam entstanden ist,
Lasse es klarer werden.
Beobachte,
Wie er sich verändert,
Abhängig von der Tageszeit,
Dem Wetter und der Jahreszeit.
Beobachte den See an einem frischen Frühlingstag.
Die Klarheit und die Temperatur des Wassers spüren.
Farben,
Die rundherum entstehen und sich an der Oberfläche spiegeln.
Der See in leichtes,
Sanftes Sommerlicht getaucht.
Der See in der Nacht mit Mond und Sternen,
Die über ihm funkeln und von der Wasseroberfläche zurückstrahlen.
Nimm wahr,
Wie der See sich verändert,
Wenn der Wind zunimmt,
Wenn die Oberfläche von prasselnden Regentropfen trüber wird.
Und vielleicht erstarrt der See,
Wird ganz still und rot im Winter und einer Eisschicht,
Die mal dünner,
Mal dicker ist,
Rissig und brüchig oder ganz fest und stabil.
Beobachte,
Wie der See sich ständig wandelt und gleichzeitig in seinem Wesen doch immer er selbst bleibt.
Atme mit dem Bild dieses Sees.
Vielleicht ist es Dir jetzt möglich,
So wie Du hier liegst und atmest,
Das Bild des Sees in all seinen Facetten in den Körper zu nehmen,
Als würdest Du selbst zum See werden,
Dabei Dich gehalten fühlen,
Auf dieselbe Weise,
Wie die Erde das Wasser des Sees hält und umfängt.
Das Bild des Sees,
Deinen Atem und Deine Körperempfindungen ineinander fließen lassen.
Vielleicht erlebst Du Augenblicke von Ruhe,
In denen die Spiegelungen an der Oberfläche des Sees völlig klar sind.
Vielleicht sind da Gedanken,
Die wie der Wind die Wasseroberfläche zum Kräuseln bringen.
Gefühle,
Die das Wasser verfärben und trüb werden lassen.
Pulse von außen,
Geräusche,
Die sich wie Regentropfen mit der Wasseroberfläche verbinden,
Den See in Dir Atemzug für Atemzug beobachten.
Und nun lasse Deine Aufmerksamkeit ein bisschen tiefer sinken,
In die Stille eintauchen,
Unter der bewegten Oberfläche.
Die Ruhe in der Tiefe des Sees spüren.
Die Klarheit in der Tiefe des Sees wahrnehmen.
Von Moment zu Moment mit der Ganzheit des Sees in Kontakt sein.
Von Moment zu Moment Ruhe,
Klarheit und die veränderbare Oberfläche wahrnehmen.
Spüren,
Wie sich Empfindungen,
Gedanken,
Gefühle und Geräusche verändern,
Während Du hier liegst in Stille.
Und dann ganz behutsam fange an,
Dich wieder zu lösen von dem Bild des Sees.
Betrachte ihn aus der Ferne.
Beobachte den Fluss Deines Atems,
Das Hineinströmen der Einatmung,
Das Hinausfließen der Ausatmung.
Wenn dieses Bild hilfreich für Dich ist,
Kannst Du den See von Zeit zu Zeit benutzen,
Um Dich auch im Alltag daran zu erinnern,
Dich nicht nur mit den Dingen an der Wasseroberfläche zu identifizieren.
Denn auch die Ruhe,
Klarheit und die Stille sind immer da.
Erlaube jetzt Deinem Körper,
Sich sanft zu bewegen und öffne achtsam Deine Augen,
Wenn Du dafür bereit bist.
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