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Der Hase und die Schildkröte | Sanfte Kindergeschichte

by Wolkenzauber - Traumreisen für Kinder | Nina Heck

Aktivität
Meditation
Geeignet für
Kinder

Die Fabel vom Hasen und der Schildkröte kennen viele. In dieser Adaption von Nina Heck wird daraus eine ruhige Geschichte mit versöhnlichem Ende über zwei Tiere, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Der Hase liebt es, schnell zu sein und andere Tiere bei Wettrennen zu besiegen. Die Schildkröte dagegen geht gemächlich ihren Weg. Als die beiden gegeneinander antreten, scheint klar zu sein, wer zuerst die alte Eiche erreichen wird. Doch dann ist sich der Hase seines Sieges ein bisschen zu sicher. Eine sanfte, ruhige Einschlafgeschichte über Ausdauer, das eigene Tempo und die kleinen Dinge, die man nur dann entdeckt, wenn man sich Zeit für sie nimmt. Geeignet für Kinder ab 4 Jahren und alle, die sich gerne verzaubern lassen. Credits: Musik mit Suno AI erstellt, Cover mit Unterstützung von KI kreiert.

Transkription

Es war ein warmer Morgen.

Die Sonne stand noch nicht hoch am Himmel,

Aber auf der Wiese summten bereits die ersten Bienen zwischen den Blüten.

Tautropfen hingen an den Grashalmen und vom Waldrand her führte ein schmaler Weg über die Wiese.

Vorbei an einem kleinen Teich.

Und einem alten Apfelbaum bis hinauf zu einem Hügel.

Auf diesem Weg war die Schildkröte unterwegs.

Sie setzte einen Fuß vor den anderen.

Langsam,

Aber gleichmäßig.

Schritt für Schritt.

Nie blieb sie stehen,

Sie ging immer weiter und weiter.

Da sauste plötzlich etwas an ihr vorbei.

Die Grashalme bogen sich zur Seite.

Ein paar Tautropfen spritzten durch die Luft.

Und er,

Die Schildkröte,

Überhaupt erkennen konnte,

Was genau geschehen war?

Saß auch schon der Hase einige Meter vor ihr auf dem Weg.

Er kannte die Schildkröte bereits lange,

Und er hatte sich immer wieder darüber gewundert,

Wie langsam sie war.

Auch heute konnte er sich eine spöttische Bemerkung nicht verkneifen.

Als die Schildkröte ihm erklärte,

Dass sie bis zur alten Eiche auf dem Hügel wollte,

Musste der Hase lachen.

Bei diesem Tempo,

Meinte er,

Würde sie dafür vermutlich den ganzen Tag brauchen.

Die Schildkröte störte das nicht.

Dann wäre sie eben am Abend dort.

Der Hase verstand diese Gelassenheit überhaupt nicht.

Er liebte es,

Schnell zu sein.

Wenn er über die Wiese rannte,

Pfiff ihm der Wind um die Ohren.

Und mit wenigen Sprüngen legte er weite Strecken zurück und war dabei schneller als alle anderen Tiere,

Die er kannte.

Manche von ihnen hielten den Hasen deswegen für hochmütig.

Aber er wusste einfach,

Wie schnell er war und liebte es,

Die anderen Tiere in Wettrennen zu besiegen.

Die Schildkröte wäre eine sehr leichte Gegnerin.

Also schlug er auch ihr ein Wettrennen vor.

Von hier bis zur alten Eiche.

Die Schildkröte wusste natürlich,

Dass der Hase viel schneller war als sie.

Trotzdem nahm sie die Herausforderung an.

Zur Eiche wollte sie schließlich ohnehin.

Ob sie nun vor oder nach dem Hasen da sein würde,

War ihr einerlei.

Mit seiner Hinterpfote zog der Hase eine Linie in den sandigen Weg.

Beide stellten sich nebeneinander.

Und dann ging es los.

Der Hase schoss davon.

Schon nach wenigen Augenblicken war er weit voraus.

Er sprang über einen umgestürzten Ast,

Sauste um einen großen Stein herum und jagte den Weg entlang,

Sodass kleine Staubwolken hinter seinen Pfoten aufstoben.

Die Schildkröte setzte sich ebenfalls in Bewegung.

Ein Schritt.

Noch ein Schritt.

Und noch einer.

Als sich der Hase nach einer Weile umsah,

Musste er die Augen zusammenkneifen.

Ganz weit hinten entdeckte er die Schildkröte.

Sie war so klein,

Dass sie beinahe wie ein Stein auf dem Weg aussah.

Und das,

Dachte der Hase zufrieden,

War wirklich das leichteste Wettrennen seines Lebens.

Am Teich blieb er stehen und trank einen Schluck Wasser.

Danach knabberte er ein paar besonders saftige Grashalme.

Als er wieder auf den Weg sah,

War die Schildkröte noch immer weit hinter ihm.

Sie war kaum nähergekommen.

Langsam setzte sie einen Fuß vor den anderen.

Schritt für Schritt.

Sie kam an dem umgestürzten Ast vorbei,

Ging um den großen Stein herum.

Und als sie ebenfalls den Teich erreichte,

War der Hase schon längst weitergelaufen.

Unter dem alten Apfelbaum hatte er einen wunderbar kühlen Platz im Schatten entdeckt.

Er blickt zurück.

Von der Schildkröte war nichts zu sehen.

Dann schaute er hinauf zur Eiche.

Soweit war es gar nicht mehr.

Warum also sollte er sich beeilen?

Selbst wenn die Schildkröte irgendwann den Apfelbaum erreichte,

Konnte er immer noch aufspringen und zur Eiche rennen.

Also streckte er die Hinterbeine aus.

Legte den Kopf auf seine Vorderpfoten und ruhte sich ein wenig aus.

Über ihm bewegten sich die Blätter des Apfelbaums im Wind.

Eine Biene summte vorbei,

Und schon bald war der Hase eingeschlafen.

Die Schildkröte unterdessen war einfach weitergegangen,

Schritt für Schritt,

Langsam und gemächlich.

So erreichte auch sie den Apfelbaum,

Unter dem der Hase im Gras ein Nickerchen hielt.

Seine Augen waren geschlossen.

Seine Ohrenlagen ausgestreckt neben seinem Kopf.

Und ab und zu zuckte seine Nase im Schlaf.

Die Schildkröte blieb zum ersten Mal stehen.

Nur für einen Moment.

Schaute zu dem Hasen.

Und dann hinauf zur Eiche.

Sie zuckte mit den Schultern und ging weiter.

Schritt für Schritt.

Der Weg führte nun bergauf.

Die Sonne stand inzwischen hoch am Himmel und es wurde wärmer und wärmer.

Die Schritte der Schildkröte wurden kleiner und kleiner,

So anstrengend war der Weg.

Aber sie zwang sich weiterzugehn.

In kleinen Schritten immer weiter den Berg hinauf.

Irgendwann an diesem Nachmittag öffnete der Hase unter dem Apfelbaum die Augen.

Für einen Augenblick wusste er nicht,

Wo er war.

Dann fiel ihm das Wettrennen wieder ein.

Sofort sprang er auf und sah sich um.

Der Weg hinter ihm war leer,

Kein Mensch und auch kein Tier weit und breit.

Gerade wollte er zufrieden weiterlaufen,

Als er den Hügel hinaufschaute und erstachte.

Weit oben Erspähte er die Schildkröte.

Sie war nur noch ein kleines Stück von der alten Eiche entfernt.

Der Hase sprang los.

So schnell war er noch nie gerannt.

Seine Pfoten flogen geradezu über den Weg.

Der Wind pfiff ihm um die Ohren,

Als er in großen Sätzen den Hügel hinaufraste.

Die Schildkröte hörte hinter sich das schnelle Trappeln seiner Pfoten,

Aber sie drehte sich nicht um.

Vor ihr stand die Eiche.

Nur noch drei Schritte.

Noch zwei.

Noch einer.

Dann hatte sie.

Den alten Baum erreicht.

Zufrieden setzte sie sich in seinen Schatten.

Wenige Augenblicke später kam der Hase herangestürmt.

Er bremste so plötzlich,

Dass seine Pfoten über den Boden rutschten.

Außer Atem stand er vor der Schildkröte.

Und konnte kaum glauben,

Dass sie tatsächlich vor ihm angekommen war.

Dabei war er doch so viel schneller.

Die Schildkröte schaute den Weg hinunter,

Den sie gekommen waren.

Er führte am Apfelbaum vorbei,

Am Teich,

Am großen Stein,

Und verschwand schließlich zwischen den hohen Gräsern.

Ich bin einfach weitergegangen,

Sagte sie.

Eine Beile saßen die beiden gemeinsam unter der alten Eiche.

Der Wind stricht durch ihre Blätter.

Und auf der Wiese unter ihnen leuchteten die Blumen in der Nachmittagssonne.

Der Hase hatte an diesem Tag etwas gelernt.

Schnell zu sein war wunderbar.

Aber schnell zu sein halb ihm nicht,

Wenn er sich einzig darauf verließ und zwischendurch den Weg aus den Augen verlor.

Die Schildkröte hingegen war den ganzen Weg in ihrem langsamen Tempo gegangen,

Schritt für Schritt,

Immer weiter,

Bis sie ihr Ziel erreicht hatte.

Als die beiden schließlich nach Hause gingen,

Lief der Hase nicht voraus,

Wie er es sonst getan hätte.

Er verspottete die Schildkröte auch nicht.

Er ging genau so langsam wie sie.

Und entdeckte,

Wie anders,

Der Apfelbaum.

Der Teig.

Der große Stein.

Und all die Blumen aussahen.

Wenn er ruhig und bedacht an ihnen vorbeiging.

Anstatt wie sonst blind daran vorbeizuhasten.

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