10:30

Einschlafgeschichte - Der Igel und die Haselmaus

by Zaubermond – Einschlafen und Entspannen für Kinder

rating.1a6a70b7
Bewertet
4.6
Group
Aktivität
Meditation
Geeignet für
Kinder
Aufrufe
233

Der kleine Igel möchte niemanden verletzen – schon gar nicht seine beste Freundin, die Haselmaus. Aber manchmal ist es gar nicht so einfach, Nähe zuzulassen, wenn man Stacheln hat. Eine ruhige, liebevolle Erzählung, die Kinder liebevoll und sanft in den Schlaf begleitet.

Transkription

Es war Spätherbst im Wald,

Die Luft roch nach Laub und Erde,

Und irgendwo weit hinten rief ein Vogel.

Der kleine Igel war unterwegs,

Langsam wie immer und ohne besonderes Ziel.

Zwischen den Wurzeln einer alten Buche blieb er stehen.

Dort lagen Kastanien im Laub,

Rund,

Braun und glatt,

Fast so,

Als hätte jemand sie poliert.

Eine feinordentlich neben der anderen.

Das konnte nur die Haselmaus gewesen sein.

Sie sammelte gerne all das,

Was sie fand und was ihr gefiel.

Kastanien,

Blätter,

Leere Schneckenhäuser,

Und wenn sie etwas besonders schön fand,

Legte sie es ordentlich in ihre Sammlung.

Der kleine Igel pfiff kurz,

Das war ihr Erkennungszeichen,

Und schon kam die kleine Haselmaus um die Ecke gesaust und begrüßte ihren Freund herzlich.

Der Igel bestaunte die neuesten Schätze der Maus,

Und eine Weile saßen sie einfach nur da.

Dann stand die Haselmaus auf,

Sie hatte am Vormittag einen Apfel entdeckt,

Rund und rot.

Den wollte sie holen und mit ihrem Freund teilen.

Der Igel blieb sitzen.

Er rückte ein kleines Stück zur Seite,

Dort war die Sonne etwas wärmer.

Er bestaunte die Kastanien,

Die mittlere glänzte besonders schön.

Er beugte sich leicht vor,

Nur ein bisschen.

Dabei stieß er mit seinem Rücken an eine der Kastanien.

Als er das bemerkte,

Drehte er sich schnell weg,

Dabei berührte er die andere Kastanie.

Als er sich wieder aufrichtete,

Sah er es sofort.

Tiefe Kratzer,

Quer über die glatte Schale,

Auf allen drei Kastanien.

Er erschrak und blieb eine Weile wie angewurzelt stehen.

Es waren die kleinen Schätze der Haselmaus,

Die sie mit so viel Mühe zusammengetragen hatte.

Manche hatte sie weit herangeschleppt,

Und für eine Maus war so eine Kastanie kein leichtes Gepäck.

Und nun lagen sie da,

Zerkratzt von ihm.

Der Igel senkte den Kopf,

Schaute auf seine Pfoten.

Er spürte seine Stacheln im Rücken,

Immer waren sie da.

Ja,

Sie konnten nützlich sein,

Aber in diesem Moment verfluchte er sie.

Dann drehte er sich um und ging fort.

So sehr schämte er sich für sein Missgeschick,

Dass er seiner Freundin nicht mehr in die Augen schauen wollte.

Er schlich über weiches Moos unter einem schrägen Ast hindurch,

An einem Tannenzapfen vorbei,

Den jemand angeknabbert hatte.

Schließlich ließ er sich hinter einem Brombeerstrauch nieder.

Dort war es kühler und dunkler,

Der Boden war feucht und roch nach Lehm.

Er dachte an die Haselmaus,

An ihre kleinen Pfoten,

Die so viel tragen konnten,

An die Kastanien,

Die sie gesammelt hatte.

Und daran,

Wie sie jetzt aussahen,

Verkratzt von ihm,

Von seinen Stacheln.

Seine Stacheln,

Immer waren sie da,

Nie konnte er sie ablehnen,

Immer drohte er etwas kaputt zu machen oder jemanden zu verletzen.

Die Kastanien,

Die hatten es gut,

Weil sie ihre stachelige Hülle abwerfen konnten und darunter so glatt waren,

So schön glatt.

Er konnte das nicht und weil er es nicht konnte,

Blieb er in Zukunft lieber alleine,

Weg von der Haselmaus,

Die er so sehr liebte,

Aber er wollte,

Dass nichts mehr kaputt ging.

Er wusste nicht,

Wie lange er dort gelegen hatte,

Aber irgendwann hörte er etwas.

Erst ein Rascheln,

Dann ein leises Tapsen,

Vorsichtig,

Die Haselmaus,

Sie hatte den Apfel mitgebracht.

Sie entdeckte den Igel hinter dem Busch und blieb kurz stehen.

Dann legte sie den Apfel auf ein trockenes Blatt in seiner Nähe.

Der Igel sah sie an.

Dann kam er langsam und setzte sich zu ihr.

Sie aßen den Apfel gemeinsam,

Stück für Stück,

Ohne Worte,

Ohne Eile.

Als sie fertig waren,

Streckte die Haselmaus ihre Pfote nach ihm aus.

Der Igel hielt inne.

Er sah ihre Pfote,

Klein,

Verletzlich,

Und er dachte an seine Stacheln.

Nein,

Er konnte die Maus nicht berühren,

Er durfte nicht,

Zu groß war die Angst,

Sie zu verletzen.

Die Haselmaus sagte nichts,

Sie schaute ihn einfach nur an und streckte weiter ihre Pfote entgegen.

Der Igel zögerte.

Wenn er ganz vorsichtig war,

Dann könnte er es vielleicht doch wagen.

Zaghaft und langsam hob er seine Pfote und legte sie in ihre.

Die Haselmaus schloss die Augen.

Der Igel lächelte.

Was für eine wunderbare Freundin er doch hatte.

© 2026 Zaubermond – Einschlafen und Entspannen für Kinder. All rights reserved. All copyright in this work remains with the original creator. No part of this material may be reproduced, distributed, or transmitted in any form or by any means, without the prior written permission of the copyright owner.

Trusted by 35 million people. It's free.

Insight Timer

Get the app

How can we help?

Sleep better
Reduce stress or anxiety
Meditation
Spirituality
Something else