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Die Macht der Worte – Verbale Beeinflussung (3/3)

by Mindfulclass

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Unsere Wortwahl hat Einfluss auf uns und unsere Mitmenschen. So können wir mit einer bewussten Wortwahl beispielsweise unsere Mitmenschen bestärken und Beziehungen verbessern. Genauso haben die Worte anderer aber auch Einfluss auf uns. Durch achtsames Wahrnehmen können wir die Projektionen anderer Menschen allerdings erkennen.

Transkription

Mindful Class – POD Die Macht der Worte – Teil 3 Verbale Beeinflussung Unsere Wortwahl hat Einfluss auf uns und unsere Mitmenschen.

So können wir mit einer bewussten Wortwahl beispielsweise unsere Mitmenschen bestärken und Beziehungen verbessern.

Genauso haben die Worte anderer aber auch Einfluss auf uns.

Durch achtsames Wahrnehmen können wir die Projektion anderer Menschen allerdings erkennen.

Unsere Worte – Die Beeinflussung anderer Mit unseren Worten beeinflussen wir unsere Mitmenschen.

Es liegt also in unserer Hand,

Ob wir Worte wählen,

Die sie eher bestärken oder schwächen.

Sich die Frage zu stellen,

Was würde ich gerne an dieser Stelle hören,

Kann dabei helfen,

Die richtigen Worte zu finden.

Als ich vor einigen Jahren einmal bei einem Kunden vor Ort war,

Stellte ich fest,

Dass dort ein zynischer und negativer Tonfall herrschte.

Über den Tag verteilt wurden die Kommentare und Gespräche teilweise immer bissiger und abträglicher.

Es war wie ein Strudel,

In dem irgendwann jeder,

Der sich diesem Strudel nicht bewusst war,

Mitgerissen wurde.

Es war wirklich interessant,

Das zu beobachten.

Es ging alles sehr subtil vonstatten.

Jedes Gespräch beeinflusst uns,

Selbst wenn wir gar nicht Teil des Gesprächs sind,

Sondern es nur mithören.

Demnach war es damals eine wirkliche Herausforderung,

In dieser Umgebung achtsam und bewusst zu bleiben.

So habe ich immer wieder bemerkt,

Wie auch ich plötzlich einen anderen Tonfall anschlug.

Der vorherrschende Tonfall dort war hochgradig ansteckend.

Ich versuche stets,

Mit meinen Mitmenschen so zu sprechen,

Dass sie eine positive Erfahrung mehr am Tag haben.

Ich will für sie ein erfreuliches Erlebnis sein und kein ärgerliches.

Selbst wenn mir jemand blöd kommt,

Versuche ich,

Freundlich zu bleiben.

Mein Freund und ich sind diesen Sommer nach Italien gefahren.

Nachdem es Probleme beim Abholen unseres Mietwagens gegeben hatte,

War die Stimmung bei uns leicht gereizt.

Bevor es losging,

Wollten wir noch ein paar Getränke für die Fahrt kaufen und liefen in den nächsten Supermarkt.

Kennt ihr diese Orangensaft-Automaten,

An denen man sich einen frisch gepressten Orangensaft in Flaschen abfüllen kann?

So einer fiel uns zugleich in den Blick und wir schritten zur Tat.

Nachdem die Flasche halb gefüllt war,

Kam der Automat jedoch in Stocken und nichts ging mehr.

Also sprachen wir eine Mitarbeiterin an,

Die uns allerdings eine ziemlich pumpige Antwort um die Ohren schlug.

Natürlich funktioniert der,

Einfach auf den Knopf drücken.

Nun ja,

Unsere Stimmung war ohnehin schon etwas gereizt und unsere Egos hätten gerne einfach irgendwas Pumpiges zurückgepfeffert.

Mein Freund und ich schauten uns nur kurz in die Augen,

Blieben cool,

Lächelten sie an und erklärten ihr noch einmal im freundlichen Ton,

Was das Problem sei.

Um es kurz zu machen,

Am Ende hatten wir eine volle Orangensaft-Flasche und eine gut gelaunte und lachende Mitarbeiterin.

Statt uns auf ihr Stimmungslevel zu begeben,

Sind wir bewusst freundlich geblieben.

Wie sich zeigte,

Hat sie sich davon anstecken lassen,

War am Ende gut gelaunt und wir waren es auch.

Wir alle kennen Situationen dieser Art.

Jemand ist unhöflich zu uns und wir haben die Wahl.

Reagieren wir auf gleiche Weise oder bleiben wir bewusst,

Schenken demjenigen ein Lächeln und antworten freundlich.

Die Begegnung mit der Mitarbeiterin im Supermarkt hat mir gezeigt,

Dass unser Verhalten sie förmlich dazu gezwungen hat,

Ihre Stimmung zu verbessern.

Ich glaube,

Weil freundlich bleiben ein so starker Kontrast zum unhöflichen Benehmen ist.

Jede andere Person wird dieses Missverhältnis irgendwann bemerken und steht dann im Zugzwang.

Bleibt sie bei ihrer unfreundlichen Art oder reagiert sie auch freundlich?

Ich bin mir nicht sicher,

Ob diese Entscheidung bewusst abläuft.

Vermutlich aber führt dieser Kontrast demjenigen vor Auge,

Dass er sich gerade wie ein Arsch verhält.

Gelingt es uns immer bewusst und achtsam zu reagieren?

Sicherlich nicht.

Ist das schlimm?

Nein.

Wir sollten uns dabei nicht selbst unter Druck setzen.

Aber wir können es trotzdem immer wieder versuchen.

Mir geht es vornehmlich um kleine alltägliche Situationen,

Die wir bewusster gestalten können.

Natürlich gibt es auch Momente,

In denen es ein klar ausgesprochenes Nein braucht.

Wenn jemand eine Grenze überschreitet,

Müssen wir ihm diese Grenze auch deutlich zeigen.

Mit den Worten anderer bewusst umgehen.

Früher habe ich alles persönlich genommen.

Jeden Satz,

Jeden Kommentar und vor allem jede Kritik.

Irgendwann wurde mir aber bewusst,

Dass es nicht immer die Intention der Leute ist,

Mich zu verletzen.

Oftmals wollten sie mit ihren Worten etwas ganz anderes ausdrücken als das,

Was ich verstand.

Wir erinnern uns an die Erkenntnis aus dem ersten Artikel dieser Serie,

Die Macht der Worte Teil 1.

Jeder gibt Worten eine andere Bedeutung.

Wir sollten also Gesagtes ganz differenziert betrachten und im Zweifelsfall nicht alles persönlich nehmen.

Mir hat diese Erkenntnis mein Leben auf jeden Fall stark erleichtert und vereinfacht.

Irgendwann habe ich festgestellt,

Dass die Leute oft nur von sich reden,

Also sich selbst in uns spiegeln.

Eine Situation,

Die sich vor einigen Jahren ereignete,

Hat mir das besonders deutlich gezeigt.

Als ich noch Angestellter in einem Unternehmen war,

Ging ich nachmittags in die Kaffeeküche,

Um mir einen Tee zu machen.

Ein Kollege,

Mit dem ich nur gelegentlich zu tun hatte,

Schaute mich an und fragte mich ganz unvermittelt,

Sag mal hast du abgenommen,

Du hast aber keine Essstörung oder?

Ich war völlig perplex.

Ich war zu diesem Zeitpunkt sicher schlank,

Aber ich hatte nicht abgenommen und sah meines Erachtens gesund und fit aus.

Ich konnte nur mit einem knappen Nein mir geht's gut antworten,

Mehr brachte ich in dem Moment nicht heraus.

Ich ging zurück an meinem Schreibtisch und fing an zu grübeln,

Warum mir jemand so eine unverschämte Frage stellte.

Ich dachte mir,

Wenn jemand an Übergewicht leiden würde,

Würde doch auch niemand auf die Idee kommen,

Die Frage zu stellen,

Ob er zugenommen und eine Essstörung habe.

Und in dem Moment,

Als ich über Übergewicht nachdachte,

Wurde es mir schlagartig klar.

Der Kollege,

Der mir gerade diese Frage gestellt hatte,

Hatte selbst in den letzten Monaten deutlich an Gewicht zugelegt.

Und damit wurde mir etwas bewusst.

Menschen sehen sich selbst im Anderen.

Es können Aspekte sein,

Die beide Personen teilen oder gegenteilige Aspekte,

Wie in meinem Beispiel.

Wenn also das nächste Mal jemand einen seltsamen oder unangenehmen Kommentar über dein Aussehen,

Deine Lebensweise,

Deinen beruflichen Weg oder deine Familie macht,

Versuche es nicht persönlich zu nehmen.

Mir hilft es in solchen Situationen dann immer einen Moment innezuhalten und mich zu fragen,

Spricht derjenige wirklich von mir oder spricht er von sich selbst?

Und die meisten Menschen sprechen ziemlich oft von sich selbst.

Natürlich tun wir dasselbe auch bei anderen.

Je mehr wir uns aber mit dem Thema beschäftigen,

Desto besser fällt es uns auf,

Wenn wir uns im Anderen sehen.

Wir sind uns meist nicht bewusst,

Dass der Gegenüber sich in uns spiegelt und wir uns in ihm.

Und hier liegt die Gefahr.

Wir differenzieren nicht,

Nehmen Gesagtes schnell persönlich,

Lassen uns beeinflussen und fühlen uns verletzt.

Das verzerrt unsere Wahrnehmung.

Und auch hier heißt es wieder die Balance finden und nicht in das Andere extrem rutschen.

Wer immer behauptet,

Der Andere meine mit seiner Kritik gar nicht sie selbst,

Hat genauso eine verzerrte Wahrnehmung.

Die große Chance dabei ist,

Uns selbst und unsere Mitmenschen besser kennenzulernen.

Wann immer wir uns über jemanden aufregen,

Neidisch sind oder etwas nicht gut finden,

Können wir eine kurze Pause machen und überlegen,

Ob wir diesen Aspekt selbst gerne in unserem Leben hätten.

Manchmal sind es Persönlichkeitseigenschaften,

Die wir nicht ausleben oder Charakterzüge,

Die wir uns nicht eingestehen wollen.

Manchmal beschäftigt sich derjenige mit Themen,

Die wir gerne verdrängen oder er erlaubt sich Freiheiten,

Die wir uns selbst nicht ermöglichen.

In der nächsten Episode geht es um ein neues Thema.

Wir beschäftigen uns mit der Stille.

Bis dahin,

Euer Florian von MindfulGlass

4.8 (93)

Neueste Bewertungen

Sylvia

August 1, 2025

Viele Dank, lieber Florian. Sehr inspirierend und so wahr. Ich habe dir gerne gelauscht.

Jakobus

February 24, 2024

Sehr hilfreich. Danke.

Frank

August 31, 2023

Super erklärt.

Ingrid

August 28, 2023

Ich finde mich wieder

Christiana

January 8, 2023

Super! Eine grosse Erkenntnis für mich, das Beispiel mit dem Gewicht. Bis jetzt habe ich nur immer gehört, dass wenn ich mich über eine Person ärgere, aus welchem Grund auch immer, IMMER NUR MIT MIR ZU TUN HAT. Vielen Dank fürs „Auge öffnen“

Renate

December 14, 2022

Danke Florian @

Frank

June 18, 2019

Sehr cool. Weiter so! Vielen Dank, das war echt hilfreich.

Khaled

May 24, 2019

War sehr aufschlussreich. Die vielen kleinen Geschichten zur Verdeutlichung fand ich gut und die letzten Sätze waren pure Weisheit. 👌

Kathrin

May 18, 2019

Sehr empfehlenswert! Inhaltlich und sprachlich. Großartig, dass solche Podcasts hier zu finden sind. 🙏

Niko

May 17, 2019

So unglaublich wichtig. Danke. 🙏🍀

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