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8 ethische Grundlagen des Glücks

by Fred Von Allmen

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In diesem Vortrag spricht Fred von Allmen über acht Verhaltensregeln fürs ganze Leben, geprägt von Bhante Gunaratana: Vermeiden von Lügen und Unehrlichkeit; Vermeiden von übler Nachrede; Vermeiden von grobem und verletzendem Reden; Vermeiden von sinnlosem Geschwätz; Vermeiden von Töten und Verletzen; Vermeiden von Stehlen und Nehmen, was uns nicht gehört; Vermeiden von sexuellem und sinnlichem Missverhalten; rechte Lebensführung.

Transkription

Ich möchte über acht ethische Grundlagen des Glücks sprechen.

Vor drei Jahren hatten wir den in den USA lebenden schwelankischen Lehrer Bante Gunaratana hier bei uns im Zentrum Beatenberg zu Gast.

Er leitete einen Einwochenretreat und einer der Praxisaspekte,

Der ihm neben der Meditation am wichtigsten war,

Ist das,

Was er The Eight Lifetime Precepts nannte.

Die acht Verhaltensregeln fürs ganze Leben.

Wo immer Bante Gunaratana hingeht,

Lehrt er diese acht Regeln und inspiriert die Leute,

Sich für diese zu entscheiden und sie für den Rest ihres Lebens einzuhalten.

Es gibt sogar Certificates auf Certificate Paper und Palinamen dazu und eine Zeremonie.

Es waren weit über ein Dutzend Leute hier am Kurs,

Die sich dafür entschieden,

Diese Praxisregeln zu nehmen.

Ich habe hier nicht die Absicht,

Euch dahin zu drängen,

Aber ich möchte die Gelegenheit hier nutzen,

Euch eine Idee zu geben,

Warum es dabei geht und warum ich im Titel dieses Vortrags behaupte,

Es seien acht Grundlagen des Glücks.

Es geht um die folgenden acht Regeln.

Vier betreffen das Reden.

Vermeiden von Lügen und Unehrlichkeit ist eine.

Vermeiden von schlecht übertrittenen Reden,

Also vermeiden von übler Nachrede.

Vermeiden von grobem und verletzendem Reden und vermeiden von sinnlosem Geschwätz.

Drei dieser Regeln betreffen das Handeln,

Vermeiden von Tötern und Verletzten,

Vermeiden von Stehlen oder Nehmen,

Was uns nicht gehört,

Was uns nicht gegeben worden ist und drittens vermeiden von sexuellem und sinnlichem Missverhalten.

Und die achte Regel ist rechte Lebensführung oder vielleicht besser rechter Lebenserwerb.

Das heisst vermeiden von beruflichen Tätigkeiten,

Die verletzend oder schädlich sind.

Das sind also die acht.

Dass ethisches Verhalten eine Ursache für Glück sein soll,

Ist in unserer modernen Gesellschaft für viele sicher nicht gerade das offensichtlichste.

Ethik wird oft gar mit Verklemmtheit oder mit Puritanismus oder Frömmelei und oft auch mit Frustration assoziiert.

Es ist zwar ein tragisches Missverständnis,

Wobei aber falsch verstandene Moral tatsächlich moralisierend und frustrierend wirken kann.

Ein Arzt wird von einem wegen seiner Frömmigkeit hochgeachteten Herrn um Rat gefragt.

Er sagt,

Ich leide unter fürchterlicher Migräne,

Herr Professor.

Obwohl ich nicht rauche,

Keinen Alkohol trinke,

Streng vegetarisch lebe,

Mich aller Fleischeslust enthalte,

Fühle ich doch ständig diesen Druck wie einen eisernen Ring um meinen Kopf.

Da gibt es nur eine Erklärung,

Antwortet der Mediziner.

Es ist Ihr Heiligenschein,

Der Ihnen zu eng wird.

Ist eigentlich ein bisschen ein blöder Spass.

Es gibt vor allem zwei wichtige Gründe oder Ursachen für ethisches Verhalten.

Die eine Ursache ist Selbstschutz und die zweite ist Schutz der anderen vor uns.

Mit zunehmender Achtsamkeit,

Sensibilität und Erkenntnis wird uns klar,

Dass unser Wohlergehen,

Unsere Verbundenheit mit dem Leben und unsere innere Freiheit in direkter Beziehung steht zu unserem Verhalten,

Zu unserem Tun und Lassen,

Zu unserem Verhältnis zu den Mitmenschen.

Ein Text sagt,

So wie ein blinder Mensch keine Formen sieht,

So sieht jemand ohne ethisches Verhalten das Dharma nicht.

Und Dharma ist genau das,

Was uns vom Leiden befreien kann,

Was uns Unbeschwertheit,

Frohsinn und Glücklichsein ermöglicht,

Wenn wir tatsächlich praktizieren.

Und so erkennen wir,

Dass ethisches Verhalten ist wie ein fester Damm,

Der uns erlaubt,

Die turbulenten,

Wasserstarke Emotionen wie Verlangen und Hass zu queren,

Um ans jenseitige Ufer des Innenfriedens zu gelangen.

Buddha,

Zitiert aus dem Dhammapada,

Sagte,

Wenn dir dein eigenes Wohl am Herzen liegt,

Beschütze selbst dich gut.

Du selbst bist dein eigener Beschützer,

Deine eigene Beschützerin.

Wer sonst könnte dich wohl beschützen?

Wenn unsere Sensibilität und unsere Verbundenheit zunehmen,

Entstehen Nähe,

Verständnis und Mitgefühl gegenüber anderen,

Gegenüber unseren Mitlebewesen.

Und dadurch wird ethisches Verhalten,

Das heisst Respekt,

Ehrlichkeit und Gewaltlosigkeit,

Mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit.

Es heisst in den Texten,

Dass Menschen mit starker ethischer Integrität seien wie schöne Blumen,

Die viele Bienen anziehen.

Sie ziehen andere Menschen an,

Denn sie geben ihnen Beistand,

Sicherheit und Wohlbefinden und sind im positivsten Sinne vertrauenswürdig.

In der Tradition heisst es,

Das karmische Resultat starker ethischer Integrität sei die Wiedergeburt in optimalen menschlichen Verhältnissen oder jene in den Bereichen der lichten Götter,

Der Devas.

Ich denke,

Es ist oft gar nicht so einfach zu erkennen,

Was uns wirklich glücklich macht.

Man erfährt eine Art Glück,

Wenn man kriegt,

Was man gerne haben wollte.

Und Verhaltensregeln wie diese können dann unter Umständen dem sogar im Wege stehen.

Wenn wir,

Eigentlich immer wenn wir unethisch handeln,

Ist es wegen eines direkten Vorteils,

Eines unmittelbaren Lustgewinns oder eines Schmerzvermeidens.

Ein Gewinn,

Den wir uns erhoffen und oft auch erhalten.

Also zum Beispiel,

Wenn ich meine Ware über die Grenze reinschmuggle,

Muss ich nicht Zoll bezahlen und dann habe ich so und so viel gespart und gewonnen.

Zum Beispiel,

Wenn ich bei den Steuern etwas schummeln kann und das auch tue,

Kann ich mir dafür das und das leisten,

Was ich sonst nicht könnte vielleicht.

Und wenn ich diesen Seitensprung mache,

Wird es vielleicht,

Vielleicht eine erfüllende,

Aufregende Nacht.

Wenn ich über jene Person lästere,

Fühle ich mich selbst im Moment etwas besser.

Und oft klappt es auch wirklich,

Zumindest auf der äusseren Ebene.

Und wenn man erwischt wird,

Wenn es aufliegt,

Pech gehabt.

Was wir oft nicht sehen,

Ist der Preis,

Den wir im Innern bezahlen.

Innere Unruhe oder Besorgnis oder Unbehagen,

Manchmal Schuldgefühle und letztlich zunehmende Entfremdung,

Weil wir auf der Hut sein müssen.

Das Glück aus ethischem Verhalten entsteht oft nicht so unmittelbar und ist meist auch nicht sehr intensiv spürbar.

Es kommt erst mittel- und langfristig zum Tragen und wirkt sich aber als zunehmendes allgemeines Wohlbefinden und als Verbundenheit aus.

Und das heisst auch Offenheit,

Zugehörigkeit,

Lebendigkeit,

Unbeschwertheit,

All das.

Als nächstes möchte ich nun etwas näher auf die einzelnen Punkte oder Regeln eingehen.

Das sind eigentlich die drei ethischen Aspekte des achtfachen Pfades.

Also drei der acht Aspekte betreffen ethisches Verhalten und die sind es eigentlich.

Das achtfache Pfade ist das Pfade,

Den der Buddha als Weg zur Befreiung gelehrt hat.

Nämlich rechte Rede,

Rechtes Tun und rechter Lebenserwerb.

Und wie vielen von euch vielleicht klar ist,

Braucht es natürlich die zwei vorhergehenden Aspekte des Pfades,

Um rechte Rede,

Rechtes Tun und rechten Lebenserwerb wirklich hinzukriegen.

Nämlich rechte Erkenntnis oder rechtes Verstehen und vor allem rechtes Denken oder rechte innere Haltung.

Unser Reden und Tun beginnt im Denken,

Stammt aus unserer inneren Haltung,

Aus den Absichten,

Die wir hegen.

Und Recht,

Das Wort,

Das in diesem Zusammenhang gebraucht wird,

In Pali samma,

Bedeutet hilfreich,

Geschickt,

Angemessen und eben ethisch heilsam.

Wir brauchen,

Wie wir wissen,

Eine ungetäuschte,

Der Wirklichkeit entsprechende Sicht der Dinge,

Um eine daraus resultierende heilsame innere Haltung entwickeln zu können.

Erst so kann unser Verhalten in Rede,

Tun und Lebenserwerb wirklich angemessen und hilfreich sein.

Nunmehr zum Reden selbst.

Eine Geschichte über die Macht des Wortes.

Der Sohn des Dorfältesten wurde krank.

Alle möglichen Mittel und Medizin wurde ausprobiert,

Aber nichts half.

Nichts konnte ihn heilen.

Schliesslich holte man die Meisterin,

Die Heilerin,

Die weise Frau.

Der Knabe liegt dort schwer krank.

Die Heilerin spricht ein paar Gebete,

Eigentlich nur einige Worte,

Wendet sich dann an die Leute und sagt,

Jetzt wird er gesunden.

Viele der Anwesenden sind erstaunt und einer der Kritischen unter ihnen protestiert und klagt die Schamanin an.

Mit ein paar Worten kann man doch nicht jemanden heilen,

Ist ja lächerlich.

Die Heilerin wendet sich dieser Person zu und sagt,

Was verstehst du schon davon?

Du hast ja keine blassen Duns,

Keine Ahnung,

Du bist ein völliger Narr,

Ein Idiot.

Die Person ist nun wirklich aufgebracht und wütend,

Feuerrot im Gesicht und will gerade zurückschreien.

Was die Meisterin sagt,

Siehst du,

Wenn ein paar Worte die Macht haben,

Dich aufgebracht und wütend und rot im Gesicht zu machen,

Wie sollten ein paar andere Worte nicht die Macht haben,

Zu heilen?

Rede,

Sprache,

Worte können sehr wirkungsvoll sein.

Vermeiden von Lügen,

Ehrlichkeit.

Lügen ist immer dann ein Thema,

Wenn wir kurzfristig einen Nachteil zu befürchten haben,

Wenn wir die Wahrheit sagen.

Entweder materielle Nachteile oder gefühlsmässige Nachteile.

Es ist uns peinlich oder es stellt uns in ein unangenehmes,

Unerwünschtes Licht oder macht uns vielleicht unbeliebt.

Interessant finde ich,

Dass es nicht nur von Notlügen gesprochen wird,

Sondern manchmal wird sogar von weissen Lügen gesprochen.

Man macht sich vor,

Dass es weise sei,

Dass es in manchen Fällen okay sei,

Wenn man lügt oder fast so quasi notwendig.

Unehrlichkeit bewirkt aber,

Dass wir auf der Hut sein müssen.

Oft,

Dass wir uns in Widersprüche oder in ein ganzes Gewirr von Unwahrheiten verstricken.

Wir müssen zumachen,

Wir müssen uns verschließen,

Verstecken,

Verteidigen,

Werden eingeschränkt,

Angespannt und innerlich abgetrennt,

Entfremdet.

Mein Beispiel,

Wenn ich nach England eingereist bin,

Wo sie immer fragen,

Ob man arbeiten geht und sehr spezifisch fragen.

Das hat sich jetzt geändert,

Seit wir die bilateralen Verträge haben,

Aber bis dahin war es mühsam.

Und ich ging hin,

Um einmal im Jahr einen Retreat zu lehren und ich kriege Spenden am Schluss.

Ich habe zwar keine Stelle und keinen Arbeitsvertrag,

Aber ich arbeite.

Und zwar immer schon im Flugzeug habe ich mir überlegt,

Also ich gehe zu meiner Schwester,

Ich habe eine Schwester in England.

Und dann fragt er aber das,

Dann fragt er das,

Dann fragt er,

Was tun Sie für einen Beruf.

Dann sage ich,

Ja,

Meditationslehre.

Nur einfach zu überlegen,

Was ich sage und dann die Vorstellung,

Was er alles fragen könnte.

Und zu überlegen,

Wenn er das fragt,

Würde ich das sagen,

Wenn er das fragt,

Würde ich anschließend einfach sagen können,

Wie es ist.

Ich habe mal gesagt,

Wie es ist,

Es war ziemlich mühsam.

Hatte Stunden,

Bis ich wieder rauskam.

Und ab und zu,

Je nach den Fragen,

Aber ab und zu war ich tatsächlich unehrlich und es ist beides mühsam.

War sehr interessant zu sehen und sehr mühsam und sehr schwierig.

Wirklich ehrlich zu sein bewirkt das Gegenteil.

Kann unter Umständen ein paar kurzfristige Nachteile bringen,

Aber Ehrlichkeit befreit,

Erlaubt uns offen zu sein,

Erleichtert,

Verbindet und macht unbesorgt und heiter.

Ist eine echte Grundlage fürs Glücklichwerden.

Hier die vielleicht auch einigen schon bekannte Geschichte.

Darüber,

Was passieren kann,

Wenn wir lügen,

Besonders wenn wir unsere Mutter anlügen.

John hatte seine Mutter zum Nachtessen eingeladen.

Seine Wohnungsmitbewohnerin,

Carrie,

War auch dabei.

Und Muttern waren neugierig darauf zu wissen,

Ob die beiden in einer Beziehung lebten oder nicht.

John sagte,

Ich weiss was du denkst Mutter,

Aber Carrie und ich sind einfach nur Mitbewohner dieser Studentenwohnung.

Ein paar Tage später sagte Carrie zu John,

Seit deine Mutter zu Besuch war,

Kann ich einfach den schönen silbernen Soßelöffel nicht mehr finden.

Du glaubst nicht etwa,

Dass sie ihn mitgenommen hat,

Oder?

Aber ich kann ihr ja mal eine Mail schicken,

Um sicher zu sein.

So schreibt John eine Mail.

Liebe Mutter,

Ich sage nicht,

Du hättest den Soßelöffel mitgenommen.

Und ich sage nicht,

Du hättest ihn nicht mitgenommen.

Aber Tatsache ist,

Dass er verschwunden ist,

Seit du hier bei uns zu Besuch warst.

Etwas später kommt die Mail zurück von Mutter.

Da steht,

Lieber Sohn,

Ich sage nicht,

Dass du mit Carrie schläfst.

Und ich sage nicht,

Dass du nicht mit Carrie schläfst.

Aber Tatsache bleibt,

Dass wenn sie in ihrem Zimmer,

In ihrem Bett schlafen würde,

Hätte sie den Soßelöffel längst gefunden.

In Liebe,

Muttern.

Nicht gut,

Muttern anzulügen.

Buddha beschrieb sehr genau,

Was unter Ehrlichkeit zu verstehen ist.

Sehr anspruchsvoll.

Er sagte,

Die Wahrheit spricht man,

Ist der Wahrheit verpflichtet.

An der Wahrheit hält man fest,

Ist zuverlässig und vertrauenswürdig.

Betrügt die Menschen nicht.

Kommt man in eine Gesellschaft von Leuten oder in eine Körperschaft,

Oder wird vor Gericht geladen und als Zeuge aufgefordert,

Auszusagen,

Was man wisse,

So antwortet man,

Wenn man nicht weiss,

Ich weiss nichts.

Und wenn man weiss,

So sagt man,

Ich weiss.

Hat man nicht gesehen,

So sagt man,

Ich habe nicht gesehen.

Hat man aber etwas gesehen,

So sagt man,

Ich habe etwas gesehen.

Man wird nie absichtlich lügen,

Weder zu seinem eigenen Vorteil,

Noch zum Vorteil einer anderen Person,

Noch für irgendeinen Vorteil.

Und Material für sehr viel Diskussion und Überlegung.

Vermeiden von übler Nachrede,

Von Zwischenträgerei,

Von schlecht über Dritte reden.

Eigentlich tut es uns spürbar nicht gut,

Wenn wir schlecht über andere,

Über Dritte,

Über Nicht-Anwesende reden.

Und doch scheint man auf eine eigenartige Weise immer mal wieder einen Kick zu kriegen,

Der einen bewegen kann,

Es doch zu tun.

Während einer Alltagspraxiswoche,

An der wir rechtes Reden übten,

Erzählte jemand,

Ich hatte mich mit einer guten Bekannten verabredet und zu Beginn unseres Zusammenseins informierte sie eben die Bekannte über diesen Kurs und sagte ihr,

Dass sie heute vermeiden möchte,

Über Dritte zu reden.

Und sie hat gesagt,

Ihre Freundin hat ganz spontan gesäufzt.

Oh,

Wie schade.

Und irgendwie nachvollziehbar in komischer Art und Weise.

Anstelle von übler Nachrede können wir Dinge sagen,

Die gut sind.

Dinge,

Die einen oder einigen.

Dinge,

Die Mitfreude oder Verbundenheit schaffen.

Und so entsteht für uns inneres Glück.

Buddhas Worte dazu.

Zwischenträgerei hat man verworfen.

Davon steht man ab.

Was man hier gehört hat,

Erzählt man dort nicht weiter,

Um Zwittracht zu stiften.

Was man dort gehört hat,

Erzählt man hier nicht weiter,

Um diese zu entzweien.

So einigt man Entzweite,

Ermutigt die Geeinten.

An Eintracht hat man Freude und Gefallen und spricht Worte,

Die Eintracht fördern.

Vermeiden von grober und verletzender Rede.

Andere nicht verletzen durch Beschimpfung,

Durch Schmähung oder Sarkasmus oder beißende Ironie oder subtile Ironie.

Was es sonst noch für Möglichkeiten gibt.

Dieser Aspekt ist,

Denke ich,

Ziemlich offensichtlich.

Buddha sagte dazu.

Rohe Rede hat man verworfen.

Von roher Rede steht man ab.

Worte,

Die untaterlich sind.

Demore angenehm,

Liebreich,

Zu Herzen gehend,

Höflich,

Vielen,

Lieb und angenehm.

Solche Worte spricht man.

Nummer 4.

Vermeiden von sinnlosem Geschwätz.

Ante Gunaratana fand,

In der Pali-Sprache höre man schon das Wort an,

Was gemeint sei.

Sinnloses Geschwätz in Pali heisst Sambabalaba.

Irgendwas wie Papperlapapp.

Und es ist interessant.

Über Filmstars reden,

Über Könige und Prinzessinnen,

Über Promis natürlich,

Über ihre Beziehungen,

Über ihre Kleider,

Über Kleider überhaupt und,

Wie der Buddha sagte,

Über Kämpfe,

Über Kriege,

Über Speisen und Getränke,

Über Wohnen,

Über Strassen- und Brunnen-Geschwätz,

Über Prophezeiungen usw.

Der Hauptnachteil hier ist Zeitverlust.

Enormer Zeitverlust.

Von Zeit,

Die man für Sinnreicheres und Wertvolleres benutzen könnte.

Hier Buddhas Worte.

Leeres Geschwätz hat man verworfen,

Von leerem Geschwätz steht man ab.

Zur rechten Zeit spricht man den Tatsachen und den Sinn gemäss,

Spricht über die Lehre,

Spricht über die Praxis,

Spricht über ethische Integrität und die Worte sind denkwürdig,

Begründet,

Abgemessen und sinnvoll.

Ich denke,

Das ist wahrscheinlich der anspruchsvollste Teil.

Ein Freund und Lehrer hat in seinen frühen Jahren in Indien mal beschlossen,

Für zwei Monate zwei Dinge vollständig aus seinem Vokabular zu streichen.

Nur für zwei Monate.

Er hat gesagt,

Über andere Leute zu sprechen,

Egal ob schlecht oder gut,

Über andere nicht anwesende Leute zu sprechen und über das Essen zu sprechen.

Er hat gesagt,

80% des Gesprächstoffs war weg.

Und wer in Indien war,

Essen ist ein grosser Teil.

Ich denke,

Er macht es immer noch übrigens.

Auch immer sehr eindrücklich.

Die erste Rede gehört zu den heilsamen Funktionen von Herz und Geist,

Gehört zu den Sobhana,

Den wunderbaren inneren Qualitäten.

Und die Sobhanas,

Diese wunderbaren Qualitäten,

Sind Ursachen des inneren Glücks.

Die nächsten drei Verhaltensregeln gehören zu rechtem Tun oder Handeln.

Vermeiden von Töten.

Der Akt des Tötens wirkt sich sehr negativ auf unsere Psyche aus,

Ob es jemand nun wahrnimmt oder nicht.

Karmisch ist es die Ursache für großes Leiden in der Zukunft.

Es soll nirgendwo in den Lehrreden Buddhas eine Stelle geben,

Wo er sagt,

Töten sei unter gewissen Umständen angemessen oder erlaubt.

Umgekehrt ist das Vermeiden von Töten und Verletzen von Lebewesen ein Akt von tiefstem Respekt,

Von Wertschätzung und Verbundenheit für das Leben,

Verbundenheit mit dem Leben.

Die inneren Qualitäten von Gewaltlosigkeit,

Von Friedfertigkeit,

Von Toleranz machen uns ungefährlich,

Machen uns sicher,

Machen uns vertrauenswürdig.

Alles Ursachen für inneres Glück.

Dann Vermeiden von Stehlen.

Nicht nehmen,

Was uns nicht gegeben wurde,

Was uns nicht gehört,

Ist die sechste der Regeln.

Ich habe Ursula,

Meine Frau,

Gefragt,

Was ich zu diesem Punkt Stehlen sagen sollte und ihre Antwort war,

Nicht erwischen lassen.

Spaß beiseite.

Die meisten von uns werden wahrscheinlich nicht hier und dort Dinge stehlen.

Interessant ist es aber,

Sich auch die unschärfe Zonen anzuschauen.

Sind wir bereit,

Bei den Steuern etwas verschwinden zu lassen,

Wenn es gerade so problemlos geht?

Copyright,

Geistiges Eigentum,

Stehlen,

Musik kopieren,

Sich Bilder aus dem Internet aneignen oder am Kurskurs die Handcreme der Nachbarin brauchen,

Bücher ausleihen und nicht von sich aus zurückgeben?

Im Moment fehlen 19 in unserer Bibliothek.

Ganz konsequent nicht nehmen,

Was uns nicht gehört,

Macht uns auch hier vertrauenswürdig und verlässlich.

Irgendwo ist es selbstverständlich hier für uns und irgendwo ist es sehr außergewöhnlich und sehr berührend.

Ich kann mich in 38 Jahren zweimal erinnern,

Dass in einem Kurs etwas weggekommen ist.

Einmal war es in Indien.

Die Leute,

Die dort kochen,

Sind außergewöhnlich arm.

Und wenn sie diesen Job haben für die 2 x 10 Tage Retreats,

Die wir dort immer angeboten haben,

Dann haben sie einigermassen Geld für ihre Kinder und die Familie fürs Jahr und sonst nicht.

Das heisst,

Sie kommen wahrscheinlich durch mit einer Mahlzeit pro Jahr.

Und da liegen dann die Spendenschachtel rum mit all diesen Dollars und Pfund und all dem Zeug.

Da hat einer reingegriffen,

Wir haben es dann rausgefunden.

Sobald er auf die Bank ging mit der Dollarnote,

War klar,

Dass die nicht ihm sein kann.

Und ein einziges Mal hier,

An einem Kurs,

Sehr wenig Geld.

Was dann bald auch klar war allen,

Einschließlich dieser Person.

Und sonst nie,

Nie gehört davon.

Und es ist verständlich,

Ab und zu sind Leute am Kurs,

Die Handtäschchen mitnehmen in die Halle und so.

Eigentlich müsste man das.

Die Schränke oben kann man nicht schliessen,

Oder?

Kann man sie schliessen?

Doch,

Immerhin.

Ich weiss nicht,

Wie soll ich sie wehren.

Vielerorts konnte man nicht an unseren Retreats während über 20 Jahren.

Das ist eine gewöhnliche Gabe,

Ein Geschenk,

Das wir einander machen.

Wir sagen,

Wir sind vertrauenswürdig.

Es bedeutet etwas,

Es schafft eine bestimmte Atmosphäre.

Was wir vielleicht gar nicht so wahrnehmen.

Und sich vertrauenswürdig und verlässlich zu machen,

Vertieft interessanterweise auch das eigene Vertrauen.

Respekt,

Aufrichtigkeit,

Offenheit,

Fairness,

Vertrauenswürdigkeit sind alles Grundlagen für geistiges,

Für inneres Wohlbefinden und Glück.

Interessant finde ich die nächste Regel.

Traditionell heisst sie,

Vermeiden von sexuellem Missverhalten.

Und unter Missverhalten hier kann man ganz einfach alle Handlungen verstehen,

Die im Bereich der intimen Beziehungen Verletzen und Leiden schaffen.

Übergriffe,

Missbrauch,

Gewalt,

Seitensprünge,

Parallelbeziehungen und anderes mehr grober oder subtiler Art,

Schafft erwiesenermassen immer wieder Leiden.

Irgendwo,

Bei einem,

Bei jemand anderem,

Bei einer dritten Person,

Bei Kindern.

Schwierig.

Bante Gunaratana wies nun darauf hin,

Dass das Pali-Wort Kamesu,

Das gebraucht wird,

Zwar immer als sexuell übersetzt werde,

Aber eigentlich sinnlich heisse.

Und für ihn bedeutet diese Regel,

Vermeiden von Sinnesmissbrauch.

Also sie ist weiter,

Als einfach vermeiden von sexuellem Missverhalten.

Kurz gesagt geht es beim Vermeiden von Sinnesmissbrauch eben darum,

Um die Frage massvoll anstatt besessen oder zwanghaft.

Also die Frage,

Wie oft und wie lange laufen der Fernseher,

Das Radio,

Die Stereo,

Wie viel und wie oft essen wir,

Wie viel Creme,

Parfums,

Aftershave,

Deos brauchen wir,

Um glücklich zu sein.

Oder mit Leo Tolstoi etwas abgeändert,

Wie viel Shopping braucht der Mensch,

Wie viel Kino,

Theater,

Konzertbesuche,

Bücher,

Magazine,

Zeitungen.

Es gibt eine deutsche Konzeptkünstlerin,

Die den Satz in Anlehnung von Descartes geprägt hat.

Ich shoppe,

Also bin ich.

Auch Missbrauch von Drogen,

Von Alkohol gehört hier dazu.

Auch hier wieder eine Frage des Masses,

Eine Frage der Motivation und eine Frage der Verhältnismässigkeit.

Und auch hier Achtsamkeit,

Sensibilität und das rechte Augenmass sind hilfreich.

Und ein bisschen Reflexion,

Kontemplation über die wertvolle Situation als Menschen,

Die wir hier alle haben.

Menschen,

Die interessiert sind am Erforschen des Lebens,

Am Herausfinden,

Wie wir uns leiden schaffen und was es braucht,

Um das nicht zu tun und Glück zu schaffen.

Diese Reflexion ist sehr hilfreich.

Und die Reflexion über die Vergänglichkeit dieser Situation.

Wir haben sie jetzt,

Aber sie kann sich jederzeit verändern,

Wenn Bedingungen sich ändern.

Wir haben Unterstützung,

Wir haben Zugang zu Kursen und Retreats und wir können lesen.

Hier kann man auch drucken und schreiben und reden,

Was man will.

Sehr viel,

Ausserordentlich viel Freiheit.

Aber die ist nirgendwo garantiert.

Die kann sich verändern oder unsere persönliche Situation kann sich verändern,

Unsere körperliche Situation kann sich verändern,

So vieles kann sich verändern.

Und es gibt keine Garantie,

Dass wir eine wertvolle Situation,

Wie wir sie jetzt haben,

In der wir viel erreichen können,

Lange noch haben werden.

Auch diese Reflexionen können uns vielleicht immer wieder mal dazu bringen,

Unsere Zeit in einer wirklich heilsamen Art zu nutzen.

Nicht heilsam im Sinn von,

Es wäre besser oder wir müssten eigentlich,

Sondern in einer Art und Weise,

Die uns echt glücklich macht.

Die letzte der acht Regeln ist rechte Lebensführung oder rechter Lebenserwerb.

Hier geht es um das Vermeiden von Berufen,

Die Lebewesen,

Die die anderen verletzen,

Sie zu Schaden kommen lassen oder gar töten.

Handeln mit Waffen,

Mit Giften,

Mit Drogen,

Mit Menschen,

Ausbeutung aller Art.

Die Geschäfte,

Bei denen andere übervorteilt werden und so weiter.

Das Gegenteil helfen,

Dienen,

Unterstützen,

Fördern,

Bilden,

Heilen,

Ist das,

Was uns letztlich glücklich macht.

Wie Karl Marx gesagt haben soll,

Jene Menschen sind am glücklichsten,

Die am meisten andere Menschen glücklich gemacht haben.

In Bezug auf solche Regeln oder Praxisregeln,

Das ist eigentlich eine Frage der Praxis,

Nicht,

Dass wir die dann immer auf Leben und Tod einhalten können,

Aber es ist Teil der Übung.

Etwas Interessantes noch in Bezug auf diese Lebensregeln.

Entsprechende buddhistischen Traditionen,

Fast allen buddhistischen Traditionen,

Ist es ein grosser Unterschied,

Ob man findet,

Man wolle in diese Richtung praktizieren und mal sehen,

Mal schauen,

Oder ob man den Entschluss fasst,

Die Regeln wirklich und jederzeit ernst zu nehmen und anzuwenden,

Soweit es uns irgendwie möglich ist.

Es wirkt sehr verschieden.

Wenn man einfach mal schauen wählt,

Ist man eher leichter davon abzubringen,

Wenn die Dinge turbulent werden,

Wenn Verlangen oder Hass uns wirklich packen.

Es ist schwieriger,

Als wenn wir uns bereits entschlossen haben,

Wenn wir mal schauen und die inneren Kräfte,

Wie wir wissen,

Können die plötzlich ziemlich Power kriegen,

Je nach Umständen und Situationen.

Und dann ist das mal schauen eben schnell gekippt.

Und die Entschlüsse halten doch einiges länger.

Manchmal halten sie auch nicht.

Aber es ist interessant,

Sich darüber auch klar zu sein und sich die Frage zu stellen,

Wie wir sowas angehen,

Ob wir sowas angehen wollen und wie.

Ich möchte zum Schluss Buddha zitieren.

Der zeigt in diesen zwei Versen,

Dass auch hier eigentlich alles eine Frage der Motivation ist,

Der Absicht hinter unserem Handeln,

Denken,

Reden und Tun.

Das ist aus dem Dhammapada.

Und zwar sagt er über die Kilesa,

Die unheilsamen,

Die leidschaffenden Geisteseigenschaften,

Die Kilesa sagt er.

Rede mit unreinem Geist,

Das heisst mit unheilsamer Absicht,

Eben mit Kilesa.

Handle mit unreinem Geist,

Eben mit unheilsamer Absicht,

Mit Kilesa.

Und Leiden wird dir folgen,

Wie der Wagen dem Ochsen folgt,

Der den Wagen zieht.

Und über die Sobhana,

Die heilsamen,

Wunderbaren Geisteseigenschaften,

Sagt er.

Rede mit reinem Geist,

Also mit heilsamer Absicht,

Mit Sobhana.

Handle mit reinem Geist,

Mit heilsamer Absicht,

Mit Sobhana.

Und Glück wird dir folgen,

Wie der Schatten dem Körper folgt und nicht weicht.

Es ist also wie Daniel Gourboulès in einem Vortrag über Vedana sagte,

Immer wieder kommen wir an Kreuzungen oder vielleicht Autobahnausfahrten.

Und es ist immer wieder an uns selbst zu entscheiden,

Ob wir die Abzweigung nach Kilesa Desert oder die Abzweigung nach Sobhana Beach wählen.

Hängt von uns ab.

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MYKO

July 26, 2025

Schöne und verständliche Leitplanken.

Urs

April 15, 2025

🙏💫🙏

Claudia

April 5, 2022

Sehr anregend und praxisnah

Linde

May 1, 2021

Der achtfache Pfad, HEILSAM ZU LEBEN, ja das ist das WAHRE GLÜCK ! Danke! NAMASTE

Doro

June 8, 2020

So informativ und doch auch mit Witz erzählt. Sehr erfrischend.

Angelika

December 23, 2019

Danke für die schöne Unterweisung, die ich mir zu Herzen nehmen werde.🧘🍀🍀🍀

Susanne

December 5, 2019

Danke für diesen lebensklugen und humorvollen Vortrag. 🙏🏻🙏🏻🙏🏻

© 2026 Fred Von Allmen. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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