
Übung zur Perspektivenübernahme
In dieser Reflexion geht es darum, zu verstehen was in einer schwierigen Situation in einem selbst passiert ist und dafür Mitgefühl zu entwickeln. Anschließend wenden wir uns der anderen beteiligten Person zu und versuchen, deren Perspektive einzunehmen und zu verstehen - und ebenfalls Mitgefühl zu entwickeln. Das Herz öffnen für sich und für den anderen, und so wieder zueinander finden.
Transkription
Dies ist eine etwa 10-minütige Reflexion zum Thema Perspektivenübernahme.
Sich bequem hinsetzen und das Basislager einrichten.
Das bedeutet,
Bei sich selbst ankommen und das Hiersein zulassen.
Vielleicht hilft eine kleine Erinnerung.
Jetzt bin ich hier,
Jetzt sitze ich hier und ich muss nichts erreichen,
Nichts richtig oder falsch machen.
Zunächst den Kontakt zum Boden oder zum Stuhl spüren.
Den Körper als Ganzes wahrnehmen,
Wie er hier ist,
Wie er sitzt,
Wie er sich anfühlt und getragen wird von Boden und Schwerkraft.
Wahrnehmen,
Wie der Körper atmet und wo im Körper der Atem besonders deutlich zu spüren ist,
Vielleicht im Bauchraum,
Im Brustkorb oder an den Nasenflügeln.
Das Ein- und Ausatmen beobachten.
Nichts verändern oder kontrollieren,
Einfach wahrnehmen,
Wie der Körper gerade atmet.
Für diese Übung ist es wichtig,
Den Forschergeist zu benutzen,
Offenheit zu haben,
Neugierig zu sein.
Und nun rufe dir eine Situation in Erinnerung,
In der du eine große Wut auf deinen oder auf eines deiner Kinder hattest.
Und wenn du es diese Übung nicht mit einem Kind durchführen möchtest,
Dann kannst du auch einen Partner nehmen,
Eine nahestehende Person.
Eine Situation,
In der Wut beteiligt war und du mit deinem eigenen Verhalten nicht glücklich warst,
Zum Beispiel weil du explodiert bist oder das Gefühl hattest,
Die Kontrolle zu verlieren.
Harsch geredet hast.
Und wichtig ist es,
Dich nicht zu überfordern.
Keine dramatische Situation nehmen,
Sondern auf einer Skala von 0 bis 10,
Wobei 10 Katastrophe bedeutet.
Vielleicht eine 3 oder maximal eine 4.
Eine kleine Meinungsverschiedenheit,
Ein Streit.
Und wenn du diese Situation im Gedächtnis hast,
Dann überleg mal,
Wer war anwesend,
Was hast du getan oder gesagt?
Und was hat die andere Person getan oder gesagt?
Und in der Erinnerung an die Situation,
In dieser Situation selbst,
Was hast du gefühlt?
Welche Körperempfindungen hast du wahrgenommen?
Welche Gedanken sind dir durch den Kopf gegangen und welche Handlungsimpulse hast du gespürt?
Und auch wenn das in der Situation selbst nicht so klar war,
So ist es jetzt in der Reflexion vielleicht etwas deutlicher,
Welche Gedanken,
Gefühle und Körperempfindungen da waren.
Und nur mit der Aufmerksamkeit auf den jetzigen Moment gehen.
Das Hier und Jetzt wahrnehmen.
Welche Körperempfindungen,
Gefühle und Gedanken sind jetzt da?
Ist es möglich,
Dir selbst mit Mitgefühl zu begegnen?
Ist es möglich,
Zu sagen,
Was auch immer ich fühle,
Es ist in Ordnung,
Alles darf sein.
Alle Gefühle willkommen heißen.
Auch die unangenehmen.
Mitgefühl bedeutet,
Wir erkennen an,
Dass es schwierig ist.
Und möchten uns helfen,
Sind für uns selbst da.
Und nun die Aufmerksamkeit auf den Atem richten.
Aus der Erinnerung weg und auf den Atem gehen und schauen,
Wie der Körper jetzt gerade atmet.
Und die Aufmerksamkeit auf den Körper als Ganzes richten.
Und Spannungen wahrnehmen,
Die vielleicht noch dort sind.
Ohne etwas verändern zu wollen,
Einfach wahrnehmen,
Wie sich der Körper jetzt gerade anfühlt.
Und nun die Aufmerksamkeit auf das Kind,
Den Partner,
Einfach die andere Person richten.
Was meinst du,
Wie fühlt sich diese Person?
In der Situation,
Die schwierig war für beide.
Was waren die Gefühle und was waren wahrscheinlich die Körperempfindungen und Gedanken und die Bedürfnisse dieser Person?
Ohne zu sehr in Analysen zu verfallen,
Einfach offen sein für das Innenleben der anderen Person.
Wie denkst du,
Hat sich die andere Person gefühlt und ist es möglich,
Dieser anderen Person zu erlauben,
Zu fühlen,
Was sie fühlt?
Kannst du die andere Person aus deiner Perspektive heraus verstehen?
Und kannst du vielleicht Mitgefühl für den Zustand empfinden,
In dem diese Person ist?
Es mag sein,
Dass Gedanken kommen,
Die bewerten und sagen,
Es war aber doch die Schuld der anderen und wäre das nicht passiert,
Dann wäre ich nicht so aufgebracht gewesen.
In der Perspektivenübernahme geht es nicht darum,
Ein Verhalten zu entschuldigen.
Es geht darum,
Ein Verhalten zu verstehen.
Aus dem Zustand,
Aus den Bedürfnissen,
Aus den Gefühlen der anderen Person heraus.
Was würdest du dieser Person jetzt gerne sagen?
Wenn es möglich ist,
Den eigenen Stolz loszulassen,
Ist es möglich,
Um Entschuldigung zu bitten für das,
Was du selbst gemacht oder gesagt hast?
Sich vorstellen,
Um Entschuldigung zu bitten und wahrnehmen,
Wie sich das anfühlt.
Für dich in deinem eigenen Körper und wie sich das wohl anfühlt für die andere Person.
Und sich darauf einstellen,
Die Übung zu beenden und wenn der Gong ertönt,
Die Augen wieder öffnen.
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