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Achtsames Hören im Klassenzimmer – Eine Mini-Pause

by Sabine Kunst

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4.5
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Aktivität
Meditation
Geeignet für
Kinder
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Dies ist ein Vorschlag für LehrerInnen und ErzieherInnen zur Anleitung einer Achtsamen Mini-Pause von etwa 1 bis 2 Minuten während des Unterrichts. Ich gebe Instruktionen zu einer zweiteiligen Übung: der Achtsame Sitz (Achtsamer Körper) und das Achtsame Hören (mit einer Klangschale). Nach der Übung folgen Tipps zur praktischen Durchführung. Der Wortlaut ist in dieser Anleitung auf eine Grundschulklasse abgestimmt — jedoch kann die Übung auf die Bedürfnisse jeder anderen Zielgruppe (z. B. Kindergartenkinder, Teenager) angepasst werden. Hinweis: Das verwendete Klanginstrument (hier: Klangschale) sollte ausschließlich bei Achtsamkeitsübungen verwendet werden, also nicht zur Einleitung von Übergängen (Lernzeit, Aufräumen, etc.) oder als Ruhe-Impuls während des Schultages. Es empfiehlt sich, die Übung täglich in den Unterrichtsablauf (z. B. mit Unterrichtsbeginn & -ende, nach Pausen oder sehr aktiven Phasen, wann immer du selbt eine Pause brauchst) einzubauen. Viel Freude damit!

Transkription

Ich werde jetzt eine Übung vorstellen,

Das achtsame Hören,

Die du mit deiner Klasse im Klassenzimmer durchführen kannst.

Die Zielgruppe wird eine Grundschulklasse sein,

Du kannst aber diese Übung jederzeit auf deine Gruppe,

Auf die Bedürfnisse und das Alter deiner Kinderschüler anpassen,

Also auch für jüngere Kinder oder für Teenager.

Die Übung wird zweigeteilt sein.

Ich werde die Schüler erst in einen achtsamen Sitz begleiten,

In einen aufrechten Sitz und diese Sitzhaltung wird am Tisch eingenommen,

Also auf dem Stuhl ganz normal im Klassenzimmer und im zweiten Schritt werde ich dann das achtsame Hören mit einer Klangschale anleiten.

Ich werde dann nach der Übung noch ein paar Worte allgemein sagen.

Ich beginne.

Finde einen aufrechten Sitz,

Gehe in deinen achtsamen Körper,

Schiebe dazu den Stuhl etwas weg vom Tisch,

Sodass deine Ellbogen ganz frei auf deinen Oberschenkeln im Schoß ruhen können.

Stell beide Füße mit den Fußsohlen auf den Boden.

Wenn die Füße den Boden noch nicht ganz erreichen,

Dann rutsche auf deinem Stuhl ein bisschen weiter nach vorne.

Dann rutsche mit dem Rücken weg von der Lehne,

Ziehe die Schultern mal ganz nah zu den Ohren heran und atme tief durch die Nase ein und atme durch den Mund aus und lasse die Schultern Richtung Boden sinken.

Wir machen das noch einmal.

Du kannst jetzt auch Fäuste bein,

Ziehe die Ellbogen an,

Ziehe die Schultern zu den Ohren heran,

Atme tief durch die Nase ein und durch den Mund aus,

Lasse die Schultern langsam entspannt zu Boden gleiten.

Dann versuche jetzt nicht mehr zu sprechen,

Schließe die Augen.

Wenn dir das nicht gelingt,

Manchmal fällt es uns schwer,

Während des Tages die Augen geschlossen zu halten,

Dann neig deinen Blick zum Boden,

Schau einfach zu deinen Füßen hinunter.

Das hilft dir,

Deine achtsamen Ohren gleich besser zu aktivieren.

Ich spiele jetzt gleich die Klangschale und du hörst ganz aufmerksam hin.

Wenn der Ton ganz verklungen ist,

Dann hebst du eine Hand.

Der Ton wird immer leiser werden und wenn du gar nichts mehr hörst,

Dann heb eine Hand nach oben,

Dann weiß ich,

Dass du soweit bist.

Super,

Ich sehe jetzt schon ganz viele Hände oben.

Lass die Augen noch geschlossen,

Lausche kurz,

Beobachte die Stille,

Schau wie sich das anhört und dann mach deine Augen langsam wieder auf.

Das war jetzt die Übung.

Ich möchte noch ein paar Sachen dazu sagen,

Was euch auffallen wird,

Wenn ihr die Übung zum ersten Mal oder den ersten paar Mal anleitet.

Die Kinder werden ziemlich schnell die Hand heben.

Die werden die Hand auch heben,

Wenn der Ton noch nicht ganz verklungen ist.

Das ist ganz normal.

Die Ohren müssen sich erst auf diese Situation einstellen.

Die Kinder sind es gewohnt,

Dass ständig Geräusche anwesend sind und diese Stille ist für viele eine ganz neue Erfahrung und es braucht eben eine Zeit.

Auch der Klang der Klangschale ist vielleicht für manche neu und das muss sich erst einspielen.

Das kannst du gerne mit den Kindern auch thematisieren und besprechen,

Dass du beobachtet hast,

Dass viele Hände schon relativ früh nach oben gehen,

Obwohl die Schale noch klingt,

Dass das aber ganz normal ist und nicht schlimm ist.

Das motiviert die Kinder auch immer dazu,

Wirklich die Augen geschlossen zu halten oder den Blick Richtung Boden zu haben,

Weil die Konzentration einfach besser ist.

Das Hören funktioniert besser und die Kinder sind natürlich dazu geneigt,

Zum Nachbarn zu gucken,

Zu schauen,

Wann die anderen die Hände heben.

Versuch da immer verständnisvoll die ganze Gruppe und da komme ich jetzt zum nächsten Punkt,

Die gesamte Gruppe daran zu erinnern.

Im Achtsamkeitstraining vermeide ich es,

Kinder einzeln anzusprechen.

Es wird immer Kinder geben,

Denen es sichtlich schwer fällt,

Still zu sitzen,

Die Augen geschlossen zu halten,

Den Körper ruhig zu halten.

Es gibt auch immer mal wieder Kinder,

Die dazwischen reden werden.

Da bitte nicht disziplinieren oder die Kinder einzeln mit Namen ansprechen.

Immer die Gruppe und immer mit Verständnis.

Das ist eine schwierige Übung,

Auch für uns Erwachsene kann es sehr schwer sein,

Für ein paar Momente nichts zu tun,

Sich nicht zu bewegen,

Nichts zu sprechen und das ist auch bei den Kindern so.

Sehr viele Kinder genießen diese Stille,

Das wirst du auch im Feedback nach der Übung erkennen.

Für manche ist es komisch,

Da komme ich jetzt zum dritten Punkt.

Frag die Kinder nach der Übung,

Ob sie ihnen gefallen hat oder ob sie es komisch fanden und kommuniziere bitte auch mit den Kindern,

Dass es in Ordnung ist,

Wenn sie es komisch finden.

Der aufrechte Sitz ist für manche Kinder ungewohnt.

Ich erkläre dann auch immer,

Dass unsere Muskeln eben andere Sitzhaltungen gewohnt sind,

Dass wir meistens eher nach vorne gebeugt sind mit runden Rücken,

Wenn wir schreiben,

Wenn wir mit dem Handy spielen und dass so eine aufrechte,

Wache Sitzhaltung wie eine Fitnessstudio Übung für unsere Rückenmuskeln ist und dass der Rücken sich erst daran gewöhnen muss und dass es deshalb auch normal ist,

Diese Übung zu Beginn als vielleicht ein bisschen anstrengend und unangenehm zu empfinden.

Körperlich ist es ganz normal.

Also da bitte mit den Kindern drüber sprechen und für dich ist wichtig,

Dass du die Übung ohne Druck anleitest,

Mit Verständnis,

Mit Sanftheit,

Mit Freude,

Denn diese Übung soll für alle,

Dich eingenommen,

Eine kurze,

Achtsame Pause sein,

Ein Mini-Urlaub,

Wie ich es immer nenne und es soll einfach schön sein und kein Muss,

Keine Übung im Unterricht,

Die man jetzt wieder machen muss,

Sondern etwas,

Dass man sich gönnen darf,

Dass man machen darf.

Dann wünsche ich viel Spaß damit und tschüss.

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4.5 (19)

Neueste Bewertungen

Anna

September 9, 2021

Vielen Dank für die guten Impulse für meine Grundschulklasse!

Emha

November 5, 2020

Vielen Dank für diese schöne Sequenz und die hilfreichen Erklärungen!

Steffi

June 2, 2019

Tolle Idee, Erklärung und Umsetzung 👍 Gerne mehr fürs Klassenzimmer!

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