23:37

Hat unsere Liebe eine Zukunft?

by Claudia Bechert-Möckel

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Hat unsere Beziehung eine Zukunft? Diese Frage stellen sich eigentlich die meisten Paare, mit denen ich in der Beratung arbeite. Und dahinter steckt natürlich die Angst, dass es vielleicht keinen Weg mehr gibt, zusammenzubleiben, sich zusammen zu entwickeln und sich miteinander wohlzufühlen - ein emotionales Zuhause miteinander zu haben. Und diese Angst schaut nach vorn, wenn man sich das auf einer Zeitachse vorstellt. Wo geht es hin mit uns? In welche Richtung. Dabei lebt eine Beziehung genau wie wir auch in mehreren Zeitebenen. Sie hat eine Vergangenheit, die eine Art Basis bildet im besten Falle. Und die stärkt und verbindet. Sie hat hoffentlich eine Zukunft. Aber vor allem hat sie eine Gegenwart. Ein Jetzt. Und in der Lebendigkeit oder Nichtlebendigkeit des Jetzt entscheidet sich schlussendlich, wie es weitergehen wird mit dieser Liebe. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Beziehung sind wichtige Ebenen, die miteinander in Verbindung stehen und sich wechselseitig beeinflussen.

Transkription

Hat unsere Beziehung eine Zukunft?

Diese Frage stellen sich eigentlich die meisten Paare,

Mit denen ich arbeite.

Und dahinter,

Ganz klar,

Steckt natürlich die Angst,

Dass es vielleicht keinen Weg mehr gibt,

Zusammenzubleiben,

Sich zusammenzuentwickeln und sich miteinander wohlzufühlen,

Ein emotionales Zuhause zu haben.

Und diese Angst schaut nach Form,

Wenn man sich das auf einer Zeitachse vorstellt.

Wo geht es hin mit uns?

In welche Richtung?

Dabei lebt ja eine Beziehung,

Genau wie wir,

Auch in mehreren Zeitebenen.

Sie hat eine Vergangenheit,

Die so eine Art Basis bildet im besten Falle und die stärkt und verbindet.

Und die Beziehung hat hoffentlich eine Zukunft.

Aber vor allem hat sie eine Gegenwart,

Ein Jetzt.

Und in dieser Lebendigkeit oder Nicht-Lebendigkeit des Jetzt entscheidet sich schlussendlich,

Wie es weitergehen wird mit dieser Liebe.

Vergangenheit,

Gegenwart und Zukunft der Beziehung sind wichtige Ebenen,

Die miteinander auch in Verbindung stehen und sich wechselseitig beeinflussen.

Darum geht's in dieser Folge und du erfährst auch,

Wie du deine Beziehung im Jetzt und Hier gestalten kannst.

Wir sprechen darüber,

Warum Sicherheit und Lebendigkeit in einer Beziehung nicht immer zusammenpassen und über die drei typischen Beziehungszeitfallen.

Leben lieben lassen.

Der Podcast zum Thema Persönlichkeit,

Beziehung und Selbstliebe.

Von und mit Claudia Bechert-Möckel.

Hallo und herzlich willkommen.

Schön,

Dass du da bist.

Hier ist Claudia von Leben lieben lassen,

Deinem Selbstcoaching-Podcast mit Herz und Verstand.

Hier bekommst du jede Woche Inspirationen und Tools für dich,

Dein Leben und deine Beziehungen.

Und in dieser Folge,

Da geht's um ein Thema,

Das nach meiner Meinung viel zu wenig Beachtung bekommt,

Wenn es um das Thema Liebe und Beziehung geht.

Nämlich die verschiedenen Zeitebenen,

In denen wir uns in einer Beziehung,

Die ja ein lebendiger Prozess ist,

Bewegen.

Eine authentische Beziehung,

Die hat ein Fundament in der Vergangenheit geschaffen,

Eine Basis sozusagen,

Auf der dann im Hier und Jetzt die Beziehung immer wieder neu gelebt,

Geliebt und auch irgendwie neu erfunden wird,

Um es mal so ganz groß zu machen.

Und das kann natürlich auch durchaus Reibung und nicht nur eitel Sonnenschein bedeuten.

Nicht,

Dass wir uns da falsch verstehen.

Und so eine Beziehung entwirft sich auch in die Zukunft hinein mit einer gemeinsamen Idee von wo wollen wir hin,

Was soll uns in der Zukunft verbinden,

Was sind wir bereit dafür zu investieren,

Gehen wir in eine gemeinsame Richtung?

Du kannst mit dieser Folge herausfinden,

Wie es um deine Beziehung steht in dieser Hinsicht und was du tun kannst im Hier und Jetzt,

Um die Liebe lebendig zu halten und Entwicklung zuzulassen.

Gleich.

Eine Beziehung ist ein lebendiges Wesen,

Das habe ich schon oft gesagt und ich meine das wörtlich.

Und zwar in Bezug auf das Nähren einer Beziehung,

Also das,

Was wir aktiv dafür tun,

Um diese Liebe zu füttern.

Aber das ist nicht alles,

Denn die Beziehung als ein lebendiger Prozess,

Die bewegt sich auch auf verschiedenen Zeitebenen,

Genau wie wir.

Beziehung ist nicht statisch,

Sondern ihrer Natur nach dynamisch.

Sie fließt,

Sie ist in Bewegung.

Mir hat letztens eine Freundin erzählt,

Dass sie lange Zeit angenommen hatte,

Beziehung bedeutet,

Dass man irgendwo zusammen ankommt und dann bleibt das für immer so.

Von dem Moment an,

Wo man angekommen ist,

Hat man keinen Stress mehr,

Man ist einfach nur so zusammen.

Und das Ziel meiner Freundin war also immer,

In irgendeiner Beziehung anzukommen.

Mit 30,

So war ihre Vorstellung.

Und dann wurden sie glücklich bis an ihr Lebensende.

Wir haben zusammen sehr herzlich darüber gelacht,

Denn es kam natürlich ganz anders in ihrem Leben.

Generell ist es ja in unserer Gesellschaft so,

Dass vor allem sehr viel Mühe darauf verwendet wird,

Zusammenzukommen.

Die oder den einen zu finden und dann wird irgendwie alles gut.

Das ist ja wirklich auch schön,

Aber es ist nur der Anfang.

Dass wir Zusammenbeziehung kreieren,

Nimmt uns in die Verantwortung,

Diese Beziehung auch zu gestalten,

Sie zu füttern.

Und das kann eine ziemliche Herausforderung sein.

Und vor allem,

Es passiert nicht von selbst.

Denn diese Beziehung,

Die durch Ko-Kreation entstanden ist,

Also durch Ich und Du,

Die ist auch eine Energieform.

Die hat ein Eigenleben.

Im Human Design System,

Da kann man dieses ganz eigene Energie- und Bewusstseinsfeld der Beziehung sogar sichtbar machen.

Und so kann man diese Energieeffekte und die Herausforderungen dieser Beziehung und die Wirkung auf den Einzelnen nicht nur erkennen,

Sondern auch benennen.

Das Ganze heißt Composite Analyse.

Ich habe in meiner Human Design Ausbildung,

Als ich gelernt habe,

Die Beziehung von Menschen auch aus Sicht des Human Design zu betrachten und zu analysieren,

Mit allen ihren Möglichkeiten und Triggern,

Nochmal meine vergangenen und aktuellen Beziehungen auf eine ganz andere Weise,

Nämlich energetisch,

Verstanden.

Und auch,

Warum da manchmal die Luft rausgegangen ist.

Und das gilt ja nicht nur für Paarbeziehungen,

Sondern zum Beispiel auch für Freundschaften oder auch für familiäre Beziehungen.

Ein lebendiges Wesen also ist eine Beziehung.

Und deshalb ist sie auch kein Ort,

An dem man irgendwie ankommt und dann stehen bleibt.

So wie ja auch das Leben in ständiger Bewegung ist und wir diese Veränderung ja gar nicht verhindern können.

Selbst dann nicht,

Wenn sie uns Angst macht und wir uns mit aller Macht dagegen stemmen.

Warum aber tun wir das eigentlich?

Warum haben wir es so schwer mit der Veränderung?

Ich glaube,

Aus mindestens zwei Gründen und die hängen auch noch miteinander zusammen.

Ich betrachte das jetzt mal nur aus Sicht von Beziehungen,

Aber du kannst das genau so auf deinen eigenen Lebensweg als Individuum übertragen.

Die Sache ist die,

Wir streben nach Sicherheit in Beziehungen,

Weil wir vertrauen wollen,

Uns gesehen und geliebt fühlen wollen,

Es soll exklusiv sein,

Sicher.

Und das nicht nur so aus ideellen Gründen,

Sondern,

Bezogen auf die Geschichte der Menschheitsentwicklung,

Hat es ja total Sinn gemacht,

In Gemeinschaften zu leben.

In Gruppen und als kleinste Einheit davon eben in Beziehungen.

Das hat uns geschützt und das tut es immer noch.

Zusammen können wir uns auch besser verteidigen.

Gemeinsam sind wir stärker als allein.

Und so können wir auch den Nachwuchs und den Fortbestand der Spezies besser beschützen.

Und es hat evolutionäre Gründe.

Es ist in uns eingebaut,

In unsere DNA,

In unseren Körper und auch in unserem autonomen Nervensystem,

Dass wir aufs Überleben ausgerichtet sind als Spezies.

Natürlich kannst du jetzt sagen,

Wir leben doch heute in den sichersten aller Zeiten.

Ja,

Das gilt vielleicht jetzt nicht für alle,

Aber für uns hier in unserem westlichen Kosmos ist schon alles ziemlich behütet.

Aber unser eigenes inneres System,

Unser Körper,

Unser Nervensystem ist evolutionär gewachsen und das steckt immer noch in uns drin.

Und deswegen streben wir vor allem nach Sicherheit.

Gewohntes,

Vertrautes,

So wie eine langjährige Beziehung,

Das fühlt sich sicher an.

Und das entspannt uns so wunderbar,

Sogar dann,

Wenn die Beziehung nicht mehr lebendig ist.

Und das ist halt dann auch die Krux.

Sicherheit geht evolutionär betrachtet nämlich vor Wohlgefühl.

Bedeutet,

Deinem Nervensystem ist es wichtiger,

Dass es für dich sicher ist,

Als dass du glücklich bist in einer Beziehung.

Das ist übrigens auch einer der Gründe,

Warum Menschen an schwierigen Beziehungen,

Die sich nicht verändern und gestalten lassen,

Festhalten,

Obwohl sie sogar entsetzlich leiden,

Schlimmes erfahren manchmal und sehr unglücklich sind.

Es kann sich dennoch vertraut anfühlen.

Oft eben auch deswegen,

Weil diese Menschen ein solch bedrohliches Umfeld schon kennen.

Aber das ist ein ganz anderes Thema,

An dem wir auch schon sehr oft in diesem Podcast vorbeigekommen sind.

Und eben deshalb,

Weil wir so eine Vorliebe für Vertrautes und Sicheres haben,

Stecken wir unsere Kraft,

Unsere Liebe,

All das,

Was wir zu geben haben,

So so gerne in die Erhaltung dessen,

Was wir bereits erschaffen haben.

In einer Beziehung würde ich sagen,

Was wir zusammen kreiert haben.

Den Ist-Zustand zu erhalten,

Zu bewahren,

Das ist natürlich auch wichtig.

Und es braucht sogenannte Erhaltungsenergie.

Also einen Kraftaufwand,

Damit alles so bleiben kann,

Wie es ist.

Dass man alles so am Laufen hält.

Und ein Stück weit verwaltet man dabei natürlich auch,

Was man hervorgebracht hat.

Die Familie zum Beispiel,

Den Besitz.

Du weißt,

Was ich meine.

Traditionen,

Rituale,

Regeln,

Das alles gehört dazu.

Verlässlichkeit und Verantwortung übernehmen,

Geht in Ordnung.

Es geht darum,

Dass es funktioniert,

Dass man alle Bälle in der Luft hält.

Jeder,

Der eine Familie hat,

Weiß genau,

Was das bedeutet.

Und das ist gut und richtig so.

Aber wenn das zu einseitig wird mit der Erhaltung,

Geraten wir in eine Schieflage in der Beziehung.

Denn das Leben und also auch die Liebe braucht nicht nur Erhaltungsenergie,

Sondern auch Gestaltungsenergie.

Unsere Beziehungen brauchen auch Raum für Neues,

Zeit,

Um geliebt zu werden.

Sie brauchen Spaß und Freiraum und Kraft,

Sich aufeinander einzulassen.

Im Hier und Jetzt,

Um daraus eine gemeinsame Zukunft zu gestalten,

Indem man die Gegenwart miteinander lebt und erlebt.

Und jetzt ist der Haken natürlich oft,

Dass die Gestaltungsenergie vernachlässigt wird in Beziehungen,

Weil alle Kraft in den Erhaltungs- und Verwaltungswillen fließt.

Der ja auch wichtig ist,

Aber eben nicht als Einbahnstraße.

Die Vergangenheit der Beziehung,

Das Erschaffene,

Das bereits existiert,

Das ist die Basis,

Aber ohne dass Neues gelebt wird,

Man Neues in die Beziehung reinlässt,

Inspiration,

Themen,

Menschen,

Raum für Möglichkeiten und auch für die eigene Entwicklung,

Wird die Beziehung aktiv nicht mehr gelebt.

Denn das Jetzt ist ja morgen schon gestern.

Die vielen kleinen Momente,

Die wir im Hier und Jetzt als liebevoll oder nicht liebevoll miteinander erfahren,

Zahlen wiederum auf das Fundament unserer Beziehung ein,

Weil sie die Vergangenheit erschaffen und auch unser Vertrauen in eine gemeinsame Zukunft.

Oder eben nicht.

Deswegen werde ich niemals nicht müde,

Zu betonen in meinen Beratungen,

Dass die Beziehung Aufmerksamkeit braucht,

Liebevolle Gesten,

Gemeinsame Aktivitäten,

Austausch,

Kommunikation,

Körperliche und emotionale Nähe.

Sie braucht Nahrung.

Jetzt.

Ich habe schon so oft darüber gesprochen.

Und wenn man keine Zeit hat,

Was ja heute so generell ein sehr großes Problem ist,

Dann muss man sich die nehmen,

Zumindest ein paar kleine Portionen davon,

Sonst stirbt einem die Beziehung irgendwann weg.

Denn die Beziehung existiert nicht einfach immer weiter,

Weil wir sie einmal erschaffen haben.

Wir können nicht ewig aus der Vergangenheit schöpfen.

So eine Beziehung kann einiges aushalten,

Besonders wenn sie eine gute Basis hat.

Aber wenn sie keine Nahrung mehr bekommt im Jetzt,

Verdorrt sie mit der Zeit wie eine Pflanze im Dunkeln ohne Wasser.

Also Erhaltungs- und Verwaltungsenergie ist nicht alles.

Und zur Gestaltungsenergie gehört in meinen Augen auch,

Dass man eine Vorstellung von einer gemeinsamen Zukunft entwickelt,

Gemeinsamen Dingen oder auch Vorhaben entgegensieht,

Gemeinsame Ziele hat,

Eine Absicht,

Füreinander da zu sein.

Und mit jedem Moment in der Gegenwart,

In dem wir winzige Partikel davon leben,

Erschaffen wir eben diese Zukunft.

Denn der einzige Moment in unserem Leben,

In dem wir wirklich,

Wirklich gestalten können,

Ist das Jetzt.

Die Vergangenheit ist vergangen,

Die Zukunft noch nicht da.

Ja,

Vielleicht hast du nun schon beim Hören ein Gespür dafür bekommen,

Wie es mit deinen früheren Beziehungen oder deiner aktuellen Beziehung ausschaut.

Wir gucken jetzt mal darauf,

Was so die typischen Schieflagen in Beziehungen sind in Bezug auf die Ausrichtung in Vergangenheit,

Gegenwart und Zukunft.

Denn das Problem ist nicht,

Dass man mal phasenweise mehr oder weniger an einer Zeitebene festhängt als Paar,

Das kann schon vorkommen.

Das Problem ist das Fixiertsein auf einer der drei Zeitebenen.

Woran merkt man das?

Starten wir mal mit dem Beispiel Vergangenheit.

Ich nenne es mal Beziehungsfalle Nummer 1.

Das Motto heißt hier,

So muss es bleiben oder haben wir doch schon immer so gemacht.

Das könnte als Überschrift über solchen vergangenheitsorientierten Beziehungen stehen.

Hier wird nämlich wenig Neues zugelassen,

Es ist kaum Veränderung möglich.

Alles in den Grenzen von 1846.

Das ist jetzt fürs Beispiel besonders drastisch und ist natürlich in der Realität nicht immer in dieser Deutlichkeit sichtbar.

In vergangenheitsorientierten Beziehungen werden oft starre Rituale gelebt,

Die einstmals vielleicht lebendig waren,

Aber inzwischen ihren Sinn verloren haben,

Aber auf die man sich immer noch beruft,

Weil es doch schon immer so war.

Und dieses immer so war fühlt sich eben vertraut und gewohnt und damit sicher an,

Auch wenn es heute unlebendig ist.

Da fährt man zusammen zum Beispiel immer wieder ins gemeinsame Ferienhaus und fühlt sich dann gemeinsam einsam,

So wie zu Hause.

Man trifft auch regelmäßig Menschen in seinem sozialen Umfeld,

Weil man das so macht.

Man ist zusammen da,

Aber nicht wirklich miteinander.

Es verbindet einen nicht mehr viel.

Oder man sitzt zusammen beim Frühstück und redet kaum miteinander.

Man ist zusammen Eltern,

Aber die Kinder können sich kaum erinnern,

Die Eltern jemals als eigenes,

Lebendiges Paar,

Wir,

Erlebt zu haben.

Der Austausch im Jetzt über die Gefühle und das Entdecken neuer gemeinsamer Projekte,

Ziele und Visionen,

Die gelebte Liebe im Jetzt,

Fällt weitestgehend aus.

Die Energie so einer Beziehung wird vor allem in die Erhaltung des Ist-Zustandes und die Bewahrung des Zusammen-Erschaffenen gesteckt.

Gegen die Erhaltungsenergie,

Wie gesagt,

Ist auch gar nichts einzuwenden.

Wenn es aber keine Gestaltungsenergie mehr gibt,

Die sich im Jetzt und Hier mehr abspielt und sich in die Zukunft entwirft,

Die neue Impulse in die Beziehung aufnimmt,

Dann kommt die Entwicklung erst ins Stocken und dann bleibt sie stecken.

Das Ganze ist meist ziemlich trostlos,

Beziehungsweise wird es im Laufe der Zeit so.

Denn die Vergangenheit ist vergangen.

Egal,

Was man da zusammen erlebt,

Gelebt und geliebt hat,

Das wird nicht ausreichen,

Um die Beziehung auf Dauer lebendig zu halten.

Auch wenn nicht jeder das hören will.

Paare,

Die diese Vergangenheitsfixierung haben,

Definieren sich häufig über Strukturelles.

Vor allem über gemeinsamen Besitz und gemeinsames Erschaffenes.

Und wenn ich solche Paare frage,

Was sie verbindet,

Dann sagen sie mir zum Beispiel sowas.

Das Haus,

Die Firma,

Oft natürlich auch die Familie.

Wir haben viel zusammengeschafft und erlebt.

Und das hat uns zusammengeschweißt.

Das tut es wirklich und es ist auch wunderbar und es ist wichtig,

Dass es so ein Fundament gibt für diese Beziehung.

Wenn dieses Fundament aber als immerwährender Ist-Zustand gesehen wird,

Weil es nun einmal da war,

Dann kann das eine trügerische Sicherheit vorgaukeln.

Wir haben uns ja,

Was soll denn da jetzt noch passieren?

Oder auch,

So jetzt bin ich angekommen,

Jetzt bleibt das so,

Wie im Beispiel meiner Freundin.

Nicht selten sagen mir deswegen genau die gleichen Paare auf die Frage,

Wann sie denn das letzte Mal etwas aktiv nur zusammen und für die Beziehung gemacht haben,

Wann sie mal Zeit als Paar verbracht haben,

Sowas wie,

Ja,

Voriges Jahr im Urlaub oder wir waren vor drei Monaten mal im Kino.

Bei einer Beziehung,

Die sich vor allem aus der gemeinsamen Vergangenheit speist,

Vergessen Menschen nicht selten ihre Liebe zu füttern,

Zu nähren,

Sie zu leben,

Im Jetzt und hier.

Sie teilen nicht wirklich eine gemeinsame emotionale Gegenwart.

Dazu gehört auch,

Sich immer mal wieder neuen Themen zu stellen,

Die ja auch jeder Einzelne in seinem eigenen inneren Prozess erlebt und natürlich deswegen auch irgendwie in die Beziehung einbringt.

Diese Paare stagnieren,

Die Liebe erstarrt,

Sie ist wie eingemauert und es wird mit der Zeit gähnend langweilig.

Man driftet emotional immer weiter auseinander,

Aber man ist da.

Nicht allein.

Und irgendwann gibt's vielleicht einen großen Knall,

Weil einer der beiden den Rahmen sprengt oder ein neuer Mensch ins Leben kommt.

Oder man bleibt miteinander in der Leblosigkeit stecken,

Weil das eben besser ist,

Als allein zu sein.

Viele Beziehungen da draußen bestehen auf genau dieser Basis.

Leider.

Beziehungsfalle Nummer zwei,

Die Gegenwartsfixierung.

Die Überschrift könnte hier lauten,

Was kümmert mich das Morgen,

Jetzt ist jetzt.

Solche Beziehungen sind oft sehr intensiv,

Leidenschaftlich und sie leben fast ausschließlich im Moment und dabei erlebt man eine unfassbare magnetische Anziehungskraft.

Es fühlt sich wunderbar an,

Für eine bestimmte Zeit,

Es ist ein bisschen wie eine ewige Verliebtheit.

Aber diese Beziehungen sind eigentlich keine,

Weil sie keine oder kaum Verlässlichkeit bieten.

Sich nicht auf gemeinsame Werte beziehen,

Kaum Rituale ausbilden,

Sich nicht positionieren und Verantwortung scheuen.

Kaum Pflicht,

Viel Kür.

Es wird dadurch keine wirkliche Basis miteinander gebildet und so steht man nicht auf einer Art sicheren Fundament mit der Zeit.

Und eben diese dauernd kickende Unsicherheit befeuert unser Bindungsprogramm so stark,

Dass man emotional pausenlos Achterbahn fährt.

Und genauso wenig,

Wie man zusammen ein Fundament der Vergangenheit aufgebaut hat,

Gibt's meist auch keine Zukunft,

In die man sich zusammen entwirft.

Das Ganze ähnelt einer andauernden wilden Affäre.

Keine Verantwortung,

Keine Regeln,

Alles bleibt im Wagen,

Vielleicht.

Hier gibt's keine Erhaltungsenergie und wenig Gestaltungskraft,

Alle Energie fließt in die Lebendigkeit des Moments.

Und oft ist es auch nur einer der Partner,

Die oder der hier den Ton angibt und diese Gegenwartsfixierung auslebt.

Nicht selten sind das bindungsängstliche Menschen,

Die die Nähe einer Beziehung wollen,

Aber die Vertrautheit dann nicht aushalten können aufgrund ihrer eigenen Muster.

Jede Absprache,

Jede Vereinbarung,

Jede Verantwortung wird dann weggeschoben und ausgesessen und irgendwann reicht es der oder dem anderen Partner oder der Partnerin nicht mehr aus,

Nur im Jetzt zu leben.

Einfach deswegen,

Weil eine Langzeitbeziehung ohne diesen verlässlichen Rahmen einer Exklusivität und einer gemeinsamen Ausrichtung nicht auf Dauer existieren kann.

Wollen beide so leben,

Gibt's dazu natürlich nichts zu sagen,

Dann passt das gut und ist genau das,

Was beide sich unter einer Beziehung vorstellen.

Beziehungsfalle Nummer 3 ist die Zukunftsfixierung und die Überschrift könnte hier lauten,

Für die Liebe haben wir auch noch später Zeit.

Auch diese Beziehungszeitfalle kommt viel weniger häufig vor als die Vergangenheitsfixierung,

So fällt das mir zumindest auf.

Aber ich habe schon mit Paaren gearbeitet,

Die den Fokus ihrer Beziehung fast ausschließlich auf der Zukunftsebene hatten.

Das sind oft sehr pragmatische Menschen.

Die verbindet das gemeinsame Erreichen von Zielen.

Nicht selten arbeiten sie auch zusammen und Beziehungen und Business verschmelzen derart,

Dass man das kaum noch auseinanderhalten kann,

Was was ist.

Auch im Jetzt und Hier sind sie vor allem an der Erschaffung ihrer gemeinsamen Projekte interessiert.

Und wenn das zu einseitig ist,

Findet das Leben immer erst in der gedachten Zukunft statt.

Wenn die Kinder groß sind,

Dann machen wir das und das.

Dann nehmen wir uns Zeit für uns.

Wenn wir erst das Haus haben,

Dann machen wir es uns gemütlich.

Wenn wir erst die Weltreise gemacht haben,

Wenn wir erst ausgewandert sind.

Wenn,

Wenn,

Wenn.

Wenn das Business erst auf sicheren Beinen steht,

Dann kann man sich auch mal wieder mehr Zeit als Paar erlauben und das alles genießen.

Verantwortung ist zwar hier ein Thema und auch die Positionierung stimmt,

Aber es gibt kaum gelebtes Leben miteinander und gelebte Liebe.

Die Vernachlässigung ist vor allem bei der Lebendigkeit im Hier und Jetzt zu finden.

Was kannst du also tun mit diesem Wissen für deine Beziehung?

Wie immer möchte ich dir an diesem Podcast nicht nur so ein paar Ideen vermitteln,

Sondern auch ein paar Anregungen dafür,

Was du ganz konkret tun kannst.

Zuerst einmal kannst du dich natürlich fragen,

Mit Blick auf diese drei Zeitebenen der Beziehung,

Was verbindet uns denn eigentlich in der Gegenwart,

In der Vergangenheit und in der Zukunft?

Geht es bisher mehr um die Sicherheit und die Lebendigkeit kommt zu kurz,

Oder ist es vielleicht umgekehrt,

Oder ist es schön ausgewogen?

Es kann sehr hilfreich sein,

Sich dazu Notizen zu machen und noch viel besser ist es,

Ihr hört diese Folge mal zusammen an und sprecht dann über das,

Was da in euch beiden so auftaucht.

Dazu braucht es Ehrlichkeit und Mut,

Aber dieses authentische Betrachten verbindet euch auch ungemein und es ist echte Beziehungsarbeit.

Frage Nummer zwei.

Wo fließt die meiste Energie in eurer Beziehung hin?

Gibt es eine besondere Vergangenheitsbetonung oder eine bestimmte Gegenwarts- oder Zukunftsfixierung?

Und wenn du das so erlebst,

Was macht das mit euch?

Frage Nummer drei.

Was ist zu viel und wo gibt es eine Vernachlässigung nach deiner Meinung?

Achtung,

Die Ansichten können hier auseinandergehen,

Denn nicht alle sind zur gleichen Zeit da.

Das klingt etwas komisch,

Bedeutet aber,

In manchen Beziehungen haben die Partner unterschiedliche Lieblingszeitebenen.

Der oder die eine ist vielleicht vor allem in der Vergangenheit und sehr sicherheitsorientiert,

Der andere ist vielleicht ständig auf der Suche nach Neuem und sehr an der Gegenwart oder an der Zukunft.

Das ist auch nicht schlimm.

Am Ende geht es darum,

Dass beide mit ihren Bedürfnissen vorkommen können in dieser Beziehung und es geht nur,

Wenn einem das erst mal klar wird und man sich dann darüber austauscht und dann guckt,

Was man tun kann,

Um beiden gerecht zu werden.

Frage Nummer vier.

Was braucht eure Beziehung jetzt und hier,

Um das Gleichgewicht zu stärken?

Wo könnt ihr ganz bewusst eure Aufmerksamkeit hinlenken,

Um euch wohler zu fühlen?

Und was könnt ihr ganz konkret dafür tun?

Was könnt ihr miteinander vereinbaren?

Welche Schritte?

Frage Nummer fünf.

Wie sieht es aus mit der Balance zwischen Erhaltungs- und Gestaltungsenergie in eurer Beziehung?

Ist das halbwegs ausgewogen?

Wenn nicht,

Was ist konkret zu tun?

Macht euch gegenseitig Vorschläge und macht winzig kleine Schritte der Veränderung.

Denn das ist es,

Was das ganze Beziehungssystem in Bewegung bringt.

Und wartet bitte nicht auf ein Wunder.

Fangt einfach an und macht es einfach.

Und macht es euch einfach.

Keine Perfektion nötig.

Alles Liebe,

Deine Claudia

© 2026 Claudia Bechert-Möckel. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

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