
Die Bergmeditation
by Björn
Die Bergmeditation ist eine Visualisierungsübung aus dem Kontext des MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction). Du kannst sie mit geringer Erfahrung in Meditation üben. Sie ist hilfreich für Menschen, die ihre Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) steigern möchten. Wenn Du mit dem Bild des Berges sitzt, wirst du dir deiner unvergleichbaren, unerschütterlichen Essenz bewusst.
Transkription
Die Bergmeditation.
In den kommenden Minuten hörst du eine Visualisierungsübung.
Diese Übung dient dazu,
Die Resilienz,
Psychische Widerstandsfähigkeit in dir zu stärken und deine persönliche,
Unerschütterliche und unantastbare Essenz zu erkennen und in ihr zu bleiben.
Es kann vorkommen,
Dass es für dich anfangs schwer ist zu visualisieren und Bilder in deinem Kopf entstehen zu lassen und zu halten.
Das ist ganz normal und ist kein Problem.
Wenn das der Fall ist,
Übe einfach weiter und schaue,
Was diese Praxis mit dir macht.
Du kannst diese Praxis im Sitzen auf einem Stuhl,
Einem Meditationskissen oder einem Meditationsbänkchen durchführen.
Nimm,
Wenn es dir möglich ist,
Eine besonders aufgerichtete und stabile Sitzhaltung ein mit einer breiten Basis.
Der Rücken ist gerade aufgerichtet.
Die Schultern lässt du ganz locker nach hinten unten sinken.
Der Nacken bildet die Verlängerung der Wirbelsäule und auch der Kopf sitzt gerade auf dem Nacken.
Das Gesicht ist entspannt,
Der Kiefer ist entspannt.
Die Augen kannst du geöffnet oder geschlossen lassen.
Die Hände ruhen sanft auf den Knien oder den Oberschenkeln oder liegen zusammengelegt locker im Schoß.
Würdevolles,
Stabiles und unverrückbares Sitzen mit einer Haltung von Präsenz,
Würde,
Offenheit,
Unverrückbar wie ein Berg.
Körper noch einmal als Ganzes spüren,
Die Berührungspunkte zur Unterlage bewusst wahrnehmen.
Vielleicht sind das die Füße,
Die Unterschenkel,
Die Oberschenkel,
Das Gesäß.
Auch mal die Aufrichtung des Rückens bewusst wahrnehmen,
Die Position der Hände und den Körper auch noch einmal als Ganzes wahrnehmen.
Wenn du möchtest,
Kannst du mit jedem Ausatmen noch etwas mehr Gewicht an den Boden abgeben und dich so vom Untergrund tragen lassen.
Eine wirklich unverrückbare Präsenz.
Wenn du möchtest,
Kannst du dir vor deinem inneren Auge nun einen Berg vorstellen.
Vielleicht spricht dich dieser Berg besonders von seiner Form an.
Es kann ein Berg sein,
Den du schon einmal erkundet hast.
Den du persönlich gesehen hast.
Den du von einer Postkarte kennst,
Aus einem Film.
Oder ein Berg,
Der nun gerade in deiner Fantasie entsteht.
Solltest du dir gerade keinen Berg vorstellen können.
So ist das in Ordnung.
Folge dann einfach weiter meiner Anleitung und es ist gut möglich,
Dass mit der Zeit und nach und nach das Bild eines Berges in dir entsteht.
Betrachte genau die Form deines Berges,
Den aufragenden Gipfel,
Die Basis im Felsstein der Erdkruste,
Die steilen oder sanft abfallenden Flanken.
Genau die Form betrachten und nimm auch wahr,
Wie massiv der Berg ist.
Unbeweglich und wundervoll einzigartig in seiner Gestalt und Form.
Gleichzeitig verkörpert er auch die universellen Eigenschaften des Bergseins.
Es ist ein ganz einzigartiger Berg mit einer Form,
Die nur dieser Berg hat.
Es ist ein Berg,
Der wie alle Berge einfach da ist,
Seit Jahrhunderten oder Jahrtausenden schon.
Da sitzen und atmen mit dem Bild des Berges und dir der Form des Berges bewusst werdend.
Wenn es in Ordnung ist für dich,
Kannst du auch die Form des Berges in deinen Körper aufnehmen.
Das Gesäß und die Beine werden zu der soliden Basis,
Die mit dem Kissen auf dem Boden oder auf dem Stuhl verwurzelt ist.
Schultern und Arme werden zu den Flanken des Berges.
Der Kopf wird zu dem hochaufragenden Gipfel.
Da sitzen,
Wie ein atmender Berg,
Unerschütterlich in der Stille ruhend,
Eine zentrierte,
Verwurzelte und unerschütterliche Präsenz ausstrahlend.
Die Sonne wandert über den Himmel.
Licht und Schatten,
Die Farben verändern sich von Moment zu Moment und von Augenblick zu Augenblick.
Nur der Berg,
Der Berg,
Der bleibt still.
Dann gehen auch die Jahreszeiten ineinander über und das Wetter,
Das sich verändert von Moment zu Moment,
Von Tag zu Tag,
Von Monat zu Monat.
Der Berg,
Der sitzt da in einer Stille,
Die alle Veränderungen überdauert.
Gelegentlich ist er von Wolken oder von Nebel umhüllt oder im Winter prasselt Eisregen auf ihn nieder.
Besucher und Wanderer sind vielleicht enttäuscht,
Dass sie den Gipfel nicht klar sehen können.
Doch das ist dem Berg gleichgültig,
Ob er zu sehen ist oder nicht,
Ob er im Sonnenlicht liegt oder von Wolken verhüllt wird,
Ob es glüht heiß oder eiskalt ist.
Er sitzt einfach nur da und er ist er selbst,
Der Berg.
Manchmal wird er von heftigen Stürmen erschüttert,
Doch der Berg hört nicht auf,
Da zu sitzen,
Ohne sich vom Wetter und von dem,
Was auf seiner Oberfläche geschieht,
Beeindrucken zu lassen.
Wenn wir mit dem Bild des Berges sitzen,
Können wir angesichts der Veränderungen in unserem Leben die gleiche und unerschütterliche Stille aufrechterhalten.
Wir erfahren,
Wie in unserem Geist,
In unserem Körper und in der äußeren Welt ständig Veränderungen stattfinden.
Wir erleben Zeiten des Lichts und der Dunkelheit.
Wir erleben Stürme verschiedenster Intensität und Gewalt in der äußeren Welt genauso wie in unserem eigenen Leben und auch in unserem Geist.
Wir stehen Zeiten der Dunkelheit und des Schmerzes ebenso durch,
Wie wir Augenblicke der Freude und der Hochstimmung genießen können.
Genauso wie die äußere Erscheinung des Berges ändert sich auch unsere ständig,
Aber die Essenz,
Die bleibt.
Indem wir in der Meditation selbst zum Berg werden,
Verbinden wir uns genau mit dieser Stärke und Stabilität des Berges.
Bergsein,
Unsere Gedanken und Gefühle,
Unsere emotionalen Stürme und Krisen ähneln dem Wetter auf dem Berg,
Aber der Berg,
Der bleibt seiner Essenz,
Seinem Bergsein.
Wir neigen dazu,
Das Wetter in unserem Leben oft zu persönlich zu nehmen.
Dann werden wir von den Stürmen erschüttert,
Hin- und hergerissen,
Erleben Höhen und Tiefen.
Wenn wir mit dem Bild des Berges sitzen,
Bleiben wir unerschütterlich.
In unserer Essenz können wir das Wetter nicht ignorieren,
Aber wir können es erkennen und mit Achtsamkeit beobachten,
Ihm begegnen,
Mit dem Bild des Berges sitzen.
Vielleicht möchtest du dir zum Abschluss auch noch mal eine Würdigung oder Dank entgegenbringen,
Dafür,
Dass du dir die letzten Minuten Zeit für dich selbst und deine eigenen Erfahrungen genommen hast,
Mit dir zu sein,
Mit dem Bild des Berges dazusitzen.
Und vielleicht gelingt es dir auch,
Genauso wie der Berg,
Diese Präsenz mit in den Alltag zu nehmen und unerschütterlich zu sein,
Auch wenn Stürme da sind.
Die Meditation endet mit dem Ausklingen der Klangschale.
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