42:04

Eine heilsame und heitere Lebenseinstellung kultivieren

by Fred Von Allmen

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In diesem Vortrag erläutert Fred von Allmen sechs wesentliche Qualitäten, die zu einer heiteren und heilsamen Lebenseinstellung beitragen: altruistische Motivation, Großzügigkeit, liebevolle Gelassenheit, weiser Humor, Unkompliziertheit in Bezug auf Erwartungen und Vorstellungen, Dankbarkeit und Wertschätzung.

Transkription

Ich möchte heute Abend darüber sprechen,

Wie wir eine heilsame,

Heitere Lebenseinstellung kultivieren können.

Also ein Vortrag zur Alltagspraxis.

Interessanterweise habe ich festgestellt,

Beim Zusammenstellen der Zutaten,

Dass es wieder einmal die gleichen Qualitäten sind,

Wenn wundert.

Ich werde hier sechs Aspekte der Qualitäten nennen und kurz beschreiben.

Aber natürlich gibt es noch andere,

Unter Umständen genauso wesentliche wie die sechs,

Die ich hier ausgewählt habe,

Die ich auslassen werde aus Zeitgründen.

Jene Qualitäten,

Die ich sicher relevant finde,

Sind die folgenden und die Reihenfolge ist auch beliebig.

Das ist die altruistische Motivation,

Die Grosszügigkeit,

Liebevolle Gelassenheit,

Weiser Humor,

Unkompliziertheit in Bezug auf unsere Erwartungen und Vorstellungen und als letzter Punkt Dankbarkeit,

Wertschätzung mit Freude.

Der erste Punkt ist bereits eine Wiederholung.

Der erste Punkt nämlich ist die altruistische Ausrichtung.

Damit ist die innere Haltung gemeint,

Die sich vermehrt um die Interessen und das Wohl anderer kümmert und sich etwas weniger eng um das eigene Wohl und Wehe dreht.

Es ist zwar nicht die einfachste der spirituellen Übungen,

Aber dafür wohl eine der wirkungsvollsten.

Eine altruistische Haltung macht unser Herz und unseren Alltag offener und weiter.

Umgekehrt macht uns Egozentrismus eng und eingeschränkt.

Selbstbezogenheit wirkt,

Als ob wir uns ständig selber im Weg stehen würden.

Die amerikanische Zen-Meisterin Yvonne Rand hat ein unanständiges,

Aber treffendes Bild dazu geliefert,

Zu zeigen,

Was eine selbstbezogene Haltung wirklich bedeutet und ich möchte das hier wiederholen und bitte um Entschuldigung zum Voraus.

Im selbstbezogenen,

Egozentrischen Modus glauben wir,

Dass wir dieses kleine Stück Kacke sind und dass sich das ganze Universum dreht.

Man fühlt sich etwas klein mit Mangel an Selbstwertschätzung,

Aber dafür,

Um wehzumachen,

Sieht man sich im Zentrum des Universums,

Da muss man dann die wichtigste Person sein.

Und so haben wir Milliarden von Zentren des Universums allein auf dieser Erde.

Wenn wir erkältet sind,

Wenn sich Unterzug verspätet hat,

Wenn wir die Stelle,

Die Anstellung nicht kriegen,

Die wir haben wollten,

Wenn uns die Partnerin verlässt,

Wenn die Steuerrechnung kommt und etwas höher ist als angenommen und das ist sie oft,

Dann ist das nicht gar so schlimm,

Nicht halb so tragisch,

Nicht ganz so ärgerlich,

Wenn wir eine weitere offene Perspektive behalten können im Verhältnis zum Rest der Menschheit,

Z.

B.

Während wir vielleicht an Heuschnupfen leiden,

Sterben pro Minute sechs Menschen,

Vor allem Kinder,

Weil sie keinen Zugang zu sauberem Wasser haben.

Während unser Zug sieben Minuten Verspätung hat,

Haben zahllose Menschen gar keinen Zugang zu Transportmitteln und so weiter.

Eine Öffnung der Perspektive,

In der wir viele andere mit einschliessen.

Wenn unsere Aufmerksamkeit vermehrt anderen gilt,

Wird unser Wohl und Wert weniger wichtig und dadurch entlasten wir uns selbst und das wiederum schafft innere Geräumigkeit und dadurch mehr Licht und mehr Heiterkeit und Unbeschwertheit.

Shantideva sagt,

Die Kindischen sind ständig besorgt um sich selbst,

Die Buddhas kümmern sich ständig um andere.

Schaut euch nur den Unterschied zwischen den beiden an.

Eine altruistische Motivation ist erleichternd und befreiend.

Auch Großzügigkeit hilft.

Und im Gegensatz zu der altruistischen Motivation ist die Praxis der Großzügigkeit nicht eine schwierige Praxis.

Aber auch hier,

Oft sind wir so beschäftigt damit,

Was wir noch rausholen könnten für uns,

Was wir noch anschaffen,

Was wir noch zulegen,

Was wir noch besitzen könnten an Geldern,

An Materialien,

An Inneneinrichtungen oder an Kleidern oder an Vergnügungen oder an Unterhaltungen oder an Kulturveranstaltungen oder an Büchern oder an Videos oder an Musik oder vielleicht an Aufmerksamkeit oder an Zuwendung oder an Bewunderung oder an Respekt oder an Ehre oder endlose Liste der Dinge,

Die ich für mich haben will.

Und dabei ist das recht anstrengend und oft nicht besonders heilsam,

Weil das unheilsame Gegenteil von Großzügigkeit,

Nämlich Verlangen,

Begierde,

Sehnsucht,

Sucht,

Wunsch,

Denken,

Anhaften,

Horten und sogar Geiz damit verbunden sind.

Es ist nicht,

Dass es ein Problem ist mit den Dingen,

Die wir haben oder die wir haben möchten.

Aber wir machen uns entgegen unserer Hoffnung und Erwartung eben die Dinge,

Gerade nicht sehr einfach,

Wenn wir in diesem Modus funktionieren,

Wo es darum geht,

Was wir noch alles haben müssen und können und sollten.

Immer dann fühlen wir inneren Mangel,

Immer dann fühlen wir uns innerlich arm,

Egal wie viel es ist,

Das wir haben und kriegen.

Es ist ganz anders,

Wenn wir großzügig,

Freigebig,

Offenherzig,

Gebefreudig,

Gastfreundlich und entgegenkommend sind.

Das ist bereits eine heilsame und heitere Lebenseinstellung,

Weil dann fühlen wir uns nämlich verbunden mit denen,

Die wir beschenken,

Sei es mit Materiellem oder mit Aufmerksamkeit oder mit Zuwendung,

Die wir schenken.

Immer wenn wir grosszügig sind,

Fühlen wir uns innerlich reich.

Ob wir nun einen Strassenmusikanten unterstützen,

Ein Kind beschenken,

Unser Wissen weitervermitteln,

Jemanden den Weg erklären oder freundlich grüssen oder der Partnerin,

Dem Partner Aufmerksamkeit schenken.

Wir fühlen inneren Reichtum,

Wenn es echte Großzügigkeit ist.

Wir fühlen Freude,

Heiterkeit und Unbeschwertheit und wir pflanzen den Samen heilsamen Tuns in unserem Herzen.

Aber die Geschichte vom Golfspieler,

Schon etliche Male erzählt hier,

Aber ich erzähle sie gerne noch einmal,

Weil ich sicher finde,

Dass sie nicht alle kennen und es soll eine wahre Geschichte sein.

Ein bekannter Golfspieler gewinnt ein Turnier und erhält eine bedeutende Summe Preisgeld,

Die ihm gleich dort ausbezahlt wird.

Als er den Golfplatz verlässt,

Steht bei seinem Wagen eine junge Frau.

Sie erzählt ihm,

Dass ihr Baby schwer krank ist und operiert werden müsste,

Dass sie aber das Geld dazu nicht hat.

Der Mann ist berührt und schenkt ihr spontan das ganze Preisgeld.

Am nächsten Tag im Club haben seine Kollegen bereits von der Geschichte gehört und sie klären ihn darüber auf,

Dass die Frau eine Schwindlerin ist und dass ihr Baby nicht schwer krank ist,

Sondern kein gesund.

Die beste Neuigkeit seit Wochen,

Sagt er spontan.

Das Baby ist gesund.

Das ist Großzügigkeit und Offenherzigkeit.

Manche erinnern sich vielleicht an den radikalen Vers über Großzügigkeit aus den buddhistischen Texten.

Der Vers zeigt Buddhas Worte wie verkehrt,

Wie oft,

Sogar mehrheitlich denken und welches der eigentliche,

Wirkliche Sachverhalt ist in Bezug auf geben oder behalten,

In Bezug auf Großzügigkeit.

Was wir hergeben ist unser,

Was wir zu Hause behalten ist nicht unser.

Karma,

Das man dazu in Betracht ziehen muss.

Was wir tun in Bezug auf behalten oder Großzügigkeit wirkt ja auch immer wieder direkt auf uns zurück.

Vielleicht macht das die Aussage etwas verständlicher.

Was wir hergeben hat für uns Wert,

Was wir zu Hause behalten ist wertlos.

Was wir hergeben brauchen wir nicht zu schützen,

Macht also unbeschwert.

Was wir zu Hause behalten müssen wir schützen.

Was wir hergeben macht keine Sorgen,

Was wir zu Hause behalten macht Sorgen.

Was wir hergeben bringt unerschöpflichen Wohlstand,

Was wir zu Hause behalten wird sich erschöpfen.

Was wir zu Hause behalten führt als nächstes zu Negativität,

Zu Anhaften,

Zu Festhalten.

Was wir hergeben führt auf direktem Weg zur Erleuchtung.

So weiter Buddha.

Ganz eindrücklich war für mich diesbezüglich immer auch mein indischer Vipassana-Lehrer,

Den man dort in Weiss sieht.

Anakarika Munindra ist vor etwa einem Jahr gestorben.

Er hatte eigentlich nie irgendwelchen Besitz.

Anakarika heisst auch einer der hauslos ist und der war auch wirklich hauslos.

Seine Taschen hatten große Löcher und was immer da rein floss wurde so gleich weitergegeben und verteilt.

Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er in Kolkata und da hat man keine Sicherheiten.

Die AHV mit 65 oder andere soziale Sicherheitswerke kann man dort nicht erwarten.

Er war in dem Sinn völlig bedingungslos großzügig und dabei war er einer der heitersten und fröhlichsten und unterschwertesten Menschen die ich gekannt habe.

Immer eindrücklich das zu sehen.

Als er in den Vereinigten Staaten war hat er sieben Koffer von Zeug angesammelt.

In unseren Kulturen gibt es so viel an Kleidern und Decken und Schuhen und was es alles gibt was wir nicht brauchen.

Er hat alles mitgeschleppt mit Übergewicht im Flugzeug,

Weil das fantastische Geschenke sind in der Umgebung wo er wohnte in den Slums von Kolkata.

Altruistische Haltung,

Großzügigkeit,

Innere Gelassenheit hilft nicht nur hier.

Oft sind wir von Reaktivität geplagt.

Ständiges Anhaften und Festhalten an Angenehmen ist anstrengend.

Ständiges Verlangen,

Wünschen und Erwarten von möglichem kommendem Angenehmen ist anstrengend.

Ständige Aversionen und Abneigung und Ärgerwut und Hass gegen Unangenehmes und Schmerzhaftes ist anstrengend.

Ständige Sorge und Angst vor möglichem kommenden Unangenehmen und Schmerzhaftem ist anstrengend.

Es ist nicht genug dass wir Unangenehmes und Schmerzhaftes ertragen müssen im Leben und dass Angenehmes immer wieder vergeht und vorbei ist.

Zusätzlich ständig darauf zu reagieren mit unheilsamen,

Unhilfreichen Gefühlen,

Emotionen,

Gedanken und Taten,

Das ist äusserst anstrengend.

Eigentlich weit weg von einer heilsamen und heiteren Lebenseinstellung.

Gelassenheit ist die ultimative Lösung.

Es ist letztlich die Geistes- und Herzensqualität,

Die direkt zu innerer Befreiung führt.

Ein Gefühl dafür vermittelt vielleicht der bekannte Vers aus der Zen-Tradition.

Lass den Vogel fliegen im unermesslichen Himmel deiner Gelassenheit.

Befreie den Fisch im bodenlosen Ozean deiner Toleranz.

Es geht also um einen inneren Raum der Durchlässigkeit oder der Weite.

Woraus besteht Gleichmut,

Gelassenheit,

Innere Balance?

Aus Annehmen und aus Loslassen,

Wie wir gesehen haben.

Aus Annehmen der nicht zu erwünschten,

Mühsamen,

Unangenehmen Erfahrungen und äusseren Situationen.

Es ist schon unangenehm genug,

Wenn die Mitarbeiterin unfreundlich ist,

Wenn der Kaffee lauwarm ist,

Wenn das Wetter nasskalt ist.

Wenn wir uns dazu noch ärger Enttäuschung und Verstimmung produzieren,

Ist es wirklich nicht sehr sinnvoll und hilfreich.

Warum uns das immer wieder gelingt,

Ist erstaunlich.

Annehmen wäre die einfache und praktische Lösung.

Problem erledigt.

Natürlich können wir beim Kellner reklamieren,

Wenn wir glauben,

Dass es etwas bringt und manchmal bringt es etwas,

Oft auch nicht.

Ab sich ärgern bringt es auf jeden Fall nichts,

So oder so.

Das ist das Interessante.

Meistens auch dem Kellner egal.

Es ist eigentlich fast nur uns selbst,

Dass es etwas antut und das ist so faszinierend hier.

Loslassen.

Es ist schon unangenehm genug,

Wenn die freundliche Mitarbeiterin die Firma verlässt,

Wenn der schöne Samstagabend vorbei ist,

Wenn die kostbare Rose verblüht ist,

Wenn Angenehmes und Schönes vergeht.

Wenn wir dazu noch anhaften,

Festhalten,

Enttäuschung und Trauer produzieren,

Ist es nicht besonders sinnvoll und hilfreich.

Warum wir das wohl immer wieder tun,

Ist erstaunlich.

Loslassen wäre die einfache und praktische Lösung.

Problem erledigt.

Wir müssen uns an die Möglichkeit erinnern und zwar gleich in dem Moment.

Ein grosses Stück,

Wofür die Achtsamkeit hilfreich ist,

Ist,

Dass wir uns dann in diesen Momenten erinnern.

Und wenn wir uns erinnern,

Ist danach tun.

Wir brauchen nicht zutiefst erleuchtet und gleichmütig zu sein,

Um unser Leben heilsam und heiter zu machen.

Aber etwas Gelassenheit hilft.

Und hier eine Beschreibung.

Wenn du still sitzen kannst nach schlechten Nachrichten,

Wenn du in Finanzkrisen vollkommen ruhig bleibst,

Wenn du dir ansehen kannst,

Wie deine Nachbarn an fantastische Ferienorte reisen,

Ohne den geringsten Neid zu hegen,

Wenn du völlig zufrieden bist mit jeder Art Essen,

Die man dir vorsetzt,

Wenn du alle um dich herum bedingungslos lieben kannst,

Wenn du nach einem vollen Tag des Herumrennens einschlafen kannst ohne einen Trink oder eine Pille,

Wenn du immer Zufriedenheit findest,

Wo immer du bist,

Dann bist du wahrscheinlich ein Hund.

Altruistische Haltung,

Grosszügigkeit,

Gelassenheit,

Weiser Humor hilft.

Und ich denke mit Betonung auf Weise.

Oft nehmen wir uns selbst todernst.

Wenn alles klappt und läuft,

Wie wir es uns wünschen,

Okay,

Dann sind wir fröhlich.

Und manchmal nicht mal dann.

Wir vergessen vor lauter Ernst,

Dass es ja eigentlich,

Dass es uns gut geht.

Aber vor allem,

Wenn wir haben oder bekommen,

Was wir nicht möchten oder nicht haben,

Nicht bekommen,

Was wir unbedingt haben möchten,

Dann können wir über eine Situation schmunzeln,

In der wir selbst in Schwierigkeiten sind.

Hier kommt die Kunst des weisen Humors zum Tragen.

Wir können durch Humor etwas Abstand schaffen und sehen,

Gemessen am Universum ist mein momentanes Problem doch nicht so gewaltig.

Humor öffnet und erweitert unsere Perspektive in Bezug auf uns selbst und auf das ganze Leben.

Oder vielleicht ist es nicht die Perspektive,

Vielleicht wird es nicht mehr so dicht und ernst und klebrig,

Was uns Schwierigkeiten macht.

Dabei ist nicht Humor gemeint,

Der auf Kosten anderer geht,

Ob schon der ja wirklich manchmal auch lustig ist.

Weit verbreitet,

Aber nicht besonders heilsam,

Nicht wirklich weise.

Humor,

Sich selbst lachen,

Das befreit,

Erleichtert und stimmt heiter.

Sich selbst auf den Arm nehmen ist eine der heilsamsten Übungen,

Die es gibt.

Oder zum Beispiel,

Selbst über todernste Dinge,

Wie es die Tatsache des Sterbens und des Todes ist,

Wurden viele weise Dinge gesagt.

Kurt Tucholsky zum Beispiel fand,

Ach,

Ich werde mir doch mächtig fehlen,

Wenn ich einst gestorben bin.

Und Martin Luther schien Humor geschätzt zu haben,

Denn er sagte,

Wenn Gott keinen Spass verstünde,

So möchte ich nicht im Himmel sein.

Aber ich denke,

Er kann beruhigt sein,

Denn jemand hat herausgefunden,

Unser Verstand ist der Beweis für den Humor Gottes.

Und ein anderer hat erkannt,

Wer zuletzt lacht,

Stirbt wenigstens fröhlich.

Altruistische Motivation,

Grosszügigkeit,

Liebevolle Gelassenheit und weiser Humor.

Ein Aspekt,

Der mir wesentlich erscheint,

Den ich vielleicht nicht so präzise benennen kann.

So etwas wie Unkompliziertheit anstelle von komplexen Ansprüchen und Anhaften an Vorstellungen und Erwartungen.

Letztlich ist es derselbe Punkt wie die vorherige Übergelassenheit.

Es geht hier vorwiegend um die kleineren Dinge des Lebens und ich versuche es an Beispielen zu illustrieren.

Zum Beispiel Ferien am Strand.

Es ist heute 48,

47 Wochen.

Endlich ist es soweit.

Wir freuen uns auf den schönen Sandstrand.

Wir kommen an,

Am Ort,

Gehen zum schönes Wetter,

Wir gehen zum Strand und es stellt sich heraus,

Dass der Strand nicht aus Sand,

Sondern aus relativ grobem Kies ist.

Das gibt es manchmal,

Auch am Mittelmeer.

Und das stand nicht im Prospekt.

Sind wir frei genug zu sagen,

Okay,

Sand wäre schöner,

Aber lasst uns die Ferien geniessen,

Anstatt sie wegen ein paar Quadratmeter Kies zu ruinieren.

Übrigens haben wir auf dem Prospekt auch die schöne Aussicht aufs Meer auf mehreren Bildern gesehen,

Vom Hotel aus.

Unser Zimmer liegt aber auf der Rückseite des Hotels sicht auf eine verkehrsreiche Strasse.

Und die Zimmer vorne mit Meersicht sind sehr viel teurer und ausgebucht.

Ist das okay?

Oder wie lange ist es nicht okay?

Und wie viel leiden unsere Ferien noch zusätzlich?

Mal einfach neben dem Kies und der verkehrsreichen Strasse.

Oder Szenenwechsel,

Der Parkplatz,

Auf den ich festgezählt habe,

Ist ausgerechnet heute Morgen,

Wo ich eine wirkliche Besprechung habe,

Besetzt.

Ist immer noch alles okay?

Oder entscheide ich mich dazu,

Deshalb an Ärger und Stress zu leiden,

Zusätzlich?

Im Wartezimmer der Arztpraxis warten heute elf statt wie üblich vier Leute.

Ist trotzdem okay?

Oder wir kaufen Tulpenzwiebeln,

Mit roten Tulpen.

Und der Frühling kommt und siehe da,

Es wachsen gelbe Tulpen.

Auf der Packung waren sie rot.

Gelbe Tulpen sind schrecklich.

Der ganze Frühling ist ruiniert.

Es ist lustig,

Aber manchmal erstaunlich.

Hier die Geschichte vom Rasen und vom Löwenzahn.

Ich denke,

Es war in England,

Ein Rasen in England.

Ein Mann hatte einen schönen Rasen.

Zu seinem Leidwesen begannen aber plötzlich Löwenzahnblumen darin zu sprießen.

Er begann sie abzuschneiden.

Er grub sie aus.

Er streute Löwenzahnvernichtungspulver.

Die Löwenzahnblumen spriesten weiter.

In seiner Verzweiflung schrieb er an das Landwirtschaftsdepartement in London und fragte um Rat.

Nach angemessener Frist kam die Antwort.

Dear Sir,

Wir schlagen vor,

Dass Sie Löwenzahnblumen schätzen und lieben lernen.

Und ich denke,

Die kleinen Dinge sind ganz wichtig,

Dass wir dort schnell genug sind,

Um uns klar zu werden,

Ob wir wirklich noch mehr ruinieren wollen als das,

Was gerade nicht passt.

Oder nicht?

Altruistische Haltung,

Großzügigkeit,

Gelassenheit,

Weiser Humor und Unkompliziertheit in Bezug auf unsere Vorstellungen und Erwartungen.

Und als letzter Punkt,

Dankbarkeit,

Wertschätzung und mit Freude helfen.

Mudita,

Eine der schönsten,

Einfachsten und erfreulichsten Praktiken.

Und eigentlich hätten wir ständig Gelegenheit dazu.

Das ist eine Art von Freude,

Wertschätzung.

Fühlt sich gut an,

Heiter,

Heilsam.

Ein Mensch lacht.

Jemand,

Der freundlich ist zu jemand anderem.

Jemand hat gewonnen.

Jemand hat Erfolg.

Jemand ist gesund.

Alles Grund zur Mitfreude.

Ein Mensch ist grosszügig.

Jemand ist ehrlich.

Jemand ist weise oder gelassen.

Alles Grund zur Wertschätzung.

Wir haben eine warme Wohnung,

Wir haben genug zu essen und der Himmel fällt uns nicht auf den Kopf.

Alles Grund zur Dankbarkeit.

Das Problem ist,

Dass wir vergessen,

So oft vergessen wir es.

Wie Max,

Der mit dem Dorfpfarrer zusammen in der wunderschön verschneiten Landschaft im See entlang spazieren geht.

Der Pfarrer ruft aus,

Max ist es nicht wunderbar,

Wie Gott diesen See hat zufrieren lassen.

Worauf Max meint,

Ja kein Kunststück im Winter.

Die Frage,

Nehmen wir zu viele Dinge als selbstverständlich.

Dankbarkeit,

Wertschätzung und Mitfreude sind ausserordentlich wertvoll und vielleicht doch nicht ganz so einfach manchmal.

Eben oft,

Weil wir gar nicht daran denken.

Shantideva schrieb,

Ich freue mich über die heilsamen Taten der Lebewesen,

Durch die sie dem Leiden entkommen.

Ich freue mich an heilsamen Gedanken und Taten,

Die auf das Glück der Lebewesen gerichtet sind und ihr Wohlergehen verwirklichen.

Und der Dalai Lama sagt,

Können wir Freude empfinden über die guten Eigenschaften und Taten anderer,

Haben wir automatisch an der kraftvollen Energie teil,

Die von diesen guten Eigenschaften ausgeht.

Man kann diese Qualität der Wertschätzung,

Der Mitfreude üben.

Oft ist es schwierig für uns,

Uns mitzufreuen,

Weil wir einen manchmal auch recht tiefen Mangel haben an Respekt und Wertschätzung für uns selbst.

Dank unserer jüdisch-christlichen abendländischen Kultur.

Je wertloser wir uns fühlen,

Je weniger Respekt und Wertschätzung wir für uns haben.

Desto mehr sind wir auf uns selbst bezogen.

Je mehr Wertschätzung da ist,

Desto mehr Verbundenheit mit dem Leben als Ganzes wird erfahren.

Macht es einmal mehr,

Unbeschwerter,

Heiterer und sowieso heilsam.

Deshalb ist es wirklich sinnvoll,

Hilfreich an Selbstwertschätzung zu arbeiten.

Sich üben,

Die eigenen heilsamen Qualitäten zu sehen,

Unser Licht zu sehen,

Zu erkennen,

Dass das Gute,

Dass die Weisheit uns inne wohnt.

Wie wir das jeden Abend tun für ein paar Minuten,

Uns zu erinnern und zu versuchen,

Unsere Praxis,

Unsere Arbeit hier wertzuschätzen und die Qualitäten,

Die wir in uns haben und die wir kultivieren und die wir in uns auffinden,

Wirklich zu schätzen und uns darüber zu freuen.

Ich werde noch weiter auf den Aspekt eingehen,

Aber zumindest sollten wir willens sein,

Die folgende Aussage von Ashley Brilliant zu unterschreiben.

Es mag sein,

Dass ich nicht absolut perfekt bin,

Aber Teile von mir sind hervorragend.

Als ressourcenorientierte Praxis geht es hier in dieser Art von Praxis nicht so sehr darum,

Sich mit den Schwierigkeiten auseinanderzusetzen,

Wie man das in anderen Praxiszugängen tut,

Sondern darum,

Das Gewicht immer wieder auf die positiven,

Heilsamen,

Erfreulichen Aspekte zu legen und sich darüber zu freuen.

Rumi fragt,

Wenn du in einen Garten gehst,

Betrachtest du die Rosen oder die Dornen?

Verbring mehr Zeit mit Narzissen und Jasmin.

Sehr unterstützend ist es,

Über die eigenen guten inneren Qualitäten zu reflektieren.

Und ich sage das immer wieder,

Ich weiss nicht,

Ob es je jemand gemacht hat.

Ich habe es gemacht,

Weil ich bin in einem Retreat gefragt worden und die Person,

Die mich fragte,

Hat den Zettel sehen wollen.

Schreibt sie auf,

Schreibt eure guten Qualitäten auf.

Interesse,

Erforschende Wirklichkeit,

Geduld,

Ausdauer,

Enthusiastisches Bemühen oder ein bisschen weniger enthusiastisches Bemühen,

Sammlung,

Ein bisschen Sammlung,

Erkenntnis,

Weisheit,

Liebe,

Mitgefühl,

Mitfreude,

Großzügigkeit,

Vertrauen,

Gelassenheit.

Oder schon nur,

Wenn wir Freude und Wertschätzung empfinden könnten in der Meditation.

Jedes Mal,

Wenn wir aus endlosen Gedanken aufwachen und merken,

Nicht merken,

Dass wir weg waren,

Sondern merken,

Dass wir wieder hier sind.

Anstatt zu werten und zu urteilen,

Weil wir weg waren,

Uns zu freuen,

Dass wir hier sind.

Das ist so einfach und doch nicht so einfach.

Die eigenen Qualitäten und ich denke in dem Maße,

Wie es uns gelingt,

Wertschätzung für die eigenen Qualitäten zu finden,

Zu entwickeln,

Können wir auch die Qualitäten der Anden besser sehen und sie auch wertschätzen.

In dem Maße,

Wie wir das bei uns nicht können,

Wird das ganz schwierig bei anderen.

Es hilft auch,

Über unsere eigenen heilsamen und positiven Handlungen und Taten zu reflektieren.

Das aufzuschreiben,

Macht euch eine Liste.

Was immer es auch sein mag,

Echtes Bemühen um gute Erziehung der Kinder,

Arbeit zur Unterstützung der Familie,

Unterstützung von Angehörigen,

Bemühen um das Wohlergehen alter Eltern oder Arbeit,

Die der Unterstützung und dem Wohlergehen anderer dient,

Selbst wenn wir dafür Geld beziehen,

Therapieren,

Behandeln,

Bekochen,

Bedienen,

Reparieren,

Renovieren,

Beliefern,

Belehren,

Ausbilden oder in was immer für eine Art und Weise wir andere unterstützen können,

Soweit es eine heilsame Art ist,

Immer abhängig von einer guten Motivation,

Sind das Dinge,

Über die wir uns freuen können.

Kleine oder große Geschenke,

Die wir machen,

Ethische Regeln,

Die wir einhalten,

Vielleicht Dharma-Bücher lesen und studieren aus echtem Interesse an innerem Wachstum,

Sich um Menschenrechte bemühen,

Für Amnesty Briefe schreiben oder politische Initiativen,

Vielleicht etwas zu unternehmen für soziale Gerechtigkeit oder Förderung des Friedens oder Schutz der Umwelt und so weiter und so weiter oder Bedrückte aufmuntern,

Tausend Gründe für Wertschätzung und Freude.

Wir können jemanden freundlich grüssen und uns darüber freuen,

Dass wir freundlich gegrüßt haben.

Das ist Dharma-Praxis.

Es ist nicht so kompliziert,

Aber sich daran erinnern und es zu sehen,

Ist ungewohnt,

Ist sogar,

Glaube ich,

Bei uns oft sehr ungewohnt.

Oder dann ist auch das Gefühl,

Das darf man doch nicht.

Irgendwie auch so ein sündiger Hintergrund,

Wo kämen wir dahin,

Wenn wir uns noch freuen würden über unsere guten Taten.

Das ist der Stolz und Einbildung und sowas.

Und da denke ich,

Ist schon wichtig für uns,

Dass wir,

Selbst wenn ein bisschen Stolz drin sein mag,

Noch sehr viel besser,

Dass wir uns darüber freuen,

Als uns deshalb dann nicht zu freuen.

Weil dann können wir dasselbe auch wieder mit anderen tun,

In dem Maße,

Wie es uns bei uns gelingt,

Wird es uns dort viel leichter.

Unsere inneren guten Qualitäten,

Die der anderen darüber reflektieren,

Zu reichenden,

Heilsamen,

Positiven Taten und die der anderen wertschätzen.

Und als drittes,

Über unser Glück Wohler gehen,

Unseren Erfolg in verschiedensten Bereichen,

Unser gutes Schicksal zu reflektieren und das zu anerkennen und wertzuschätzen.

Eben dort,

Wo wir es haben.

Wir können auch dorthin sehen,

Wo wir nicht so Glück haben.

Aber das ist nicht so sinnvoll.

Für die Praxis können wir dort hinschauen,

Wo wir Glück haben und in vielen sind wir außerordentlich privilegiert hier.

Und wenn uns das gelingt,

Können wir das auch wieder bei anderen sehen.

Mein eigenes Beispiel,

Ich freue mich über mein Interesse am Wachstum und an Befreiung.

Und ich freue mich über die idealen äußeren Bedingungen,

Die ich habe,

Die mir erlauben zu praktizieren.

Einen guten Ort zu leben,

Gute Freunde zu haben,

Genug Geld und praktizieren zu können.

Ich freue mich über viele weise und gütige Lehrerinnen,

Die zu haben,

Vielerlei Gelegenheit,

Dharma zu hören,

Zu studieren,

Zu praktizieren und zu vermitteln.

Auch die Möglichkeit,

Diese Dinge zu teilen,

Ist wunderbar.

Und ich freue mich,

Dass ihr an der Lehre und an der Praxis interessiert seid.

So viel,

Worüber ihr uns freuen könnt.

Freut euch über eure Praxis,

Darüber,

Dass es Dharma gibt.

Freut euch über eure Wohnsituation,

Oder über Familie,

Oder Kinder,

Oder Beziehungssituation,

Oder Berufssituation,

Oder die materielle Freiheit,

Die wir alle haben.

Sonst wären wir nicht hier.

Selbst,

Wenn wir wenig haben,

Haben wir große materielle Freiheit.

Ich habe zwölf Jahre in Indien,

In Bogaia,

Retreats mitgeleitet.

Und zweimal kam,

Es waren fast alle westliche Ausländer im Kurs,

Und zweimal kam ein Inder,

Wieder einmal und dann nochmal nach einigen Jahren,

Für zehn Tage.

Und es war sehr beeindruckend.

Erstens war er wirklich engagiert in der Praxis,

Außerordentlich ernsthaft.

Und in den Gruppen hat er gesagt,

Dass es für ihn außerordentlich besonders ist,

Weil das kann er eigentlich fast nie.

Er hat eigentlich gar keine Ferien,

Und wenn er mal frei hat,

Dann muss er zur Familie schauen,

Oder muss irgendwelche Eltern und Verwandte,

Und das sind immer ganz viele Leute,

Und die sind alle immer bedürftig.

Und dass er sich zehn Tage nehmen kann,

Alle paar Jahre,

Um da hinzureisen und einen Retreat zu machen,

Ist für ihn ganz außerordentlich.

Dann ist er lange nicht mehr gekommen,

Dann ist er wieder einmal gekommen.

Und es war sehr eindrücklich auch zu sehen,

Wie groß unsere Freiheit ist,

Im Vergleich mit wahrscheinlich etwa vier Fünften der Menschheit.

Auch unsere politische Freiheit,

Auch wenn wir finden,

Die könnte noch ganz anders aussehen,

Ist sie natürlich enorm verglichen mit dem Großteil der Länder.

Unsere Gesundheit oder relative Gesundheit,

Es wird das wertschätzen,

Dass wir uns an den Teil rennen von dem,

Was wir wirklich haben.

Und dann können wir uns über dasselbe bei anderen freuen,

Dass wir dort auch sehen,

Was gut ist,

Was hilfreich ist,

Was wertvoll ist.

Altruistische Haltung,

Großzügigkeit,

Gelassenheit,

Weiser Humor,

Unkompliziertheit und Wertschätzung mit Freude.

Ich möchte mit einem Gedicht von Masha Kalecha schliessen.

Es ist ein wunderbarer Ausdruck von Wertschätzung und Freude,

Nicht in jeder Beziehung im Sinne des Dharma,

Aber sehr erfreulich.

Ich freue mich,

Dass am Himmel Wolken ziehen und dass es regnet,

Hagelt,

Friert und schneit.

Ich freue mich auch zur grünen Jahreszeit,

Wenn Heckenrosen und Holunder blühen,

Dass Amseln flöten und das Immen summen,

Dass Mücken stechen und das Brummer brummen,

Dass rote Luftballons ins Blaue steigen,

Dass Spatzen schwatzen und das Fische schweigen.

Ich freue mich,

Dass der Mond am Himmel steht und dass die Sonne täglich neu aufgeht.

Dass Herbst im Sommer folgt und Lenz im Winter,

Gefällt mir wohl,

Da steckt ein Sinn dahinter.

Wenn auch die neunmal Klugen ihn nicht sehen,

Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehen.

Ich freue mich,

Das ist das Lebenssinn.

Ich freue mich auch vor allem,

Dass ich bin.

Ich freue mich,

Dass ich mich an das Schöne und an das Wunder niemals ganz gewöhne.

Dass alles so erstaunlich bleibt und neu.

Ich freue mich,

Dass ich mich freue.

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Oliver

December 10, 2025

Herzlichen Dank für diese so reichen und reich machenden Gedanken ! 🙏 Liebe Grüße aus Bayern Oliver

Yelitza

March 14, 2025

Sehr interessant und unterhaltsam. Guter Rat für ein glückliches Leben 😌

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November 24, 2024

…wunderbar umfassend und alltagstauglich. Sehr inspirierend!!🙏

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November 10, 2024

Danke 🙏

Caro

August 6, 2024

Eine echte Bereicherung!

Nicole

November 14, 2023

Es war sehr bereichernd ☺️🤩

HG

October 29, 2023

Lieber Fred, das tat mir gerade einfach gut. Danke 😊

Petra

September 8, 2023

Danke.

Evelyn

September 2, 2023

Dankeschön, wundervolle Erläuterungen 🙏☀️☘️

Konny

February 1, 2023

Wunderbar, danke für diesen tiefgründigen und heiteren Vortrag. 🙏🏼

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